Puderzuckermethode erfolgreich?!

  • Hier ein wissenschaftlicher Artikel zu dem Thema.
    Auf Seite 146 findet Ihr eine Zusammenfaasung auf deutsch.


    Ich zitiere:


    "...Bei der direkten Einstäubung mit 5 g Puderzucker fielen 91 % der Milben ab, [...]. Die Einstäubung hatte eine schnelle Wirkung, bereits nach 18 Stunden wurden fast alle abgefallenen Milben gefunden. Die Bienensterblichkeit lag gleichmäbig bei einem Mittelwert von 0,5 % in allen
    Wiederholungen aller Methoden [...] Die Haftlappen von Varroa destructor waren dagegen stark mit Zuckerpartikeln überzogen. [...] Die Wirksamkeit der direkten Einstäubung mit Puderzucker war mit 91 % höher als die
    für die Behandlungen von Paketbienen gegen Varroa beschriebene Wirksamkeit von Fluvalinat oder Amitraz."


    http://www.apidologie.org/index.php?option=article&access=standard&Itemid=129&url=/articles/apido/pdf/2001/02/fakhim.pdf



    Gibt es dazu weitere Erfahrungen? Ist das ein gangbarer Weg?

  • Auch das Video auf Youtube kenne ich. Ist bereits 2 Jahre alt. Der Artikel, den ich zitiere ist aus 2000. Zeit genug, dass sich die Methode hätte bewähren können. Allein ich habe keinen Artikel gefunden, der die Wirksamkeit falsifiziert hat.


    Habt Ihr mahr darüber gefunden. Ist da nun was dran, oder nicht?

  • Die Antwort hab ich schon mehrfach gegeben:
    wenn du in einer sehr trockenen Gegend wie Arizona oder sonstiger Sommerdürre wohnst, ist es super, allerdings immer als Blockbehandlung.
    Hier im maritimem Klima keine Chance - der Puderzucker zieht soviel Wasser, daß die entscheidende Partikelgröße hierzulande aufgrund der Luftfeuchtigkeit kaum zu halten ist.
    Bei weniger als 20% Luftfeuchtigkeit super, bei normalen 50% *klump*.


    Und nein, komm nicht auf die Idee, es mit Kieselgur/Diatomeenmehl zu versuchen - das ist so fein, daß es den Bienen die Tracheen verstopft, das wurde schon vor 30 Jahren versucht und aufgrund der Todesfälle verworfen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke für den Hinweis Sabine. Klingt plausibel, dass die hohe Luftfeuchtigkeit die Wirksamkeit der Methode einschränkt. Ist das aber auch gesichert? Hast Du darüber genauere Infos, die eine Unwirksamkeit belegen? (Selbstversuche ;-) )


    Evtl. kann der Puderzucker vor der Anwendung ausreichend lange mit Reis vermischt gelagert werden, um die Verklumpung zu verhindern. Immerhin entzieht Reis sogar Salz das Wasser zum verklumpen. Diesen Effekt kennt jeder vom Salzstreuer.


    Der gleiche Effekt wird u.a. bei der Herstellung von Dekorierzucker genutzt: "Besonders feinen Puderzucker vermischt man mit Reisstärke zu Dekorierzucker. "


    Im Gegensatz hier noch ein Verweis auf einen Artikel aus 2005, der die Wirksamkeit belegt: http://www.beeccdcap.uga.edu/2007beecraftpaper.pdf


    " ... The authors report a mite removal rate of over 76% with this method.
    "


    Eine Unwirksamkeit der Methode für unsere Breitengrade wäre sehr bedauerlich, denn es könnte uns einen ökölogisch & biologisch einwandfreie und günstige Lösung bieten.

  • Ist das aber auch gesichert? Hast Du darüber genauere Infos, die eine Unwirksamkeit belegen? (Selbstversuche ;-) )


    Hallo Vielz......me,


    das kannst Du doch ganz einfach ausprobieren, auch wenn Du noch keine Bienen hast. Einfach Puderzucker unter verschiedenen Bedingungen verstreuen und beobachten...


    Wie soll man Dir raten, wenn Du im Profil nix angibst.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Radix () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • "... The authors report a mite removal rate of over 76% with this method."


    Das macht die Methode nicht zur ersten Wahl, wenn alle anderen Methoden zum einen einfacher in der Anwendung, zum anderen Erfolgsraten über 90% haben.


    Eine Überlegung wäre allerdings: Ist das eine mögliche Varroafrühlingsbehandlung ? Keinen Einfluss auf die Honigqualität, keine Rückstände.
    Die Alternative zum Drohnenschneiden (bäh!) oder Ablegerbildung ?

  • Jede Woche stört aber ganz schön. Ich bin nicht der, der jede Woche seine Völker auseinandernimmt. Wenn ich sehe, dass alles ruhig fliegt, bleibt der Deckel drauf. Stört das nicht auch jedesmal die Eiablage, Sozialverhalten...und 0.5% Bienenschaden. Ich bin nicht so davon überzeugt.


    Wie gesagt, für die erste Hälfte des Jahres vielleicht eine ideale Methode.

  • Der Simon schaut sich das alles hier noch eine Weile an um zu sehen, welche schlauen Ratschläge wohl noch kommen könnten?!?!


    Ich habe das voriges Jahr mal ausprobiert. Ich fand es eine rechte Schweinerei und der Erfolg erschien mir nicht so überragend. Als Notlösung vielleicht bei vielen Milben geeignet um kurzfristig für eine Entlastung zu sorgen. Allerdings mögen die BIenchen das garnicht. Die brummen und fliegen wie wild. Außerdem löst es hald auch leicht Räuberei aus.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!


  • ...
    Ist das eine mögliche Varroafrühlingsbehandlung ?
    ...


    Hallo Gartenimker,


    wer im Frühling behandelt, ist wohl entweder ein "Nichtbehandler", der Muffensausen bekommen hat, oder ein bedauernswerter Schlechtbehandler.


    Ausprobieren könnte man die Methode eher im Sommer, wenn wegen einer zu erwarteten Spättracht eine Abschleuderung an sich zu früh käme, die Varroapopulation aber schon ein Eingreifen erfordert.


    Da könnte auch schon eine Erfolgsquote von 50% weiterhelfen (im Sinne eines Zeitgewinns bis zur AS-Behandlung).


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon

  • Damit sind alle Drohnenschneider und Ablegermacher Schlechtbehandler.


    Die Varoapopulation steigt kontinuierlich. Die Notwendigkeit "zwischendurch" zu behandeln seh ich schon. Ich hab´s bisher mit Ablegerbildung geschafft, die Varroen im Volk zu verringern.
    Soll ich wirklich tatenlos zusehen bis zum letzten Abschleudern ??