Was verät der Baurahmen über die Schwarmstimmung?

  • Baurahmen ist weder ein "Muss" noch halte ich ihn für sinnvoll. Die Drohnenbrut wird an den kühlen Brutnestbereichen angelegt - in den Ecken, unten oder auf den äußeren Waben.


    Wenn man die Drohnen des betr. Volkes absolut nicht zur Vermehrung möchte, ist ein Schneiden der Drohnenbrut aus einem dafür angebotenen Baurahmen sinnvoll und leichter zu bewerkstelligen. Dann und nur dann hat es aus meiner Sicht Sinn.


    Die Senkung der Varroalast durch regelmäßiges Entfernen der Drohnenbrut halte ich persönlich nicht für effizient und damit nicht für zweckmäßig. Der Bien weiß, wann und warum er Drohnen aufzieht.


    Und Schwarmstimmung erkennt man an mehreren Veränderungen im Volk. Dafür brauche ich keinen Baurahmen. Wenn auf einem Baurahmen erst einmal WZ angelegt sind, muss man ohnehin alles absuchen; dann sind sie schon auf Reise gepolt.


    Meine Meinung


    Rainer

  • Der "Baurahmen" kommt aus der Zeit der Hinterbehandlungsbeuten die im Warmbau betrieben wurden und die hinten ein Fenster zur Beobachtung hatten. Da war der Baurahmen die letzten Wabe und konnte ohne öffnen der Beute beobachtet werden. Das war schon Jahrzehnte, wenn nicht ein Jahrhundert, vor der Varroa. Ob der Baurahmen als Schwarmindikator tauglich ist, hängt auch von der Bienenherkunft ab.

    Ich hatte auch noch Trogbeuten im Warmbau die hinten ein Fenster hatten und da war der Baurahmen praktisch, da einfach ohne Volksstörung beobachtbar - und bei der damalig üblichen Landbiene war er ei sehr gute Schwarmstimmungsindikator.

    Aber bei Magazinbeuten wird er meist nur als Drohnenrahmen missbraucht. Wenn man zur Beobachtung die Beute öffnen muss, kann man nichts mehr daraus ablesen, da sich das Verhalten der Bienen ändert wenn man das Volk stört/öffnet...


    Nur so ein Gedanke... ;-) :-)

  • Ich sehe das aus einem anderen Blickwinkel.
    In der Magazinbeute mit vorgegebenen Mittelwänden ist der Baurahmen ohne MW bmeist dann auch eine Drohnenwabe. Mein Konzept liegt darin, dass durch Drohnenwabenentfernung ich dann bestes Wachs ohne Verunreinigungen habe und gleichzeitig eine biologische Varroafalle. Den Skeptikern kann ich nur sagen, dass bei 8-10 Völkern an einem Stand immer genug Drohnen für die Ablegerbildung da sind. An den Wabenrändern werden immer genug Drohnenbrutzellen angelegt.
    Da ich mit dem Heissluftfön entdeckel ist das meine einzige Möglichkeit Eigenwachs zu ernten. Nebenbei kann ich damit die Varroen auf biologischem Wege reduzieren.
    Gerade zum Sommer hin, öffne ich oft stichprobenartig die Drohnenwabenzellen. Hier kann man Varroa bei der Arbeit sehen. Das Argument man erzieht die Milbe dahingehend, dass sie vermehrt in die Arbeiterinnenbrut geht, kann ich nicht sehen.

    In der Konstellation ist der Bau-/Drohenenrahmen kein Indikator für die Schwarmstimmung. Ganz im Gegenteil. Manchmal glaube ich eher, dass die bevor die schwärmen wollen, den Drohnenrahmen noch schnell ausbauen.
    Das ist aber nur ein subjektiver Eindruck. Als Schwarmkontrolle würde ich den nie verwenden.
    Da hilft nur die klassische Kontrolle und die Beobachtung des.Fluglochs.
    Am Flugverhalten erkennt man oft, wo sich eine gründlichere Kontrolle lohnt, aber leider auch ohne Gewähr.

  • Der "Baurahmen" kommt aus der Zeit der Hinterbehandlungsbeuten die im Warmbau betrieben wurden und die hinten ein Fenster zur Beobachtung hatten. Da war der Baurahmen die letzten Wabe und konnte ohne öffnen der Beute beobachtet werden. Das war schon Jahrzehnte, wenn nicht ein Jahrhundert, vor der Varroa. Ob der Baurahmen als Schwarmindikator tauglich ist, hängt auch von der Bienenherkunft ab.

    Ich hatte auch noch Trogbeuten im Warmbau die hinten ein Fenster hatten und da war der Baurahmen praktisch, da einfach ohne Volksstörung beobachtbar - und bei der damalig üblichen Landbiene war er ei sehr gute Schwarmstimmungsindikator.

    Aber bei Magazinbeuten wird er meist nur als Drohnenrahmen missbraucht. Wenn man zur Beobachtung die Beute öffnen muss, kann man nichts mehr daraus ablesen, da sich das Verhalten der Bienen ändert wenn man das Volk stört/öffnet...


    Nur so ein Gedanke... ;-) :-)

    für mich war der Baurahmen in der Hinterbehandlungsbeute Warmbau hinter Glas damals zum Beobachten und autodidaktischen Lernen sehr interessant.


    Heute gibt es bei der Magazinbetriebsweise oft die Möglichkeit des Bien, sich zu verwirklichen. Imker kann dann erkennen, was Bien gerade "machen" möchte. Diese Freiheit haben Sie bei mir.

    Der Baurahmen ist aber nicht zwingend erforderlich in der angepasssen Betriebsweise, er richtet sich dann nach den Vorlieben des Imkers. :)

  • .....

    Und Schwarmstimmung erkennt man an mehreren Veränderungen im Volk. Dafür brauche ich keinen Baurahmen. Wenn auf einem Baurahmen erst einmal WZ angelegt sind, muss man ohnehin alles absuchen; dann sind sie schon auf Reise gepolt.


    ..........

    !!! Jaaaa

  • Ich nutze den Baurahmen, um dem Bien Platz für den Drohnenbau zu geben, ansonsten klatschen die mir, bei einzargiger-Betriebsweise, jede Ritze mit Drohnenbrut voll - Beespace interessiert die dann auch nicht mehr. Es gibt Völker, die sind da sehr kreativ.

    Drohnenbrut schneide ich aber nur bei Völkern, deren Drohnen ich mir und anderen nicht zumuten will. Varroen in Mengen habe ich aber noch drin finden können.


    Als Schwarmindikator konnte ich die letzten beide Jahre aber den Ausbau nutzen. Sei es HR oder Baurahmen. Manchmal sagen sie mir nichts, aber manchmal öffnet man den Deckel und weiß, dass da nichts interessantes einen erwartet. Ihn direkt danach wieder zu schließen traute ich mich aber noch nicht. Manchmal sieht man den HR/Baurahmen und denkt, oh Mist, Zellen brechen oder gleich nen Königinnenableger.

    Ich kann es nicht beschreiben, aber irgendwann kriegt man vielleicht ein Gespür.

  • Auch bei den Hinterbehandlungsbeuten mußte regelmäßig geschnitten werden, Kontrollen unter 8 Tage Pflicht - nur im Bau ist er als Schwarmindikator tauglich, für Platzbedarf und Futterzustand auch im Jahreslauf.

    Mein Vater hatte Carnica die letzten 6 Jahrzehnte überwiegend in DNM-Hinterbehandlung, seit 2013 auch Buckis in Kuntzschmagazinen. In Normbeute52 sicherlich nicht mehr schwarmträge egal was der Rahmen zeigt.

  • Ich find den Baurahmen super. Damit hab ich einen großartigen Hebel zwischen Außenwand und Schied das Brutnest zu steuern. Macht so vieles soviel leichter. Und unbelastetes Wachs gibt's auch.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Genau,

    Bei Hinterbehandlung (ich mach das immer noch) sieht man schön, was die Bienen vor haben.

    Bei den Magazinen weiß ich immer nicht so recht - eh ich zwei Zargen abräume, um den Baurahmen anzusehen, erfinde ich mir schon mal Ausreden.

    Wenn ich dann doch mal gucke, ist’s meist verdeckelte Drohnenbrütig. Die halte ich dann in die Sonne (so vorhanden) und nur wenn ich „rote Grütze“ sehe, wird die Drohnenbrut eingeschmolzen.

    Sonst lass ich die leben. Gibt ja eh noch so Waben mit Drohnenecken. Das wäre ne üble Sauerei, wollte ich die alle ausschneiden.

    Grüße Ralf

  • rase wieso zwischen Außenwand und Schied? Ist der Baurahmen bei dir außerhalb des geschiedeten Brutnests?

    Moin,


    nee, der Baurahmen ist bei mir die letzte Wabe vor dem Schied. Normalerweise. Beim Erweitern kommt die MW zwischen Baurahmen und das Brutnest. Um zu schauen, ob die Mutti mehr Platz braucht, entweder zwischen Baurahmen und Schied - reicht der Platz, wird's 'ne Pollen-/Futterwabe, reicht es nicht wird's eine Brutwabe. Der Baurahmen ist quasi magnetisch: der zieht das Brutnest an und zu sich hin. Sobald auf der gegenüberliegenden Seite Futterwaben entstehen, ist deswegen das Maximum der Stockmutter überschritten. So in der Art war das gemeint. Verständlich?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife