Mütterlicher Effekt-mütterliche Dominanz?

  • Imkerkollegen,


    letztens hatte ich im Verein eine Diskussion über die vermeintliche mütterliche Dominanz, die ja von Bruder Adam und W. Golz als gegeben postuliert wird.
    Mir erschließt sich nicht, warum das Erbgut der Mutter dominanter sein soll als das Erbgut des befruchtenden Drohns, der ja 50 % Erbgut einer Königin hat, also Erbgutübertrager des Biens ist. Somit ist doch die gesamte Genetik der Honigbiene maternal, oder täusche ich mich? Ist die Unterscheidung zwischen mütterlicher und väterlicher Genetik überhaupt sinnvoll oder greift nicht viel besser die Vorstellung vom Bien mit den Erscheinungsformen Kö und Drohn als Geschlechtsorgane? Also würde sich Superorganismus in Form von Kö mit Superorganismen in Form von Drohnen (Tautz spricht von durchschnittlich 12) paaren?


    Fragt sich Jan

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

  • ....Mir erschließt sich nicht, warum das Erbgut der Mutter dominanter sein soll als das Erbgut des befruchtenden Drohns, ....


     
    Ein sehr weites Feld. Nur zum allgemeinen Verständnis des Phänomens:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Genomic_Imprinting
     
    Das Erbgut der Mutter ist auch nicht dominanter, nur bei bestimmten Genen ist es dominanter, bei anderen ist es das Erbgut des Vaters (paternal effects). Es kommt immer drauf an, welches Merkmal man betrachtet und die allermeisten Merkmale zeigen solche "Erbgangseffekte" gar nicht.
     
    Meine Frage in die Runde: Bei welchen Merkmalen der Honigbiene konnten zweifelsfrei Erbgangseffekte nachgewiesen werden?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"