Bienen: ein Hausvolk des Menschen?!

  • Ich mache mal hier einen eigenen Thread auf, weil das sehr vom Schwarm weggeht...
     
    Bei mir ist ein kleiner Schwarm in meiner Schwarmfangkiste eingeflogen. Freiwilig!!! Kennt ihr ein freies Tier das FREIWILIG in eine von Menschen gemachten Wohnung eingeht?:Biene:
     
    Mäuse, Kakerlacken und ähnliches ziehen in die meschliche Wohnung ohne eine Symbiose, Sie benutzen Sie als Nahrungsquelle, die Behausung ist dabei zweitrangig.
    Vögel ja, sie ziehen in Menschenbehausungen, sind jedoch kein Volk, mit all seinen Rollen und Vielfalt in seinen Entscheidungen.
    Ameisen sind es, aber die ziehen wie die Mäuse nur in Menschen gemachten Wohungen weil Sie dort Essen finden.
     
    Ich finde es erstaunlich, dass das Volk der ausgehenden alten Bienen, sich einen Viereckigen Kasten als Wohnort aussuchen. Sagt mir nicht, dass Sie eine Baumhöhle von einen Holzkasten nicht unterscheiden können!!
     
    Sabiene sagte mal, dass die Bienen denken: "da ein Bienenvolk hier gelebt hat, war der Platz wohl auch gut." Okay Sie könnten aber auch denken: "da hier ein Volk zugrunde gegangen ist werden wir auch zugrunde gehen"?!?
     
    ???

  • In diesem Zusammenhang klingt Symbiose schon nach Freundschaft und persönlicher Beziehung.
    Ich weiss nicht ,was Bienen denken, ob Bienen denken oder welche der Bienen entscheiden.
    Ich bin mir aber sicher, dass, wenn die Bedingungen stimmen, es völlig egal ist, worein die Bienen einziehen. Dass es menschliche Behausungen sind, dürfte kein Entscheidungskriterium sein. Die Verbreitung menschlicher Behausung und die Seltenheit z.B.hohler Baumstämme macht erstere aber natürlich wahrscheinlicher.


    Ansonsten gibt es immens viele Kulturfolger. Es werden hier ganz klar die Vorteile ausgenutzt.

  • hi gartenimker,
     
    du scheinst eher ein nüchterner Pragmatiker zu sein...ich stimme mit dir überrein und doch hat du eine Erweiterung meiner Frage gestellt, nämlich
     
    "Ich weiss nicht ,was Bienen denken, ob Bienen denken oder welche der Bienen entscheiden."
     
    Aber wir wissen das Sie entscheiden, aus freien Stücken?!?!:roll:, in diesen Viereckigen Kasten zu gehen.
     
    Ist das wirklich so einfach abzutuen, wie bei den Mäusen(wobei die Mäuse ganz sicher hochentwicklete Tiere sind, aber kein Volk) oder ähnlichem, dass es an den äusseren Rahmenbedigungen liegt?!?:cool:

  • Aber wir wissen das Sie entscheiden, aus freien Stücken?!?!:roll:, in diesen Viereckigen Kasten zu gehen.


    Sind Hausstaubmilben oder Silberfischchen intelligent, weil sie sich entschieden haben, sich vom Menschen mit Hautschuppen füttern zu lassen?!?!?:-D


    Ich denke, die Bienen entscheiden nicht, sondern da läuft einfach ein genetisches Programm ab, weil ohne Höhle - egal welcher Art - kein Überleben.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Silberfischen, gehen durch die Gegend und suchen ESSEN, da sie es beim Menschen gefunden haben bleiben sie bei ihn,
    aber Bienen...
    du hättest Sie Gestern sehen sollen wie diese bei meiner Durchsicht am Tellerrand ihrer Welt nach Aussen gekuckt haben...da hättest du mich villeicht verstanden. Silberfische kucken nicht an ihren Tellerand, die kucken in der Art, hei da ist was, da muss ich weg. Ich versuche zu verstehen ob es bei den Bienen, als Insekt, aufgrund seiner Staatenbildung, ein besonderer Unterschied ist. Bei den Ameisen gibt es denn, wer die Ameisen bei Ihrer Kriegsführung schon mal beobachtet hat, der weiss was ich meine...:wink:

  • Zitat

    Unterschätzt die Silberfischchen nicht :wink:


    Heimtückische Biester :D


    Nja ich seh das wie Radix, es ist einfach eine Notwendigkeit, eine Behausung zu finden. Und wenn das Nahrungsangebot im Umkreis stimmt, zieht man ein.
    Ich denke mal es wäre auch egal, ob den Bienchen vllt. doch ein alter und hohler Baum, gleich neben einer Beute bereit stünde.
    Denn kann es nicht sein, dass Bienen evtl. einfach deshalb in die eckigen Kästen einziehen, weil sie genetisch auf diese eckige Behausung fixiert sind?

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Joa, nur ich mein ja, bedenken wir einfach mal wie lang einzelne Volkslinien schon ihre eckigen Behausungen kennen.
    Du würdest so aus anhieb jetzt auch ein rechteckiges Haus bauen, weil du es seit etlichen Jahrzehnten nicht anders kennst und kämest nicht auf die Idee das Häusle rund bauen zu wollen.
    Daher die Idee.
    Vielleicht ist es aber auch einfach nur Zufall, dass Bienen sich gerade eine freie Beute aussuchen.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Damit sich eine Präferenz für "viereckige Behausungen" in den Genen ausbreiten kann müsste das einen Selektionsvorteil bieten.


    Den kann es möglicherweise tatsächlich geben, da ja Bienen hierzulande angeblich nicht mehr ohne Imker leben können.


    Das heisst: seit der Varroa-Milbe ist es ein Vorteil, viereckige Behausungen (=Behausungen mit höherer Wahrscheinlichkeit von Varroa-Behandlungen) vorzuziehen.


    Persönlich _glaube_ ich, dass es noch nicht lange genug so ist, dass sich eine entsprechende Präferenz herausgebildet hat (der Selektionsdruck trifft ja nur die Schwärme, die nicht eingefangen werden), aber theoretisch müsste es tatsächlich irgendwann eine solche Präferenz geben.

  • Damit sich eine Präferenz für "viereckige Behausungen" in den Genen ausbreiten kann müsste das einen Selektionsvorteil bieten.


    Willkommen im Mittelalter :lol: Wann kommt endlich die Renaissance? :confused:


    http://www.ratical.org/LifeWeb/Erthdnce/


    auch als Buch erhältlich. ISBN-10: 0595130674 ISBN-13: 978-0595130672


    Auch interessant in diesem Zusammenhang:


    http://www.idrc.ca/openebooks/774-4/



    Unsere bisherige Kenntnis umfassen 1,5%?


    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3283


    Und was ist Junk-DNA?


    http://www.google.de/search?hl=de&q=Junk-DNA&btnG=Google-Suche&meta=&aq=f&oq=



    Und was fällt dem Drohn zur "Wiedergeburt" ein? :cool:


    Bernhard

  • Wenn wohl aufgrund des Drohnenschneidens, die Varroa sich langsam auf die Arbeiterbrut einschießt...dann kann eben dieser Schritt zu den eckigen Behausungen schon lange passiert sein.
    Denn ich wage mal zu behaupten, dass Bienen länger in eckigen Behausungen leben, als der Imker Probleme mit der Varroa hat, oder?

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Willkommen im Mittelalter :lol: Wann kommt endlich die Renaissance? :confused:


    Korrigiere mich, wenn ich daneben liege, aber die Evolutionstheorie und die Entdeckung des Genoms sind meiner Meinung nach der Renaissance gekommen.



    Bei Quellenangaben ist es furchtbar nett, wenn man auch Seitenzahlen oder direkte Links auf die entsprechenden Stellen mitliefert. Dann würde ich die Stellen auch lesen und darauf eingehen können. Zwei Bücher zu lesen, weil Du mir die nennst ist mir ein bisschen zuviel Aufwand.



    Unsere bisherige Kenntnis umfassen 1,5%?


    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3283


    Interessant. Hat das was mit dem Thema zu tun?



    Junk DNA (besser: nichtkodierende DNA) ist DNA, die nicht in Proteine übersetzt wird. Das heisst nicht, dass sie unbedingt funktionslos ist. Wieder: was hat das mit dem Thema zu tun? Was ist Deine Aussage?



    Und was fällt dem Drohn zur "Wiedergeburt" ein? :cool:


    Keine Ahnung, was dem Drohn dazu einfällt. Mir kommt dazu das Wort "Ammenmärchen" in den Sinn. Was willst Du mir damit sagen?

  • Wenn wohl aufgrund des Drohnenschneidens, die Varroa sich langsam auf die Arbeiterbrut einschießt...dann kann eben dieser Schritt zu den eckigen Behausungen schon lange passiert sein.
    Denn ich wage mal zu behaupten, dass Bienen länger in eckigen Behausungen leben, als der Imker Probleme mit der Varroa hat, oder?


    Drohenscheiden ist was anderes: dadurch haben die Milben, die in die Arbeiterinnenbrut gehen einen Vorteil. Das führt dann dazu, dass entsprechende Gene sich in der Population ausbreiten.


    Ein Gen für "wohnt gerne in viereckigen Behausungen" braucht, um sich in der Population zu stabilisieren einen Vorteil. Den sehe ich seit der Varroamilbe als gegeben an. Aber vorher? Was könnte denn ein möglicher Vorteil sein, der dem Gen bei seiner Ausbreitung hilft?