Eine Art Warré-Strohbeute von Linné

  • Interessanterweise beschrieb der Bruder des berühmten Taxonomen Carl von Linné einen Strohstülper, der gestapelt werden kann. Sie ähnelt damit dem Warré- oder Christprinzip. Anscheinend war das Verfahren früher weiter verbreitet als bisher angenommen.


    http://warre.biobees.com/linnaeus.htm


    Bernhard

  • Hallo Bernhar,
    zwar nicht ganz so "hochstaplerisch", aber Untersetzringe sind in der Korbimkerei hier auch bekannt.
    Ein alter Imker erzählte mal, wie man solche bearbeitet hatte.
    Mit einer "Klaviersaite" wurde der obere Teil abgeschnitten.
    Neue Völker durch Schwärme.
    Wobei seine Befürchtung war, das man dies wegen der Varroa wieder so machen werden muss.
    Er war wohl zu sehr darauf eingeschworen, Schwärme in der Kastenimkerei zu verhindern.
    Allerdings erscheint mir die "Christsche Betriebsweise" mit Stroh- statt Holzbeuten nicht ungewöhnlich gewesen zu sein.
    In Gegenden wo Strohkörbe, und damit die Herstellung dieser, verbreitet waren, kann ich mir vorstellen, das man diese Varriante benuzte.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    ja, die Abbildungen von Magazinen aus Stroh und Holz habe ich auch schon öfter gesehen. Das Magazin ist ja auch nicht mit den Rähmchen zusammen erfunden worden, sondern vermutlich sehr viel früher. Ist garnicht so einfach herauszufinden, wann genau das war, weil ich auch schon Abbildungen aus dem Mittelalter (wenn ich mich richtig erinnere) gesehen habe.



    Bernhard

  • Hallo,
    Im laufe der Zeit hab ich mir so eine kleine Computerbibliothek zugelegt.
    ( Eben was man so an historischer Literatur zum Thema Bienen im Web findet und herunterladen kann.)
    In fast allen Büchern findet man die Magazinbetriebsweise beschrieben. Entweder in Stroh.- oder Holzmagazinen. ( Meist aber rund.) Stroh wurde wegen seiner besseren Eigenschaften allerdings favorisiert. Kann ich nachvollziehen, leider ist brauchbares Stroh heutzutage fast nicht mehr zu bekommen, und wenn,dann irrsinnig teuer. ( Was für ein " Fortschritt " :confused:.)
    Insofern hat Warre also nichts neues erfunden.
    Ich denke mal das das Imkern mit Magazinen genauso alt ist wie die Korbimkerei. Warum sollten unsere Altvorderen dümmer gewesen sein als wir. Sie werden genauso erkannt haben das Honig viel leichter zu ernten war wenn man einen Teil des Korbes wegnehmen konnte.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Bernhard,
     
    zur Magazinimkerei mit Stabilbau gibt´s zumindest einige Literatur:
     
    Kanitz ("Honig- und Schwarmbienenzucht") hat zuerst in runden Strohmagazinen geimkert, die dann an den Mobilbau mit Rähmchen in aufgesetzten Holzzargen angepasst wurden. Sein Buch gibt´s manchmal antiquarisch und auf jeden Fall über Fernleihe in der Bibo.
    Bei dem hier im Forum erwähnten Link nach den Autoren Hampel, Palteau, Ramdohr, Ruffiny oder bei books.google nach Busch (nicht der Wilhelm!) schauen.
     
    Irmgard Jung-Hoffmann beschäftigt sich schon lange mit Imkereigeschichte, betreut die Armbrustersammlung und hat vier Broschüren mit historischem Bezug zur Imkerei veröffentlicht. In einer von den früheren Veröffentlichungen hat sie die Ladlstöcke erwähnt, die noch vor Christmagazinen vor allem im Alpenraum verbreitet waren und nach dem selben Prinzip bearbeitet wurden.
     
    Das Prinzip ist schon älter als Warrè oder Christ und auch nicht an eine bestimmte Form oder Material gebunden.
    Vorstellbar sind für mich im Moment Warrèmagazine mit eingeschobenen Christ-/Halbzargen für Sortenhonig in brutfreien Waben, da diese schneller ausgebaut werden.
     
    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“