Artgerechte Bienendichte

  • Hallo, liebe Imkerfreunde
    für mich stellt sich die Frage, welche Bienendichte angemessen ist. Leider habe ich in der Suchfunktion dazu nicht wirklich etwas passendes gefunden. Die Bienendichte kann sicherlich entsprechend des Gebietes schwanken, aber was ist für die :Biene:wirklich gut? Unsere 5 Völker stehen in sehr guter Lage, d.h. Streuobstwiese nebenan, ein Feuchtbiotopgebiet in 100m Entfernung, Raps dieses Jahr ca. 500m weg. Linden, Robinien und Weiden, alles da. Aber auch andere Völker. Von unserem Wohnstandort ca. 200m entfernt steht unser Bauer mit 5-10 Völkern, in der entgegengesetzten Richtung ein alter Imker im Bienenwagen mit ebenfalls ca. 10 Völkern. Wieviel Bienen verträgt ein Gebiet, gibt es da eine Faustregel? Ab wann ist es besser, die Bienenstöcke zu verteilen?
    Viele Grüße Katrin

  • Es gibt eine sehr grobe Faustregel:
    Etwa 20 Völker an einem Standort.
    Ist aber immer von der Tracht (bzw. dem Trachtfließband im Laufe des Jahres) abhängig.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin , Mouin aus Hamburg ,
    "Versuch macht klug" . Langsam rantasten.Jedes Jahr ist anders und Du hast jede
    Menge unbekannte Faktoren. Du kannst die Zahl Deiner Völker genau Deiner Umgebung anpassen. Nützt nur alles nichts, wenn es zu trocken, zu kalt oder zu nass ist.
    Und wenn ein Wanderimker anwandert ist sowieso alles anders. Was machst Du, wenn in der Nachbarschaft jemand anfängt zu Imkern ? Willst Du Ihm die Bienenhaltung untersagen ? oder reduzierst Du gleich die Völker an Deinem Standplatz ?


    Beobachten und aufschreiben !:p_flower01:


    Grüße aus dem Norden


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Daniel,
    wenn in der Nachbarschaft jemand anfängt, freue ich mich mit ihm :daumen: In unserem Verein sind ein paar jüngere Imker (ab 40) dazugekommen, aber trotzdem ist das Durchschnittsalter ein Problem.
    Aber zurück zum Thema. Sollten es tatsächlich an unserem Standort zu viele sein, kann ich bei Freunden in Dorfnähe ca. 10km entfernt ein paar Völker hinstellen. Die würden sich freuen, für mich ist es aber (Mehr)Arbeit. Das wollte ich eigentlich bei so kleiner Völkerzahl nicht. Aber du hast recht. Ich werde abwarten und bei passender Gelegenheit fragen, wieviele Völker sie haben. Wenn sie es denn ehrlich beantworten, wäre ja schön. Habt vielen Dank Katrin

  • Als angemessene Bienendichte übers ganze Jahr werden allgemein statistisch(!) 4 Völker pro qkm angesehen, dann ist einigermaßen Bestäubung in der Gegend gesichert.
    In Massentrachten sind es 4 Völker pro ha, was dann umgerechnet 400 pro qkm ergibt.
    Die Wahrheit liegt dann irgendwo dazwischen, aber wohl eher am unteren Ende, mußt du selbst rausfinden.
    25 auf 2qkm ist noch nicht wirklich kritisch.
    Nimm nen Stadtplan und zieh 2 und 4 und 6km Kreise um die Standorte, dann weißt du mehr, wo es eng sein könnte - wir kennen deine Verhältnisse nicht wirklich.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Als angemessene Bienendichte übers ganze Jahr werden allgemein statistisch(!) 4 Völker pro qkm angesehen, dann ist einigermaßen Bestäubung in der Gegend gesichert.
    In Massentrachten sind es 4 Völker pro ha, was dann umgerechnet 400 pro qkm ergibt.

    He, Sabi das ist die "Landwirtschaftsgerechte Bienendichte":cool:
     
    Müritzbiene :
    Hört sich von der Anzahl der Biene noch nicht überlaufen an. Entscheidend sind natürlich die Trachtbedingungen, die Du am besten kennst.
    Gegen Krankheits- und Parasitenübertragung ist Abstand immer gut, das kann auch mit kleineren Fluglöchern und Abstand der Völker Deines Standes zueinander schon verbessert werden.
     
    Gruß von Molle, der sich wundert, dass die Philoschiene noch nicht gefahren wird bei dem Wörtchen "artgerecht"...:confused::wink::cool:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • In der Wüste (auch in der grünen) wird eine andere (Honig-)Bienendichte anzusetzen sein, als im Blütenmeer.


    Doch dafür kann der Imker etwas tun. Siehe Netzwerk Blühende Landschaft (http://www.bluehende-landschaft.de/nbl/nbl.imker/index.html).


    Sowie Eigeninitiative! Ich habe am Wochenende weitere Obstbäume gepflanzt, Hochstamm. Kirschen, Äpfel und Birnen. Pflaumen und eine Euodia. Ich habe am Wochenende weitere Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren gesetzt. Jeden Monat pflanze ich mindestens einen Baum. Das ist nicht schwer, die Kosten sind gering.


    Die Frage ist also nicht, wie viele Bienenvölker möglichst artgerecht auf einem Fleck gehalten werden können. Das pendelt sich von ganz alleine ein. Wenn Du zu viele hast für deinen Ort, wirst Du das merken. Sie werden krank durch zuwenig an Nahrung.


    Die einzigen verlässlichen Angaben, die ich habe, stammen von Prof. Seeley, einem Bienenforscher aus den USA. Der beobachtet unter anderem Wildvölker im Arnot Forest. In diesem Waldgebiet leben die Bienenvölker weiter auseinander. Ich werde nachsehen, wie weit das war. Allerdings gelten die Angaben für das Waldgebiet.


    In einer Kulturlandschaft sieht das wieder anders aus. Wir sind ebenfalls ein Teil der Kulturlandschaft (die Bienen machen uns das wieder bewusst). Und daher liegt es an uns, Bienennahrung zu pflanzen und kein Gift in die Blüten zu geben.


    Freundliche Grüße


    Bernhard

  • Kallo Katrin,


    Die Bienendichte bzw. die Zahl der Völker in unserem Dorf war früher etwa 30 Völker. Heute sind noch meine 7 Völker vorhanden. Ich denke es kommt auf das Trachtangebot an. Wo nix zu holen ist können schon 2 Völker zuviel sein. Ich kenne auch noch Bienenstände mit 40-50 Völkern aber heute nur zum Teil besetzt. Wenn 10 Völker auf einen Quadratkilometer kommen, ist meiner Meinung nach OK. Wenn mehr sind kann man eben weniger ernten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)