Wie umziehen mit Segeberger Beuten?

  • Liebe Imkerforumler,
    ich werde in voraussichtlich sehr absehbarer Zeit die hiesigen Gefilde verlassen. 4 Völker in Segeberger-Styropor muss ich mitnehmen. In dem Heftchen zu den Beuten steht was von Wanderverandas als Möglichkeit des Fluglochverschlusses. Die Suchfunktion tut nicht weh, gibt aber nur einen Thread raus, wo diese Bastelei drin vorkommt und der klingt so, als wären Wanderverandas nicht optimal (?). Gibt es Alternativen? Wie kann ich mit Segebergern wandern? Trotz des Gitterbodens kann ich mir nicht vorstellen das Flugloch ganz zu verschließen. Irgendwelche Erfahrungen?

  • Wie weit soll denn gewandert werden ?
    Wenns nur paar Kilometer sind, dann früh morgens die Schlitze zumachen, aufn Anhänger und ab zum anderen Standort. Da passiert nichts mit den Völkern ...
    Bei längeren Wanderungen habe ich allerdings keine Erfahrungen.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo MatkaMaria


    Was hast Du denn für Böden?
    Universal? Alte Wanderböden oder ...
    Schreib mal.


    Umziehen ist wie Wandern:


    • Ganz früh morgens, vor Sonnenaufgang den Bienen die Fluglöcher verschliessen.


    Ich schliesse mit einfachen selbstgeschnittenen Schaumstoffstreifen. Die Streifen werden einfach mit dem Stockmeissel in den Eingang gedrückt.
    Eventuelle schon hervorlugende Bienen mit einem Wasserzerstäuber nach innen scheuchen.



    • Verbändern: Gurte um die ganze Beute, damit sie beim Transport nicht auseinanderfliegen kann.


    (Wenn Du die einfachen Gurte aus dem Baumarkt nimmst, leg mal was unter die metallene Rasche. Hast sonst Dellen im Deckel. Ausserdem mit etwas "Gefühl" spannen, sonst hast Du Dellen an den Kanten)



    • Ab auf den Hänger und Los.


     
    Bei der Ankunft ist entweder schon der neue Platz vorbereitet - oder aber der neue Stand wird ganz geschwind aufgestellt.



    • Beuten runter vom Hänger, auf die neue Standplätze;


    • Fluglöcher auf und staunen.


     
    Das Gerödel wie Schleuder etc. zieht mit dem Hausrat um.


    Bei speziellen Fragen: einfach fragen.
    Ich habe sogar schon nen Umzug mit Bienenhaus (16m²) mitgemacht.
    Gewandert mit Universalböden und Wanderböden, selbstgebauten Holzkisten...Alles kein Problem.


    Mit Aquarium umziehen ist schlimmer und benötigt mehr Vorbereitungen.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Ein weiterer Tipp: Du kannst einen Draht-Zwischenboden statt Deckel am Abend vor dem Transport auflegen und wie beschrieben mit dem Wandergurt verspannen. Den Deckel kannst Du über Nacht oben auf legen. Wenn möglich, die Beuten schon abends nach Bienenflug verschließen und aufladen, dann brauchst Du morgens nur noch losfahren, ohne vor dem Transport bereist Unruhe zu erzeugen.


    Es gibt sogar Wanderrahmen, die Du zwischen oberster Zarge und Deckel zwischensetzt und die Luft zirkulieren lassen.


    Wichtig, wenn nur mit Drahtdeckel unterwegs: langen Stillstand bei starker Sonne auf selbigen meiden.


    Wir transportieren immer unserer Gattenvölker auf diese Weise auf die Insel. Das Ganze geht im Sprinter o.ä. (die gibt es selbst mit Kühlung zu mieten) natürlich nochmal schonender, weil schneller. Riecht dann dank Lüftung auch extrem gut und Laune steigernd für das Begleitpersonal.
    Auf diese Weise kannst Du sogar Zugfahren mit den Mädels und Jungs..


    Bei längeren Strecken kannst Du mit einem vernünftigen Wassersprüher oben für Beruhigung sorgen.


    Viel Erfolg!


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Vielen Dank für die Antworten!
    Ich hab einfach ganz normale Böden aus Styropor wie sie nun mal zu den Segebergern gehören: flach, mit einem kleinen Flugbrett und einem Gitternetz. Mir gefällt die Idee mit dem Netzrahmen obendrauf gut, falls es die Transportnacht warm werden sollte. Sicher werden wir 2-3 h fahren müssen... also danke noch mal für die Anregungen!:daumen:

  • Mir gefällt die Idee mit dem Netzrahmen obendrauf gut, falls es die Transportnacht warm werden sollte. Sicher werden wir 2-3 h fahren müssen... also danke noch mal für die Anregungen!:daumen:


    Hier etwa gibts ein Bild dazu: http://www.imkerforum.de/picture.php?albumid=39&pictureid=282

    Viele Grüße
    Marcus


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    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo MaktaMaria


    Du solltest mit den Anflugbrettern vorsichtig sein. Die Beuten sollten so stehen, das die Anflugbretter nach aussen schauen und nirgends dagegenstossen können auch nicht beim Bremsen oder in der Kurve. - Gefahr des Abreissens.


    Ich weis ja nicht, wie Du die Bienen Transportieren willst.
    Aber wenn Du die Bienen auf einem offenen Anhänger transportieren willst, reicht die Lüftung über die Gitterböden völlig aus.
    2 - 3 Stunden ist nun auch nicht so die Welt.


    Ich hätte eher Angst, das wenn oben und unten offen ist, es den Bienen auf dem offenen Anhänger zu doll zieht.
    Leider kann ich das Bild mit den "Netzrahmen" nicht öffnen.
    Meine Wanderungen sind teilweise im Sommer (Mitte August) über die A7 in die Heide gegangen.
    Fahrzeit auf einem offenem Anhänger, etwa 3 Stunden. Da gab es nie Probleme.
    Transport der Völker im Sprinter mag etwas anderes sein.
    Aber meine Eltern haben schon ein Volk direkt von der dänischen Grenze, auf dem Rücksitz, zu mir gebracht. Fahrzeit ohne Klimaanlage im Sommer: 5 - 6 Stunden.
    Auch ohne zusätzliche Lüftung im Deckel.
    Also: alles nicht so das Problem.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Makta Maria,


    Da kann ich auch nur sagen, wenn du Gitterböden hast. Fluglöcher zu, Gurte drum, auf den Anhänger geladen, festgezurrt und ab geht die Post.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)