Fangwabenverfahren

  • Hallo,
     
    bis vor einem Jahr kannte ich nur 2 Fangwabenverfahren (FWV): das Drohnenbrutschneiden und das umständliche FWV mit eingesperrter Kö.
     
    Es gibt einige andere Möglichkeiten die im deutschsprachigen Netz beschrieben sind.
    Z.B. das Kirchhainer FWV (das Vorgehen für den brutlosen Kö-ableger ist für Schwärme geeignet) oder auch Dr. Büchlers Brutentnahme (ADIZ Artikel) bzw. Brutentnahme.pdf (entnommene Brut kann als Sammelbrutableger(SBA) oder KS auch mit einer FW saniert werden)
    und das über den Jahreslauf beschriebene Dr.Hans-Diethelm Woköck und Manfred Bojaschewsky FWV . Obwohl die Anwendbarkeit des zweiten Verfahrens von seinen Autoren als

    Zitat

    Für gewerbsmäßige Imker, Imker mit mehr als acht Völkern, Wanderimker oder Imker, die nur des Honigs wegen Bienen halten, ist das Verfahren aufgrund der Arbeitsschritte keine Alternative zu chemischer Behandlung.

    bezeichnet wird, sind Ähnlichkeiten mit den biotechnischen Methoden die von Berufsimkern (A.m.ligustica) in Vietnam verwendet werden auffällig.
    Dort wird neben Drohnenbrutschneiden noch mit anderen FWV gearbeitet. Chemikalien werden kaum, wenn überhaupt verwendet.
    Einige Möglichkeiten führe ich mal auf. Wer den ganzen Artikel lesen will:
    Dung, Tan, Huan, Boot: Control of honey bee mites in Vietnam without the use of chemicals; BEEWORLD 78(2), S.78-83 (1997)
     
    FWV während Kö-/Völkervermehrung:
    In Nordvietnam werden die Völker in 2 Gruppen geteilt - die Zweite soll umgeweiselt werden. In der ersten Gruppe wird alle Brut entnommen, die Bienen+Kö bleiben im Volk und die ersten 2 verdeckelten BWs werden als FWs zerstört. Die zweite Gruppe wird entweiselt, bekommt eine verdeckelte KZ und bekommt die BW der ersten Gruppe. Nachdem die neue Kö angefangen hat zu legen, werden wieder die ersten 2 verdeckelten BW entnommen.
    In Südvietnam werden Ableger mit 2 BW, Bienen und verdeckelter KZ gebildet. Wenn die letzte Brut geschlüpft ist -bevor die Kö anfängt zu legen- wird ein Stück offener Brutwabe als FW eingebracht, dass auf die OTs gelegt wird.
     
    FWV mit Brutentnahme:
    In Südvietnam ist es üblich am Ende der Honigernte (einmal im Jahr) die Brutwaben zu entnehmen. Manchmal die ganze Brut auf einmal, dann wird nach 4-5 Tagen offene Brut eingehangen.-> wie bei Büchlers Brutentnahme.
    Eine zweite Möglichkeit ist es nur die verdeckelte Brut zu entnehmen und nach 7 Tagen die dann verdeckelte Brut auch zu entfernen.
    Die Imker erreichen so eine Volksverkleinerung mit geringeren Futterkosten für die nektarfreie Zeit. Und die Brut wird teilweise von den Imkerfamilien gegessen.
     
     
    Aufgrund der Möglichkeiten und schon vorhandenen Erfahrungen bin ich erstaunt, dass die `Öko-Imker´nicht schon lange damit rummachen:confused: Demnächst gibt´s die Umstellung von Säure/Thymol-Öko auf 1. Klasse-Öko:wink:
     
    Varroamilben loszuwerden ohne Irgendetwas (Acarizide, Säuren, Erdöl, Puderzucker, ätherische Öle usw.) in Bienenvölker einzutrichtern ist sparsam für den Geldbeutel und im Ganzen nachhaltig. Es wird nichts synthetisiert, extrahiert oder von sonstwo rangekarrt -> vorhandenes Material und Arbeitskraft werden genutzt, so wie es bei einem Zweig der Urproduktion/Primärerzeugung sein soll.
     
     
    Bis bald Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo
    Da ich schon seit Jahren bei meiner kleinen Völkerzahl das Bannwabenverfahren aus Kirchhain praktiziere, werd ich dies hier mal ausprobieren und vergleichen. Der Arbeitsaufwand und die vielen Eingriffe beim Bannwabenverfahren sind wirklich blos was für Hobbyimker wie ich einer bin.


    Gruß Jörg

  • Da einige der obigen Links nicht mehr funken, ergänze ich mal:


    TotaleBrutEntnahme (TBE) von Büchler/Kirchhain - mehr Veröffentlichungen dazu hier beim BI Kirchhain


    Woköck/Bojaschewsky Fangwabenverfahren mit einer letzten Brutentnahme im Oktober als Ergänzung !

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“