Varroabekämpfung

  • Hallo Bienenfreunde!
    Pilze, lebende, sich anpassende Organismen einführen, freisetzen und auf unsere Fauna loslassen?
    Haben wir noch nicht dazugelernt?


    Alleine der Asiatische Marienkäfer wird uns demnächst schon viel Freude machen.:evil:


    Bisher ist meiner Kenntnis nach jeder Versuch gescheitert, eine von Menschen verursachte Plage mit einem neuen Artenimport zu kompensieren!:roll:


    Bei tödlichen Pilz denke ich z. Z. nur an den neuen weltweiten Amphibien Killer.
    Wer kann denn sagen, was ein neuer Killer Pilz hier noch anrichten kann?


    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!


  • Bisher ist meiner Kenntnis nach jeder Versuch gescheitert, eine von Menschen verursachte Plage mit einem neuen Artenimport zu kompensieren!


    Von Import ist doch gar keine Rede!

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Da das ein populärwissenschaftlicher Artikel ist, müßte irgendwo eine wissenschaftliche Publikation existieren, aus der die 4 Pilze bezeichnet sind. Wäre mal interessant zu wissen, um welche es sich dabei handelt!

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Das hatten wir doch schon, im Labor klasse, im Stock totaler Ausfall.
    Klappt nicht. Propolis ist auch fungizid, und die Bedingungen im Stock sind viel zu verschieden in den diversen Klimazonen.
    Pilze sind ziemlich anspruchsvoll, was ihr Milieu angeht, und immer die, die du haben willst, werden von anderen niedergemacht.:roll: (eigene Erfahrung).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bei Fressfeinden die eingeführt werden müssten, weil keine hier heimisch sind. Kann ich die Bedenken verstehen, wenn es sich aber um einen Pilz handelt der hier aber auch auftritt und den Bienchen und dem Rest nix tut und isch an die Milben hält?
    VTZ und die Bekämpfung mit Mittelchen ist ja schön und gut, aber auf Dauer nicht wirklich der Hit mal davon abgesehen:
    Neuimkerwerbung mit "Joa und im Herbst muss dann behandelt werden." "Was das auch noch?"
    In nächster Zeit wollt ich auch in Kirchhain mal an die Institutstür klopfen und fragen wie es aussieht, was man sich da noch so alles hat einfallen lassen bislang.
    Weil ich könnt mir auch Sachen wie Hormontherapie und anderes vorstellen. Damit z.B. die Varroa keine männlichen Eier mehr legen kann etc. pp.
    Varroen züchten die nach "Feind" riechen für die Bienen und gezielt attackiert werden.
    Vllt alles schon dagewesen, vllt aber neue Ansätze...
    Denn nur wenn wir aktiv mitarbeiten und denken, kann sich was ändern.
    Zumindest für mich steht fest, was die Zeit hergibt werd ich dieses kleine Mistvieh studieren, um zusätzliche Schwachstellen zum anpacken zu finden.


    Hier der Link direkt zur zuständigen University
    http://www2.warwick.ac.uk/fac/…opathogenicfungi_/varroa_

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Zitat


    Neuimkerwerbung mit "Joa und im Herbst muss dann behandelt werden." "Was das auch noch?"


    Das sehe ich nicht als Problem - ein Hundehalter weiß auch dass sein Tier verschiedene medizinische Versorgung braucht und gegen dieses und jenes geimpft werden muss. Genau so ist das bei Kaninchen und Schafen und Kühen.
    Das gehört nun mal dazu und wen das abschreckt der sollte lieber Tamagotchies halten aber keine Tiere.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hei, Chris,
    in den USA sind Varroa- und Tracheenmilbe Anfang der 90er nahezu gleichzeitig angekommen, daraufhin waren für einige Jahre kaum wilde Völker (ferals) auffindbar, und nach 5-7 Jahren waren sie in voller Stärke wieder zurück.
    Sobald so ein wildes Volk/Schwarm in Imkerhand kommt, und im Magazin standardmäßig bearbeitet wird (mit 35mm Abstand, MWs, etc), stirbt es meist schon vor Ende des ersten Bienenjahres.
    Andere, wie http://www.bwrangler.com/, haben behandlungsfreie Völker mitten in normalen bee-yards, aber mit anderen Parametern.
    Es geht nur so wie bei Dennis. Oder wie bei Manne, oder bei Erik Österlund, oder noch ein paar anderen.
    Dafür brauchen wir kein Institut, sondern ein grundlegend verändertes Verständnis der Haltungsbedingungen und ein anderes Verständnis von den Bienen.
    Man wird als Art nicht so alt, wenn man nicht mit Parasiten, auch neuen (oder ganz alten?), umgehen kann.
    Ich bin der festen Überzeugung, daß die Bienen das ganz alleine können, wenn wir denn eine bienenfreundliche Umwelt ohne Nervengifte, etc., und mit vielfältigen Trachten von März bis November hätten.


    Und Imker, die nicht glauben, sie seien die Herren, sondern eher die "Hüter" der Bienen.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabi(e)ne schrieb:

    Und Imker, die nicht glauben, sie seien die Herren, sondern eher die "Hüter" der Bienen.


    Sowieso.
    Spätestens seitdem ich mich hier in den Naturwabenbau eingelesen habe und mir auch schon die von dir viel zitierte Seite www.bwrangler.com durchgelesen habe.
    Bin ich der festen Überzeugung meinen Bienchen nur Hilfe zu geben und sie nicht zu führen. Das konnten sie vor Jahrhunderten alleine, warum sollten wir das jetzt besser können?
    Nur finde ich auch, dass wir nicht einfach blindlings die Varroa außer Acht lassen sollten. Sollte sich eine Lösung für das Varroa Problem finden und die Varroa ohne Schäden der Flora und Fauna danieder gemacht werden in unseren Breitengraden, dann ist das hilfreich und gut.


    So ich glaube das schweift hier jetzt auch aus.
    Also lieber Admin: Wenn's zu bunt wird, schließen :wink:
    Darüber kann man sich ja im passenden Forum noch auslassen.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Ahoi Aranox: Deinen Eifer in Ehren, lies aber bitte erstmal den Zauberlehrling, gibt`s auch als kongenialen Zeichentrickfilm von Wald Disney.
    Sabine :p_flower01:


    Frühlingshafte Grüße aus der OBERPFALZ,
    Uli

  • Naja AS/OS ist auch bissel Belzebub ;)

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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Aranox : im biologischen Gartenbau macht man immer wieder die Erfahrung, daß Schädlinge nicht auftreten oder verschwinden, wenn das Milieu stimmt.
    Je mehr bio, desto weniger Pflanzenkrankheiten oder tierische Schädlinge.
    Ich habe auf die harte Art gelernt, das so zu akzeptieren.
    Je mehr ein System im Gleichgewicht ist, mit allen Faktoren, von denen wir oft genug nix wissen, desto gesünder ist es.
    Das hier näher auszuführen wäre der falsche Ort, aber warum sollen Tiere anders funktionieren als Pflanzen?
    Von uns so benannte Schädlinge HABEN eine exakt definierte Funktion im System, nämlich als Müllabfuhr oder auch als Doktor. (hört sich bescheuert an, ich weiß...ist aber so).
    Ich hab letztes Jahr hier mit viel Aufwand 80% meiner Gemüsesaat unter Glas vorge-pampert, und am 15. + 16. Mai ausgepflanzt - am 18.5. hat man nicht mal mehr gesehen, wo ich was hingesetzt hatte, weil über Nacht zig Schnecken *Paaaaarty* hatten....von denen vorher NIE was zu sehen war. (ich dachte tatsächlich, hier gäb es nur wenige...:roll:)


    Schädlinge als Massenfeind können nur und ausschließlich in Monokulturen auftreten - in freier Wildbahn gibt es keine Monokulturen.
    Und schon überhaupt nicht in wenigen Jahren mehrfach dieselbe Kultur in einer Fruchtfolge.


    Ich behaupte, die Varroa ist kein echtes Problem mehr, wenn der Rest der Landschaft wieder "stimmt".
    Aus unzähligen ehemaligen, auch tödlichen, Parasiten und Krankheiten sind im Lauf der Jahre nur noch Lästlinge oder sogar Symbionten geworden.


    Wer hat in seinen Bienenkisten noch die um 1900 erwähnten 24 Arten von krabbelnden Mikroorganismen?
    Varroabekämpfung killt auch Nützlinge.
    (ich backe selbst Brot, mit Sauerteig und Hefe, AS killt diese Ansätze genausogut wie Schwefel...was bedeutet das für die Milchsäurebakterien für die Pollenlangzeitlagerung?)


    Das ist alles unglaublich komplex vernetzt, da kann man nicht nur an einer Stelle was ändern, ohne genau zu gucken, was dann für eine Welle entsteht...


    Es gibt keine einfache Lösung.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
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