Futterkontrolle

  • Hallo,


    wie manche vielleicht noch wissen: das war/ist mein erster Winter mit Bienen.
    Von meinen 2 Völkchen (Carnica) leben beide noch. :daumen:


    Meine Frau sagt, dass sehr wenige Bienen bereits wieder fliegen (ich wohne in Oberfranken (Forchheim) ), Schneeglöckchen blühen schon, Weide fängt gerade an.


    Beide wurden auf je 1 Zarge mit 9 Zanderwaben überwintert (das waren recht späte Ableger).


    Der Totenfall sah zwar erstmal erschreckend aus, wenn man noch nie so viele tote Bienen auf einen Haufen gesehen hat. Aber ich glaube das ist normal. Die Menge kann ich schlecht schätzen, weil ich nur durch das Flugloch reingesehen habe.
    Ich habe auch von oben durch die Folie reingesehen - ca. 6 Wabengassen sind ganz gut besetzt.


    Jetzt wird es langsam ein bisschen wärmer und weil alle von verhungerten Völkern sprechen dachte ich: vielleicht wird es Zeit da wieder reinzuschauen und zu überprüfen, ob das Futter reicht und ggf. reagieren.


    Jetzt meine Fragen:


    - Wieviel Futter sollte jetzt noch in den Beuten sein?
    - Muss jetzt schon Brut da sein? Wieviel?
    - Was mache ich, wenn zuwenig Futter da ist? Füttern, klar. Aber wieviel, wie und was? Futterteig soll man ja mit eigenem Honig machen, den hab ich aber noch nicht.


    Leider kann ich nur an den Wochenenden an die Bienen...

  • Hallo OliverH,
    vielleicht hilft das weiter...
     
    http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=179974&postcount=9
     
    Wenn Du noch verdeckeltes Futter in den Gassen siehst und wenn die Bienen morgens noch nicht großflächig am Deckel hängen, dann machst Du Dir unnötig Sorgen.
     
    Falls Du Deine Vorräte trotzdem schätzen musst, hilft Dir vielleicht eine grobe Regel: Eine Handfläche beidseitig verdeckelt = 1 kg Futter.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Oliver,


    der Link von Rudi ist ganz prima.
    Wiegen kannst du dein Volk mit einer Zugwaage. Einen Haken biegen den du dann an einer Seite der Beute einhängen kannst, und dann mit der Zugwaage anheben und ablesen. Auf der anderen Seite das gleiche und dann das Gesamtgewicht errechnen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo, ich habe heute einem Volk 2 Futterwaben eingehängt, bei dem war ich mir einfach nicht ganz sicher ob die noch Probleme bekommen.
    Im Zweifel geb ich lieber was, die Völker Danken es einem dann, wenn sie stark in die erste Tracht kommen.
    Es hat bei mir allerdings auch die letzten 2 Tage wieder 20cm Neuschnee gegeben und die Hoffnung auf einen Wetterwechsel wurde erst mal wieder gekühlt.
    Aber die Sonne steht jetzt jeden Tag ein wenig höher und alles wird gut.


    bee:-D

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hi OLiver
    Wer hat dich denn gleich zu Beginn deiner Imkerlaufbahn mit einem der Kapitalfehler der Imkerei beglückt? Ableger macht man früh und stark, auf keinen Fall mehr nach der Sommersonnenwende. Und dann immer kleine Gaben flüssiges Zuckerwasser, 2:1 oder 3:1 geben, wenn gutes Wetter ist und Pollen da sind. Dann wird Pollen gesammelt, viele Winterbienen erzeugt und du Müsstest eigentlich 2Zargig überwintern können. Aber das 2Zargige überwintern ist nicht so wichtig wie viele gesunde Winterbienen! Da du nur wenige Völker hast, mach dir die Arbeit mit dem wenig und oft füttern. Es lohnt sich. Ein Imkerkollege von mir hat seit 1994 Bienen, und noch NIE Winterverluste!

  • Hallo und schönen guten Abend zusammen!
    Rudi : Was hat es mit den Bienen auf sich, die

    Zitat

    morgens noch nicht großflächig am Deckel hängen

    ? Wieso tun sie das wenn das Futter knapp ist? Sind sie auf der Suche nach mehr Futter und folgen ihrem Zehrweg, der nur leider durch den Deckel und das Ende der Waben begrenzt ist?


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Zusammen,

    Patrick schrieb:

    Sind sie auf der Suche nach mehr Futter und folgen ihrem Zehrweg, der nur leider durch den Deckel und das Ende der Waben begrenzt ist?

    Genau richtig, sie folgen ihrem Zehrweg und der ist am Deckel und an der Rückwand beendet, weil kein weiteres Futter da ist.


    Bei den jetzigen Temperaturen sitzen die Bienen ja noch in der Wintertraube, und die sitzt immer knapp unter bzw. vor den Futtervorräten.

    • Von einem gut versorgten Bien ist jetzt noch nicht viel zu sehen, der sitzt tief und vorne in den Gassen.
    • Ein schlecht versorgter Bien, der weder über noch hinter sich gedeckelte Vorräte hat, ist auf ganzer Fläche auf den Oberträgern zu finden.

    Alle Zwischenstadien sind denkbar: Je mehr Bienen der noch geschlossenen Wintertraube Du auf den Oberträgern findest, um so weniger Futter ist im Kasten. (Wenn sich die Wintertraube bei höheren Temperaturen auflöst, ist diese Schlussfolgerung natürlich nicht mehr möglich.)
    Völkern, die jetzt "am Deckel hängen", muss der Imker durch Notfütterung helfen.

    beehead schrieb:

    ich habe heute einem Volk 2 Futterwaben eingehängt, bei dem war ich mir einfach nicht ganz sicher ob die noch Probleme bekommen. Im Zweifel geb ich lieber was, ...

    Je weniger Du sicher bist, um so mehr hast Du Recht getan. :)
     
    "Im Zweifel geb ich lieber was" würde ich aber nicht unterschreiben. Jede zusätzliche Arbeit und jede zusätzliche Störung bedeuten Stress und Anstrengung für den Bien, und die nagen an seiner Lebenskraft.
    Genau die wird aber im April für die Pflege der größer werdenden Brutnester noch dringend gebraucht, wenn die Winterbienen weniger werden und die Sommerbienen noch nicht in der nötigen Menge nachschlüpfen.
     
    Ich sitz weiterhin auf meinen Händen. Außer den beiden Einheiten, die ich nach dem Wiuegen kontrolliert hatte, wurde bei mir seit der Winterbehandlung noch kein Volk geöffnet. Und das kann auch vorerst so bleiben, weil ich die Versorgung meiner Völker durch das Wiegen genau kenne.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Rudi ,
    na das it ja schön das du alle Völker wiegen kannst, ich leider nicht.
    Bei mir ist es der Rückenindex den ich spüre, wenn ich die Beute leicht anhebe.
    Sicher ist es zwiespältig, denn eine Störung ist nun mal eine Störung. Aber ein verhungertes Volk stört mich nun mal auch sehr.
    So hat jeder seine Erfahrung und muss diese auch selbst erfahren (die Bienen auch :oops:)
    In der Regel lass ich auch die Finger raus, bis Mitte/Ende März, aber es gibt Ausnahmen.


    beeahead


    bee:-D

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Rudi!
    Danke erstmal für die schnelle Antwort.
    Es ergeben sich für mich daraus aber noch einige weitere Fragen:
    - Bei welchen Temperaturen löst sich denn die Wintertraube auf? Von meinen Völkern sitzt nämlich m. E. höchstens noch eines in der Wintertraube.
    - Welche weiteren Indikatoren gibt es dafür, dass ein Volk hungert? Meine Völker sitzen nämlich bei den derzeitigen Temperaturen von ca. 10° am Tag fast alle schon mehr oder weniger auf der kompletten Zarge (d.h. sie sitzen alle unter`m Deckel und rennen auf den Oberträgern rum). Aufgelegte Futterwaben werden gut besetzt, so wie bei einem Volk die gesamte FZ:confused:, allerdings werden diese Waben nur recht langsam geleert.
    - Aus der vorigen Frage resultierend folgende Frage: Wie definiert sich eine Wintertraube? Sitzen meine Bienen im Moment vielleicht auch nur sehr locker in der Wintertraube und ziehen sich ggf. wieder zusammen?
    Vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen, auch wenn`s einige Fragen sind.


    Schönen Abend noch
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Zusammen,

    Patrick schrieb:

    Bei welchen Temperaturen löst sich denn die Wintertraube auf?

    Man sagt, die Wintertraube wird bei 8°C gebildet. Um den Dreh, eher etwas wärmer, wird sie sich auch auflösen.
     

    Patrick schrieb:

    Meine Völker sitzen nämlich bei den derzeitigen Temperaturen von ca. 10° am Tag fast alle schon mehr oder weniger auf der kompletten Zarge (d.h. sie sitzen alle unter`m Deckel und rennen auf den Oberträgern rum). Aufgelegte Futterwaben werden gut besetzt, ...

    Bei dieser Gemengelage ist keine vernünftige Antwort möglich. Ist es bei Dir wirklich schon so warm, dass sich die Traube freiwillig auflöst? Auch am frühen Morgen?
    Oder rennen die deshalb da rum, weil die durch die Futterwabe total meschugge sind?
     

    Patrick schrieb:

    allerdings werden diese Waben nur recht langsam geleert.

    Kein Wunder, das ist harte Arbeit! Die Waben enthalten kaltes, dickflüssiges Futter und das muss mittels Wärme und Wasser erstmal für die Aufnahme und den Transport vorbereitet werden.
     

    Patrick schrieb:

    Sitzen meine Bienen im Moment vielleicht auch nur sehr locker in der Wintertraube und ziehen sich ggf. wieder zusammen?

    Du rätselst ja jetzt schon seit einiger Zeit an der Frage "Futternotstand" rum und probierst dies und das, ohne dass Du Dir sicherer wirst. :)


    Ich würde an Deiner Stelle Folgendes machen:

    • Schmeiss die aufgelegten Futterwaben erst mal raus.
    • Kontrolliere den Sitz Deiner Völker nach einem, besser zwei Tagen am frühen Morgen, wenn die Temperaturen noch niedrig sind.
    • Finde das Volk, das am stärksten "am Deckel hängt".
    • Kontrolliere bei diesem Volk den Vorrat an verdeckeltem Futter (von aussen bis zur Wintertraube).

    Haben die so gut wie nix mehr: Dann füttere! Schnell und am besten eigenen Blütenhonig von oben. Nicht zu kalt und auf einer Lage Zeitung (gegen das Durchrutschen des Honigs). Hänge ausserdem Deine Futterwaben an den Bienensitz.
     
    Haben die noch gut Futter, aber nicht genug (zum Sterben zuviel, zum Leben zuwenig): Dann warte auf besseres Wetter (mehr als 12°C) und füttere dann eine ordentliche Menge. So, dass es anschließend reicht.
     
    Haben die noch ein paar Kilo, aber langt es vielleicht nicht bis zum großen Blühen: Dann halte Dich an Deine Signatur und schau, wie es nach der Weide aussieht.
     

    beehead schrieb:

    So hat jeder seine Erfahrung und muss diese auch selbst erfahren (die Bienen auch)

    Du sprichst es gelassen aus. Durch ähnliche Erfahrungen wie Du bin ich zum Wiegen gekommen. Das alljährliche rumgeeiere hatte ich satt.
     

    beehead schrieb:

    na das it ja schön das du alle Völker wiegen kannst, ich leider nicht.

    Vielleicht nächstes Jahr? :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hey Rudi!
    Danke für die ausführliche Antwort.
    Du hast recht, ich tüftle schon einige Zeit rum an meinem Problemchen, so ich bzw. meine Bienen es denn haben.
    Also es ist so, dass meine Bienen bereits im Deckel hingen bevor ich die Futterzargen inkl. Futterwaben aufgesetzt habe. Je nach Volk unterschiedlich stark, aber ich kann mir jetzt ja vorstellen woran es liegen kann.
    Ich werde dieser Tage dann vielleicht wirklich die Futterwaben rausnehmen und den Bienensitz am frühen Morgen kontrollieren, wo ich nicht drüber nachgedacht hab`, obwohl es logisch ist, dass die Völker nach der kalten Nacht enger sitzen als am Tag.
    Und da es in einigen Tagen hier auch bis zu 12° werden soll kann ich dann ja effektiv reagieren.
    Ich danke dir für die Denkanstöße!:daumen:.


    Gute Nacht!
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Schönen guten Abend zusammen!
    "Jetzt sitz` ich hier, ich armer Thor, und bin so klug als wie zuvor"...so oder ähnlich heisst es meines Wissens im Zauberlehrling oder einem anderen Werk eines Künstlers. Und so fühle ich mich nun auch. Nachdem ich heute die immer noch :oops: aufliegenden Futterwaben auf meinen, wie ich vermutete, zu fütternden Völkern umdrehen wollte habe ich festgestellt, dass auch die Unterseiten der Waben, sprich der Teil, der direkt im warmen "Abluftstrom" des Volks liegt., nicht geleert ist.
    Die Völker sitzen übrigens je nach Temperatur immer noch mehr oder minder dicht. Nur was sagt mir der Umstand, dass die Bienen das Futter aus den Waben nicht wirklich abnehmen? Noch genug da? Oder was anderes?


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Das Zitat ist aus Faust erster Teil:

    Zitat

    Habe nun, ach! Philosophie,
    Juristerei und Medicin,
    Und leider auch Theologie!
    Durchaus studirt, mit heißem Bemühn.
    Da steh' ich nun, ich armer Thor!
    Und bin so klug als wie zuvor


    Ich habe das gute Wetter heute genutzt und habe meine Völker kontrolliert. Die Wirtschaftsvölker vom letzten Jahr haben alle samt noch mehr als genug Futterreserven. Ich werde wohl dieses Jahr deutlich mehr als letztes Jahr an Futterwaben herausnehmen können.


    Wenn Du Dir unsicher bist, dann kontrollier die Völker. Ich habe auch nur bis zur ersten Wabe mit Brut kontrolliert. Dann wusste ich, ob noch genug Futter drinne ist und ob sie vielleicht weisellos sind.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Vielen Dank für die Antworten!
    Ich hab am vorletzten Wochenende mal von oben reingeschaut, da sind mindestens 5 Futterwaben drin (soweit ich das sehen konnte) - ein Volk flog auch schon (8°C) und trug auch Pollen ein.


    Ich bin damit erstmal beruhigt ;-)