Bienenschäden durch Spritzmittel?

  • Hallo zusammen,
     
    ein Imkerkollege hat heute massive Brutschäden festgestellt. Die Brut wird kurz vor dem Schlüpfen schwarz (vor allem der Kopf) und stirbt ab. Wenn man die Zellen öffnet, sieht man, dass die Puppen die Zungen rausstrecken.
     
    Im Umfeld der Bienenstände, bei denen Schäden festgestellt wurden, steht Raps. An meinen Bienen habe ich keine Schäden festgestellt - da ist weit und breit kein Raps drumrum. Kann es sein, dass die Landwirte dieses Jahr mit irgend einem neuen Mittel direkt in die Rapsblüte spritzen? Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht?
     
    Der Imkerkollege wird Problen nach Hohenheim einschicken. Ich bin gespannt...
     
    Gruß Wolfgang

  • Nicht in der von Dir beschriebenen Form. Bislang "lediglich" ein Ableger, der über drei Tage jeweils an die 20 vergifteten Bienen vorm Flugloch hatte und ansonsten ganz vereinzelt mal einzelne Bienen. Schlimm genug und immer nach dem Regen...


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :)


    Ich war gestern auf dem Markt und da wurde mir berichtet, das einige Bauern Ihre Rapsfelder umpflügen, da Sie dem Rapsglanzkäfer nicht mehr Herr werden.
    Könnte dann durchaus sein, das Sie erst versuchen, den Raps zu retten und mit einem anderen Mittel spritzen.
    Hat jemand davon was gehört?

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Na das ist doch mal ne positive Nachricht. Endlich sind sie am Ende mit ihrem Latein, wenn sie die Felder umpflügen. Als ehemaliger Landwirt kann ich mir gut vorstellen, was in denen vorgeht. Wären wir im Mittelalter, würde man die Spritzmittelverkäufer und Berater jetzt aufknüpfen.

  • Sorry Rückzug: so gut ist die Nachricht dann wohl doch nicht. Der Rapsanbau wird zu nationaler Wichtigkeit erklärt, und somit ist der Weg frei für genmanipuliertes Rapsaatgut, welches den Rapsglanzkäfer ohne spritzen tötet.
    Naja vor 2 Stunden dachte ich noch, es könnte ja die Möglichkeit bestehen, dass die Bauern nun integral auf die Bioschiene umsteigen werden

  • Wären wir im Mittelalter, würde man die Spritzmittelverkäufer und Berater jetzt aufknüpfen.


    Sind wir aber zum Glück nicht. So ein Spruch ist genau so dünne wie "Früher hätte man dich dafür an die Wand gestellt".
    Ich bitte also in Zukunft solcherlei Äußerungen zu unterlassen auch wenn einem manchmal danach ist.
    Grüße
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ich habe auch das Gleiche vor zwei Tagen bemerkt! Da das Rapsfeld aber 200m bis 300m weit weg ist, fliegen die nicht alle auf Raps und so hab ich auch "nur" ein paar wenige schwarze tote Bienen. Das Volk entwickelt sich trotzdem, vielleicht etwas verzögert. Will mal sehen was die beiden kleinen Ableger machen, die müssten Mitte Mai nicht unbedingt noch Raps vorfinden.

  • Hallo Bernhard,


    ich glaube, die Beschreibung in dem PDF-Dokument treffen zu (zweiter Link). Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht auf die Flügel geachtet habe - aber die Köpfe und Brustkörper waren eindeutig schwarz und überwiegend Zunge herausgestreckt.


    Es kommt einem fast das Heulen bei dem Anblick.


    Wenn ich dann hier lese, dass manche Landwirte den Raps umpflügen, dann kann mich mir lebhaft vorstellen auf welche Ideen man VOR dem Umpflügen kommt :-(


    Gruß Wolfgang

  • Auch an die Pollen denken, die eingelagert werden und zeitlich verzögert an die Brut verfüttert werden. Entsprechend treten Schäden auch nach der Rapsblüte auf. Vor allem bei schlechterem Wetter, wo auf Vorräte zurückgegriffen wird. .


    Bernhard

  • Hallo Freeze,
    warum nach Hohenheim? War nicht das Julius-Kühn-Institut für Vergiftungen zuständig?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo zusammen,
     
    vielleicht nochmal zur Klärung:
    Die geschädigten Bienen gehören einem Imkerkollegen. Warum er seine Probe nach Hohenheim geschickt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Er ist Imker mit jahrelanger Erfahrung, da stellt man als NeuNeuNeuling keine dummen Fragen :wink:
     
    Ich kam gerade von meinen Bienen und bin nachhause gefahren. Der Weg führt direkt an seinem Bienenstand vorbei. Ich sah in dort werkeln und dachte:"Halt mal an für ein kleines Schwätzchen..."
     
    Leider war das "Schwätzchen" dann weniger lustig (...wie ganz oben beschrieben).
     
    Wie gesagt - wenn das Ergebnis von Hohenheim da ist, dann setz ich das hier rein. Bin selbst sehr gespannt...
     
    Gruß Wolfgang