Zuchtrahmen transportieren

  • Hallo,
     
    ich möchte mich dieses Jahr zum ersten Mal mit der Königinnenzucht beschäftigen.
     
    Nun habe ich bereits einen Sammelbrutableger gebildet, dem ich in ca. einer Woche (dann sind 9 Tage um) einen Zuchtrahmen geben möchte.
     
    Nun muss ich ja zuerst alle Nachschaffungszellen ausbrechen. Kann ich dies bereits einen Tag vor dem Einsetzen des Zuchtrahmens tun? Ich denke ich schaffe nicht alles an einem Tag - muß ja auch noch arbeiten gehen!
     
    Am nächsten Tag wollte ich umlarven. Nun stehen meine Völker ca. 12 km vom Ableger entfernt. Wieviel Zeit habe ich, um die Larven in den Ableger zu bringen. Ich muß ja umlarven, die entnommene Brutwabe wieder ins Volk hängen und dann mit dem Zuchtrahmen zum Ableger fahren. Und das dauert ja alles.
     
    Meine Angst besteht darin, dass mir die Larven bis dahin ausgetrocknet und oder verkühlt sind. In der unmittelbaren Nähe des Ablegers habe ich aber keine weiteren Völker zu stehen.
     
    Ich bin dankbar für jeden Hinweis und Erfahrungsberichte!
     
    Viele Grüße
    Nantaku

  • Moin


    Man kann den Zuchtrahmen in ein feuchtes Tuch schlagen, nach dem umlarven.
    Ist aber nicht so prickelig.


    Warum bringst Du den Ableger nicht zu den Völkern?
    Ist doch aus dem Flugkreis?


    Wie das mit dem Ausbrechen einen Tag vor dem Zuhängen ist - gerade keine Ahnung, noch nie gemacht.


    Ich frage mich gerade warum Du nicht die traditionell für berufstätige Imker besondere Zeit: Christi Himmelfahrt und die 2 darauf folgenden Wochenenden benutzt?


    Im Juni gibt es noch den Fronleichnam. Das ist dann das nächstes Wochenende für berufstätige Imker.


    Noch nen Tip aus der Praxis: solltest Du Wachsnäpfchen haben: einen Tag vorher zum Ausputzen in das Pflegevolk hängen. Die Ausräumrate ist wesentlich geringer.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Karl Weiß schreibt in seinem Buch "Zuchtpraxis des Imkers in Frage und Antwort" (Frage 29), dass Zuchtmaden bis zu 6 Stunden außerhalb des Bienenvolkes verweilen können und sich trotzdem normal weiterentwickeln. Er hat die Maden auch nicht in ein feuchtes Tuch gewickelt, allerdings gegen direkte Sonneneintrahlung geschützt. Die Chitinhaut der Maden soll ausreichend Schutz gegen verhungern sein.
    Allerdings sei darauf zu achten, dass die Außentemperatur nicht 35 Grad erreicht, weil sich sonst die Larven weiterentwickeln und verhungern könnten. Bei kälteren Temperaturen stockt die Entwicklung.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo,


    ich habe sie (innerörtlich) an einem heißen Tag in Styro-Verpackung transportiert. Hatte einen feuchten Lappen dazugelegt. Kein Problem.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin




    Warum bringst Du den Ableger nicht zu den Völkern?
    Ist doch aus dem Flugkreis?


    weil doch sicher der Ableger erst vor 9 Tagen aus dem Flugkreis gebracht wurde. Wenn er nun zurück kommt werden die alten Flugbienen zurück in ihre Stöcke fliegen. Das sollte man vermeiden.


    Sicher ist es reichlich unglücklich einen SBA so weit von den Larven weg zu stellen. Aber normal sollte es kein Problem sein, wenn die Näpfchen in ein feuchtes Tuch gewickelt sind.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo,
     
    erste einmal danke an alle!
     
    Dann brauche ich mir um den Transport des Zuchtrahmens ja doch nicht zu viele Gedanken machen.
     
    Es stimmt übrigens, der Ableger wurden erst vor wenigen Tagen abgewandert. Und der Standort wurde mir angeboten. Ich hatte da nicht die "große" Auswahl. In unserer Provinz-Region sind 12 km auch keine Strecke.
     
    Nach dem Buch von Karl Weiß werde im mich auch mal umsehen.
     
    Viele Grüße!
    Nantaku

  • Hallo Nantaku


    Guck mal unter "Umstellen von Beuten auf kurze Distanz"
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=12017&highlight=kurze+distanz%23
    Da brauchst Du Dir dann keine Gedanken mehr um Umstellen aus dem Flugkreis mehr machen.
    Funzt prima.
    Vereinfacht vieles.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo,
    ... Nach dem Buch von Karl Weiß werde im mich auch mal umsehen.
    ...


    Kein Problem, gibt's gebraucht bei Amazon als Schnäppchen ab 174,-€ :oops:


    Geschockte Grüße
    Frank


    PS.: Neu (19,90€) ist es Vergriffen und es wird keine Neuauflage geplant:evil:

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • [quote='fkonet','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=189477#post189477']Kein Problem, gibt's gebraucht bei Amazon als Schnäppchen ab 174,-€ :oops:
     
    Das habe ich auch gesehen und traute meinen Augen nicht! (Vielleicht ist das Buch ja in Gold oder zumindest in Silber verpackt:lol:). Aber ein Imkerladen im Erzgebirge hatte es - zumindest ist die Bestellung bestätigt worden :-D.
     
    Viele Grüße
    Nantaku

  • Hallo Nankatu!
     
    Ich sehe da überhaupt kein Problem, es bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Grundsätzlich sind Maden gar nicht so empfindlich.
     
    Als Arbeitsablauf würde ich vorschlagen:
     
    1. Zum Sammelbrutableger fahren und die wilden Weiselzellen ausbrechen.
    2. Zum Zuchtvolk fahren und entweder dort gleich umzularven oder ein kleines Wabenstück mit den richtigen Maden ausschneiden und mitnehmen (hätte den Vorteil, das man sich die Zellränder einkürzen könnte und so die Maden leichter fassen kann)
    3. Umlarven, zum Sammelbrutableger fahren und einhängen.
     
    Dieses Programm lässt sich sicher auch nach der Arbeit bewältigen.
     
    Von der Variante, am Vortag die wilden Weiselzellen auszubrechen würde ich abraten, da entsteht totale Weisellosigkeit, da ist es ungewiss ob dies dem Gefüge gut tut (z.B. Aftermütterchen).
     
    Weiters bestünde noch die Möglichkeit, am Vortag die wilden Weiselzellen auszubrechen und dann gleich eine Wabe mit offener Brut einzuhängen. Somit wären die Bienen auch wieder nicht total weisellos. Beim Zusetzten des Zuchtrahmens könnte diese Wabe ohne besondere Kontrolle entnommen und durch den Zuchtrahmen ersetzt werden.
     
    MfG
    Honigmaul


  •  
    Von der Variante, am Vortag die wilden Weiselzellen auszubrechen würde ich abraten, da entsteht totale Weisellosigkeit, da ist es ungewiss ob dies dem Gefüge gut tut (z.B. Aftermütterchen).
     


    Sorry aber in einem Tag passiert das sicher nicht. Im Gegenteil für die Annahme ist totale Weisellosigkeit gerade gewollt und gut.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Sorry aber in einem Tag passiert das sicher nicht. Im Gegenteil für die Annahme ist totale Weisellosigkeit gerade gewollt und gut.

    Genau! Nach einem Tag haben die wenigstens alle begriffen, wie aussichtslos es um sie steht und einen ordentlichen Futtersaftstau haben die auch.


    Ich bin beim Ausbrechen noch brutaler:


    Ich verrammel das Flugloch mit einem Absperrgitterstreifen und stoße einen Großteil der Bienen vor das Flugloch ab. Dann können die Drohnen nicht rein und auch keine eventuell schon geschlüpfte Königin und die Bienen (auch die schlüpfenden) haben keinen Abnehmer für ihren Futtersaft. Das Gitter bleibt ab da dauerhaft vor der Kiste, daß ja keine Königin oder gar ein Schwärmchen zufliegt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich habe das Buch für € 19,90 im Imkerladen gesehen und am 18.06.2006 bei amazon gekauft.
    Schade, dass es das nicht mehr gibt. Ich finde, ein sehr gutes Buch über das Nachziehen von Königinnen. Zucht würde ich es nicht nennen, da wenig auf die Gene eingegangen wird.
    Allerdings wird alles rund ums Königinnenziehen genau erklärt und Vor- und Nachteile aufgezeigt.
    Meiner Meinung nach eine klare Kaufempfehlung.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"