Königinnen- und Arbeiterinnenlinien

  • Hallo!


    Lese gerade in "Der Schweizerische Bienenvater" Band 3 Königinnenzucht und Genetik der Honigbiene.
    Darin gibt es eine Überschrift "Gute Königin - schlechte Arbeiterin (S. 70).
    ... dass Erbgut, dass die Eigenschaften der Königin günstig beeinflusst, Merkmale der Arbeiterinnen verschlechtert. Umgekehrt bewirken offenbar Allelkombinationen, die für die Leistung der Arbeiterinnen ideal sind, bei der Königin eine schlechte Leisutng. Deshalb sind die entsprechenden Merkmale von Königin und Arbeiterin stark negativ korreliert.


    Korrelation Königin-Arbeiterin
    bei Honigleistung -0,88, bei Sanftmut -0,91 und bei Wabensitz -0,96


    Weiter auf Seite 78:
    Königinnen- und Arbeiterinnen-Linien
    Es ist vorteilhaft, gesondert Königinnen- und Arbeiterinnenlinien zu züchten, (...). Die Königinnenlinie weist hervorragende Merkmale für Königinnen auf, die Arbeiterinnenlinie zeichnet sich durch gute Merkmale für Arbeiterinnen aus und liefert die Drohnenvölker. ...


    Für mich entstehen nun Fragen:
    1. Welche Eigenschaften der Königinnen sind hier gemeint?
    2. Wie unterscheide ich solche Linien. Denn falls ich eine typische Königinnenlinie am Stand hätte würde ich die ja wahrscheinlich ausscheiden, da sie ja eine schlechtere Leistung als die anderen Völker am Stand bringen (oder habe ich da was falsch verstanden?).
    3. Erkenne ich die Eigenschaften einer Königin nicht an den Eigenschaften des Volkes?
    4. Ich vermehre von meinen besten Völkern (Honig, Sanftmut, Bodenreinigung), oder müsste ich nach diesen Erkenntnissen nicht doch andere Kriterien anwenden? Wenn ja welche?
    :confused::confused::confused:
    Fragt ein total verwirrter
    Andreas

  • Hallo Andreas,
    mach mal weiter bei einen Punkten 3 und 4.
    Obwohl ja gilt, "...lernt Theorie, sonst bleibt ihr Stümper ein Leben lang!"
    scheint es mir in diesem Fall zuviel des Guten zu sein.
    Da trennen sich (für mich!) Wissenschaft und Praxis.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo


    Königinnen die keine Leistung (Honig) bringen können trotzdem gute Töchter bekommen meist wenn sie aus einer guten Linie kommen oder selbst eng gezogen waren.


    Gute Ertragsvölker enttäuschen oft in der Nachzucht weil ihre Leistung auf Kreuzungseffekten beruht.


    Sich zwei Linie zu halten lohnt nicht wirklich, besser immer wie schon mal von Lothar geschrieben von den Besten vermehren und die schlechteren ausscheiden.


    Es kommt ja darauf an das die Durchschnittsleistungen hoch sind.


    Gruß Uwe

  • Hallo!


    Danke für die Antworten!
    Ich werde auch wie bisher weitermachen, ich denke das machen auch die meisten Züchter so! Bei 11 Völkern züchte ich ja auch nicht soviele Königinnen nach, dass ich aus einer Vielzahl die besten aussuchen kann - eine über drüber Königin wäre da eher mit einem Lottohaupttreffer zu vergleichen. Auserdem kann ich nicht von Züchten sprechen sondern nur von Vermehren! Manchmal probiere ich eine Königin von jemand anderen am Stand aus und der Nachbarimker arbeitet auch mit der Imkerschule zusammen (holt sich dort oft Zuchtstoff) - von daher sollte die Standbegattung auch nicht schlecht sein. Außerdem bin ich mit meinen Völkern recht zufrieden.
    Ich bin über diesen Text schon früher mal gestolpert. Jetzt habe ich wieder nachgelesen - bevor ich eine Serie angesetzt habe um nichts wichtiges zu vergessen und da bin ich wieder darübergestolpert und dachte mir, warum nicht im Forum um eine Erklärung fragen.


    lg
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    vergiss das Geschreibsel, das ist ziemlicher Blödsinn. Da wollte wohl jemand seine überbordende Theorie loswerden.
    Ach noch was, ich muss Dir widersprechen:
    Jede Vermehrung ist Zucht!
    Sie erfüllt nämlich eines der Hauptkriterien, durch die sich "Zucht" definiert:
    Die Selektion
    Du "vermehrst" ja nur von den Völkern, die deinen Vorstellungen entsprechen. Und schon selektierst Du.



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    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • vergiss das Geschreibsel, das ist ziemlicher Blödsinn. Da wollte wohl jemand seine überbordende Theorie loswerden.


    Nana, da stehen schon einige fundierte Untersuchungen dahinter. Und es wird ja im Bienenvater nicht behauptet, dass der Ottonormalimker Königinnen- und Arbeiterinnenlinien braucht.


    Du kannst aber gerne bessere deutschsprachige Literatur über Zucht und Genetik benennen.

  • Hallo Nigra,
    bin zwar nicht Michael,
    aber ich empfehle mal Bruder Adam "Züchtung der Honigbiene" als gutes deutschsprachiges Buch.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Nigra,


    wenn man lange genug sucht, findet man mit Sicherheit irgendwo bei einem Genetiker noch viel weiter reichende Untersuchungen.
    Doch wir sind Praktiker!
    Welche Bedeutung hat das obige denn für deine tägliche Arbeit?
    Wenn Du ein Buch eines Praktikers suchst, siehe Lothars Beitrag.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-