unterschiedliche Entwicklung zweier (fast) gleicher Völker

  • Habe erst mit den Bienen angefangen und zwei Völker im Garten mit ca. 1 m Abstand aufgestellt, beide vom selben Imker bezogen. Beides waren starke Völker (auf jeweils 10 Zanderwaben bekommen), eines ein bisschen stärker als das andere. Das stärkere wird jetzt ständig größer, das etwas schwächere zwar auch, aber lange nicht in diesem Maß. Bei beiden an Ostern den 2. BR aufgesetzt. Im stärken wimmelt es bereits im oberen BR, im anderen haben die Bienchen erst mal an einer Stelle angefangen, die MW weiter auszubauen. Das schwächere bekommt abends vielleicht ein wenig früher Schatten. Bringt Verstellen was?


    Im unteren Brutraum sind auch einige recht schwere Futterwaben, die aber nicht besonders interessant für die Bienchen zu sein scheinen. Auf mich wirken sie irgendwie wie aus Beton gegossen. Da mir die Waben insgesamt einen alten Eindruck machen, möchte ich sie spätestens Ende dieses Jahres einschmelzen. Ist es vielleicht sinnvoll, die scheinbar nicht genutzten Waben jetzt schon zu entfernen und durch neue Rähmchen mit MW zu ersetzen?


    Die (alten) Rähmchen habe dünne Oberträger, auf denen bereits ziemlich Überbau war. Nach Aufsetzen des 2. BR wurde die Lücke zu den Unterträgern des oberen BR vollends geschlossen. Zieh ich jetzt ein Rähmchen des oberen BR, bekomm ich's kaum raus, der Zwischenbau wird gedehnt bis er abreißt. Setz ich das Rähmchen wieder rein, wird die Brut im Zwischenbau und mittlerweile darüberlaufende Bienen zu Tode gequetscht. Um der Sauerei vorzubeugen, hab ich den Zwischenbau jetzt mit dem Stockmeißel abgenommen. Wird der jetzt wieder neu gebaut oder kam das nur, weil er schon vorhanden war und vielleicht früher keine Folie drauf lag? Ein Grund mehr, die alten Rähmchen schnellstmöglich auszuscheiden?


    Bei beiden Völkern hatte ich mangels Leerrähmchen noch keine Baurahmen eingesetzt. Da ich im stärkeren Volk jetzt massig Drohnenbau im unteren BR entdeckt hab, habe ich bei beiden Völkern jeweils 2 MW im oberen BR wieder entfernt und die Drähte gezogen. Die Baurahmen hängen auf Position 2 und 9. Da man den oberen Brutraum im schwächeren Volk eigentlich noch nicht wirklich als angenommen bezeichnen kann, bringt das bei diesem Volk eigentlich nichts, oder? Werden nach dem Schlüpfen der Drohnenbrut die Drohnenbrutzellen wieder als Arbeiterinnenbrutzellen genutzt, wenn jetzt oben Baurähmchen hängen?


    Wäre nett, wenn ihr mir mit guten Ratschlägen weiterhelfen könntet!

  • Futterwaben raus!
    Alle Futterwaben raus bis auf eine. Die Völker können sich jetzt schon selbst versorgen die Futterwabe ist nur noch da um Schlechtwetterperioden zu überbrücken. Wenn nicht haben sie keinen Platz um ihr Brutnest zu erweitern, wenn du später den Honigraum darauf hast, tragen sie dir das Futter in den Honigraum. Später schleuderst du dann das Futter und nicht den Honig.


    Alte leere Waben, die schwarz sind kommen in den Sonnewachsschmelzer, eine Zelle von einer schwarzen Wabe wird immer kleiner dadurch das sie so oft bebrütet wurde das heißt die Bienen werden auch kleiner. Die Biene kann nähmlich die Wabe nicht Rückstandslos reinigen. Ausserdem werden deine Bienen krankheitsanfälliger, wenn du schwarze Waben drin lässt. Nicht zu vergessen ist auch das eine Biene die den Schwänzeltanz anwendet, um den anderen Bienen eine Trachtquelle zu zeigen dann nur den Bienen die auf der einen Wabenseite sitzen es mitteilen kann, und nicht den Bienen auf der Wabenrückseite die Biene trommelt nähmlich mit ihren Füßen auf die Wabe während sie den Schwänzeltanz macht so können es auch die Bienen auf der Wabenrückseite wahrnehmen. Bei alten Waben ist es nicht der Fall.


    Den Baurahmen hängst du ein zur Schwarmkontrolle. Wenn sie ihn nicht mehr ausbauen ist es ein Zeichen das sie schwärmen wollen. Außerdem dient er zur Varrorbekämpfung da sie bevorzugt auf Drohenbrut geht. Man sollte den Baurahmen wenn die Drohenbrut verdeckelt ist ausschneiden und einschmelzen. Drohenbrutzellen sind größer als Arbeiterinnenzellen. Wenn ein Volk buckelbrütig ist und nur Arbeiterinnenzellen zu verfügung hat legt die buckelbrütige Könnigin unbebrütete Eier in Arbeiterinnenzellen rauskommen kleinere, schlechtere Drohen. Umgekehrt habe ich es noch nie gesehen das die Könnigin Abeiterinnenbrut in Drohenzellen gelegt hat.

  • Ok mach ich. Und soll ich die Futterwaben aufheben bis sie wieder gebraucht werden? Schwarz sind die Waben zwar nicht, aber so dunkel, daß sie vermutlich älter als 2 Jahre sind. Einschmelzen wäre mir am liebsten, aber was passiert mit dem Futter beim Einschmelzen?

  • So, mittlerweile hab ich mal mit dem Imker telefoniert, von dem wir die zwei Völker haben. Er sagt, alles wäre noch im grünen Bereich. Auch die Futterwaben solle ich jetzt noch nicht rausnehmen, auf keinen Fall!


    Wie sagt man bei den Ärzten: Zwei Ärzte, drei Meinungen :p


    Bei den Imkern ist das genauso?


    Gibt's noch mehr Stimmen zu dem Thema?

  • Winterfutter im Honig will ich auch nicht haben, darum kommen bei mir die Futterwaben raus. Allerdings sollte mindestens eine volle Wabe mit Verdeckeltem Honig im Volk sein, bevor ich das Futter entnehme, falls es noch einige Tage ohne Flugwetter geben sollte droht sonst evtl. Hungersnot, und das darf nicht sein! Die Eisheiligen kommen ja noch.


    Ich mache es so: die ersten Verdeckelten Waben aus dem HR (die ja mit ziemlicher Sicherheit zumindest anteilsweise auch noch Winterfutter enthalten) kommen in den BR und alle Futterwaben aus dem BR kommen raus, wenn eine Ecke Brut daraufsein sollte werden die betreffenden Waben in den obersten HR gesteckt bis sie auslaufen (Das mache ich in diesem Jahr zum ersten mal, ich hoffe mal das das so OK ist).
    Brutwaben mit Futterkränzen nehme ich allerdings nicht raus, da drücke ich nur die Verdeckelung des Futters ein. Etwas besseres fiel mir bisher nicht ein.


    Ziel ist eine fette Wabe mit verdeckeltem Honig aus dem HR im BR zu haben, alle anderen entnommenen Futterwaben wurden durch MW ersetzt weil ich noch keine ausgebauten hatte.
    Mittlerweile nehmen auch meine beiden Schwächlinge wieder an Bienen zu, so das ich guter Hoffnung bin für den Raps bereit zu sein.


    PS: Relativ neue Futterwaben horte ich für Brutableger.

  • Hallo Max,
    einschmelzen!
    Ob sich vorheriges Ausschleudern lohnt, musst Du entscheiden.
    Meist lohnt sich das nicht dieses Futter dann nochmals zu verwenden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar! Warum denn einschmelzen, ich dachte, die könnte man aufheben um damit Ableger zu füttern!? Ich möchte dieses Jahr zum ersten Mal Ableger machen- im Forum war schon oft zu lesen, daß man am besten flüssig füttert, warum nicht mit dem übriggebliebenen Winterfutter? Sonnige Grüße, zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Was soll man eigentlich mit den alten Futterwaben machen, die schon schwarz sind?


    Also ich hab gelernt: Waben des oberen BR kommen im nächsten Jahr in den unteren BR. Im Jahr darauf werden sie entfernt und eingeschmolzen. Alter somit maximal zwei Jahre. Bis dahin sind sie aber doch bestimmt nicht schwarz geworden??? :confused: Ob ich den Inhalt schwarzer Waben also echt noch verfüttern/ausschleudern wollte??? Und ob man darauf wirklich noch Kotspritzer erkennen kann???

  • :oops: Ähm ich vergaß zu später Stunde, daß es noch andere Beuten und andere Betriebsweisen gibt...


    Aber schwarze Waben sind immer nicht so gut, oder?

  • Danke für die Tipps!


    Aber die Diskussion hat sich jetzt ein wenig zu sehr auf schwarze Waben konzentriert, die anderen Punkte sind dabei untergegangen. Ich faß nochmal zusammen bzw. ergänze:


    • Ausgangssituation: 2 (fast) gleiche Völker, Aufstellung mit 1 m Abstand. Nach 2 Wochen brummts in einem total, das andere kommt nicht so richtig in die Gänge. Ist das eine so gut oder ist das andere so schlecht? Was ist "normal"? Kann man das schwächere irgendwie in der Entwicklung unterstützen, falls dessen Entwicklung nicht normal ist?
    • Überbau auf Rähmchen mit dünnem Oberträger. Entfernen oder nicht? Problem bei Nichtentfernen: Brut und Bienen werden gequetscht, wenn Rähmchen aus dem oberen Brutraum wieder eingesetzt werden.
    • Werden Drohnenbrutzellen, die irgendwo im Brutnest angelegt wurden, weil kein Drohnenbaurahmen da war, nach dem Schlüpfen der Drohnen wieder als Arbeiterinnenbrutzellen genutzt oder heißt es: Einmal Drohnenbrutzelle, immer Drohnenbrutzelle, auch wenn jetzt ein Baurahmen vorhanden ist?
    • Hängt man einen oder zwei Drohnenbrutrahmen ein? (Bei zwei: Hängt man sie zeitlich versetzt ein?)


    Viele Grüße, Wolf