AFB im ausländischen Honig

  • Hallo,


    häufig konnte ich hier ja schon lesen, dass Honig aus dem Ausland besonders mit AFB-Sporen belastet ist. Kann mir jemand beantworten, wieso das ausgerechnet bei ausländischem Honig so ist?

  • Eben. Als machten die Sporen vor ne Grenze halt. Das ist alles nur ne Verkaufsmasche. Hauptsächlich in der Landwirtschaft. Ich bin am lesen dran von Rudolf Steiners Buch, 1920ger Jahre, aber auch der schwört schon auf einheimischen Honig. Was für n Schmarrn

  • Eben. Als machten die Sporen vor ne Grenze halt. Das ist alles nur ne Verkaufsmasche. Hauptsächlich in der Landwirtschaft. Ich bin am lesen dran von Rudolf Steiners Buch, 1920ger Jahre, aber auch der schwört schon auf einheimischen Honig. Was für n Schmarrn


    In der Tat machen die Sporen nicht vor einer Grenze Halt. Warum auch.


    Dennoch sind die Berichte über AFB-Belastung von Auslandshonigen weder Schmarrn, noch eine Verkaufsmasche. In vielen, v.a. außereuropäischen Staaten wird pauschal mit Antibiotika gegen AFB behandelt. Damit werden die Sporen jedoch nicht gekillt, sondern lediglich klinische Symptome reduziert und ein Ausbruch der Krankheit verhindert.


    Im Honig sind dann mehr als genug Sporen, um einen ziemlich sicheren Ausbruch der Krankheit in einem antibiotikafreien Volk zu erreichen. Das haben schon genügend Neunmalkluge an den eigenen Völkern erleben dürfen, die sich aus dem Ausland billigen Futterhonig mitbrachten.


    Celle hat das schon mal ausführlich untersucht und laut letzter AFB-Schulung vor zwei Wochen in ausländischen Supermarkthonigen aufgrund des o.g. Zusammenhanges quasi durchweg eine hohe Sporenlast gefunden. Das ist völlig ungefährlich für Honigkunden, solange sie damit nicht die Bienen auf dem Balkon füttern und dann Ärger vom Imker oder dem Vet kriegen.


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Gibt es zufällig zu diesem Thema einen Link zu einer fundierten Quelle?

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Gibt es zufällig zu diesem Thema einen Link zu einer fundierten Quelle?


    Frag mal im Bieneninstitut Celle nach, sie sprachen auf der Schulung von ihren Untersuchungsergebnissen.

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Moin , Moin aus Hamburg,
    ob Faulbrutsporen und in welcher Menge im Honig enthalten sind , mußte man Glasweise nachweisen. Fakt ist jedoch, das das beim menschlichen Verzehr keinerlei Einfluß auf den Organismus hat.
    Als Bienenfutter ist dieser Honig in jedem Fall nie geignet. Was einmal aus dem Volk ist, sollte nicht mehr ins Volk zurück. Wenn dieses dann unbedingt sein sollte, dann auch nur Sachen die direkt aus diesem Volk mit ganz großer Ausnahme vom selben Stand kommen. Alles andere ist mit so hohem Risiko verbunden, das man es tunlichst unterlassen sollte.


    Liebe Grüße aus dem Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • In vielen, v.a. außereuropäischen Staaten wird pauschal mit Antibiotika gegen AFB behandelt. Damit werden die Sporen jedoch nicht gekillt, sondern lediglich klinische Symptome reduziert und ein Ausbruch der Krankheit verhindert.


    Das ist dann wohl meine Antwort, danke.

  • Wenn die aussereuropäischen Honige so hoch mit Sporen belastet sind, dann wäre das doch DER Grund, um deren Import zu untersagen. Damit wären wir einne Billigkonkurrenz los. Denn schliesslich sind diese Honige so billig, weil sie ja nicht unter den gleichen Standarts produziert worden sind wie in der EU.
    Man bedenke auch, dass selbst wenn kein Imker fremden Honig verfüttert, die Unachtsamkeit der Konsumenten oder einfach halb leere Gläser auf der Mülldeponie unsere Völker mit der Faulbrut infizieren kann.
    Aber dei EU Kommission verbietet mal lieber den leckeren Camembert, nur weil die lebenden Käsekulturen möglicherweise irgend einem kranken Magen noch mehr Krämpfe bescheren könnte.

  • Wenn die aussereuropäischen Honige so hoch mit Sporen belastet sind, dann wäre das doch DER Grund, um deren Import zu untersagen. Damit wären wir einne Billigkonkurrenz los. Denn schliesslich sind diese Honige so billig, weil sie ja nicht unter den gleichen Standarts produziert worden sind wie in der EU.
    Man bedenke auch, dass selbst wenn kein Imker fremden Honig verfüttert, die Unachtsamkeit der Konsumenten oder einfach halb leere Gläser auf der Mülldeponie unsere Völker mit der Faulbrut infizieren kann.
    Aber dei EU Kommission verbietet mal lieber den leckeren Camembert, nur weil die lebenden Käsekulturen möglicherweise irgend einem kranken Magen noch mehr Krämpfe bescheren könnte.


    Das ist bei aller Sorge um die (eigenen) Bienen nicht so einfach.
    Zum einen besteht das Risiko alleine für die Bienen und Imker, es kann aber dabei nicht von einem Verbraucherrisiko gesprochen werden, das zu so einer Forderung Anlass geben würde.


    Viel eher stellt sich für mich die Frage, wieso etwa kanadischer Rapshonig, aus dem der Pollen wegen der dortigen GVO-Bestandteile herausgefiltert wurde, in Deutschland trotz Widerspruch zur Honigverordnung ("keine Bestandteile zugefügt oder entzogen") verkauft werden darf. An Honig werden schließlich identisch hohe Anforderungen und Qualitätskriterien gestellt wie an deutsches Trinkwasser. Und letzteres ist das am strengsten überwachte Lebensmittel weltweit.


    Selbst bei einem auf einer Mülldeponie oder einem Container liegenden Honigglas mit AFB-Sporen braucht es schon reichlich ungünstige Umstände (genug Honigmenge, räubernde Bienen bei geringer Tracht usw.), um zu einem AFB-Ausbruch zu führen. Blöd ist diese Problematik irgendwie dennoch.

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Das ist bei aller Sorge um die (eigenen) Bienen nicht so einfach.
    , es kann aber dabei nicht von einem Verbraucherrisiko gesprochen werden, das zu so einer Forderung Anlass geben würde.


    ... aber hattest du nicht geschrieben, dass

    Zitat

    Zitat von Wentorfer
    In vielen, v.a. außereuropäischen Staaten wird pauschal mit Antibiotika gegen AFB behandelt.


    Was ist mit dem Antibiotika? Stellt das ein Verbraucherrisiko dar? Kann jemand die obige Aussage belegen?
    Gruß Peter

  • the czar schrieb:

    Was ist mit dem Antibiotika? Stellt das ein Verbraucherrisiko dar? Kann jemand die obige Aussage belegen?
    Gruß Peter


    Ist es nicht so das für Importe eine gewisse Mindestgrenze für den Rückstand von Antibiotika erlaubt ist?
    Klar wird der Einsatz von Antibiotika verpöhnt, aber wenn ich mich recht entsinne ist es nicht verboten, dass sich Antibiotika Rückstände in solchen Lebensmitteln wiederfinden.
    In dem Fall denke ich mal das die Produzenten da ein gewisses Auge darauf haben die Antibiotika Belastung im Rahmen des EU Gesetzraumes zu halten.
    Auch wenn ich glaube das in Lebensmitteln aus dem EU Raum keine Rückstände da sein dürfen.
    Aber da kann ich auch meine bessere Hälfte Fragen, als VetMed Studi hat die sich damit sicher schon befasst :lol:

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Hallo Wentorfer,
    hier die vollständige Textstelle der Honigverordnung:
    Honig muss, soweit möglich, frei von organischen und anorganischen honigfremden Stoffen sein. Honig dürfen jedoch keine honigeigenen Stoffe entzogen werden, soweit dies beim Entfernen von anorganischen oder organischen honigfremden Stoffen nicht unvermeidbar ist. Abweichend davon dürfen gefiltertem Honig Pollen entzogen worden sein.
    winolf
    Bienenauge sei wachsam!

  • Ist es nicht so das für Importe eine gewisse Mindestgrenze für den Rückstand von Antibiotika erlaubt ist?
    Klar wird der Einsatz von Antibiotika verpöhnt, aber wenn ich mich recht entsinne ist es nicht verboten, dass sich Antibiotika Rückstände in solchen Lebensmitteln wiederfinden.
    In dem Fall denke ich mal das die Produzenten da ein gewisses Auge darauf haben die Antibiotika Belastung im Rahmen des EU Gesetzraumes zu halten.
    Auch wenn ich glaube das in Lebensmitteln aus dem EU Raum keine Rückstände da sein dürfen.


    Also, wenn es über diese Antibiotikarückstände gesicherte Erkenntnisse geben sollte, dann wäre es zumindest in diesem Punkt, für Imker die auf natürlichen Honig wert legen, ein dickes Plus. Viele hiesige Imker haben doch den Anspruch einen Honig zu produzieren und anzupreisen, der zumindest nahe der Bioqualität liegt und keine schädlichen Rückstände beinhaltet. Rückstandshöchstgrenzen sind eh ein Thema über das sich streiten lässt und welches oft dunkle "Schatten" hinterlässt.
    Gruß Peter

  • winolf schrieb:

    Honig muss, soweit möglich, frei von organischen und anorganischen honigfremden Stoffen sein. Honig dürfen jedoch keine honigeigenen Stoffe entzogen werden, soweit dies beim Entfernen von anorganischen oder organischen honigfremden Stoffen nicht unvermeidbar ist. Abweichend davon dürfen gefiltertem Honig Pollen entzogen worden sein.


    Gilt das nicht nur für Honigproduktion in Deutschland bzw. der EG Staaten?
    Wie so manches Gesetz- und Verordnungswirrwarr?

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris