Mein Warre Anfang

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    Kein ordentlicher Baufortschritt. Keine Brut.
    ... hungern ist schon wenn nichts mehr reinkommt.

    Wenn dein Schwarm keine Tracht mehr hat wirst du zufüttern müssen. Die ersten vier Wochen sind entscheidend ! Läppertrachten reichen da nicht.

    gruß Finvara




    Überlege auch gerade, meinem Schwarm was Gutes zu tun. Ersitzt jetzt gerade mal 12 tage in der Beute. Seit gestern sehr bescheidenes Wetter, Sturm, Regen, kalt. Werde heute mal die Drohnenwaben, die sie auf meinen Anfangsstreifen unten gebaut haben, hochsetzen und unten eine Zarge mit Mittelwänden unterstellen. In meinen Boden kann ich von hinten so eine Alu- Assiette einschieben, werde es mal probieren, die Fütterung von unten.

    Gruss
    erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Bernhard,

    zu Deiner Aussage: "Die Fenster zum Innern des Biens sind nicht aus Glas. Daher ist meine Empfehlung, die Glasfenster wegzulassen! :p_flower01:"

    Die ist erst einmal schön und auch verständlich. Ich meine aber auch, dass Erfahrungen und seien es "falsche" nicht übersprungen werden können. Wenn ich als Anfänger überhaupt noch keine Ahnung habe, wie es in so einer Beute zugeht (und wenn ich sage: absolut keine Ahnung, so meine ich das so), dann fällt es schwer, etwas "wegzulassen". Wenn ich so etwas in drei Jahren sagen würde, dann wüsste ich, wovon ich rede, zum jetzigen Zeitpunkt würde ich Dir bestenfalls "nachplappern".

    Ich freue mich jedenfalls, dass die Sicht durch das Glas bei mir sehr viel Freude und Ehrfurcht auslöst und ich mich dadurch zum "Inneren" des Biens herantaste.

    Im übrigen deute ich Deine Worte auch so (und damit stimme ich Dir zu), dass die Unterscheidung in "Innen" und "Außen" einer der Grundfehler unserer Denkweise ist.

    Gruß,

    Markus

  • Habe vorhin wieder nach den Bienies geschaut.
    Beim zweiten Schwarm (der größere) reichte die Traube bis in das erste Drittel der unteren Zarge , es herrschte trotz widriger Wetterbedingugen reger Flugbetrieb und jede 20-ste Biene hat Pollenhöschen an. Wabenbau konnte ich durch die Scheiben nicht erkennen.
    Beim Ersten war die Traube seitlich der Mitte und nur in zwei Dritteln der oberen Zarge und viel weniger Flugbetrieb und kein Eintrag von Pollen.
    Da für die nächste zwei Tage keine Wetterbesserung angesagt ist, sollte ich beide, keinen oder nur den schwächeren Bien füttern?
    Was könnte ich auf die Schnelle als Schwimmer nehmen? (Korken habe ich gerade nicht)

    fragende Grüße aus dem verregneten Vorharz

    Jörg

  • Keine Ahnung, ob Du füttern solltest. Als Schwimmer funktioniert auch reichlich sauberes Stroh.


    Ich hab in letzter Zeit auch über Styroporbrocken nachgedacht und noch keine guten Argumente dagegen gefunden (aber keine Erfahrung damit)

  • Das Füttern ist ein Eingriff in die natürliche Selektion und Evolution. Füttern ist Zucht.


    Ist Füttern notwendig? Für einen Kunstschwarm oder aus einem Ableger gebildetes Bienenvolk eher als für einen Naturschwarm? Für auf Rähmchen eingeschlagene Bienenvölker eher als für Stabilbau? Für Betriebsweisen, die auf Bienenmasse und gleich große Völker abzielen eher als für andere Betriebsweisen?


    Wann ist Füttern notwendig?


    Wenn das Bienenvolk unharmonisch ist? Wenn es nicht geschwärmt ist sondern geschwärmt wurde?


    Wann ist Füttern notwendig?


    Wenn nicht genügend Tracht für den Rest der Saison vorhanden ist?


    Wann ist Füttern notwendig?


    Wenn der Schwarm spät im Jahr fällt?



    Was passiert, wenn unharmonische Bienenvölker, die zudem auch noch zu spät im Jahr schwärmten, und in einer Gegend ohne ausreichendes Trachtangebot, über die Runden gebracht werden? Was passiert langfristig?



    Viele Grüße


    Bernhard

  • Moin Bernhard,

    es stimmt was Du da schreibst.

    Nur......


    gibt es diesen Stamm von Bienen nicht mehr, da seit fast 100 Jahren "künstliche" Zucht betrieben wird.
    Mit allen fatalen Folgen.


    Schönen Sonntag
    wünscht
    der
    Drohn



  • Danke Bernhard,

    daß Du das wieder mal ganz nüchtern und aus diesem Blickwinkel betrachtest.
    Genau darum hatte ich mich auch für Warre entschieden. Was kommt, das kommt und was nicht, eben nicht. Ich muß nicht von leben und nehme nur was ich brauche!
    Es sind Naturschwärme im Stabielbau.
    Ich werde nicht füttern, da mein Stand genau an ein 135 ha großes Naturschutzgebiet grenzt (http://www.lvwa-natur.sachsen-anhalt.de/quedlin/nsg0064.htm), sollte eigentlich ausreichend Tracht vorhanden sein.

    zur Zeit sonnige Grüße aus dem Vorharz

    Jörg

  • Servus,


    Meine Situation ist ähnlich wie Harzdrohn: zwei Naturschwärme; einer stark, einer schwach.


    Ich habe mich jetzt, gegen den dringenden Rat eines lokalen Imkerkollegen, gegen das Füttern in der jetzigen Situation entschieden.


    Das Wetter ist mäßig, aber nicht schlecht. Die Tracht ebenso. Und Linde und Sonnenblume sind ja in 2 bzw. 6 Wochen auch noch zu erwarten. Also denke ich mir sie sollten zurecht kommen. Ausserdem habe ich nicht vor dieses Jahr Honig zu ernten; bin daher nicht auf eine grosse Volksstärke für die Sonnenblume angewiesen.


    @ Drohn & Bernhard:
    man muss da zwischen evolutionären Anpassungen und individuellen Anpassungen eines Volkes unterscheiden. Evolutionäre Anpassung erfolgt v.a. durch Selektion; also durch Absterben von nicht angepassten Völkern. Ob dadurch alle überzüchteten Völker absterben kann wohl keiner voraussagen.
    Mein Grund für das Nichtfüttern geht aber eher Richtung individuelle Anpassung des Volkes. Ich möchte vermeiden, dass sich das Volk (respektive die Königin) durch das künstliche Futterangebot in dem Verhältnis Volksstärke/Trachtangebot/Vorrat verschätzt.


    Als Feuerwehrmaßnahme werde ich aber schon füttern. Bei einer extremen Schlechtwetterphase oder vor dem Winter, wenn die Vorräte nicht zu passen scheinen.


    Ich bitte meine Aussagen jedoch zu relativieren, da ich blutiger Anfänger in der Bienenhaltung bin. Unsicherheiten und Fragen werden sich noch auftreten; ich werde mich dann an dieser Stelle wieder rühren.


    Bernhart

  • Vor 5 Tagen (am Morgen des 26.5.) habe ich einen sehr großen Schwarm in 3 Warre Zargen eingeschlagen. (siehe mein Text im Thema 'Gitterboden')


    Direkt nach dem Einfüllen waren die oberen 3 Zargen komplett gefüllt (ich hab die Zargen vom Massivholztischler mit Fenstern). Wie zu erwarten brauchte es etwas bis sich die Traube neu bildete. In den letzten Tagen war je nach Tageszeit 1,1 bis 1,8 Zargen gefüllt mit Bienen. Und heute morgen schaue ich rein und sehe daß die oberste Zarge fast ausgebaut ist!


    Wenn die so weiter machen muß ich in ein paar Wochen wohl noch eine Zarge untersetzen... Ich schätze daß der Schwarm ein Gewicht von ca. 3 kg hatte. Dieser Schwarm wird nicht gefüttert. Sie fliegen schon fleißig :Biene:
    Mal sehen, je nach Sommer und Trachtentwicklung könnte es sein, daß dieses Volk sogar schon im ersten Jahr Honig an uns verschenkt.


    Bei aller Abwägung ist mir die Bauart mit den Fenstern lieber als das Öffnen der Beute. Auch vom Wabenziehen mag ich Abstand halten. Die Oberträger habe ich lose in den Nuten liegen, jedoch Markierungen auf der Oberseite der Zargen so daß klar ist wo genau sie liegen sollen. Nach dem Einschlagen eines Schwarmes wie diesem war so das Einlegen der einzelnen Oberträger leicht zu machen ohne Bienen zu quetschen. Die obere Zarge lief regelrecht über ... Alle Oberträger am Stück aufzulegen hätte ich nicht vermocht.


    Dieses Volk hat als oberen Abschluß die klassische Variante mit Mehlkleister-Stoff + Kissen gefüllt mit Sägespänen. Eine andere Variante, die ich mittlerweile gerne benutze ist Propolisgitter und als Dämmung Weichfaserplatte im Holzrahmen (Kissen genannt). Dabei benutze ich Faserplatten mit Kreisloch (Spundloch) von Bienen-Ruck angepasst auf die Warre-Größe. Passend dazu schneide ich ein Loch ins Propolisgitter und kann dann ganz einfach von oben mit Futterteller und Glasballon füttern. Das Spundloch ist üblicherweise mit dem ausgeschnittenen Gitterstück und eingefügtem Dämmstück verschlossen. So ist das Kissen schön warm. Sollte ich füttern müssen (nach Sicht durchs Fenster entschieden) dann setze ich einen zusätzlichen Holzrahmen auf das Kissen. So entsteht Platz für den Glasballon. So gefällt es mir besser als das Füttern von unten (Anheben ist schwer und stört Bienen) oder von oben mit Futterzarge (Wärmeverlust und große Störung).


    Propolisgitter und Weichfaserplatte sind zwar Industrieprodukte, also nicht generell nachhaltig erhältlich, aber sie stehen mir aktuell zur Verfügung und mir erscheint die Anwendung sinnvoll.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • hmmm,
    nachdem ich den letzten Beitrag gepostet habe, bin ich zum Bienenstand und hab gesehen, dass im kleineren Volk fast kein Flugbetrieb war (1 Biene pro Minute). Habe mich dann entschieden doch zu füttern.
    Als ich dann 2h später das Glas mit Zuckerwasser aufsetzen wollte, hab ich gesehen, dass der Flugbetrieb eh schon besser war.
    Wenn ich das vorher gesehen hätte, dann hätte ich nicht gefüttert; aber jetzt hatte ich schon alles vorbereitet und hab ihnen dann das ZW gegeben.


    so ist das mit Anfängern. Immer unsicher und wankelmütig... :roll:


    have fun,
    bernhart

  • Hallo Bernhart,

    wenn ich Deine Beiträge lese, denke ich manchmal, das könnte ich geschrieben haben. Jeden Morgen denke ich, verdammt nochmal, fliegen die wenig. Muss ich füttern? Nachmittags bin ich dann beruhigter. Am nächsten Tag fängt das Spiel von vorne an....:lol:

    Bei uns blüht jetzt aber schon die Linde, und die untere Zarge ist bereits zu zwei Dritteln ausgebaut. Ich füttere jetzt mal nicht.

    Hallo Konstantin, Deine Füttermethode (auch, wenn ich selbst jetzt nicht füttere) und Deine Abdeckung mit einem Propolisgitter finde ich interessant. Die Kleistermethode endete bei mir in einer Riesensauerei....

    Gruß,

    Markus

  • Servus Markus,
    ich finde es auch fein, dass sich einige weitere Beginner diesem Thread angeschlossen haben. Man sieht, es scheint ja ziemlich ähnlich zu laufen ...


    Bei mir habe ich übrigens ein paar Felder Weisssenf (Sinapis alba) entdeckt. Also scheint die Tracht im Moment doch nicht so läpprig zu sein wie befürchtet ...


    have fun
    Bernhart

  • So kanns gehen, wenn man Bienen nachts um kurz nach 1Uhr bekommt: Gestern hab ich einen Naturschwarm bekommen hatte nur etwas über 100km zu fahren :lol:. Nun waren Imkers so nett,daß es doch etwas später wurde :oops:. Nun hab ich mich eigentlich gar nicht aufs Füttern eingestellt aber da mir der Imker eher zum Füttern geraten hat hab ich kurzerhand 1l Wasser und 1kg Zucker gemischt Korken durchgeschnitten und rein. Ich machte es ganz Sachte, es hat sich keine Biene beschwert, doch die Bienen waren heute schon recht fleißig (Unkräuter en maß). Teilweise kamen sie auch schon mit Pollen. Aber ab und zu kamen welche aus der Beute und es sah so aus als wenn sie sich erst vom Zuckerwasser befreien müßten. Nun bin ich am überlegen ob ich das Zuckerw. nicht lieber wieder rausholen soll, aber ich möchte ja nicht schon wieder stören. Wie lange würdet Ihr warten? Ich dachte so an eine Woche, reicht das?


    LG vom Georg, der sich jetzt schon sicher, daß er sich für die für ihn richtige Betriebsweise entschieden hat.

  • Hallo Georg,
    was heißt vom Zuckerwasser befreien? Sind die Mädels nass und müssen sich schütteln wie ein Hund um fliegen zu können?
    Ich würde auf jedenfall die Futtereinrichtung aus der Nacht am Tage mal kontrollieren.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk