Wassergehalt in %

  • Ein Dankeschön für all die Antworten.


    Mit Imkergruss


    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Vor 2 Wochen hat Honig in verdeckelte Zellen eines "Exilvolkes" einen Wassergehalt von erfreuliche geringen 16%.:daumen: 2/3 der Waben waren verdeckelt. In der Nachbarschaft liegende ungedeckelte Zellen wurden mit 23%(!) gemessen. Könnte beim Schleudern knapp werden mit mittleren 18%...


    In dieser Woche (nach ein paar Tagen feuchtem Wetter) hatte Honig in verdeckelten Zellen in einem anderen Volk üppige 19 bzw. 20% Wassergehalt.:-( Die Damen leben mit den paar Männern in Segeberger Plastikbeuten. Gemessen habe ich mit meinem hübschen Zeiss Handrefraktometer - konnte mit dem Kauf wohl nicht die nun geplanten Entlassungen abmildern...


    Auf meiner Jungimkerschulung hieß es unlängst zum ausgefallen Schleudertag: "Es hat letztens geregnet - der Honig ist wieder feuchter geworden." Ist da etwas dran? Ich bin inzwischen etwas vorsichtig geworden...:wink:


    Berührungsängste mit dem D.I.B. habe ich nicht - der Kurs in Haus Düsse zum Fachkundenachweis Honig ist gebucht.


    MfG
    Hermann

  • Auf meiner Jungimkerschulung hieß es unlängst zum ausgefallen Schleudertag: "Es hat letztens geregnet - der Honig ist wieder feuchter geworden." Ist da etwas dran? Ich bin inzwischen etwas vorsichtig geworden...:wink:
    MfG Hermann



    Moin , Moin aus Hamburg,
    das hat sich mir auch noch nicht so ganz erschlossen. Einerseits wird immer erzählt , das die Bienen ein ziemlich konstantes Mikroklima schaffen und andereseits dann der Hinweis mit dem Wetter und der hohen Luftfeuchtigkeit. Nicht ganz logisch . Fest steht, das nach einer längeren Trachtpause /Sammelpause der Wassergehalt niedriger ist, da kein neuer "nasser" Nektar in großen Mengen ins Volk gekommen ist und das ist oft nach einer Schlechtwetterperiode.

    Grüße aus dem Norden

    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moinsen Daniel,


    Bienen können vieles in ihrem Stock beeinflussen, die Luftfeuchtigkeit aber so gut wie nicht.
    Selbst wenn sie im Sommer Wasser versprühen, tun sie dies zur Kühlung.
    Honig zieht immer Wasser an, auch durch die Zelldeckel.
    Und da macht es tatsächlich einen Unterschied, ob an einem trockenen oder wie heute regnerischen Tag geerntet wird.
    Es ist halt so, wie oben schon jemand schrieb, den Bienen ist die Honigverordnung egal.
    Die schaffen es ja auch, Honige mit 25% und mehr am Gären zu hindern.

  • Grundsätzlich ist die Spritzprobe bei gänzlich unverdeckelten Waben ein zuverlässiges Mittel zur Aussortierung der Waben, welche zurück ins Volk müssen. Alleine schon damit hatte ich nun in sechs Jahren keine Wassergehalte über 19%.
    Zusätzlich teste ich in meinem Labor mit einer sehr präzisen Methode 1-2 Tage vor Wabenentnahme den Wassergehalt an offenen und verdeckelten Stellen - dies gibt mir die ruhige Gewissheit, nicht zu früh zu ernten.
    Der Honig, welcher heute Abend entnommen wird, zeigt offen 18,1% und verdeckelt 14,2%, somit können auch nur halb verdeckelte Waben entnommen werden.
    Diese Messungen zeigen nun über 6 Jahre hinweg zwar extreme Schwankungen bei den Trachtarten, haben aber immer mit dem nachträglich im Honigglas ermittelten Ergebnis korelliert - sie sind also als Mittelwert zur Absicherung des Schleudertermins zuverlässig.


    Natürlich ist diese Analytik nicht allgemein zugänglich, die Spritzprobe aber wohl.
    Und wenn die Spritzprobe über dem offenen Volk gemacht wird, vermeidet Ihr auch Räuberei, was sonst an der Beutenaussenwand unausweichlich ist.


    Also: Auf die Ernte fertig los.....


    Siggi

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Hallo zusammen,

    ich wundere mich auch schon seit über zwei Wochen, dass der Wassergehalt bei vier Völkern nicht zurück geht. Die Damen fangen mittlerweile an, die Waben zu verdeckeln. Ich konnte heute bei mehreren Proben (verdeckelt, unverdeckelt, über Brutnest und Randwabe) wieder die gleichen Werte messen (21..23%) wie letzte Woche und die Woche davor :-(

    Interessanterweise habe ich zwei Völker an einem anderen Standort stehen (...bei mir am Haus im Garten) und dort liegt der Honig auf allen Waben unter 16% ! Die erstgenannten vier Völker stehen mitten in einem Streuobstwiesen-Areal mit viel Wiesenblumen.

    Woran liegt das? Hängt es von der Tracht/Sorte des Nektars ab?

    Gruß Wolfgang
    ...der sich jetzt fragt, ob er nochmal eine Woche warten soll

  • Hallo,


    bei mir war es so: Ich dachte bisher, das ich überhaupt keinen Honig aus der eigentlich recht üppigen Frühtracht würde ernten können.


    Die Honigräume sind zwar mächtig schwer, aber irgendwie wurde da kaum etwas verdeckelt!


    Nun habe ich bei der Durchsicht meines zweiten Stands aus reiner Verzweifelung mal die Waben ausgesucht, die knapp bis zur Hälfte verdeckelt waren, und habe die Abgeschleudert, es waren insgesamt 10 Waben...
    Mir war zwar gesagt worden das man Waben erst schleudern kann wenn sie zu 2/3 verdeckelt sind, aber ich hielt es nicht mehr aus:
    Ich wollte einfach keinen Honig kaufen, das ging so einfach nicht!


    Nach dem ersten Schleudern (und nachdem ich festgestellt habe das der Honig der eigenen Bienen der beste ist) habe ich sofort meinen Refraktometer bemüht: 18 % Wassergehalt, ich war erleichtert!


    Zwar sind es nur ca. 12 kilo Honig aber das ist ja besser als nix.


    Nun schaue ich am Wochenende noch einmal in die HR um zu schauen ob es noch etwas zu holen gibt, ich hätte mir das mit der Verdeckelung ehrlich gesagt anders vorgestellt... Vielleicht ist das gar kein Rapshonig? Weil der soll doch so schnell reifen... Und bei einem meiner Völker hängt nun seit 2 Wochen ein voller Honigraum mit größtenteils nicht verdeckelten Waben.


    Vom Geschmack her kann ich, da ich noch kein Honigkenner bin keine Zuordnung treffen, der frische Honig schmeckt ja bestimmt anders als der feincremige. Er hat geschmacklich jedenfalls nix mit dem mir bekannten Rapshonig gemein und ist schwer Süß, Malzig, lecker!
    Heute hatte ich ihn mit dem Teigschaber abgeschäumt und das erste Mal mit dem Auf- und ab behandelt, Kristallisation konnte ich noch keine Feststellen.

  • Wenn Du VOR dem Schleudern bei jeder Wabe den Wassergehalt misst, gehst Du nicht das Risiko ein, hinterher die komplette Ernte als Backhonig verschleudern zu müssen.

  • Moin

    Wenn Du VOR dem Schleudern bei jeder Wabe den Wassergehalt misst,


    Wenn gemessen werden soll - in der Wabe, dann über den ganzen Honigraum verteilt!
    Also nicht nur oben oder nur unten.
    Ausserdem immer mal wieder das Refraktometer nacheichen!!!


    Wer mal 10 Messungen am offenen Volk mit dem Refraktometer gemacht hat (immer wieder das Messprisma und Unterseite der Prismenklappe mit trockenem Tuch reinigen) lässt das Messen bald sein und verlässt sich auf seine Augen.


    Beobachtet mal ein wenig:
    Die Konsistenz des Honigs in der Wabe:


    • Nehmt mal nen Teelöffel mit zum Bienenstand. Entnehmt mal ein wenig Honig und gebt diesen auf den Löffel. Allein am fliessen erkennt man gut eine Tendenz des Wassergehaltes.


    • Spritzprobe wurde schon genannt.


    Alleine mit diesen beiden Test´s kommt man mit etwas Übung sehr gut über die Runden.


    • Wenn Ihr schleudert: beobachtet mal den Ausfluss - Entsteht ein kleiner "Berg" unter dem Auslass, ist der Honig trocken und OK.


    Gerade Rapshonig kann in meiner Gegend (Nord-Ost NRW) bei etwa 10% Verdeckelung entnommen werden.
    Letzte Woche so gemacht: 16% Wassergehalt.
    Leider 0,5% zu wenig - für mich.


    Verdeckelter Honig ist keine Garantie für niedrigen Wassergehalt!!!
    Es kommt vor, das verdeckelter Honig mehr Wasser enthält als noch unverdeckelter.


    gehst Du nicht das Risiko ein, hinterher die komplette Ernte als Backhonig verschleudern zu müssen.


    bei 19% Wassergehalt und einem Spitzenhonig, in Deutschland, würde ich in Neutralgläsern abfüllen und den 1,5 fachen Preis vom DIB-Glas nehmen.:lol:


    Bis denne
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Zusammen,


    wie Patrick schon schreibt, man kann es sich mit dem Messen auch kompliziert machen. Bei uns in Mittelhessen warten wir auf das Trachtende (Ende der Rapsblüte und auffallend entspannteres Flugverhalten der Bienen). Dann werden ein paar Waben aus dem Honigraum genommen (offene Waben werden der Spritzprobe unterzogen) und geschleudert.
    Türmt sich der auslaufende Honig auf, ist klar dass der Wassergehlt niedrig genug ist. Nun wird nochmal zur Sicherheit mit dem Refraktometer der Wassergehalt gemessen. In der Regel zwischen 14 und 16 %.
    Sollte der Honig sich nicht auftürmen und der Wassergehalt zu hoch sein, verbraucht man den bisher geschleuderten Honig und wartet einfach noch ne Woche (je nach Wassergehalt).


    Grüsse Tobi


    P.S. Mann muss nicht aus allem eine Wissenschaft machen, auch wenn man die technischen Mittel hat. ;)

    Das Leben ist viel zu bunt um es nur in schwarz-weiss zu sehen !

  • Zitat:

    ich wundere mich auch schon seit über zwei Wochen, dass der Wassergehalt bei vier Völkern nicht zurück geht. Die Damen fangen mittlerweile an, die Waben zu verdeckeln. Ich konnte heute bei mehreren Proben (verdeckelt, unverdeckelt, über Brutnest und Randwabe) wieder die gleichen Werte messen (21..23%) wie letzte Woche und die Woche davor :-(


    Letztes Jahr wurde ich mit dem gleichen Problem konfrontiert.
    Was war bei mir die mögliche Ursache?


    Bei uns war ein anhaltendes Trachtangebot. Selbst die starken Völker hatten nicht genügend Bienen um den eingebrachten Nektar lange und sorgfältig genug durchzuarbeiten. In den Zellen wurden mehr oder weniger unfertige Honigmengen abgelagert und mit einem Wachsdeckel verschlossen. Wie und wann die Bienen wahrnehmen, dass der Honig reif ist und verdeckelt werden kann, ist die Frage. Unterschiede in der Wahrnehmungsfähigkeit der Bienen können auch hier den unterschiedlichen Wassergehalt der verdeckelter Honigzelle erklären die auf einer Wabe gemessen wird.


    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Wie und wann die Bienen wahrnehmen, dass der Honig reif ist und verdeckelt werden kann, ist die Frage.


    Ich unterstelle den Bienen immer, dass sie wissen, was sie tun. 22-23% Wassergehalt und dann ein Deckel drauf - das hält sich auch lange. Evtl. wird der später, wenn keine Tracht mehr ist, nachgetrocknet. Vielleicht kann der auch so bis zum Winter in den Waben bleiben.
    Den Bienen ist die Honigverordnung schnurz. Wenn die den Deckel drauf machen heisst das, dass im Moment da nix zu tun ist, bzw. andere Arbeiten (noch mehr Honig produzieren) wichtiger sind.


    Es könnte natürlich auch sein, dass da eine genetische Komponente mitspielt. Dann könnte man darauf selektieren.