Nachschaffungszelle

  • Hallo Bienenfreunde,
     
    ich bin bei meinem weisellosen Volk vorgegangen, wie Ihr mir an anderer Stelle geraten habt.
    Ich habe ein Rähmchen zur Weiselprobe umgehängt und nun ist eine Nachschaffungszelle dran.
    Nun ist mir die Idee gekommen, das Rähmchen mit Nachschaffungszelle und noch zwei weiteren Bruträhmchen aus einem anderen Volk zusammenzuhängen und einen Ableger zu machen. Werden sich die Bienen vertragen?:confused:
    In das weisellose Volk würde ich dann eine begattete, gekaufte Königin hängen, damit es da zügig mit dem Stiften weitergeht. Nach allem was ich so gelesen habe muß das doch funktionieren, oder:confused:
    Es grüßt
    der Honigesser

  • Hallo, Honigesser,
    das funktioniert, nur du solltest es möglichst zeitgleich machen.
    Das Zuhängen der Königin und das Bilden des neuen Volkes.
    Einen einfachen Trick wende ich an. Wenn ich Waben umhänge, gebe ich ihnen
    einen neuen Duft, der den alten Stockgeruch überdecken soll.
    Dazu nehme ich einen Zerstäuber und bevorzugt Zitronenmelissenduft, Pinie geht
    auch gut.
    Versuche es mal und viel Glück.
    Beste Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Ginge es auch, wenn man Schwarmzellen zum Ableger gibt, weil in denen ja bereits eine Königin gezogen wird, oder muss es im Ableger immer jüngste Brut sein? Wäre doch einfacher, eine fast schlupfreife Schwarmzelle in den Brutableger zu packen, weniger Wartezeit .... . Habe schon in der Suchfunktion nach dieser Möglichkeit geschaut, leider ohne Ergebnis.
    Grüsse von Deutschlands Sonnenparadies Ostsee.:cool:
    Wiebke

  • Hallo, Wiebke,
    das ist sogar optimal, eine Weiselzelle als Grundstock für einen Ableger.
    Hat doch hier der BIEN selber entschieden, daß Vermehrung durch Teilung angesagt ist.
    So umgehst du entweder Schwarmvorwegnahme oder Schwarmfangen.
    Wenigstens meistens.
    Die künstliche erzwungene Vermehrung über Stifte oder Eier hat etwas Zwanghaftes,
    ja Unfreiwilliges an sich.
    Es geht in der Not, aber was ich so lese, sollen diese Königinnen selten die Qualität
    ihrer Mütter erreichen.


    Beste Grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hi


    Es geht in der Not, aber was ich so lese, sollen diese Königinnen selten die Qualität ihrer Mütter erreichen.


    Das habe ich auch schon gelesen. Allerdings wird das mit den Zuchtrahmen eigentlich überall so gemacht. Da müssten die ja immer irgendwie schlechtere Königinnen produzieren. Ich weiß nicht so recht was ich hier glauben soll.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo,


    wenn man darauf achtet, daß viele Jungbienen auf den Waben sind klappt es mit der Vereinigung, deshalb sollte man die Waben ein wenig im Wabenbock stehen lassen, damit Altbienen abfliegen können.
    Auch mit den Schwarmzellen klappt die Ablegerbildung wunderbar, ebenfalls schlupfreife Brutwaben mit Jungbienen dazu.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Nabend Olli,
    ich schrieb ja nicht über Zuchtrahmen, die in professionellen Händen sind,
    sondern über Vermehrung beim "Kleinimker".
    Ich kann, seit ich 5 bin, leider nicht mehr nachweisen, was ich wann, wo und wie
    gelesen habe.
    Ich hab nur im Hinterkopf, das Nachschaffungszellen trotz guter AbstammungsKöniginnen,
    "minderwertige" Völker abgeben.
    Und das schreib Ich, dem jeder Schwarm willkommen ist. ;-)


    Beste Grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Ginge es auch, wenn man Schwarmzellen zum Ableger gibt, weil in denen ja bereits eine Königin gezogen wird, oder muss es im Ableger immer jüngste Brut sein? Wäre doch einfacher, eine fast schlupfreife Schwarmzelle in den Brutableger zu packen, weniger Wartezeit .... . Habe schon in der Suchfunktion nach dieser Möglichkeit geschaut, leider ohne Ergebnis.
    Grüsse von Deutschlands Sonnenparadies Ostsee.:cool:
    Wiebke


    Weiselzellen sollte man nur bis am 1. Tag nach der Verdeckelung und dann wieder frühestens 2 Tage vor Schlupf bewegen. Dazwischen sind die Zellen sehr empfindlich auf Erschütterungen. Wenn Du sicher weisst, dass die Zellen tatsächlich fast schlupfreif sind, ist das eine sehr elegante Lösung.
    Man kann auch Edelzellen vom Züchter so verwenden.

  • Zitat

    ich schrieb ja nicht über Zuchtrahmen, die in professionellen Händen sind, sondern über Vermehrung beim "Kleinimker".


    Ein Kleinimker kann seine Königinnen über das Bogenschnittverfahren nachziehen. Hierbei kann man ganz gut "steuern" welche Larven nachgezogen werden sollen und welche nicht bzw. welche man schlüpfen läßt.
    Das bedeutet, diese müssen nicht minderwertiger sein.
    Ob das Bogenschnittverfahren heute noch Berechtigung hat bzw. praktiziert wird, das kann ich nicht beurteilen.
    Für mich ist es schon eine Möglichkeit ohne größeren Aufwand eine kleine Anzahl von Königinnen nachzuziehen.
    Wie seht Ihr das?


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo, Hartmut,
    der Bogenschnitt ist noch im Gebrauch, aber oft vergessen.
    Es ist eigentlich eine Verlegenheitsmaßnahme, aber zielt auf den gleichen Weg
    hin, Königinnen aus Not zu schaffen.
    Eine bestiftete Wabe wird im Bogen (von links oben runter nach rechts oben) geschnitten, und bringt in unheimlicher Weise jede Menge Weiselzellen.
    Ich kann nicht beurteilen, ob hier die Königin besseres Erbmaterial mitbringt.
    Aber es muß ja was dran sein.
    Beste Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Naja zumindest die Demeters lehnen auch die Königinzucht mit mit Umlarven und so ab.
    Allerdings muss man eins auch bedenken - wenn man gutes Augsgangsmaterial hat dann ist diese Minderung sicher für den Wald und Wiese Imker (nicht der hier im Forum ;) ) nicht weiter spührbar.
    Vielleicht wird da auch zu viel Trara gemacht.
    Wie dem auch sei - ich beschäftige mich damit wenn es für mich Zeit ist sich damit zu beschäftigen :)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Udo


    Dieser Bogenschnitt ist eben noch nicht alles. So wie ich das gelernt / gelesen habe spielt das Alter der Made, die dann nur noch Weiselfuttersaft bekommt, eine große Rolle. Werden relativ alte Maden plötzlich mit Weiselfuttersaft versorgt, dann werden die qualitativ nicht so gut als wenn diese nach ihrem Schlupf sofort im richtigen Futter schwimmen. Also ältere Maden, das wäre dann die von Dir genannte Notlösung, ansonsten muß da nichts Minderwertiges raus kommen.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Hartmut, hallo Olli,
    ich zitiere aus dem Lexikon der Bienenkunde, S.237, unten, dort steht:
    .....und außerdem bietet die Nachschaffung, selbst wenn sie aus nachzuchtwürdigem
    Material erfolgt, keine Gewähr für Leistungstiere. Zitat Ende.


    Das meinte ich, wobei die Zuchtziele beim Demeter anders sind als beim Schwarmver-
    hinderungsimker. Es gibt eben verschiedene Ansichten und Ziele.
    Wobei ich selbst inzwischen statt zur Schwarmvorwegnahme, zur Ablegerbildung
    mittels Schwarmzellen tendiere. Auch das ist Ansichtssache.
    Wünsche euch einen schönen Sonntag.
    Beste Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo