Pollenfalle anbringen

  • Nachdem ich in den letzten Jahren vermehrt von Pollen Allergikern angesprochen worden bin, ob ich Pollen zu Desensibilisierung liefern könnte, habe ich mich entschlossen dieses Jahr erst,als Pollen zu ernten.
    Da einige dieser Kunden allergisch gegen Frühblüher ( Erle Hasel Birke )
    sind wollte ich auch diese Pollen ernten.
    Jetzt meine Frage:
    Ist es zu verantworten, so früh im Jahr Pollen zu ernten?
    Gibt es Erfahrungswerte bei Euch wie sich solche Völker entwickeln, denen sehr früh im Jahr Pollen entnommen werden?


    Gruß Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.

  • Ist es zu verantworten, so früh im Jahr Pollen zu ernten? Gruß Schilling


     
    Moin , Moin aus Hamburg ,
    der Pollen ist sehr wichtig für die Entwicklung der Jungbienen und das erste frische Eiweiß im Jahr.
    Da unser Bienenjahr eigentlich auch nur ein halbes ist, würde ich das nicht machen. Vielleicht im Sommer , wenn man 20 - 30 Völker hat, so das man täglich wechseln kann. Das langt dann aber wahrscheinlich auch nur für den Eigenbedarf.
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Schilling


    Ich ernte, zwar nicht jedes Jahr, aber doch öfters Pollen. Der Aussage von Daniel möchte ich widersprechen. Ich weiss nicht ob er jemals selbst in größerem Umfang Pollen geerntet hat, aber die beste Zeit um eine Pollenfalle an ein Volk anzubringen ist zeitig im Frühjahr, so etwa zur Kirschblüte. Die Völker habe keine Mangelversorgung mit Pollen, sondern einfach nicht soviele Pollenbretter.
    Ich bin zwar der Meinung, daß Pollen eine sehr gesunde und empfehlenswerte Nahrungsergänzung ist, allerdings habe ich persönlich meine Zweifel ob er wirklich gegen Pollenallergien hilft. Wir müssen ja bedenken, daß Pollenallergien vor allem von Windbestäubern (Gräßer, Birken, Hasel) ausgelöst werden, die nur zum geringen Teil von Bienen gesammelt werden.


    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Wolfgang


    "Vor allem von Windbestäubern" ist Quatsch!!


    Bin selber Allergiker :-(
    und ich vertrage die Pollen meiner Damen (Ganzjährig) auch nicht.
    Da spielen noch viel mehr Faktoren eine Rolle.

  • Hallo Grubi


    Ich bin schon der Meinung, daß Windbestäuber, die die Umwelt mit Ihren Pollen "überschwemmen" müssen, um überhaubt eine Chance zur Bestäubung zu haben, für Allergiker gefährlicher sind, als auf Bestäuber angewiesene Pflanzen. Gerade dadurch, daß sie von den Bestäubern, statt dem Wind Ihre Pollen an die Narben bringen lassen, ist von Ihnen wesentlich weniger Pollen in der Umwelt.
    Daß manche Menschen auf Bienenpollen allergisch reagieren ist schon klar, aber sie brauchens dann ja nicht essen.


    Gruß


    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Moin , Moin aus Hamburg,
     

    Ich ernte, zwar nicht jedes Jahr, aber doch öfters Pollen.


     
    Nicht jedes Jahr aber öfters. :roll: Wieviel Pollen erntest Du denn so ?
    Wenn Du denn mal erntest . Von wieviel Völkern erntest Du dann ?
     

    Der Aussage von Daniel möchte ich widersprechen. Ich weiss nicht ob er jemals selbst in größerem Umfang Pollen geerntet hat,


     
    Hat er nicht und hat er auch nicht behauptet. :evil:Bitte keine Unterstellungen. :evil: Ich habe gesagt, das ich es nicht machen würde und das es wahrscheinlich auch nur für den Eigenbedarf langen wird.
     
    Schilling wollte für mehrere Kunden ernten. Das können schnell ein paar Kilo an Bedarf werden.
     
    Ich lerne aber gerne dazu. Dann berichte mal von Deinen Erfahrungswerten.:p_flower01:
     
    Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Der Allergiker reagiert auf die Proteine (Eiweißstoffe) im Pollen.
    Klar, muß man es nicht zu sich nehmen :wink:
    Aber mit geringen Mengen kann man den Körper schon daran gewöhnen.


    Aber die Frage ist doch,
    ob wir in unseren Breitengraden überhaupt soviel Pollen ernten können ohne den Völkern zu schaden?


    Du gehst Einkaufen,
    und unten an der Haustür nimmt Dir einer Deine Einkäufe gleich wieder ab.
    Und oben schreit Dein Kind nach Essen :wink:
    Was machst Du dann?

  • Man kann ganz grob für jedes Vollvolk einen Jahresbedarf von etwa 40-50kg Frischpollen rechnen, und der erste ist der wichtigste überhaupt, weil die Bienen dann nur noch in absoluten Notsituationen an den Lagerpollen gehen.
    Frischpollen wird jederzeit bevorzugt.
    Und bitte, wie will jemand ernsthaft bei den ganzen gelben Pollen im Frühjahr unterscheiden, von welcher Pflanze sie stammen?
    Windbestäuber sind nicht so extrem beliebt bei Bienis, ich hab sie in den letzten Wochen nur in den Erlen gesehen, solange nichts anderes blühte, da war danach sogar Huflattich interessanter, ich hab etwa 70qm damit am Stück.
    Der Grund liegt im höheren Eiweißgehalt der Pollen der nicht-Windbestäuber.
    Den energetischen Aufwand kann sich eher eine insektenbestäubte Pflanze leisten als ein Windbestäuber, aufgrund der nötigen Mengen.
    Und die Killer-Allergiepflanze wird in den nächsten Jahren die Ambrosia werden - Windbestäuber zu einer Zeit, wo es noch genug Blütenpflanzen gibt, mitten im Sommer.


    Für Allergiker kann man nur Honig vom Imker nebenan empfehlen - Ganzjahreshonig.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Für Allergiker kann man nur Honig vom Imker nebenan empfehlen - Ganzjahreshonig.


    :daumen: Sag ich doch immer... :p
    Ich "mache" bisher nur solchen, wegen der guten Erfahrungen sowohl von meiner Frau als auch von den Kunden.


    Ich würde einem Allergiker nie Pollen pur empfehlen.
    Im Jahreshonig ist er in feinster Verteilung und Dosierung vorhanden - homöopathisch eben...


    ...und wer dankt es mir in Fulda mit der Bewertung...? :-(
    :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Daniel,
    ich ernte etwa jedes zweite Jahr mit Pollenfallen, die ich zu Beginn des großen Blühens (Kirsche) vor 3 bis 4 Völker anbringe (Menge pro Volk 3 - 5 kg). Die Verwirrung der Völker durch die Pollenfallen (erschwerte Fluglochpassage) klingt um diese Zeit schneller ab, als wenn du das bei superstarken Völkern 6 Wochen spater machst. Pollenfallen streifen auch nie allen Pollen ab, sondern höchstens die Hälfte. Das Bienenvolk hat genug nicht aktivierte Reserven um das durch eine erhöhte Sammelaktivität auszugleichen.
    Pollensammeln ist mühsam und einen großen Markt gibt es nicht gerade. Hin und wieder werde ich danach gefragt, und dann verkaufe ich auch etwas. Der größere Teil ist aber zum Selbstverbrauch innerhalb der Familie.
    Ich will das auch nicht unbedingt ausdehnen. Du musst die Fallen täglich entleeren, den Pollen von Fremdkörpern befreien und troknen. Die Imker die sich bei Nachragen der Kundschaft spanischen Pollen besorgen habens einfacher.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wespenkönig () aus folgendem Grund: was vergessen

  • Pollensammeln, 1 kg pro Volk, den Pollen einfrieren, ab dem 15. Februar, NACH den ersten Reinigungsflügen, mit 5 kg Honig oder apiinvert mischen und dem Volk obenauflegen. Bodenbretter schliessen. Und du erhälst die schönste Frühtracht auch mit spätbrütenden Bienen.