Anfängerfehler gemacht, was ist zu retten?

  • Hallo,


    gerade war ich fix meine Völker durchsehen.
    Der Raps ist bei uns fast fertig, darum bereitete ich mich mental schon einmal auf meine erste Ernte vor.
    Da habe ich mich aber zu früh gefreut:


    Ich habe es bei zweien meiner Völker verpennt, Absperrgitter auf die 2. Brutraumzarge zu legen. Dementsprechend legen die Majestäten munter im Honigraum...
    Ich hatte bei allen Völkern die ASG's weggelassen weil ich ja noch keinen Wabenbestand hatte und alles bauen lassen muß.
    Bei den anderen hatte ich dann die ausgebauten HR in die BR abgefegt und ASG's aufgelegt, nachdem ich noch einige Waben aus dem 2. BR und dem 1. HR getauscht hatte (was ich immer vermeiden wollte, aber teilweise war im BR mehr Honig und im HR mehr Brut...).


    Der Bau war etwas Chaotisch weil ich auch da Fehler gemacht hatte:
    Ich hatte nämlich nicht daran gedacht, die Waben schön übereinander zu schieben, dementsprechend gab es etwas Wirrbau.
    Weil ich geizig bin hatte ich Mittelwände mit Mutterns Brotmesser in Streifen tranchiert und als Anfangsstreifen eingelötet. Die Anfangsstreifen waren dementsprechend nicht gerade (da hatte ich mir gar nix bei gedacht). Es ist schon ein Wunder das die meisten Völker da schöne Waben draus gebastelt haben, jedenfalls habe ich auch wiederum 2 Völker dabei die da den absoluten Chaosbau draus gebastelt haben.


    Da habe ich bei der Durchsicht vorhin eine schöne Arbeit mit gehabt (die armen Bienen!), Wirrbau pur, ich habe 4 Waben allein aus einem Volk entnommen und den wirren Teil ausgebrochen. Diese Waben habe ich dann mit frischen MW ersetzt. Zu allem Überfluß fand ich in einem der Völker dann noch die Queen im Wirrbau.
    Zum Glück hatte ich einen Königinnenfangclip in der Tasche und es gelang mir, ihre Majestät zu befreien und in den Brutraum zu bugsieren (hoffentlich wird sie nicht abgestochen).


    Zum Honig: Bei jeweils einem Volk auf meinen beiden Bienenständen stelle ich seit dem Wochenende eine erfreuliche Gewichtszunahme fest, bei den anderen vier Völkern wird das mit der Ernte wohl nix, da kommt irgendwie nix in den HR an, obwohl sie alle fleißig fliegen...
    Ich habe mich schon fast damit abgefunden das ich nur von 2 Völkern ernten können werde, vielleicht mache ich aus den anderen noch einige Ableger damit ich nächstes Jahr dann fette Beute machen kann, mal sehn.


    Wie kann ich feststellen welche Wabe Winterfutter enthält? Weil ich es im Frühjahr verschlafen habe, das Futter zu entfernen und schon fast überall Brut drin war als ich es mich endlich getraut hatte in die BR zu schauen... Die fetten Futterkränze werden ja höchstwahrscheinlich noch Winterfutter gewesen sein.
    Die :Biene: tragen ja wahrscheinlich einiges von dem Futterhonig mit dem zwischengelagerten Nektar um, gibt es da möglichkeiten herauszufinden welcher Honig sauber ist und welcher nicht?
    Es wäre schade wenn ich dieses Jahr doch nix ernten könnte wegen so ein paar dummer Fehler...


    Ich bin wie immer für jeden Tipp dankbar!

  • Ich schliess mich an: Die armen Bienen !
    Trotz bisher 48 Hits will wohl keiner so recht einen Kommentar schreiben. Ich hab auch erst mal weggeclickt. Das sind alles keine kleinen Fehler !
    Vom Eindruck her: Keinen Plan und wenig Verständnis für die Natur der Bienen. Ich sehe die Bienen nicht als "Fette Beute-Bringer" und hätte zumindest Skrupel derart die Waben zu mischen. Baustruktur egal ?


    Meines Erachtens: Bitte mehr Vorraussicht und Bienenverständnis. Dass da kein Ertrag kommt wundert mich eigentlich nicht. Was bleibt ist Honigraum Honigraum sein lassen und Absperrgitter dazwischen. Die Brut läuft in maximal 3 Wochen aus. Leider auch Drohnen, also bitte mal noch oben freilassen. Danach dürfte der HR brutfrei und schleuderfähig sein. Mit ein bisschen Glück ist dann auch der Rapshonig noch nicht vollständig kristallisiert.
    Von weiteren "Störungen" im Volk wie Ableger-machen würde ich absehen.


    Viel Glück !!

  • Hallo, Andreas,
    du mußt erst mal Übersicht und eine gewisse Ordnung in deine Bienenvölker geben.
    Was du schreibst, ist sehr komplex, also sehr umfassend.
    Schwer, das zu lösen.
    In jedem Fall muß das Winterfutter in den Bruträumen verbleiben. Dann solltest du eine
    klare Trennung zwischen Brut- und Honigräumen mittels Absperrgitter schaffen.
    Es ist noch früh im Jahr, alle Chancen sind offen.
    Laß doch mal deine Gefühle mitspielen, denk dich in die Bienen hinein, dann wird
    es einfacher.
    Viel Glück, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Vielleicht sorgt meine Ausdrucksweise da für einen falschen Eindruck:
    Wenn ich von fetter Beute rede, spricht nicht die Gier, sondern der Honigertrag ist ja einer der Werte, mit denen man seinen Imkerlichen Erfolg ermittelt, wenn ich nicht irre.


    Alle meine Völker kamen durch den Winter und weisen eine gute Stärke auf (zwei einzargig überwinterte kamen extrem langsam aus dem Quark, aber auch sie sind mittlerweile gut dabei), sind vital und bei der ersten Varroakontrolle konnte ich keine einzige Milbe finden. Auch die im bedauerlicherweise durch meine Stümperei verursachten Wirrbau sich befindenden vereckelten Brutzellen wiesen keine Milbe auf. Irgendwas muß ich also auch richtig gemacht haben.


    Natürlich will ich damit nicht verharmlosen das durch mangelnde Sachkenntnis meinerseits zwei Völkern erheblicher Ungemach entstand. :oops:


    Ich schreibe meine Fehler schließlich hier herein um etwas dazuzulernen, aus Büchern ist das nicht so flüssig, schon allein weil es kein Standardwerk zu geben scheint wo wirklich von Anfang bis Ende alles steht, wie es ist und warum; was man tun soll und warum - und was eben nicht und warum nicht... Nachdem ich vom Einfach Imkern soviel gehört habe, bestellte ich mir das nun auch (hatte ich vorher nicht da es bei Amazon schon lange ausverkauft ist) vielleicht hilfts ja.


    Das ich noch reichlich Wissenslücken habe und meine Betriebsweise noch nicht mal ansatzweise ausgereift sein kann ist mir klar.


    Deshalb würde ich gern wissen: Wie kann man Anfangsstreifen für Naturbau verwenden ohne das es Wirrbau gibt (in 4 von 6 Fällen hat es ja geklappt...) bzw. wo kann man das nachlesen?
    Ich gehe davon aus das der Grund für den Wirrbau war, das ich ungerade Streifen verwandte, wissen kann ich das aber nicht - woran lag es wohl?
    Mittlerweile habe ich einen Karton voll Bio-Taunuswaben auf Halde liegen, ich wollte aber so gerne Wabenhonig ernten - daher der Versuch mit den zurechtgeschnibbelten Anfangsstreifen.


    Wo kann ich generell etwas zur Baustruktur erfahren?


    Und weil ich die beiden gebeutelten Völker nicht noch mehr belasten wollte, dachte ich es wäre besser wenn ich einfach jeweils die Honigräume (die ja tatsächlich ein Brut- und ein fast leerer Honigraum sind) abnehme und an meinen anderen Stand fahre - mit neuem Deckel und Boden, das meinte ich mit Ablegerbildung, wäre das stressiger als wenn ich da jetzt noch ein ASG reinmachen würde?



    Ich geh wieder in meine Ecke und Schäm mich weiter.

  • Wabenklau ,
    der Wirrbau kann manchmal daran liegen, dass sich fehlerhaft eingelötete Steifen durch die Wärme im Volk lösen oder wellig werden. Das führt dann zu solchen Ergebnissen. Die Anfangsstreifen müssen ausreichend fest sein.
    Die Rähmchen sauber vom Abstand zueinander aufgreiht und die Beute auch wirklich mit der Wasserwaage sauber ausgerichtet sein.
     
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Deshalb würde ich gern wissen: Wie kann man Anfangsstreifen für Naturbau verwenden ohne das es Wirrbau gibt (in 4 von 6 Fällen hat es ja geklappt...)


    Moin Wabenklau,


    helfen kann ich Dir auch nicht, aber über meine Erfahrung berichten:
    Ich stelle dieses Jahr um auf Halbzargen DN, auch im Brutraum.
    Habe für den Anfang nur leere Rähmchen, 8 Stück/Zarge.


    Den Rähmchen habe ich mit Gasbrenner und Mittelwandstreifen unterm Oberträger eine Wachslinie verpaßt.
    Beim Schmelzen verlief das Wachs so ziemlich beliebig - also nix mit Mittelstreifen.
    Gedrahtet wurde nix. Ausgerichtet wurde mit der Wasserwaage.


    Nach 14 Tagen waren nur ein paar Bienen drin (je Beute 2 Ho-Räume über Absperrgitter), dann explodierten sie förmlich.
    Gestern, also nach weiteren 14 Tagen die ersten vollen Ho-Räume geholt.
    Dort waren die Waben zum Teil in idealer gerader Linie ausgebaut, zum Teil aber sehr kurvig und teilweise sogar so dick, daß sie aneinander hingen.
    Warum mal so und mal so? Hatte mich doch bemüht, die Rähmchen auf gleichen Abstand zu hängen.


    Die Geraden werde ich sehr sorgfältig mit heißem Messer entdeckeln und weiterverwenden.
    Die Krummen nach dem Schleudern ausschneiden und nur einige davon auf Rähmchendicke schneiden und wieder einhängen.
    Mal sehen, ob die dann gerade weitergebaut werden oder nicht.


    In`s DN-Halbe-Brutnest habe ich noch nicht gesehen.
    Das mache ich erst in etwa 2 Wochen, wenn ich auch mit der Ablegerbildung beginne.


    Vielleicht weiß Sabine, warum sie so unterschiedlich "schön" bauen?

  • Moin Wabenklau,


    helfen kann ich Dir auch nicht, aber über meine Erfahrung berichten:
    Ich stelle dieses Jahr um auf Halbzargen DN, auch im Brutraum.
    Habe für den Anfang nur leere Rähmchen, 8 Stück/Zarge.


    Hi,


    warum Halbzargen im Brutraum? Um zum Wandern nicht drahten zu müssen?


    Gruß Jonas

  • Hi, warum Halbzargen im Brutraum? Um zum Wandern nicht drahten zu müssen? Gruß Jonas


    Hallo Jonas,


    ich bin bekennender Nichtwanderer... :wink:


    Halbzargenversuch, weil ich mal den Aufwand testen will:


    Kein Waben-, sondern nur kompletter Zargentausch.
    Ablegerbildung ohne Kö-Suche.
    Meinen Rücken schonen.
    Keine Lust auf Mittelwände.
    Keine Lust auf Drahten.
    Neugier.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.