Räuberndes Volk zu schwach ???

  • Hallo liebe Imkergemeinde
     
    Heute habe ich vom Nachbarimker ein sehr schwaches Volk übernommen. Der Nachbar war mit der Durchlenzung noch nicht fertig und hat in das sehr schwächliche Volk noch keinen Blick geworfen.
     
    Ich wunderte mich auch, das bei bestem Flugwetter, sehr wenige Bienen flogen, obwohl zweizargig überwintert.
     
    Bei der Einsicht in den oberen BR kam mir ein Verdacht, der sich im unteren BR bestätigte.
    Dieses Volk hat geräubert und sich fast beide Bruträume mit Winterfutter vollgekleistert. Der obere BR komplett mit Futterwaben und der untere zu 3/4 voll. Somit hat er sich selbst den Platz zum brüten genommen.
     
    Das hat man jetzt von der Räuberei. Die Taschen nicht voll genug bekommen und am Ende beinahe noch eingegangen.
     
    Gruß
    Andy

  • Hallo Andy,
    spricht doch eigentlich für die Findigkeit des Volkes.
    Außerdem sind Räuber ja keine Schwächlinge.
    Bei diesem Volk würde ich Ausnahmsweise mal einen Zargenwechsel machen, die seltene Ausnahme.
    Grund: Das Volk muss mit seinem Brutbereich näher ans Geschehen, also ans Flugloch.
    Durch das Überqueren müssen einer vollen Zarge ist es "weit ab vom Schuss".
    Die dann obere volle Zarge würde ich aber bis zum Trachtbeginn noch oben lassen.
    Wer weiß, wie die Alte noch loslegt und vieviel Platz sie braucht.
    Der große Vorrat sollte dem Volk das Gefühl geben, genug zu haben und vom Räubern abhalten.
    Die Futterwaben sind im Volk auch gut aufgehoben, bis sie woanders gebraucht werden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar, genau das ist ja das Problem. Die Kö hat nur 4 3/4 Waben als Brutnest zur Verfügung und das bei zwei Zargen. Der Rest ist voll mit geklauter Ware.
    Sie kann ihr Brutnest nicht mehr vergrößern. Da werd ich ihr etwas Luft verschaffen müssen.
     
    Gruß
    Andy

  • Hallo Andy,
    mach es so, wie ich Dir vorgeschlagen habe und gib dem Volk etwas Zeit.
    Freien Platz zum bestiften schaffen sich die Bienen von selbst.
    Und in vier Wochen erkennst Du das Volk nicht wieder und Dein Imkerfreund möchte es zurück:wink:.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin , Moin aus Hamburg ,
    Ich würde es auch wie von Lothar vorgeschlagen machen.
    Ich würde aber auf jeden Fall eine Futterkranzprobe ziehen und das Volk sehr im Auge behalten. Besonders einzeln stehende Brutzellen prüfen.


    Grüße aus dem dunklen Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)