Darf man als Hobbyimker öffentlich werben?

  • Hallo
    Ich wollte mir ein Schild ( 30cm x 40cm), auf dem steht "Honig aus eigener Imkerei" an unser Hoftor nageln.
    Mir ist ein Fall bekannt, bei dem ein Imkerfreund dasselbe tat und daraufhin Abgaben (Gewerbesteuer oder Beiträge zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft) leisten musste, obwohl er nur wenige Völker ( < 20) hatte.


    Ich hab 5 Völker, imkere und verkaufe Honig nur als Hobby. Was hab ich an zusätzlichen Verpflichtungen zu erwarten wenn ich ein solches Werbeschild an unseren Grundstück anbringe??


    Danke und MfG Stefan

  • Tja! Auch kleine wirtschaftliche Unternehmungen sind Betriebe vor dem Fiskus! Wann immer Du etwas nicht einmalig, sondern wiederkehrend verkaufst handelst Du gewerblich. Klar wird wohl manchmal ein Auge zugedrückt, aber wenn es dumm läuft, bekommst da Probleme.
    Wo kein Kläger da kein Richter. Pack doch einfach ein Schild hin "Honig".
    Imkerei ist es zwar, aber klingt schon wieder nach mehr.
     
    Für weitere Werbung im Gemeindeblatt etc. brauchst auf jeden Falle in Gewerbe!
     
    LG
     
    M.

  • ok...
    Ab was für einer Größe der Schilder braucht man eine Genehmigung??
    Und was könnte mir den jetzt schlimmstenfalls passieren wenn es doch mal einen "Kläger" geben sollte?

  • Na du bekommst irgend nen Ordnungswidrigkeitsstrafgeld auf gebrummt und musst ggf das Schild ab nehmen. Strafen werden sicher nicht so hoch sein ;)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Halo Marc,
    wieso braucht man für ein Schild 30 X 40 "Honig aus ..." eine Genehmigung,
    wenn man dies an seine Hoftür anbringt?
    Gleichgroße Schilder "Einfahrt freilassen" sehe ich andauernd.
    Steht am Regal im Baumarkt auch nicht dabei, das man dafür eine Genehmigung braucht.
    Und für eine Kleinanzeige im Lokalblatt brauche ich doch nur eins: Geld.
     
    Für die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften gibt es Bestimmungen, ab wieviel Völker man Beiträge bezahlen muss.
    Ebenso beim Finanzamt, ob man dort als gewerblich oder als Hobby eingestuft wird.
     
    Für "Anzeigen" bei den Behörden u.ä. sind meist die "lieben Mitbewerber" die Ursache.
    Ich könnte Euch den Fall von zwei "großen" Imkern im Verein aufführen, die in dieser Manier sich das Leben schwer gemacht haben, mache ich aber nicht.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  •  
    Gewerbesteuer glaube ich nicht. Auch wenn der Betrieb beim Fiskus erfasst ist (doch erst ab 20 Völker?), würde die nach dem Gewinn berechnet. Beiträge zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft schon eher, die sind sehr findig,:evil:, weiss es aber nicht.
     
    Ansonsten gibt es neben kommunalen Satzungen, die das Anbringen und den Standort und die Ausführung von Werbeschildern regeln können, auch noch das Bauamt, das u. U. eine "Baugenehmigung" verlangen könnte. (Habe für ein Schild 120*100cm 70,-DM bezahlt, habe dann später, als ich an einen anderen Standort zog, nicht gefragt und ein dreimal so großes Schild angebracht). Richtig gefährlich wird es an öffentlichen Straßen, da kann das Verkehrsamt zuständig sein, auch wenn Dein Schild auf Deinem Grund steht, und Dir sowas glatt verbieten, da es vom Verkehr bzw. anderen Schildern ablenkt.
     
    Also alles geregelt in Deutschland, man weiss blos nicht wie.:p
    Willst Du sichergehen, erst mal in der Gemeinde fragen. Oft ist es kein Problem. Und auf so eine Aussage würde ich mich berufen.
     
    Denke aber, ans Hoftor ist es kein Problem, und ehrlich, ich würde es einfach machen und gar nicht erst fragen. Vielleicht würde ich anstelle "....eigener Imkerei" nur "Imkerhonig" schreiben, aber das eigentlich nur wegen der Nachbarn, nicht das da einer aus Langeweile was aufrührt...
     
    Gruß
    erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)


  •  
    Hallo Lothar,
     
    ein Hinweisschild (Einfahrt freilassen) ist kein Werbeschild, da können andere Bestimmungen gelten.
    Die Bestimmungen, ab wieviel Völker man an die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zahlen muss, würden mich interessieren, wenn Du sie kennst (Die Geschichte der zwei Imker aber auch!:p)
     
    Gruß
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • "Einfahrt Freihalten" ist nichts gewerbliches. Lothar, genau genommen ist es sogar so. dass da einer vom Ordnungsamt kommt und sich Dein Werbeschild anschaut, dann musst Du für die Genehmiging bezahlen.
    Es wird nur genehmigt, wenn es die Landschaft und das drumherum nicht stört, usw. bla blubb. Selbst die Bauern mit Ihren beweglichen Wagen bekommen da Probleme.
     
    Sei es drum, das folgende ist keine Rechtsberatung sondern meine eigenen Gedanken in meiner Freizeit:
    Wie schon oben bemerkt kommt dann relativ sicher irgendwann ein berufsmässiger Imker und kann Dir entgegen der oben beschriebenen geringen Strafen recht ordentlich ans Bein pissen! Abmahnung, Einzweilige Verfügung, Unterlassungsklage.
    Mit einer Abnahnung kannste dir da schon 500 -1000 € einfangen. Bei Klage auf jeden Fall mehr.
    Dann kommt noch das FA und schätzt Deine Einnahmen der letzten Jahre und setzt Steuern fest - eigentlich immer recht ungünstig.
     
    Also: Ein Kleingewerbe kostet nicht viel - meld lieber eins an und lass Deine Schuhkartonbuchhaltung machen von jem der sich damit auskennt.
     
    LG M.


    Noch @ Lothar: So einfach wie Du das siehst ist es einfach leider nicht. Das mit dem Baumarkt und dem Schild.
    In D gilt: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"! Ich kann Dich schon verstehen, was Du meinst, leider kann alles ganz dumm aussehen, wenn sich ein anderer in seinen wirtschaftlichen Interessen übervorteilt fühlt!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Marcx123 () aus folgendem Grund: Fehlerteufel

  • Zitat

    Also: Ein Kleingewerbe kostet nicht viel - meld lieber eins ein und lass Deine Schuhkartonbuchhaltung machen von jem der sich damit auskennt.


    Das ist das falscheste, was man raten kann bei nur 5 Völkern!!!!!
    Bloß NICHT machen.
    Als Imker bist du per se Landwirt, mit allen steuerlichen Privilegien.
    Und bis unter 17.500€ Umsatz darf man optieren, also lediglich Einnahme-Überschuß-Rechnung machen - kein Getöse mit Mehrwertsteuer.
    Und mit 5 Völkern muß man ganz gewiß nicht in die lwBG, auch da erst ab Ü20 oder 25, je nach Bundesland.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ein Kleingewerbe ist ohne Mwst, und mit Einnahme-Überschuß-Rechnung!
    Billanz muss erst eine GmbH machen; ein Gewerbe mit Mwst Vorsteuergedöns muss eine Umsatzsteuererklärung machen!
    Wo liege ich falsch Sabine?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Marcx123 ()

  • Die Zahl der Völker spielt M.E. keinerlei Rolle bei dem Problem was er hat.
    Honig regelmässig verkauft ist Honig gewerblich verkauft, oder irre ich?
    Ab wann man in welchem Verband sein muss, weiss ich nicht.


    Sorry für den Doppelpost.


    Darf man als Hobbyimker öffentlich werben?
    Hier nochmal die Aussage zur Frage aus meiner Sicht:
    Ohne Kleingewerbe sehe ich hier Probleme, weil er sich damit öffentlich äussert, dass er eine Ware gegen Geld mit Gewinnabsicht verkaufen möchte; oder diesen Verkauf bereits betreibt.


    Aber evtl. bin ich einfach geschädigt in der Hinsicht.
    Bestimmte Berufsgruppen sehen in allen solchen Dingen halt Probleme :-)


    M.


    P.s: Wo kein Kläger da kein Richter....

  • Hallo Zusammen,
    ok, hier auf dem "platten Land" kräht bestimmt kein Huhn und kein Hahn nach einer Genehmigung....
    Der Landwirt mit dem riesigen Schild " Ich baue für Firma XY an." an seiner Hofeinfahrt, ich könnte wetten...
    Die Hinweisschilder zu den Hofläden bestimmt genauso.
    Wenn sie den Straßenverkehr behindern ist der Fall doch klar.
    Wenn ich mit meiner Werbung ein Stoppschild verdecke, kein Thema.
    Aber man sollte unbedingt dringenst bei der zuständigen Ordnungsbehörde nachfragen!
    Können wir uns darauf einigen?
    Wenn ich allerdings eine Umfrage anhängen würde (vor Allem könnte:wink:)
    nach dem Motto: Ich habe ein Werbeschild angebracht und dieses a) genehmigt oder b) nicht genehmigt, ahne ich schon, wie das Ergebnis ist.
     
    Warum sollten denn gewerbliche Imkereien gegen Honigwerbung vorgehen?
    Wenn die ihren Firmensitz nicht gerade in einem Industrie- oder Gewerbegebiet haben, brauchen die uns Kleinimker doch, um die Ortsüblichkeit der Bienenhaltung nachweisen zu können.
    Außerdem machen wir doch Werbung für das gleiche Produkt: Einheitsglas.
    Woher wenn nicht von den "Kleinen" und von den Abfüllern sollten die Kunden das kennen?
     
    Hallo Erzgebirgler, das Schild "Imkerhonig" stampf mal ganz schnell ein!
    Was soll denn das sein?
     
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  •  
    Moin , Moin aus Hamburg,
    wo steht denn das er Honig verkauft ? Er ist eben einfach stolz, das er Honig aus eigener Imkerei hat und möchte sich halt mitteilen.:cool:
     
    Da könnte auch das Schild hängen : Vorsicht bissiger Hund oder Achtung ! spielende Kinder.
    Ist eben eine Info an die lieben Mitmenschen.:wink:
     
    Wenn er ein Kleingewerbe anmeldet, ist der Verkauf in jedem Fall gewerblich aber deswegen noch lange nicht steuerpflichtig.
    Das hatten wir hier aber alles schon einmal unter dem Thema Mehrwertsteuer und auf dem Forumstreffen :cool: .
    Forumstreffen loht sich :wink:
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)