wie krieg ich sie in den Honigraum ?

  • Hallo,
     
    war gestern mal wieder dran und habe das Volk druchgesehen ! insgesamt brütet es auf 10 Waben verteilt auf zwei Zargen. Es waren alle Stadien vorhanden - abei auch sehr viel verdeckelte Brut ! Dabei konnte ich insgesamt noch einmal 5 alte Futterwaben entnehmen um PLatz für die Erweiterung des Brutnestes zu schaffen. Der Raps hat vor ca. 4 Tagen angefangen zu blühen. Den Honigraum (über Absperrgitter) hatte ich vor ca. 10 Tagen draufgesetzt. Die Bienen nehmen den Honigraum nicht so richtig an, d.h. es werden zwar gerade 2 Waben ausgebaut, aber eingelagert ist dort noch nichts - das ist eigentlich ein bisschen wenig, finde ich....zumal auch nur wenig Bienen nach oben gezogen sind. In den Brutzargen hatten sie mehere Mittelwände und die beiden Drohnenrahmen in wenigen Tagen ausgebaut. Gestern abend (gegen 19:00 Uhr - und da war es noch hell un warm) habe ich gesehen, dass die Bienen unten über dem Boden schon sehr stark durchhängen und bereits angefangen hatten ein erstes Spielnäpfchen zu bauen. Auch Wildbau haben sie unten auch betrieben (ich habe alles erstmal weggemacht). Ich frage mich, warum sie nach so langer Zeit noch nicht stärker in den Honigraum vorgedrungen sind ? Ich habe sogar extra etwas von dem Nektar aus den bereits entnommenen Waben oben reingesprizt um sie zu locken. Ich habe ein ungutes gefühl, wenn in wenigen Tagen die verdeckelte Brut (2-3 Waben voll) ausläuft....

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Wenn es schnell gehen soll, dann hängt man eine abgefegte Brutwabe über das Absperrgitter. Damit weis man auch wo die Königin ist.


    Gruß Micha

  • Moin,
    das Absperrgitter sollte gefaßt sein und nicht platt aufliegen, dann gehen sie auch besser durch. Sagt Toyotafan, ich nehm ja keine.:wink:


    Und einzelne Brutwaben hochhängen ist ungut, weil noch verdammt kalte Nächte kommen, und es extrem aufwendig ist, die dann warmzuhalten.
    Gegen schlechte Annahme hilft früher aufsetzen besser.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Weimaraner,
    vermutlich hast Du neben den bebrüteten Waben frischausgebaute Waben die nicht bebrütet werden.
    Das Volk lebt demnach nicht auf zwei mal zehn Zargen, sondern auf der Hälfte, quasi auf fünf Hochwaben.
    Versuch doch mal, durch Zwischenhängen der ausgebauten Waben das Brutnest in die Breite zu ziehen.
    Diese "honigfeucht" machen durch besprühen mit Zuckerwasser.
    Wildbau unter den Waben heißt eins:
    zu spät aufgesetzt.
    Hast Du Baurahmen drin?
    Spielnäpfchen halte ich noch für "ungefährlich", solange nicht bestiftet.
    Wenn schon bestiftet, würde ich einen recht radikalen Schritt wählen:
    Königin mit einer offenen Brutwabe und einer verdeckelten Brutwabe neben einer Futterwabe und anschließend an die beiden Brutwaben die ausgebauten Mittelwände* hängen,
    Absperergitter darüber.
    In die oberen Zargen die restlichen Brutwaben und Leerwaben.
    Brut über Brut anordnen.**
    Damit hast Du einen Ableger mit der alten Königin im Volk, der durch die schlüpfende Brut im Honigraum laufend verstärkt wird.
    Die freiwerdenden Zellen werden mit Honig gefüllt.
    Viele Grüße
    Lothar
    *bebrütet gewesene Leerwaben sind geeigneter
    **klappt bei stärkeren Völkern sicherer

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo zusammen!
    Dann muss ich meinen Senf auch noch dazugeben :wink:.
    Ich stimme sowohl Sabi(e)ne als auch Lothar (sofern ich ihn richtig verstanden habe) zu, dass man mittels frühen Aufsetzens bei eher starken Völkern meist eine anstandslose Annahme und zügigen Ausbau auch bei Aufsetzen von nur MW`s über ASG erreicht.
    Diese Erfahrung durfte ich im bei mir besch...eidenen Honigjahr 2008 machen, als die erst sehr spät (so ca. nach der Robinie) erstarkten Völker zuvor die HR so gut wie komplett ignorierten und sie erst ab einer gewissen Volksgröße, wenn auch zögerlich, annahmen.
    Dieses Jahr das genaue Gegenteil, ich habe ebenfalls sehr früh die HR aufgesetzt, allerdings waren die Völker stark bis sehr stark (meiner persönlichen Skala nach) und nach 4-5 Tagen waren die HR bereits gut angenommen und es wurden die ersten MW`s ausgezogen.
    Was die HR-Annahme auch maßgeblich beeinflusst, sind die Trachtverhältnisse, da durch die erste massive Nektartracht und die erste größere Schlupfwelle an Jungbienen der Bautrieb eines Volkes erwacht, so zumindest verstehe ich die Literatur.


    weimaraner speziell: Je nach Wetterlage das ASG nochmal für einige Tage raus und danach wieder rein, wenn der HR gut angenommen ist --> Kontrolle, wo die Königin sitzt!


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • SaBiene : Wabenumhängen finde ich auch nicht gut, zumal ich alte "Perizinwaben" gar nicht erst in den Honigraum bringen möchte....
     
    Lothar : Alle Mittelwände, die ich reingehängt hatte, sind ausgebaut und ca. die Haälfte davon bebrütet, die andere Hälfte mit Nektar + Pollen befüllt. " Baurahmen waren nach 4 Tagen komplett augebaut mit Drohnenzellen und sind beide komplett durchbestiftet!
     
    bis Ende März/Anfang April hatten wir bei uns wirklich schlechtes und kaltes Wetter (mit Nachtfrost)...ich habe in der ersten Aprilwoche sofort die ersten alten Futterwaben enttfernt, obere und untere Zarge getauscht und die Baurahmen reingepackt. 5 tage danach habe ich den Honigraum draufgesetzt....ich meine - da kann man doch nicht von"zu spät" sprechen, oder ?

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hey Weimaraner!
    Ich bin zwar weder Lothar noch Sabi(e)ne aber wenn du direkt in der ersten Aprilwoche, wenn ich dich richtig verstehe direkt nach dem schlechten Wetter, die ersten FW entnimmst, die Brutraumzargen tauschst und dann den ersten HR draufsetzt scheint es mir kein Wunder zu sein, dass die Mädels die HR nicht richtig annehmen.
    Denn wenn du denen nach dem ganzen Mistwetter erstmal einen erheblichen Teil ihrer Vorräte entnimmst und gleichzeitig die BR tauschst, dann haben die mächtig Stress!
    Dann muss der Pollen und das noch vorhandene Futter umgelagert werden, das Brutnest muss neu ausgerichtet werden, die Bienen haben evtl. (!!!) zuwenig Vorräte und fahren deshalb die Brut zurück, woraus dann in der Folge eine im Frühjahr erhebliche Brutlücke entsteht und quasi nebenher müssen die Bienen dann ihre Vorräte auffüllen, Brut pflegen UND sollen noch flott in den HR und den ordentlich ausbauen. Das das schwierig wird leuchtet ein, oder?
    Wobei ich das Tauschen der BR-Zargen auch nur als schwarmherauszögernde Maßnahme kenne, die meines Wissens nicht standardmäßig und sozusagen vorbeugend direkt bei der ersten Durchsicht vorgenommen werden sollte. Und, was mir selber anfangs nicht bewusst war, die Bienen brauchen einen Mindestvorrat an Futter um sich wohlzufühlen und ihr Potenzial zeigen zu können. Anderenfalls kriegen die Panik und stellen auf Notbetrieb um, bis wieder ein ausreichendes Maß an Futter zzgl. der eisernen Reserve zusammengetragen ist. Und das dauert, da sie auf Sparflamme logischerweise auch weniger ausfliegen können.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,
     
    also Fakt ist, dass sie das Brutnest aktuell ständig erweiter haben....und wenn sie auf etwa 10 Waben Bruten und ca. 8 Waben Nektar und Pollen haben, kann das doch eigentlich nicht zu wenig sein, oder ?? Und die Tatsache, dass sie die neuen Mittelwände in kürzester Zeit ausgebaut und bestiftet haben, zeigt mir doch eigentlich, dass der Tausch von alten Futterwaben (die 5 Stueck haben bestimmt 10-15 kg gewogen soviel brauchen die doch jetzt gar nicht mehr...) gegen neue Mittelwände gut angenommen wurde, oder ? Sie hätten ja in dei alten Futterwaben auch keinen Nektar einlagern können...dann wäre ja auch der Sammletrieb früh erloschen, oder nicht ?Und ich dachte mir, dass sie bei dem Trachtangebot wirklich mehr als genug Futter finden können....mich würde es ja auch nicht stören, wenn sie den HR nur zaghaft annehmen würden (quasi mangels Bienenmasse)...aber sie bauen ja wirlich wie verrueckt - nur leider unten drunter, statt oben....das macht mich halt nur stutzig !

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • wie krieg ich sie in den Honigraum ?



    Mit Geduld!


    Die Völker sind bis Ostern in den meisten Gegenden noch geschrumpft. Die Jungbienen die jetzt nachkommen sind nicht nur diejenigen welche die MW im Honigraum ausbauen müssen, es sind auch diejenigen welche die enorm großen Brutnester (bezogen auf die aktuelle Volksstärke) pflegen müssen.
    Ausserdem wars die letzten Wochen zu trocken. Das bischen was da dann reinkommt wird für die Brut benötigt. Überschuss ist noch nicht vorhanden.
    Jetzt gehen Apfel, Löwenzahn, Raps etc. los. Nach den Niederschlägen sind jetzt gute Bedingungen geschaffen, dass die Blüten entsprechend gut honigen. Gleichzeitig schlüpfen immer mehr Jungbienen, die Völker wachsen.


    Also kein Grund zur Sorge, hab noch etwas Geduld!


    Bei mir haben interessanterweise die 3 schwächeren Völker je etwa 4-5 kg Honig im Honigraum gelagert, die stärkeren nur wenige hundert Gramm...


    Ich lass mich da aber nicht verrückt machen.
    Dass die Weide so ausgiebig gehonigt hat ist ja auch nicht so oft der Fall. Ein alter Imker im BV sagt immer, dass auch die Kirsche nie richtig was einbringe, es ginge erst richtig mit der Apfelblüte los.

  • und die schwächeren eine geringere Anzahl an Arbeiter die Honig sammeln, eindicken und lagern... Ausserdem sind die Brutnester so ziemlich gleich groß.
    Daran kanns also nicht liegen.

  • Ich habe zwei Stände. An einem Stand stehen meine Altvölker vom letzten Jahr und auf dem anderen Stand meine KS auch aus dem letzten Jahr.
    Die KS haben ca. eine Woche vor den Altvölkern (weil sie stärker waren) den Honigraum bekommen.
    Außerdem musste ich bei den Altvölkern erst noch sehr viel - im Vergleich zum letzten Jahr - an Winterfutter rausholen. In den Altvölkern waren auch im oberen Brutraum noch über den Brutwaben einiges an Restfutter. In den KS war nur wenig Futter im Vergleich, musste sie ja im Frühjahr auch füttern, da sie mir sonst verhungert wären.


    Die KS haben die über Absperrgitter aufgesetzten Honigräume (3 ausgebaute Leerwaben, 8 Mittelwände) bereits komplett ausgebaut und teilweise schon sehr gut mit Nektar gefüllt.
    Im Gegensatz dazu haben die Altvölker erst jetzt angefangen die MW auszubauen.
    Daraus schließe ich für mich, dass man die Annahme des Honigraumes erhöht, wenn man:
    1. den Honigraum lieber früher, als zu spät gibt
    2. versuchen sollte im 2. Brutraum keine Futter/Honigkappe zu haben. Evtl. die Bruträume tauschen (Gefahr des Futtereintrags in den Honigraum?).
    3. Völker mit junger Königin einfach vitaler sind.


    Werde daher auch mitte/ende nächster Woche den Völkern, die im Raps stehen, wohl schon den zweiten Honigraum geben. Unter der Voraussetzung, dass sie im ersten Honigraum alle MW angefangen haben auszuziehen.
    Habe nämlich auch schon beobachten können, dass die Bienen die MW gerne verschmähen und dafür lieber vorhandene Leerwaben zu Dickwaben ausbauen, aber das ist eine andere Geschichte.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"