Warre und der Schimmel

  • Hallöchen,
    habe heute in Sommerstellung gedreht und Zargen unter gesetzt.
    Dabei war der Boden voller schimmelnder Bienen. Das hat mich bissel an gekotzt muss ich sagen. Dieses Jahr werde ich den Plan mit dem Gitterboden endlich um setzen.
    Das Sägemehl in dem Kissen war auch deutlich feucht (da kommt demnächst Kleintiereinstreu rein)
    Ich hatte letztes Jahr schon verschimmeltes Heu in dem Deckel und in den Zargen auch einige unangenehm aussehende Stellen.
    Das es an der Lüftung liegt ist fast klar. Allerdings wundere ich mich, dass das bei anderen nicht auf getreten ist bzw der Warre das nicht erwähnt.
    Ich hoffe zumindest die guten Immen haben alles mit Propolis aus gekleistert.
    Würde mich mal über eure Infos freuen
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Olli,
    die Bienen packen Propolis nur dahin, wo es zieht, oder der bee-space nicht paßt, stell dir das NICHT als Tapete vor.:wink:
    Lies Dennis und tu statt Kissen Folie drauf - die Bienis saufen das Kondenswasser.
    Bienen auf dem geschlossenen Boden sind immer schimmelig.
    Früh gestorbene Bienen im Klump in Wabengassen mit offenem Gitterboden aber auch.
    Dennis sagt, Schimmel an den Randwaben sagt, daß die Bienis keinen Durst leiden mußten - okay, Wyoming ist deutlich trockener als hier, aber ich hab mit Folie und Gitterboden auch ab und zu Schimmelwaben, aber die sind meist standortbedingt - Dauerschatten im Winter.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • aber ich hab mit Folie und Gitterboden auch ab und zu Schimmelwaben, aber die sind meist standortbedingt - Dauerschatten im Winter.


    Genau so stehen sie - Dauerschatten im Winter. Wenn ich da jetzt Folie drauf mache brauch ich keine Warre mehr ;) Das mit dem Kissen find ich ganz gut. Allerdings ist es trotzdem überlegenswert mit der Folie. Mal sehen was hier noch so geschrieben wird :)
    Olli

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  • @ Honig
     
    Ich kann nur vermuten : Du schreibst von Sägemehl in dem Kissen. Ich verwende Hobelspäne. sie sind deutlich dampfdurchlässiger.
    Kissen und Dach sind bei mir immer offen ( siehe http://galerie.immenwiese.de ). Nur so kann Feuchtigkeit auch verdampfen !
    Meine Bienen haben bei einer Fluglochöffnung von etwa 2,5 x 3,0 cm im Kaltbau ( Sommerstellung) überwintert. Kein Schimmel !
    Winterstellung hab ich nicht gemacht. Dafür Abstandsramen untergesetzt.( Siehe Galerie ).


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallop Sabi(e)ne,
    eine kleine Anmerkung darf doch sein. Du schreibst: (alles, was ich sage/schreibe, bezieht sich auf *meine* Bienen, *meine* Standorte, *meine* Gegend, *meine* selbst gemachten Erfahrungen) Das stimmt so bei dir nicht, denn es gibt ja noch deine Amis :lol: mit ihren Axiomen.
     
    Doch darf ich hier eine Anmerkung aus Norddeutschland anbringen. Die Heideimker sagten:" Fliegen Bienen zur Unzeit, sitzt das Flugloch falsch." Vielleicht ist das hilfreich. Vor Jahren, als es noch kein Internet gab, habe ich Musikinstrumente gebaut. Ein Instrumentenbauer, welcher alte Instrumente wieder zur Blüte brachte sagte mir in seiner Werkstatt. Wenn die Alten unserer Müllmöglichkeiten gehabt hätten, hätten sie diese Materialien auch benützt. Deshalb nützte er einen Autoschlauch für einen Dudelsack. Auch Warre imkerte in einer Knappheitsgesellschaft und nützte was es gab oder greifbar war. Er konnte keine Styroporschnippsel benutzen, weil es keine gab. Man schlief auf Strohsäcken, der Inhalt wurde später als Einstreu benutzt. Alles wurde damals mehrfach verwendet. Mein erstes Volk war in ausgedienten Colakisten mit Dämmplatten ausgekleidet. Hier gäbe es sicher noch viele Möglichkeiten.
     
    Als man noch mit geschlossenen Böden arbeiteten wurden die Randwaben im Herbst entnommen oder im Frühling dann verschimmelt.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo zusammen liebe Imkergemeinde und Bienenfreunde.
    Habe heute das schöne wetter genutzt und habe mal meine 3 völker durchgeschaut. Ich habe auch schimmlige bienen gefunden und auch schimmlige waben. halt am randbereich. zwar nicht extrem aber halt ein bisschen. aber wenn ich das so lese, ist das wohl nicht so schlimm? oder doch. hatte sowas noch nie. hat das einfluss auf meine brut oder legt sich das wieder wenn es richtige los gehen bei denn kleinen?

  • Hallo,
    Wenn es nur ein " bisschen" ist werden deine Bienen damit fertig.
    Und wenn die Waben ansonsten in Ordnung sind, kein Grund zur Panik.
    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Ich selbst habe nur eine (belebte) Warrebeute mit Schimmel auf dem Boden gesehen. In diesem konkreten Fall war es eindeutig der Standort. Die Beute stand auf eine Betonplatte und war Schlagregen ausgesetzt. Dadurch war der Boden sehr nass und entsprechend hielten sich die Bienen vom Boden fern. Die unterste Zarge wurde nicht besetzt. Sobald eine weitere leere Zarge untergesetzt wurde, nahmen die Bienen diese sofort an - die unterste Zarge wurde weiter nicht angenommen.


    Diese Bienen habe ich dann auf circa 1 Meter über den Boden gebracht mittels einer Ständerkonstruktion. Danach hatte ich keine Probleme mehr mit einem nassen, schimmligen Boden.


    Im Rest der Warrebeute habe ich bei belebten Völkern noch nie Schimmel gesehen, auch nach dem Winter nicht. Ich glaube auch, dass das in Warrebeuten ein schlechtes Zeichen wäre. Bei abgestorbenen Völkern ist ein Verschimmeln wohl natürlich.


    In den übrigen Beuten habe ich keinen verschimmelten Boden. Die sind eher reinlich.


    Bei anderen Warreimkern weltweit wurde ebenfalls von ein paar Fällen mit feuchten Böden berichtet. Fast jedes Mal war es der Standort oder ein Betonboden, der dazu führte. Ein anderes Mal war der Boden nach hinten geneigt, weswegen das Regenwasser durch den Eingang in die Beute geleitet wurde.


    Einen offenen Gitterboden verwende ich nicht und werde ich auch nicht verwenden. Ich bin der Meinung, dass die Belüftung der Beute von den Bienen gesteuert werden sollte. Dadurch können sie eine gesunde Belüftung selbst einstellen. Bei einem offenen Gitterboden ist die Beute zwar ständig gut belüftet, jedoch völlig unkontrolliert. Das ist nicht immer gut.


    Ein Problem mit der Feuchtigkeit entsteht meines Erachtens nur, wenn der Wasserdampf innerhalb der Beute kondensiert. Und der Dampf kondensiert am liebsten auf kalten Flächen. Je weniger kalte Flächen, desto weniger Kondensation innerhalb der Beute. Idealer ist es, wenn der Wasserdampf durch das Flugloch aus der Beute heraus "geatmet" wird und er draußen kondensiert. Wenn man also ein starkes Volk auf zwei Zargen reduziert im Winter ist die Beute vollständig besetzt und die Bildung von Kondenswasser innerhalb der Beute ist wohl gering.


    Dann sollte die Beute so aufgestellt sein, dass sie vom Boden etwas Abstand hat. Damit der Boden die Wärme nicht auffrisst und kalte Füsse mit Kondenswasser verursacht.


    Ich habe meine Kissen mit Heu gefüllt, aber ich glaube, das macht keinen Unterschied zu den Sägespänen.


    Ich würde die Beuten vom Standplatz her verändern, bevor ich einen offenen Gitterboden verwenden würde. Also mehr in die Sonne rücken (nur am Vormittag), auch im Winter.


    Das Gesagte gilt für die Warrebeute, die eine Besonderheit aufgrund ihres geringen Durchmessers von 30cm ist. Das entspricht in etwa der Wintertraube, somit ist die Beute auch im Winter größtenteils ausgefüllt.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Danke Bernhard für deine geschätzte Einschätzung. Mal schauen was sich tun lässt. Mit der Sonne wird das schwierig. Das mit dem Wasser in den Boden ist mir so von der Idee noch nicht gekommen. Da muss ich ggf noch mal was tun (Wasserwaage) etc. Ich hoffe ich bekomme den Schimmel wieder raus ansonsten kann ich die Beute dem Feuer weihen.
    Olli

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