Arbeiten am Bienenstand: Kann ich das jetzt machen?

  • Hallo zusammen,


    ich möchte meinen Bienenstand etwas abändern (Paletten durch etwas dauerhafteres ersetzen) und müsste deswegen die Beuten für einige Zeit (Stunden) ein wenig zur Seite stellen.


    Hier in der Gegend muss ich davon ausgehen dass ab Morgen die Bienen wieder Flugbetrieb haben. Wäre es möglich die Beuten einfach 1-2 Meter nach vorne zu stellen ohne dass das Chaos bei den Flugbienen ausbricht?


    Oder kann/muss ich abends die Fluglöcher zumachen und Beuten verstellen, am andern Morgen möglichst früh und schnell die Arbeit am Bienenstand verrichten und dann die Beuten wieder zurückstellen und Fluglöcher freigeben?


    Wie "gut" darf das Wetter bei der Aktion sein? Muss ich auf mindestens leichten Nieselregen warten?


    Oder geht's ganz anders?


    Danke und Gruß
    Martin

  • Hallo martin
    Ich würde folgendermaßen Vorgehen:
    Wenn ab Morgen Flugbetrieb zu erwarten ist werden sich deine Bienen auf den Standort einfliegen den sie beim Ausflug vorfinden . Zwei , drei meter können da viel sein.
    Also würde ich die Arbeiten verschieben . Wenn dann in ein / zwei Wochen mal Mistwetter ist und deine Bienen mit Sicherheit keine Ausflüge machen ( abgesehen von vieleicht ein paar Wasserholern), würde ich die Beuten mit einem Helfer leise und sanft ein paar Meter vorn ins Gras setzen. ( Das provozirt bei behutsamen Vorgehen höchstens ein paar neugierige Blicke der Damen.) Dann kannst du in Ruhe Arbeiten.
    Wenn du aber mitten im ersten Flug verstellst bringt das mit Sicherheit Chaos.


    Ps.: Hättest du das schon an einem kühlen Tag anfang März gemacht wäre nichts passiert. Ich musste auch einen Teil verstellen. ( Bei pluß 4° C haben die Damen nicht mal aufgebrummt , zwei drei kamen ans Flugloch und das wars. Entscheidend ist sanftes Händeln der Beuten, Erschütterungen werden sofort Übel genommen . Also such dir einen kräftigen Helfer.)


    Viel Erfolg
    Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo,
    wenn die Arbeiten gut vorbereitet sind, damit es nicht zu vermeidbaren Verzögerungen kommt sehe kein Problem eine solche Aktion durchzuführen.
    Es ist meiner Meinung nach soger besser, wenn Flugwetter ist und die Bienen sich nicht bei kühlem und nassem Wetter ins Gras etc. setzten und verklammen. Wichtig ist dabei, dass die Beuten in gerader Linie nach vorne versetzt werden und die Aktion so früh wie möglich (Temperaturabhängig) am Tag beginnt damit zeitlicher Spielraum in den Nachmittag vorhanden ist. Denn der Flug endet zur Zeit noch ziemlich früh am Nachmittag.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin Eisvogel,

    Wichtig ist dabei, dass die Beuten in gerader Linie nach vorne versetzt werden und die Aktion so früh wie möglich (Temperaturabhängig) am Tag beginnt damit zeitlicher Spielraum in den Nachmittag vorhanden ist.


    Wieso die Beuten nach vorn rücken? Das ist mir nicht ganz klar. Ein Stück weiter nach hinten wäre für mich logischer, oder denke ich falsch?


    Gruß Michael

  • Ich habe auch kürzlich ein neues Fundament für meine zwei Beuten gebaut. Ende Februar gebaut, Anfang März die Beuten drauf gesetzt. Es war kalt (nur +3 bis +4°C) und nass, nach dem Umstellen mit Hilfe meiner Frau kamen einige Bienen heraus, die waren wohl durch das Gerüttel beunruhigt. Aber sie zogen sich bald wieder zurück, und keine ließ sich mehr draußen blicken.


    Hier zwei Bilder zum Neubau des Fundaments:
    vorher:


    nachher:


    Holbee

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  • Hallo Martin,


    genau das was Du vor hast, hatte ich heute gemacht.


    weil meine Palletten schon ziemlich marode waren, habe ich vor die Beuten schöne stabile Steine mit Balken gebaut. Das alles ab 14 Uhr und 12°C bei vollem Flugverkehr. Keiner fühlte sich gestört, weder ich noch die Bienen.


    Nachdem die Sockel fertig waren, habe ich angefangen die Magazine zügig umzusetzen. Dabei habe ich gleichzeitig den Boden frei vom Totenfall gemacht und gefühlsmäßig geschätzt wieviel Futter noch in den Zargen ist.


    Alles auf einen Streich.


    Aufgefallen ist mir, daß die Bienen der ersten beiden Beuten zunächst auf den alten Platz wollten, doch als erst mal mehr als die Hälfte der Beuten nach vorne versetzt waren, fanden Flieger sofort wieder in die Kisten.


    Als ich fertig war, konnte ich keinen Verflug feststellen, obwohl alles so ungefähr anderthalb Meter vorverlegt wurde. Ich neheme an, daß die Bienen sich an der Linie der Kästen orientierten und deswegen kein Problem damit hatten.

  • Hallo zusammen,


    schönen Dank für eure Meinungen. Bis zum Wochenende soll es wohl wieder kühler werden. Das finde ich zwar blöd, aber in dem Fall wäre das noch eine gute Gelegenheit für das Vorhaben...


    Viele Grüße
    Martin