Nur zum lernen, nicht nachmachen!

  • Hallo,


    ich will jetzt mal von einem Anfänger (mir) und schmerzhaften (seelischen) Erfahrungen berichten. Vielleicht könnte in den Antworten auf solche Kommentare wie "such Dir nen Paten" (der war zeitweise dabei!), "..nicht Bienengerecht..", etc. verzichtet werden, sondern Fehler durch konstruktive Ratschläge auch bei anderen Anfängern in Zukunft vermieden werden. Zu den Rahmenbedingungen: Ich habe derzeit nur ein Volk und das Ziel, unter Verzicht auf Ernte, dieses Jahr nur Völkervermehrung zu betreiben.


    Am 14. hatte ich in meinen Augen noch wenig Bienenmasse, aber nachdem 4 Waben DNM beidseitig mit Brut ausgelaufen war, war die die Kiste am 19. zum Bersten voll und an allen möglichen Stellen waren Spielnäpfchen, teilweise schon mit feuchtem Boden zu finden. Nachfrage hier im Forum gab den Hinweis, einfach Volk teilen und eine Hälfte nachschaffen lassen, dieser Vorschlag traf sich aber nicht ganz so mit meinen Vorstellungen, weil ich ja das Ziel Naturbau habe.


    In meiner Vorstellung wollte ich es lieber mit einem Altköniginnenschwarm versuchen und das alte Volk nachschaffen lassen und so mindestens schon einmal zwei, in der Hoffnung aber, wenn das Volk auf verschiedenen Waben Nachschaffungszellen bauen würden u. U. drei bis vielleicht fünf Ableger zu schaffen. Soweit die Theorie!


    In der Praxis habe ich die Beute vorbereitet, drei Zargen mit je neun Rahmen und Anfangsstreifen in die senkrechte Verdrahtung eingelötet. Alles nach Waage ausgerichtet (32 mm) und dann am 20. April in den Mittagsstunden bei Sonnenschein und ca 23°C die Königin ausgefangen in einen Käfig gesperrt und nach Anleitung die Bienen an den Käfig gekehrt und nach und nach höher gezogen.
    Anfangs waren es 1950g, nach einer halben Stunde noch 995g, die nach Abzug der Tara, an der Waage hingen. Also die Traube geschnappt und zur Beute getragen.
    Kurz vor der Beute stolperte ich und die Bienen, bis auf ca. 20 lagen auf dem Flugbrett. Etwas ratlos in dieser Situation, habe ich die Königin aus dem Käfig befreit und ganz oben aufs Flugbrett gesetzt, von dem sie auch zügig in der Beute verschwand, von den Bienen, die aussen am Käfig hingen folgten einige und kamen nach kurzer Zeit wieder raus um den anderen sterzelnd den Weg zu weisen, die sich danach zu ca. 80% auf den Weg in Richtung Flugloch machten. So weit, so gut und ich war zufrieden.


    Nach einem Tag stellte ich morgens eine Futterzarge obenauf und legte eine dünne Spur Zuckerwasser an die hintere Beutenwand, damit sie den Aufstieg finden. Abends kam der Imkerfreund um sich über den Stand der Dinge zu erkundigen. Als wir die Futterzarge öffneten, war nicht eine Biene zu sehen und das Futter bis auf eine kleine schwarze Ameise unberührt. Zur Klärung der Situation, machte ich den Boden hinten mit einer Klappe auf, um mit Lämpchen nach dem Rechten zu sehen. Zwischen erster und Zweiter Zarge hingen die Bienen in einer Traube. Wir berieten, was möglich sei und entschieden uns die unberührte dritte Zarge zu entfernen, da uns ein zu großer Raum als Möglichkeit der Futerverweigerung plausibel erschien. Also kurzerhand die 3. Zarge entfernt und zusätzlich auf dem Boden noch ein kleines Schälchen mit dünnem Futter plaziert, damit sie mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Futterquelle finden. Nun eine Woche Ruhe und ich hab endlich ein Volk auf Naturbau dachte ich. Innerhalb der Woche wurden aus dem unteren Schälchen ca 90ml (150ml gesamte Futtermenge) täglich abgenommen. oben keine Spur von Bienen.


    Zum Wetter: nach zwei Tagen hatten wir einen Temperatursturz auf 8-12°C und Starkregen danach wieder Anstieg auf über 20°C und gestern wieder Abstieg auf 7°C, heute dagegen wieder 20° und Sonne.
    Heute hab ich mich dann endlich getraut nachzuschauen.


    An dieser Stelle möchte um eine Fehleranalyse bitten. Mein Erlebnis werde ich übermorgen schildern.


    mit Gruß Onkel Tom

  • Deine Bienenmasse ist zu klein. Nächstes mal wartest du, bis der Schwarm von selbst auszieht. Falls du jeden Tag nach deinen Bienen schaust, kannst du auch einen Schwarmfänge ans Flugloch hängen, dann geht das Abnehmen leicht

  • Nein, die Menge an Bienen ist okay - ich mach kleinere und es funzt trotzdem.
    Die schnelle Abnahme des FLKS-Gewichts scheint mir aber darauf hinzudeuten, daß es trotz der feuchten Näpfchen noch zu früh war - wie weit war das Brutnest verhonigt?
    Ich versuche den FLKS so nah wie nur möglich am echten Schwarm zu bilden, und so viele Bienen hauen da in einer halben Stunde nicht ab.:confused:
    Auf deutsch: ich weiß auch nicht, was da quergelaufen ist....:oops:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bei der Herstellung war der Honigraum nach knapp 3 Wochen 1/2 DNM ohne Absperrgitter nicht angenommen, die Beute war so aufgebaut (36mm), alle Gassen mit Bienen besetzt, Weiselzellen in Z3W3, Z2W4, Z2W5, Z1W6, Drohnenbrut nur obere Hälfte Z3W6 beidseitig, Königin (C) aus 2007, noch keine geschlüpften Drohnen:



    3. H/H...P/B...B/B...B/B...P/P...B/B...H/H...H/H


    2. H/H...H/P...B/B...B/B...B/B...B/B...B/P...N/H


    1. P/P...P/B...B/B...B/B...B/B...B/B...B/B...P/N


    Vielleicht hilft dies.


    Gruß Onkel Tom


    P.S.: Oben drüber natürlich der Honigraum mit MW, noch nichts ausgezogen nur Wachsblüte weggeputzt!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast48 () aus folgendem Grund: Honigraumnachtrag

  • So, nun schnell den Nachtrag:


    beim Öffnen der Beute saßen alle Bienen in einer Beutenecke, Fluglochseite aber dem Flugloch (einseitig) abgewandt. drei Anfangsstreifen in den mittleren Rahmen waren abgerissen und lagen auf dem Boden (dieser Fehler passiert mir nicht nochmal!). Alle Bienen bewegten sich in Zeitlupe, an keinem Rahmen war ein Ansatz von Bautätigkeit zu sehen.



    Als Happyend kann ich zumindest sagen, das fast alle überlebt haben und heute wieder fleissig summten und die Königin auch schon wieder stiftet.


    Nur auf die Frage, warum es nicht geklappt hat, habe ich keine Antwort.
    Meine Vermutung ist:
    1. Das das Füttern von unten, die Bienen auch unten gehalten hat
    2. Das die Temperatur nicht zum Wabenbau reichte
    Wissen tue ich hingegen, dass das ganze eine ziemlich dumme Idee war!


    Gruß


    Onkel Tom

  • Hallo Tom,
    meine Antwort, besser mein Zitat, tut zur Ursachenklärung sicher nur ein kleinen Teil bei,
    aber vielleicht hilft es Dir, wenigstens mit etwas Humor die Sache zu tragen.
    Ich weiß, habe ich an anderer Stelle schon einmal gebracht, aber ich möchte Tom nicht mit einem Link vertrösten.
    Also, noch einmal F.W. Knoblauch "Imkerregeln in Knittelversen":
    Ableger zu machen
    Sind herrliche Sachen,
    Nur muß auch draußen
    Die Blumenwelt lachen.
    In magerer Zeit
    Hat`s jeder bereut.
    Geschah auch ganz recht ihm:
    Er war nicht gescheit.
    Ich glaube, magerer Zeit passt, 150 ml Futter erscheint mir recht wenig.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • Ich glaube, magerer Zeit passt, 150 ml Futter erscheint mir recht wenig.
    Viele Grüße
    Lothar


    Die 150ml haben sie doch noch nicht einmal abgenommen! Und hätten sie sich innerhalb der Beute mal nach oben bewegt, hätten sie noch mehr gefunden!


    Ich habe das Häufchen Elend dann in eine neue Zarge umgebettet und mit einer besetzten, halb verdeckelten Brutwabe und einer frisch ausgebauten Nektarwabe und zwei Rahmen mit MW versehen. Heute waren sie alle wieder fröhlich, hatten eine MW schon zur hälfte ausgezogen und die Königin war vor meiner Nase am stiften!


    Hab ich alles zu früh rückgängig gemacht?


    Gruß Tom