Weiden unter Naturschutz?

  • Hallo Imker!
    man hab ich eine Wut:evil:! Keine 100 m von meinem Bienenstand steht eine schöne große Weide, geh ich immer dran vorbei und freu mich im Frühjahr, wenn es da nur so von Bienen wimmelt.
    Gestern geh ich wieder vorbei und da hat doch jemand so kurz vor der Blüte die komplette Weide beschnitten, nicht ein Ast mehr dran, kein einziges Weidenkätzchen und das so kurz vor der Blüte. Nicht genug, den Haselnussbusch daneben auch gleich noch mit weg.
    Es wird ja immer erzählt, Weiden stehen im Frühjahr als Bienennahrung unter Naturschutz, bloß wo finde ich das schwarz auf weis? Klar könnte ich hingehen und denen das sagen, aber das ist eine „Anstalt öffentlichen Rechts“ und mit denen hab ich keine so guten Erfahrungen, da zählen Argumente rein gar nichts, nur Gesetze.
    Also meine Bitte, wo finde ich da was „amtliches“??? Ist zwar für dieses Jahr zu spät, aber wenn ich mich nur ärgere hat keine Biene was davon.

  • Habe nur das gefunden:


    Zitat:
    "Zumindest im Land Brandenburg ist gesetzlich geregelt, dass Weiden nur zwischen Oktober und Februar geschnitten werden dürfen. Wegen der Kätzchen und der Nistplätze ist das Schneiden ab 1. März nicht mehr erlaubt."
    Zitat Ende
    aus: http://www.bauerngarten-glambeck.de/tags/weiden/


    Umweltamt fragen!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Bei unsere Gegend sind seit einigen Tagen
    Leute unterwegs die bieten den Leuten Geld an, wenn Sie Ihre Palmkätzchen im Garten abschneiden dürfen.
    Einige Geldgierige waren so B... und haben die Weiden an diese :evil:verkauft.

  • Hallo,
    Mein Beileid, ich kanns nachfühlen. Bei uns hat man auch grad 3 km Weide und Hasel plattgemacht . ( Hasel bereits voll in Blüte.) Von dem was so nebenbei an Bahngleisen und Wegrändern gleich mit wegrasiert wurde will ich gar nicht reden.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Leider scheint es jetzt große Mode geworden zu sein, die Weiden abzuschneiden.
    Mein Nachbar hat auch alle Kätzchen abgeschnitten, allerdings in seinem privaten Garten. Aus unbestätigten Quellen habe ich erfahren, das er keine Bienen mag.
     
    Nun ja. Wenn es stimmt, hat er auch kein leichtes Auskommen, den er ist fast von Bienenvölkern umzingelt. In einem Umkreis von 150 m warten 12 Völker auf die Bienenweide.
     
    Gruß
    Andy

  • Moin,

    Leider scheint es jetzt große Mode geworden zu sein, die Weiden abzuschneiden.


    Nö das gibts schon länger und lässt seit Jahren nach:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kopfweide



    Mein Nachbar hat auch alle Kätzchen abgeschnitten, allerdings in seinem privaten Garten. Aus unbestätigten Quellen habe ich erfahren, das er keine Bienen mag.


    Das ist natürlich schade, aber wieso aus unbestätigten Quellen? Sprecht Ihr nicht miteinander?



    Nun ja. Wenn es stimmt, hat er auch kein leichtes Auskommen, den er ist fast von Bienenvölkern umzingelt. In einem Umkreis von 150 m warten 12 Völker auf die Bienenweide.


     
    Mein Nachbar ist auch kein Bienenfan. Aber er stört sich auch nicht daran.
    (Mein Glück)


    Gruß Michael

  • Hallo,


    das Trauerspiel kenne ich auch aus meiner Gegend. Seit dem das Baumschutzgesetz hier bei uns verändert wurde, da werden mir auch zu viele Bäume abgesägt und verstümmelt. Es denkt aber auch keiner dran ein paar neue Bäume zu pflanzen. Bei uns wurden schöne Erlen abgesägt, zu Feuerholz.
    Da gibt es nur ein Mittel mit den Leuten reden und selber Bienenweide pflanzen bzw Stecklinge machen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo zusammen!
    @ Michael M: Das Schneiden der Kopfweide ist in der Tat schon seit Jahren, Jahrzehnten und vielleicht Jahrhunderten so, allerdings bei dieser Baumform auch "nötig" im Sinne des menschlichen Empfindens, das die Kopfweiden ohne Schnitt nach ein paar Jahren durch das Gewicht ihrer eigenen Äste auseinanderbrechen würden, was zwar an sich kein Problem darstellt, nur gefällt`s dem Menschen halt nicht.


    @ All: Bei uns stehen sie *toi, toi, toi* noch alle, allerdings handelt es sich hierbei auch um Weiden, die entlang eines renaturierten Baches gepflanzt wurden und die zum Glück nur auf Breite geschnitten werden, um den Weg entlang des Baches begehbar zu halten. Soll heissen, dass die Bäume jedes Jahr reichlich blühen, und da es sich um versch. Arten handelt, sie meinen Bienen eine längerfristige super Ausbautracht bieten, wenn sie nicht wie im letzten Jahr, durch Regen unbefliegbar werden. Also, ich drück` die Däumchen denn ab morgen, übermorgen geht hier die Weidenblüte los, und dann kommt pünktlich schon das kalte Wetter...:roll::-(.
    Naja, es muss halt :wink:.


    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • In Bayern ist nach dem Naturschutzgesetz Schneiden von Gehölzen nach dem 28.2. wegen der Brutvögel verboten. Suche mal in Thüringen unter diesem Stichwort.
    Uli

  • Hallo Zusammen,
    genau das ist das Dilemma und zwar Bundesweit. Wird nach der Blüte geschnitten schreien mit Recht die Vogelfreunde und wird vor der Blüte geschnitten schreien mit gleichem Recht die Imker.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo,


    das mit der Wut kann ich gut nachempfinden, bei uns rund ums Dorf gab es bis zum Herbst wunderbare Schlehenbüsche, Haselsträucher etc etc... Ich war wirklich begeistert das rund um einen meiner beiden Bienenstände so massig Trachtbüsche vorkamen, wo gibt es das noch, dacht ich mir :(


    Da hatte dann im Spätsommer ein Holzabholer Probleme, hat sich wohl den Lack am Anhänger verkratzt als er einen engen Weg entlang wollte der auf beiden Seiten von uralten Schlehenbüschen gesäumt wurde... kurzerhand hat die Gemeinde ALLE aber auch wirklich alle Büsche sämtlicher Feldwege ratzekahl abgeschnitten!


    Ich bin SO wütend über diese bodenlose Idiotie, ein Rückschnitt wäre ja an den betroffenen Durchfahrten zu vertreten gewesen, aber da ist nun NICHTS mehr (Alles direkt über der Wurzel komplett abgeschnitten!)... nirgends um das gesamte Dorf hat auch nur ein einziger Busch überleben dürfen. Unvorstellbar aber Realität!


    Es ist nun einmal so das wir von Menschen verwaltet und regiert werden die in Städten aufgewachsen sind und die der Natur derart entfremdet sind, das sie noch nichteinmal verstehen was sie da für Anweisungen geben, frei nach dem Motto "Denn sie wissen nicht was sie tun". Die Schnippenden Idioten (KETTENSÄGE!!! GUCK MAL MAMA ICH HAB NE KETTENSÄGE!) gingen sogar zu Fuß von Wegen ab, zum Waldrand hin um dort Haselbüschen dieselbe Behandlung angedeien zu lassen, als ich das zum ersten Mal gesehen hatte traf es mich wie ein Vorschlaghammer vor die Stirn.


    Ich werde mich nun ende März und anfang April als Ninjagärtner betätigen und überall Weiden- und Haselstecklinge setzen, mal sehn was sie rausrupfen und was wachsen kann!


  •  
    Der selbe Mist, in abgemilderter Form, bei uns. Anfang der 90-er legte man in ABM- Maßnahmen, zusätzlich gefördert, Benjeshecken an und bepflanzte Feldraine. Mittlerweile geht man dazu über, Wirtschaftswege umzuackern zwecks größerer Schläge und bei den benjeshecken vergisst man regelmäßig, sie beidseitig einzuzäunen... So werden sie von den Kühen wieder rückgebaut...
     
    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo zusammen.


    bitte laßt doch die Unsitte sein, ganze Texte als Zitat zu wiederholen. Ein, zwei Sätze genügen doch... :roll:


    @ Wabenklau: Ein Trost für Dich, es wachsen alle wieder nach!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin,


    @ Wabenklau: Ein Trost für Dich, es wachsen alle wieder nach!


    Genau, das habe ich auch versucht jemanden klar zu machen, der mich bei der Knickpflege, ueber die richtige Art und Weise dies zu tun, belehren wollte. Die Belehrung habe ich nicht angenommen (war auch nur theoretischer Natur)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Knick
    Knickpflege heisst, auf Stock setzen. Das wird ueblicherweise im Winter gemacht. Da stoert man keine nistenden Voegel. Wenn man Glueck hat, ist der Boden auch noch hartgefroren und man versinkt nicht bis an die Hueften im Schlamm.
    Nachdem ein Knick auf Stock gesetzt wurde, schlaegt er wieder wunderbar aus und bietet gerade vielem Kleingetier hervorragende Unteschlupf-, Nest- und Rueckzugsmoeglichkeiten.
     
    Gruss Michael