Fragen zum Bienensachverständigen

  • Hallo zusammen,


    ich habe da mal ein paar Fragen bezüglich der Rechte eines Bienensachverständigen (BSV).


    Der Anlass: Ich bin Eigentümer einer nicht eingezäunten Streuobstwiese. Diese Wiese befindet sich in einem anderen Landkreis als der, in dem ich wohne. Auf diesem Grundstück befinden sich bis zu 10 Bienenvölker.


    Im vergangenen Winter bekam ich von dem in meinem Kreis zuständigen BSV einen Anruf, ich solle mich mit dem BSV aus dem Nachbarkreis an meinem Bienenstand treffen. Also kam es zu der Zusammenkunft. Der Nachbar-BSV machte Vorhaltungen, dass an den Beuten kein Gesundheitszeugnis sei und deshalb die Bienen überhaupt gar nicht hier aufgestellt werden dürfen. Stimmt das, dass ich auch auf meinem eigenen Grundstück, auf dem ich Standimkerei betreibe, Gesundheitszeugnisse an die Beuten heften muss? Darf ein BSV ohne die Anwesenheit des Eigentümers ein Grundstück betreten und Bienenstöcke öffnen?


    Mir ist lediglich bekannt, dass Standort und Anzahl der Bienenvölker einmalig dem Kreisveterinäramt formlos gemeldet werden müssen.


    Vielleicht habt Ihr ein paar nützliche Hinweise.


    Einen schönen Gruß von Pit


    P.S.: Ich wohne in Baden-Württemberg

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.

  • Dem BSV würde ich ein Verbot des Betretens aussprechen. Er hat ganz eindeutig seine Befugnisse überschritten. Er wendet hier ausserdem fälschlich die Bestimmungen für das Wandern außerhalb des Landkreises an. Das ist nicht abhängig vom Wohnort des Imkers, sondern vom ordnungsgemäß gemeldeten Standort der Bienen.
    Offenbar ist aber wohl bei Euch entweder das "Klima" etwas gestört oder es sind schon mal zwei BSV, die suboptimal ausgebildet sind.

  • Dem BSV würde ich ein Verbot des Betretens aussprechen.

    Könnt Ihr nicht wie Erwachsene miteinander um?


    Wo liegt das Problem, wenn ein BSV sich Deine Bienen und Kästen anschaut?
    Wenn die Bienen ihren Heimatstand auf dere Streuobstwiese haben und dem Vet-Amt gemeldet sind, dann muß da wohl kein Schild dran. Aber wär es nicht ohnehin gut, wenn's da wär?


    Normalerweise fachsimpelt man doch mit dem BSV (ich bin einer :wink:) und tut nich rumstreid'n. Übereifrige gibt das immer wieder und manchmal haben sie sogar gute Gründe für den Übereifer. Ein cleverer Amts-TA wird immer hinter seinen BSV's stehen (auch wenn der den dann irgendwann mal inoffiziell zur Sau macht) und dann wird der BSV immer in seinem Auftrage gehandelt haben. Und dieser Auftrag kann auch sehr global gefaßt sein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wieso wie Erwachsene?
    Offenbar hat der BSV in Ausübung seiner vermeintlichen Macht versucht dem Eigentümer in guter deutscher Manier in den Senkel zu stellen. Er hat ja sogar Nachforschungen nach dem Eigentümer anstellen lassen!!! Also hätte er wissen müssen, dass er sich auf gefährlichen Terrain befindet. Und auch der Amts TA kann nicht ohne einen rechtlichen Grund seine Hunde von der Kette lassen. Die Zeitalter des obrigkeitstaatlichen Handeln sind vorbei. Ich (übrigens auch BSV)gehe dagegen vor, wo ich auch nur Ansätze finde.


    Ansonsten bin ich sehr friedlich, werde auch nicht voreilig als Büttel der Behörde tätig, sondern versuche zunächst den Imker vor der Behörde zu schützen. So rum wird da ein Schuh draus!!

  • Moin BiJu,


    ich hatte doch glatt gedacht der Pit aus Neckarwestheim hätte das Problem. Daß Du es hast, konnte ich nicht ahnen ...


    Lies mal ganz oben den Text! Ganz oben den. Das Zitat vom August Ludwig beginnt mit den Worten:


    Unendlich mehr aber würde es mir persönlich bedeuten, wenn alle Imker durch Fleiß und Ausdauer, durch Genügsamkeit, Nüchternheit und häuslichen Sinn einen Guten Einfluß auf die andern Volksgenossen ausüben würden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Lass ihn doch schauen.
    Wenn du ihm da was verbietest, könnte man dir vllt anhängen das da was nicht in Ordnung wäre. So läuft das doch oft genug mit Ämtern, wer nicht mitspielt wird gleich ma nen Böser :wink:
    Und wenn da irgendwo in der Gegend auf ner Streuobstwiese, ob sie nu umzäunt oder nicht ist, ein paar Bienen stehen von denen man auf anhieb nicht weiß was mit denen los ist, dann darf man doch ma nachschauen und nachfragen wem die sind und was damit los ist.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Moin


    Mal die Kisten von aussen anschauen ist, denke ich ok.
    Nicht eingezäuntes Grundstück betreten, ist... ok.
    Reinschauen: nur mit dem Besitzer zusammen,
    oder BSV alleine, dann nur nach vorheriger Genehmigung des Besitzers, wenn Vertrauen vorhanden ist.


    Da könnte ja sonst jeder kommen und mal die Nase reinhalten.
    Das ist für mich gegenseitiger Respekt den ich von jedem erwarte!


    Eine Ausnahme wäre - Gefahr im Verzug.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Patrick.
     

    Zitat

    Das ist für mich gegenseitiger Respekt den ich von jedem erwarte!

    Da kannst du lange warten. Ich kenne durchaus Imker, welche an keinem Stock vorbeigehen können ohne rein zu schauen. Andererseits gibt es auch Leute, welche verwundert sind, dass man als BSV nicht reinschaut. Allerdings kenne ich auch Fälle, wo man mit Polizeischutz reinsehen musste.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Das Gesundheitszeugnis brauchst Du eigentlich nur dann, in diesem Fall aber zwingend, wenn Du die Bienen an einen anderen Standort bringst. Wenn die Bienen nicht verstellt werden, musst Du sich grundsätzlich nicht untersuchen lassen. Wenn der Stand dem zuständigen Veterinäramt gemeldet ist, musst Du eigentlich nicht einmal ein Schild mit deiner Adresse anbringen.
    Das Betreten eines nicht eingezäunten Grundstückes ist grundsätzlich nicht verboten, es sei denn, Du verbietest es durch ein Schild oder persönlich gegenüber bistimmten Personen. Selbst das Öffnen der Stöcke ist zumindest nicht strafbar, wenn dazu oder dabei nichts beschädigt wird. In Ordnung ist es aber meines Erachtens auch nicht, zumal dann wenn der BSV weiß, wem der Stand gehört.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Eure Antworten. Sie haben mir sehr geholfen. Es geht nicht darum, Ärger mit jemanden zu provozieren, im Gegenteil. Ich wollte nur mal wissen, woran ich bin.


    Schöne Grüße von Pit

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.