Beutenteile frittieren?

  • Erstmal ist frittieren mit reinem Bienenwachs nicht sinnvoll da es zu spröde ist.

    Nochmal kurz zu den Vorteilen vom besagten F.:

    -Die Kisten werden s.o. leichter da dem Holz fast vollständig das Wasser entzogen wird. Da das Holz hiernach kein Wasser mehr aufnehmen kann vergammelt es nicht und arbeitet auch nicht mehr.

    -Es ist unschlagbar günstig (Gefäß vorrausgesetzt)

    -Es geht sehr schnell (ich hab für 130Honigräume nicht mal nen halben Tag gebraucht, ca. 4min pro Zarge) streich mal in dem Tempo

    -Paraffin gibt es bei Icko in Säcken, als Wachs nehm ich Brwachs

    -es wird keine Farbe verwendet (ist sehr Bienenfreundlich) es kann nix ausgasen...

    -man schleppt keine Feuchtigkeit in die Verarbeitungsräume

    -noch ein sehr großer Vorteil:

    man kann Bruträume zum desinfizieren im Bad abkochen, ist mir lieber als Ätznatron und nicht so gefährlich, es entsteht keine Lauge die entsorgt werden muß

    und es hält sehr lange: Nachbehandlung frühestens nach 10 Jahren


    Wer Interesse hat sollte sich mal die Filmchen bei Youtube anschauen, im Ausland ist das sehr verbreitet.

    Frittieren als Beuteschutz kann von Biorichtlinien anerkannt werden, auf jeden Fall eher als irgend eine Farbe.

    Naja das wird schon aus Erdöl hergestellt, ist in Frankreich aber zugelassen.

    Man kann laut Wagner aber auch Leinöl und Wachs mischen.

  • ok wenn du das sagst. Ich finde halt, wenn man sich beide Videos anschaut, sieht brennen effektiver aus als das eintauchen.

    Der Unterschied ist oberflächlich kokeln (da ist nur die Oberfläche geschützt) oder komplettes Durchdringen vom Holz also totaler Schutz nicht nur an der Oberfläche!

    Außerdem Desinfektion s.o.

    Nimm Dir mal ne Minute Zeit, ließ bei Zimmer nach und denk mal über den Werkstoff Holz nach.

    Ich vermute Du hast den Sinn noch nicht so ganz geblickt!?

  • Okay habs verstanden. Durch das lange auskochen wird dem Holz komplett das Wasser entzogen und versiegelt.

    Platz 2 geht dann ans oberflächliche Einbrennen was auch noch den Zedernholz Effekt mitreinspielen lässt.

    Und Platz 3 dann für das Streichen mit Öl, Farbe, Wachs polieren.


    Da das mit dem auskochen schwierig umzusetzen ist würde ich dann trotzdem das Brennen bevorzugen als günstige Variante. Der Hummel musste das ja auch erst nach 16 Jahren auffrischen und bis dahin hab ich sicherlich genügend wachs um damit zu kochen.

  • Ich habe etliche Trogebeuten ausgeflemmt. Auf einer habe ich die Jahreszahl 1968 gefunden. Zugegebenermaßen waren die nicht der Witterung ausgesetzt. Das Holz dieser Beuten war auch von Aussen derart mit Wachs getränkt, die brauchen eigentlich keinen Anstrich mehr.
    Das mit dem Wachs funktioniert.
    Auch das mit dem Frittieren ist somit eine Möglichkeit die Beuten haltbar zu machen.
    Was mich daran stört, ist der Arbeitsaufwand und das Erdölprodukt Parrafin.


    Ich gehe sowieso davon aus, dass die Beuten im Verlauf der Jahre eh immer mehr mit Wachs getränkt werden und dadurch auf natürlichem Weg konserviert werden.

    Ein wesentlicher Aspekt fehlt aber noch in der Betrachtung und zwar ist das die UV Stabilität. Gerade die Weichhölzer werden durch die Sonneneinstrahlung angegriffen.

    Daher sind die ganzen Lasuren meist pigmentiert, damit dss Holz durch eine reflektierende Schicht geschützt ist.

    Zudem find ich persönlich die gestrichene Beuten optisch schöner. Das ist aber Geschmacksache.

  • Würde das denn bei schon lasierten Beutenteilen auch gehen?

    Ich kann mir vorstellen, das da erst mal der Lack wieder ab muß.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ein wesentlicher Aspekt fehlt aber noch in der Betrachtung und zwar ist das die UV Stabilität. Gerade die Weichhölzer werden durch die Sonneneinstrahlung angegriffen.

    Daher sind die ganzen Lasuren meist pigmentiert, damit dss Holz durch eine reflektierende Schicht geschützt ist.

    Zudem find ich persönlich die gestrichene Beuten optisch schöner. Das ist aber Geschmacksache.

    Das Uvlicht ist aber ne optische Sache. Auch schützt das F. nicht vorm Vergrauen aber das ist mir Wurst. Es muß günstig sein, schnell gehen und darf den Bienen nix tun!

    Sicher ist es aus Erdöl aber erstmal braucht man total wenig, ist bestimmt noch umweltfreundlicher als jede Farbe (auch für Leinöl wird ne Menge Benzin verfahren) und außerdem sind die Zeiten in denen ich die Welt retten wollte schon etwas her. Dafür nutzen wir als Genossenschaftsmitglieder nur Strom von Greenpeace und außerdem fahr ich zu den Bienen nur mit dem Bus :).

  • Würde das denn bei schon lasierten Beutenteilen auch gehen?

    Ich kann mir vorstellen, das da erst mal der Lack wieder ab muß.


    Liebe Grüße Bernd

    Da ich so meine leeren Bruträume im Frühjahr desinfiziere kann ich nur sagen das der Lack bei mir drauf bleibt und auch danach noch drauf ist.

    Außerdem sind meine Kisten mit Biolasur gestrichen und da geht auch etwas durch.

    Optik find ich nicht wichtig.... Haupsache es hält!

  • Warum benutzt man überhaupt teures Bienenwachs zum Frittieren? Könnte man nicht auch einfach Sonnenblumen- oder Leinöl benutzen? Oder schmeckt der Honig dann später nach Pommes?

    Ich habe zwar nicht soviel Ahnung.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass es der Aggregatzustand fest/flüssig ist.

    Wachs bleibt halt drin und Öl sicher nicht auf Dauer.

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy