Warum streichen Großbetriebe weiß und wir dunkel?

  • Hallo!
    Sicher nicht beschränkt auf Großbetriebe sondern eher auf diese der südlichen Länder konnte ich feststellen das diese immer weiß gestrichen werden.
     
    Klar haben wir die Antwort jetzt schon aber ich kann mir nicht vorstellen das die Kästen bei dessen Sonnenstrahlung bedeutend wärmer sind als unsere.
    Ich habe mir schon oft Gedanken gemacht ob es nicht besser ist meinen Bienen damit auch einen gefallen zu machen da die Kiste im Sommer mindestens 60-70C° haben....
     
     
    Was meint Ihr dazu?
     
     
    P.S.: Sollte es schon einen Thread diesbez geben würd ich mich über den Link freuen...

    Gruß Dennis....

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Melino ()

  • - ... Weil Großbetriebe keine Zeit für irgendwelche Faxen haben.
    Weiß garantiert immer eine kühle Beute.


    Ps.: Ich hab alle Beuten in weiß und fahre gut damit. Ich kann nur jedem empfehlen es wenigstens mal mit ein / zwei Beuten zu probieren.
    Dort wo das danebenstehende Volk in der Sommerhitze fast kollabiert, geht in der weißen Beute alles seinen normalen Gang.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Ich denke da tuts auch eine andere hellere Farbe.
    beeahead


    Eben. Und ich muss doch meinen Stand ohnehin so einrichten, dass kein Volk gleich in welcher Beute in die Situation kommen kann, fast zu kollabieren

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • @ beehead


    ... Definitiv ... NEIN,


    ich habs in den vergangenen Jahren probiert. Von Braun bis Hellgelb. Die Unterschiede sind sogar noch zwischen Hellgelb und Weis mit der bloßen Hand deutlich fühlbar. Ein Experiment was jeder mit ein Paar angestrichenen alten Möbelplatten oder Brettern ,die er in die Sonne stellt, nachprüfen kann.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Eben. Und ich muss doch meinen Stand ohnehin so einrichten, dass kein Volk gleich in welcher Beute in die Situation kommen kann, fast zu kollabieren


    Das kann schon sein,
    aber die Frage betraf Großimkereien. Wenn die mit 100, 200 oder mehr Völkern irgendwo für jeweils zwei oder drei Wochen zum Bestäubungseinsatz anrücken können die weder erst umständlich nach einem " schattigen Plätzchen " suchen noch großartig teure Beschattungen aufbauen.
    Die Beuten werden abgeladen , am Feldrand , Waldrand, in der Botanik , usw. wie es das Gelände und die Anfahrt hergiebt. ( Zeit und Material ist dort Geld, und Arbeitskräfte auch !)
    Über die Spielereien der Hobbyimker können die nur müde lächeln.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Das kann schon sein,
    aber die Frage betraf Großimkereien. Wenn die mit 100, 200 oder mehr Völkern irgendwo für jeweils zwei oder drei Wochen zum Bestäubungseinsatz anrücken können die weder erst umständlich nach einem " schattigen Plätzchen " suchen noch großartig teure Beschattungen aufbauen.
    Die Beuten werden abgeladen , am Feldrand , Waldrand, in der Botanik , usw. wie es das Gelände und die Anfahrt hergiebt. ( Zeit und Material ist dort Geld, und Arbeitskräfte auch !)
    Über die Spielereien der Hobbyimker können die nur müde lächeln.


    Gruß Finvara



    Für mich ergab sich da nicht so recht, welche Art von Imkerei konkret gemeint wurde. Klar gehen die Uhren bei den Berufsimkern ein wenig bis reichlich anderes. Und ich komm sogar ganz gut ohne Spielereien mit den Völkern über dem Sommer. Bin zwar kein Berufsimker, aber muss meine Zeit bei den Bienen auch sinnvoll einsetzen.


    Schade bei den etwa werksseitig hellen Segebergern ist, dass sie ohne Anstrich irgendwann stauben. Und, noch schlimmer: schnell geklaut werden. Im hamburger Umland sind sie scheinbar gerade wieder unterwegs. Einem Kollegen haben sie grade einen halben Stand abgeräumt. Besetzte Beuten im Stück und, warum auch immer, besetzte Waben aus den Beuten heraus.


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Wentorfer
    Das mit dem klauen stimmt allerdings. Weiß ist nicht grad die beste Tarnung.
    Das Farbproblem bezieht sich aus meiner Sicht ohnehin nur auf Holzbeuten.
    Für Styropur kann ich nicht sprechen, ich denke aber das es dort auf Grund des hohen Isowertes keine Rolle mehr spielt.
    Was die Großimkereien betrifft,- ich wollt nur zum Ausdruck bringen das wir nicht alles mit unseren Hobbymaßstäben messen können.
    Und in den Südlichen Ländern ist Schatten ein gesuchtes Plätzchen. Die Landschaft ist etwas anders als bei uns. Für die meisten Imker einfach nicht machbar oder unverhältnismäßig teuer.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Tach zusammen.


    Ich habe aber auch schon gelesen, dass "Themperaturreize" im Spätwinter für den Brutbeginn förderlich sind. Bezogen auf Holzbeuten wäre im Winter also eine dunklere Farbe entwicklungsfördernd. Bedingt aber dass die Beuten im Sommer im Schatten stehen. Vielleicht hab ich da was falsch verstanden:confused:


    Viele Grüsse Melli...!

    Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft. [v. Ehrenfels.]

  • Tach zusammen.
     
    Ich habe aber auch schon gelesen, dass "Themperaturreize" im Spätwinter für den Brutbeginn förderlich sind. Bezogen auf Holzbeuten wäre im Winter also eine dunklere Farbe entwicklungsfördernd. Bedingt aber dass die Beuten im Sommer im Schatten stehen. Vielleicht hab ich da was falsch verstanden:confused:
     
    Viele Grüsse Melli...!


     
     
    Naja, am meisten hat man wohl zu fürchten, dass eine dunkle Beute, durch Sonnenstrahlen aufgeheizt, den Bienen Frühling vorgaukelt, obwohl draussen Schnee und 0°.... Deshalb wird vielleicht von vielen der offene Gitterboden als notwendig erachtet, der solches wieder kompensiert.
    Denk' ich. Aber ich kann mich irren, besonders, da null eigene Erfahrung.:roll:
     
    Gruss
    erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Vielen Dank für die vielen Antworten.
     
    Mein Gedanke bei dieser Geschichte ist jedoch, dass der Temperaturunterschied nicht unbeachtlich ist und den Bienen echt nicht zumutar ist.
    Welche Kiste steht schon permanent im Schatten? Keine! Meine sind auch in einem Schönen Nussbaum, harmonisch mit einem dazupassenden Moosgrünen Deckel gestrichen was mir sehr gut gefällt.
    Damit vertrete ich jedoch nur meine Wünsche und nicht die des Biens...
     
    Man muss sich mal überlegen was das Volk Energie aufwenden muß um einen Temperaturunterschied von bis zu 30C° auszugleichen. Da ist meine Wunschfarbe weils mir gefällt echt nicht angebracht. Wobei ich die Weißen echt hässlich in der Natur finde.
     
    Tarnung, naja.. Ich weis nicht ob meine nur wegen der Farbe in der Landschaft verschwinden. Seit ich Imker bin sehe ich Bienenstände schon in einer Entfernung in welcher andere es nicht als diese wahrnehmen. Wer diese sucht wird sie auch finden. Und ich denke mir´, keiner Läd die Dinger einfach so ein weil er sie mal so gerade am Straßenrand sieht.
     
    Aber darum gehts ja eigentlich auch gar nicht.
     
    Ich find die 30 C° mehr wirklich einen touch to much und werde umdenken...
    Interessant wäre es wirklich einmal zu wissen welche Nachteile dem Bien dadurch entstehen....
     
    So denn, Gruß Dennis
     
    P.S.: Weis jemand eigentlich aus welchem Aufgabengebiet die sterzelnden Bienen bezw. die Klimaregulierenden Bienen stammen? Sorry das ich so komisch frage aber ich denke ihr wisst was ich meine. Da die Menge im Sommer ja manchmal nicht unbeachtlich ist denke ich mir irgendwo müssen diese ja abgezogen werden um diese Arbeit zu verrichten? Und mit Sicherheit sind es nicht nur die, die man am Flugloch sieht sondern weitaus mehr.
    Klartext: (ist jetzt zwar Erbsenzählerei) Aber die könnten doch Honig sammeln!? Und die Energie die aufgewendet wird verkürzt die Lebensdauer der Biene! Denke ich mir...
     
    Gruß Dennis


  • ... Und die Energie die aufgewendet wird verkürzt die Lebensdauer der Biene! Denke ich mir...
     
    Gruß Dennis


    ... Und vor allem deinen Honigertrag. Bei solch extremen Belastungen stellen diese Völker das sammeln von Nektar fast vollständig ein, wärend andere eben noch sammeln können.
    Weiß mag zwar ungewohnt aussehen, kommt aber den bedürfnissen des Biens immer noch am besten entgegen. Man sollte immer bedenken das der Bien in der Natur, z. B. in einer Baumhöhle, von einer starken Holzwandung pluß einer dicken Borke umgeben ist. Da können mal locker 10-15 cm
    Gesamtwanddicke zusammenkommen. Und das am lebenden Baum ,der ja auch noch Feuchtigkeit führt, in luftiger Höhe im Wald. Da spielt Sonneneinstrahlung kaum noch eine Rolle.
    Bei unseren modernen Beuten sieht das schon anders aus. Sie werden schon bei ein/zwei Stunden intensiver Sonneneinstrahlung zum Backofen.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Bei der Verbreitung der Magazine hat man sie silbern gestrichen. Die Idee ist also nicht neu. Doch dann hat man festgestellt, dass die Bienen das nicht mögen und sich verfliegen.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Also wenn ich mir das für und wieder hier so anschaue ist es doch eigentlich ein NoGo die Kästen dunkel zu streichen, schon gar nicht erst Nussbaum wie ich:roll:
     
    Also muss der Bandschleifer her. Habe hier mal gelesen das einige schon über Jahren ihre Kästen eigentlich gar nicht streichen. Durch Sonneneinstrahlung und Witterung entsteht eine natürliche Patina unter welcher das Holz dauerhaft geschützt ist.
     
    Resumé: Farbe ab und Natur drauf! Also meins jedenfalls...
     
    Fraglich das ein solch entscheidender Faktor nicht kommuniziert wird und ich dies in noch keinem Buch gelesen habe. Klar, eigentlich kann man sichs denken. Habs halt so gemacht wie alle anderen auch :-?
     
    .....


    Nachtrag:
    "Holzschutzmittel kein Muß
    Architekt Ernst Maurer antwortet auf die Frage, ob man Holz eigentlich immer mit Holzschutzmitteln imprägnieren muß: Nein, das Holz hat die Eigenschaft, mit der Zeit zu vergrauen, und das sei ein natürliches Holzschutzmittel, ähnlich wie die Patina, die Kupfer mit der Zeit bekommt. Viele alte Holzgebäude wurden nie gestrichen und sind dennoch sehr alt und stabil. Empfehlenswert sei es aber, das Holz vor direktem Regen zu schützen, etwa durch Dachüberstände."