Honigpreise 2009

  • Das wäre mal eine weitere Umfrage wert: Wer bekommt Bestäubungsprämie im Obst?



    ... Ihr nehmt Geld dafür ?? Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz und damit es den armen Bauern gut geht und er eine reiche Ernte einfährt.
    Ich habe doch meine Freude daran , das die Bienen so schön fliegen und es ist ja auch ein bischen wie Urlaub, wenn Sie nicht immer auf die selben Blüten fliegen müssen.Außerdem muß ich am Ende der Obstblüte nicht die unmengen Honig verschenken. Mein Bauer befreit mich als Gegenleistung von dem übel. Wenn meine Familie mit der mords Gaudi des Schleuderns , Abfüllens und Etikettierens durch ist, brauchen wir es dem Bauern nur noch auf den Hof zu stellen. Er verschenkt das dann alles an seine Kunden , hat er mir jedenfalls erzählt . Er lebt ja schließlich vom Obstanbau und deshalb kann er den Honig auch verschenken.Weil er ein Gutmensch ist, darf ich meine Bienen zum durchfüttern bei ihm aufstellen.Er hat mir mal vorgerechnet, was ich dadurch an Futter einspare. Ich habe schon überlegt , ob ich ihm für jedes Volk nicht etwas zahle. Ich stehe ja schließlich auch auf seinem Grund und Boden und er passt ja auch immer schön auf die Bienen auf. Es gibt übrigens bei den Bauern viele nette, die mich auch unterstützen wollen. So viele Bienen kann ich aber gar nicht halten. Ich habe mich schon gewundert, warum die anderen Hobby Imker das nicht nutzen. Wenn ich das jetzt aber lese, das Ihr auch noch Geld dafür nehmen wollt, dann finde ich das doch ganz schön schräge. Es ist doch nur ein Hobby und irgendwo müßt Ihr die Bienen ja auch hinstellen. Seit froh, wenn Ihr einen so netten Bauern findet wie ich ihn habe.:wink:

    Grüße aus dem Norden

    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo,


    nur noch einmal ein Gedankenansatz zum Thema Hobby oder Erwerb.
    Hobby sollte der Teil sein, den ich/man aufgrund höherer Betriebskosten gegenüber einer Erwerbsimkerei an Ertrag verliere. Wobei der Verkaufspreis mindestens der regional marktübliche Preis sein sollte.


    Wenn die Erwerbsimkerei das Kilo für 10 Euro verkauft, sollte ich dies auch tun weil es dem marktüblichen Preis entspricht. Der Ertrag (Gewinn) ist eine Frage der Kosten und dabei macht die Erwerbsimkerei in der Regel den besseren Schnitt durch Strukturierung der Arbeitsprozesse, der Risikominimierung durch jahrlichen Königinnenwechsel und der nicht linear steigenden Verarbeitungskosten bei gesteigerten Mengen.


    Und weil ich nichts gegen den Vollerwerbsimker habe, helfe ich ihm mit meinem Preis seinen zu stabilisieren. Leider ist dies aber eine Situation, die in der Regel von beiden Seiten nicht realisiert wird!


    mit besten Absichten


    Tom

  • Hallo,


    aus der x-ten Honigpreisdiskussion wollte ich mich raushalten. So viel zu "guten Vorsätzen".


    Eine Berufsimkerei macht den besseren Schnitt? Durch Risikominimierung (Königinnenwechsel)? Wer hat höhere Betriebskosten?
    Auch wenn ich den solidarischen Ansatz sehr schätze (Hobbyimker / Berufsimker), so richtig verstehe / teile ich den Beitrag nicht.


    Würde mich freuen, wenn ein Berufsimker etwas zum Thema schreiben würde.


    Viele Grüße
    Stefan

    Hallo,
    ...aufgrund höherer Betriebskosten gegenüber einer Erwerbsimkerei an Ertrag verliere. ...Der Ertrag (Gewinn) ist eine Frage der Kosten und dabei macht die Erwerbsimkerei in der Regel den besseren Schnitt durch Strukturierung der Arbeitsprozesse, der Risikominimierung durch jahrlichen Königinnenwechsel und der nicht linear steigenden Verarbeitungskosten bei gesteigerten Mengen. ....
    mit besten Absichten
    Tom

  • Eine von Null an aufgebaute Berufsimkerei hat einen weit unterschätzten Kapitalbedarf - viele Erwerbsimker sind in Imkerfamilien geboren, und mußten eben nicht bei Null anfangen.
    Von daher liegt ein Imker in der x.ten Generation schon wirtschaftlich *etwas* im Vorteil, zumal wenn die gesamte Familie (also auch Altenteiler und Kinder) mitarbeiten.
    Insgesamt sind bei den Profis die Betriebskosten nicht so einfach zu vergleichen, weil sich fast jeder in irgendeine Richtung spezialisiert hat - man sollte NICHT annehmen, daß jeder seine eigenen Königinnen zieht oder für den Verkauf, das ist ein eigener Betriebszweig wie Ferkelproduktion in der Schweinemast.
    Wer viele Wirtschaftsvölker als Honigbringer hat und ständig auf Wanderschaft ist, wird die Königinnenzucht eher auslagern, und auch selten auf Propolis oder Pollen gehen, dafür eher überschüssige Völker im Frühjahr oder als KS im Spätsommer verkaufen.
    Da gibt es keinen einheitlichen Maßstab.
    Insgesamt macht sich aber ein Profi erheblich mehr Gedanken um Arbeitsoptimierung als jemand mit 20 Völkern, der eben nicht tagtäglich gedanklich um seine Bienen kreist.
    10 oder 20 Völker kann man bequem am WE mal durchgucken, bei Ü50/Tag wird es schon enger, speziell mit langen Fahrstrecken dazwischen - machen wir uns nichts vor, auch MIT allen mechanischen Hilfen ist es Knochenarbeit.
    Und auch die langen Strecken fließen mit in die Kalkulation, und die Hilfsmittel, die meist, weil Sonderanfertigungen in winzigen Stückzahlen, schweineteuer sind.


    Es kommt drauf an, was man will, und wie man das organisiert.
    Da kann ein Imker mit 30 Völkern in einer super Gegend und gut organisiert netto pro Glas einen erheblich höheren Gewinn machen als jemand mit 500 Völkern und vielen Wanderungen.


    Viel Umsatz nützt gar nix, wenn am Ende keine schwarzen Zahlen stehen.
    Und es kann sogar so schlimm kommen, daß man super Ernten und gute Zahlen hat, aber die Liquidität knapp wird, weil man zu viele Dinge zeitversetzt zu den Erträgen zu zahlen hat - sprich, man weiß, daß man um Weihnachten rum 5stellige +Beträge auf dem Konto haben wird, aber das nützt nix, wenn im Frühjahr nach einem mistigen Jahr die 5stelligen -Kosten aufschlagen - wie kommt man dann noch bis zum Winter überhaupt?:wink:


    Also, bitte nicht denken, Profis schwämmen im Geld...:roll::Biene:
    Den NE-Imkern mit festem außerimkerlichem Hauptjob geht es oft am besten, schon wegen der Sicherheit des Einkommens und der niedrigeren Kosten an div. Versicherungen - Stichwort lwAlterskasse :evil: etc.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Es ging mir nicht darum darzustellen wem es besser geht oder welche Betriebsweise und welches Produkt den meisten Gewinn verspricht sondern vielmehr darum, dass es keinen Grund gibt auf eine Kosten und Leistungsrechnung zu verzichten, weil man Privatmann/-frau ist.


    Wenn ich etwas verkaufe, dann habe ich die Absicht auf Gewinnerzielung, ansonsten sollte ich es verschenken! (auch eine Kostenreduzierung zielt auf Gewinnerzielung!). Auch ein Tauschhandel wie Konstantin ihn anstrebt setzt eine Win-Win Situation, wenn auch nur gefühlt voraus.


    Die Honigschleuder für durchschnittlich 300 € die für das einmalige Schleudern von 120 kg Honig im Jahr genutzt wird, ansonsten aber Wohn- bzw. Lagerraum für ca. 150 € im Jahr blockiert amortisiert sich viel später als die, für 3500€ die zur Schleuderung von 4 t oder mehr benutzt wird (AfA lass ich mal weg). Futtersirup bringt in vernünftigen Mengen einen Preisvorteil von ca. 60% um mal zwei Beispiele zu bringen.


    Der Vollerwerbsimker der rechnet, wird auch familiäre Unterstützung als kalkulatorischen Kostenfaktor in die Kalkulation einbeziehen, da diese notfalls fremd zugekauft werden muss, wenn sie aus irgendeinem Grund ausfällt.


    Ob die Arbeit körperlich schwer oder leicht ist und wem es am Besten geht ist zum einen subjektiv, zum anderen von Faktoren abhängig, die keinen Einfluß auf den Honigpreis haben sollten (Dies war die Stoßrichtung der Diskussion). Würde Bill Gates als Hobby imkern, was würde der Honig kosten? 1 € vielleicht weil es ihm so gut geht? Ich denke eher nicht!


    Für mich hinkt es hier gerade ein wenig! Auf der einen Seite die Diskusionen über wie kann ich den Ertrag steigern, durch Zucht, Betriebsweise oder auch nur Wohlbefinden der Bienen, auf der anderen Seite wie kann ich den Ertrag verschenken, weil verkaufen hat ja was von Arbeit und ich wollte einem Hobby fröhnen! Wie in der Schrebergartensiedlung, in der um die Wette der größte Kürbis gezüchtet wird, weil man die nach Prämierung und Foto so gut kompostieren kann!:roll:


    mit Gruß Tom

  • Stellt euch hier in diesem Thema vor, nach dem ersten oder zweiten Beitrag hätte jemand geschrieben: Das Thema hatten wir schon so oft durchgekaut. Nutze doch mal die Suchfunktion.
    Ja ja, uns wären so viele schöne Beiträge verloren gegangen.:p_flower01::liebe002::daumen:
    Gruß Peter

  • Da uns der Demeterhonig im Miron Glas so gut gefällt hat meine Frau davon einige Gläser eingekauft und verkauft sie weiter. Es läuft gut diesen Honig für 12,50 Euro pro Glas (330 gr) zu verkaufen. Umgerechnet sind das 18,94 Euro pro 500 Gramm.
    ... Die Auswahlliste der Umfrage ist definitiv viel zu früh zu Ende!...


    Beim Imkerforumstreff sagte Toyotafan, daß 10 Euro pro 500 gr ein passender Preis wäre, damit der Beruf angemessen entlohnt wird.


    Und mit fast 19 Euro pro 500 gr liegen wir im Verkauf sogar weit darüber.
    Ich vermute, daß es uns leicht fällt den Honig der eigenen Bienen für 20 Euro pro 500 gr Glas zu verkaufen. Bzw bieten wir dann das 250 gr Glas für 10 Euro :)


    Daher fände ich eine ganz andere Umfrage viel besser:
    Was kann getan werden, damit man als Imker einen angemessenen Preis von 10 Euro pro 500 gr Glas bekommt?


    Ich finde daß die ganze Diskussion (bis auf minimale Ausnahmen) am eigentlichen Thema vorbeigeht: Man kann doch nicht Honig mit Honig vergleichen!
    Das wäre ähnlich wie wenn Autohändler in einem Auto-Forum die Umfrage machen Wieviel Euro pro kg Auto ist der Verkaufspreis. (da fehlt zumindest die Lackfarbe..)


    Es geht auch nicht nur darum welche Honigsorte im Glas ist. Es geht generell um das Werteempfinden des Kunden!


    Es gibt zB Fleischesser, die geben gerne regelmäßig Euros für 1 kg hormonbelastetes woher-auch-immer Gammelschweinefleisch.
    Mir könnte jemand 1000 Euro (und mehr) anbieten, ich würde das Fleisch trotzdem nicht essen!


    Meiner Ansicht nach geht es für Berufsimker darum beim Produktverkauf WERTE mit zu vermitteln. In einem Beitrag hat Jonas dazu dieses geschrieben:

    Zitat

    Meine Ansicht nach (ok, die mag aus anderer Sicht einseitig klingen) ist es viel, viel wichtiger, den Konsumenten all jene Vorzüge zu schildern die unser einheimischer Honig hat. Z.b. all den Pollen der für Allergiker so schlimm ist. Die Kehrseite ist nämlich, da er auch helfen kann, diese Probleme zu lindern - zur rechten Zeit genommen.
    Oder die 'Energie' die hier aus dem heimischen Honig kommt. Und diese ist gänzlich eine andere als jene aus einem Honig aus Mexico.
    Oder dass wir (nochmals WIR) mit unseren Bienen die heimische Flora unterstützen. machen das die Honig aus dem Ausland auch?
    Na ja. ihr kennt sicherlich etliche andere gute Gründe, das Honig von hier gekauft werden sollte.


    Das ist der richtige Ansatz. (natürlich ohne Heilaussagen)
    Man kann zB nach einer Pollenanalyse sämtliche im Honig enthaltenen Pflanzen auflisten und ein Bilderbuch / eine Pflanzen-Beschreibungsfibel dazu erstellen. Dann weiß der Kunde WAS er kaufen wann und WAS er dann essen wird.


    So einen Service bekommt der Kunde nicht vom Billig-Freizeit-Imker-Hobby-Preisdumper.


    Am besten macht man eine transparente Imkerei! Also Tage der offenen Tür, Führungen, Erlebnisimkerei usw. Die Menschen wollen wissen was sie für ihr Geld bekommen.


    Man muß WERTE anbieten! Das zieht im Herzen der passenden Kunden.
    Genauso funktioniert Ökolandwirtschaft. Will man mehr als Öko, muß man nur eigene Werte erstellen, einhalten und anpreisen. Ich habe mich zB für reine Holzbeuten entschieden und werde dies an gegebener Stelle angeben. Dazu plane ich die Honigernte so einzurichten, daß der Honig niemals Metallkontakt bekommt. Also zB Herausschneiden aus den Warré Beuten mit Keramikmesser, Pressen mit einer Holzpresse, Abfülleimer aus Kunststoff etc. Selbst Warré kann man mit der Nestduftwärmebindung auch prima vermarkten! Erwachsenenbildung mit Wertemuster und Produktangebot. Qualität statt Quantität.


    Und noch einen Kommentar zum Thema Stundenlohn.
    Was ich da so lese (im Forum und auf der Seite vom LLH Kirchhain):
    Lohnansatz 2,50 bis 7,50 Euro pro Stunde...


    Ja wo leben wir denn? Beim Schreiner zahle ich 35 Euro pro Stunde, in der Autowerkstatt 40 und mehr. Wer etwas gelernt hat und souverän kann, anderen Menschen eine gute Leistung bietet, soll auch angemessen dafür belohnt werden.
    Ich finde für Tätigkeiten (die keine große Werkstätten brauchen) 30 Euro pro Stunde als angemessen. Dies ist auch zu bekommen sofern man dem Kunden einen Wert bietet den dieser als persönlichen Wert wertschätzt.


    Der Hauptansatzpunkt ist das Selbstwertgefühl!


    Ich habe, wie woanders schon geschrieben, andere (bescheidene) Geldquellen um in die Imkerei zu investieren. Dazu habe ich einen Freund, der es sehr wertvoll findet, wie ich mit den Bienen umgehe, und der mir angekündigt hat mich gegebenfalls finanziell zu unterstützen sollte ich für die Bienen etwas brauchen. Zitat: "Ich soll mir bzgl. Geld für Bienenhaltung keine Sorgen machen..." Und diese Unterstützung bietet er nur weil er die Ausrichtung meiner inneren Werte kennt.


    Ich brauche also keinerlei Geld beim Honigverkauf bekommen (der besagte Freund will nicht mal Honig bekommen, er mag nichts Süßes...). Aber ich ziele trotzdem auf 20 Euro pro 500 gr weil ich mit diesem Geld noch mehr für die Natur, und auch Bienen tun kann. zB Flächen dazu nehmen, mehr Bäume pflanzen, Jungimkern vorleben, wie es laufen kann usw.


    Ich brauche kein Geld, ich ge-brauche es! Dies ist ein gewichtiger Unterschied.


    Ausrichtung auf WERTE, das ist der Schlüssel.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hallo,
    ich staune über die Preise in der Abstimmung. Ich habe für den Honig von verschiedenen Imkern in Leipzig immer 2,5 Euro/ 500 g Glas bezahlt. Der örtliche Berufsimker verkauft seinen Honig für 3,60 Euro bei meinem Stammbäcker um die Ecke.
    Grüße aus Leipzig
    Thomas

  • Wenn ich die Beiträge hier so lese, dann kann man ja keinem vorwerfen, dass er aus rein "unseriösen" Gründen, den "deutschlandweiten" Honigpreis ruinieren wolle... vielmehr geht es doch scheinbar darum, dass sehr viele "(Hobby-)Imker" so viel Spass an Ihrem Hobby haben, dass sie selbst ein Minusgeschäft akzeptieren können und trotzdem weitermachen!!!

    Vielleicht sollte man einfach mal über den Tellerrand hinausschauen und sich vor Augen führen, was mit diesen "Preisen" einhergeht!!!???
    Im schlimmsten Fall, führen Honigpreise von 2,50 Euro doch dazu, dass zukünftig nur noch "Besserbetuchte" imkern können. Dann steht unser Hobby/Sport in der gleichen Kategorie wie Tennis, segelfliegen und Golf! ... oder glaubt tatsächlich Jemand, dass ein Imker der ca. 1.500 Euro netto verdient und davon 2-3 Kinder + Frau ernähren muss, seinen Honig für 2,50 anbieten kann - selbst wenn er unendlich viel Spass an seinem Hobby hat???

    Ich bin der festen Überzeugung, es müsste für Imker eine gemeinschaftliche Vereinbarung (freiwillige Selbstkontrolle) von mind. 4,00 Euro pro 500g Blütenhonig geben....

    Es kann doch nicht sein, dass die BILLIGPAMPE beim LIDL, ALDI, PENNY und wie Sie alle heißen, im schlimmsten Fall teurer ist, als unser GUTER HONIG - das wäre doch so, als wenn zukünftig Champagner günstiger zu haben wäre als der "leckere FABER-Sekt" beim Consum!

    Auch wenn mir beim Honig noch die eigene Erfahrung fehlt, von anderen Produkten weiss ich, nichts ist abschreckender als ein zu günstiger Preis.
    Zu günstig = BILLIG = taugt nichts = mangelndes Vertrauen ins eigene Produkt!! GUTE WARE hat und braucht einen guten Preis...
    Wer von Euch würde nicht stutzig, wenn er demnächst ein paar Lloy-Herrenschuhe für 35,- Euro beim Schuhladen sehen würde???

    ...schon zwei Minuten gespielt und noch immer enorm hohes Tempo...!

  • Hartmut,
    unsere Kunden sind zu ca. 13 % ab Hofverkauf-Kunden. VK ab 5 Euro bis 9 Euro. Kommen aus dem Dorf oder Nachbardörfer. Aber auch Versand bis nach Kiel. Unsere besondere Qualität (arrogant ?) hat sich rumgesprochen. Wir machen auch besondern Honig. z.b haben wir letztes Jahr den ersten Allgäuer Phacelia Honig gehabt. Dieser stammt aus einem Saatzuchtprojekt welches ich 'angezettelt' habe. Wer kann soetwas von den Pisa-Imkern vorweisen? Der Rest geht über die Bioläden und andere Bioschiene-Wiederverkäufer. Der Abgabepreis liegt knapp unter 5 Euro inkl. Umst. Die VK dort beginnen ab 6.50 Euro bis 10 Euro.
    Die Käuferschicht ist ganz klare Mittelschicht und Bio-Esser. Was auch so geplant und vom Marketingkonzept vorgesehen war. Und... gerade im Pfronten, einem der Touristenhochburgen geht unser Honig nur schleppend, aber in einer Apotheke in der Stadt Kempten prächtig. Warum. Weil die Werbung und unser Konzpt stimmig ist. Von einem Touristen-Vorteil zu sprechen, Hartmut, wäre ein falsche Interpretation. Der gute Verkauf liegt in der zuvor gemachten Analyse des regionalen Marktes. Oder für die 'Pisa-Imker' auf gut deutsch, wir haben drüber nachgedacht, wem wir unseren PREMIUM-Honig anbieten wollen. Und wir haben hier große Konkurrenten (eine Art regionaler Supermarkt der im ganzen Allgäu vertreten ist) welcher mit Bio- Honig mit eigenen Label (Etikett, für die Pisa-Imker) auftritt. VK dort etwa 5.80 Euro, was er auch wert ist.


    Hartmut, warum sollte ich Kollegen Tipps und Ratschläge geben, wie diese Ihren Honig besser verkaufen können. Diejenigen die mit Köpfchen arbeiten, haben sich dieser, für mich nun sinnlosen Diskussion, bereits schon rausgenommen. Mein Fazit: die Billig-Jabob-Honiganbieter sind mit ihrem Preis zufrieden. Der Tellerrand über den man schauen könnte ist wohl etwas zu hoch. Ich kann sie dort stehen lassen, wo sie sind. Glücklich macht mich aber diese Einsicht nicht.


    Ich gebe es einfach auf hier mitzureden.
    Wenn ich schon so einen Beitrag lese
    Zitat von 'Wald und Wiese'
    Das wäre mal eine weitere Umfrage wert: Wer bekommt Bestäubungsprämie im Obst?


    Antwort von Drohne Daniel ... Ihr nehmt Geld dafür ?? Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz und damit es den armen Bauern gut geht und er eine reiche Ernte einfährt.


    Halloooooo Daniel, ich bekomme es einfach nicht gebacken, was hat denn das mit Umweltschutz zu tun. Für mich ist das was Du betreibst eine Augenauswischerei und Gutmenschgehabe. Bei Raps steigt der Mehrertrag bei gezieltem Bienenbeflug um über 20%. Umweltschutz? Lächerlich! Bei Erdbeeren das Gleiche. Bei Obst kenn' ich den %-Satz nicht. Wird aber ähnlich liegen. Bei Beerenobst geht es wohl auf die 30%. Hier geht es um die Erzeugung von Lebensmitteln. Ganz einfach. Das hat mit Umweltschutz nichts zu tun. Mir kommt Deine Denkansatz schräge vor, weil dieser an der Realität vorbei geht. (also meine ist gänzlich anders) Wenn ich Gutmensch sein will, dann verschenke ich etwas offen, damit der Andere sehen kann, das er was geschenkt bekommt. Ich gebe mit 'frohem Herzen' ohne Erwartungen. Gutmenschgehabe,... 'ich tut was für den Umweltschutz' indem ich da und dort meine Bienen abstelle .... da kann ich nur schmerzverzehrt den Kopf schütteln.


    Aktiver Umweltschutz wäre z.B. Deine Bienen an einem Standort zu belassen, die vollen Zargen direkt vor Ort zu schleudern, natürlich mit der Hand geschleudert nicht mit Motor, kein Auto für den Abtransport zu benutzen und den fertigen Honig, welcher ja bei diesem Billig-Jakob-Preis wohl nicht cremig gerührt wurde, sondern bockelhart im Glas auskristallisiert ist, mit dem Leiterwagen in Deinem Wohnort an der Haustür zu verkaufen. Das wäre Umweltschutz welcher schon sehr weit gediehen ist. Dann würde ich meinen Hut vor Dir ziehen und Deinen Beitrag zum Umweltschutz anerkennen.


    Zur Frage von 'Wald und Wiese'
    ja, ich bekomme heuer eine 'Aufwandsentschädigung' für meine Bienen die in einem Streuobstgebiet (Obst, Beeren, Kräuter) zur Besteubung jetzt stehen. Bio-Anbau wohlgemerkt! Die üblichen Preise/Zeitdauer kannste Dir gerne auf der Berufsimkerseite anschauen. Ich meine die kann man dort abrufen. Ändern sich jährlich. Meine Preise gebe ich hier absichtlich nicht an.


    Solange die Imker um einen Stellplatz betteln gehen, wird's nie was werden mit einer ordentlichen Anerkenung ihrer Arbeit. Landwirte können sehr wohl rechnen, oder meinst Du die merken nicht und freuen sich über den kostenlosen Mehrertrag durch die intensive Bestäubung der Bienen. Nur die 'Pisa-Imker' sehen es etwas anders. Konkrete Mehrarbeit und ein Draufzahlgeschäft auf ihrer Seite wird mit 'Umweltschutz' betittelt. Soll ich jetzt lachen oder dieses Verhaltens jetzt weinen.


    Hartmut, ok Du hast recht. Mein letzter Kommentar war etwas überzogen. Ich entschuldige mich bei all jenen, die ich evt. mit meiner provozierenden Wortwahl beleidigt habe. War nicht beabsichtigt. Ist aber wohl doch eingetreten. Nicht zurücknehmen tue ich die Zuordnung der Preise mit meinen Kommentaren. Dazu stehe ich, weil ich meine, dass ich das ganz gut getroffen habe. Ist natürlich rein subjektiv. Hier noch einmal eingefügt.


    Meine Beurteilung der Preise
    weniger als 2,00 € = ein Imker aus der Pisastudie, ein hoffnungsloser Fall, ganz ehrlich
    2,51 - 3,00 Euro = ein ziemlich dummer Imker, für ihn gut, das ihm nicht auffällt, das er nicht rechnen kann
    3,01 - 3,50 Euro = ein dummer Imker, paßt sich wohl gerne an die anderen an
    3,51 - 4,00 Euro = ein Imker der zu denken beginnt
    4,01 - 4,50 Euro = ein Imker der bereits nachgedacht hat, auf dem richtigen Weg
    4,51 - 5,00 Euro = ein Imker mit Realitätssinn für Geld, Zahlen und Arbeit
    5,01 - 5,50 Euro = ein Imker der die Imkerei aktiv fördert und möchte das es auch weiter geht
    mehr als 5,50 Euro = ein moderner Imker und ein gute Rechner mit gutem Verkaufskonzept und in der Regel ein Bio-Imker.



    Mit diesen Zeilen nehme ich mich aus dieser Billig-Jakob-Honigpreis-Diskussion raus. Ich mach' dafür lieber an meinem Bienenständen 'rum, sprich' gehe arbeiten.

  • Hallo Jonas,
    schade das du dich aus der Diskussion ausblenden möchtest. Ich denke du wirst mit deinen Beiträgen einige zum Nachdenken angeregt haben.
    Was den Daniel betrifft, wirst du ihn wohl völlig falsch verstanden haben. Er wollte meiner Meinung nach mit seinem Beitrag dir den Rücken stärken. Das war ganz sicher ironisch gemeint. Sicherlich hast du in Eile seinen Smiley übersehen.
    Gruß Peter