Tote Bienen- erstickt?

  • Guten Abend,
    gestern Nachmittag musste ich feststellen, dass mein erstes Bienenvolk (ich bin seit gut einem Jahr begeisterter Anfänger) nicht mehr existiert. Ich bin etwas ratlos, was der Grund dafür sein könnte. Vor ca. 4 Wochen war noch munteres Summen zu vernehmen.
    Folgende Beobachtungen habe ich gemacht:
    1. Die toten Bienen lagen in der Mehrzahl am Ende der Beute- also dem Flugloch am weitesten entfernt-als großer Haufen aufgebaut. Einige hingen zwischen den Waben.
    2. Es ist noch reichlich Futter vorhanden (ca. 5-6 kg).
    3. Das Holz der ersten beiden Rähmchen im Bereich des Flugloches ist verschimmelt, am Boden war Kondenswasser.
    4. Alle Bienen sehen "gesund" und unversehrt aus. Das starke und gesunde Volk wurde im Herbst ordnungsgemäß gegen Varroa behandelt.
     
    Anmerkung: Das Flugloch ist durch ein handelsübliches, meiner Meinung nach aber recht schmales Mäusegitter, eingeengt, eine Bodenöffnung ist nicht vorhanden.
    Liege ich mit meiner Vermutung richtig, dass den Bienen Sauerstoff gefehlt hat und sie deswegen erstickt sind?
     
    Weitere Überlegung: Dürfen die noch nicht von den Bienen entdeckelten Waben, die auch noch keinen offenen Schimmelbefall zeigen, als Futterwaben für andere Völker verwendet werden?
     
    Danke für sachdientliche Hinweise!
    Eine gute Woche wünscht der
    Bienenpfarrer:Biene:

  • Aloha, willkommen hier,
    kannst du bitte etwas mehr zu deiner Betriebsweise (Beute, etc) sagen?
    Wieviel hast du eingefüttert?
    Und was heißt "ordnungsgemäß" gegen Varroa behandelt?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Waben quer zum Flugloch? (= Warmbau)


    edit: hast du nur auf 1 Zarge überwintert, und wenn ja, warum?
    Wieso kein offener Boden?
    18kg Zucker pur in Lösung oder 18kg insgesamt aufgelöst?
    Wie groß ist dein Flugloch?
    Was meinst du mit "recht schmales Mäusegitter"?
    Wieso hast du nur ein Volk? Hast du das als Ableger oder als Volk oder Kunstschwarm bekommen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Sabi(e)ne,
    zu deinen detaillierten Anfragen nun diese Antworten:
    1. Waben im Magazin liegen quer/=parallel zum Flugloch,
    2. überwintert wurde in 1 Zarge, Imkerpate hielt dies für angemessen (warum, weiß ich jetzt nicht mehr),
    3. Beutenboden ohne Bodenloch, Pate fand das i.O.
    4. 18 kg Zucker + entspr. Menge Wasser in 3 Gaben gefüttert.
    5. Flugloch ca. 9-10 cm breit mit ca. 6-7 Schlupflöchern (ca., weil ich
    gerade wegen starken Regens nicht in den Garten im Nachbardorf kann,
    um genauere Angaben zu machen).
    6. Neben beschriebenem Volk steht noch ein zweites, das überlebt hat.
    Ein Ableger steht an einem anderen Standort und ist i.O.
    7. Die Bienen habe ich als Volk im April letzten Jahres erhalten.
     
    Ich hoffe, die Angaben sind hinreichend und danke herzlich für die Mühe!
    Gruß vom Bienenpfarrer

  • Hallo Bienenpfarrer,
    die Vermutung, dass die Bienen an Sauerstoffmangel gestorben sind, dürfte nicht zutreffen. Auch wenn genügend Futter vorhanden ist, kann es manchmal sein, dass die Bienen verhungern. Immer wieder wird beobachtet, dass Völker während der Überwinterung vom Futter abkommen und trotz ausreichender Vorräte verhungern. Sie stecken dann oft fast vollständig in den Zellen.
    winolf
    Bienenauge sei wachsam!

  • ...Immer wieder wird beobachtet, dass Völker während der Überwinterung vom Futter abkommen und trotz ausreichender Vorräte verhungern.


    Hi, deswegen ist es günstiger, bei Kaltbau das Flugloch nicht mittig, sondern an der Seite zu platzieren.
    Da ist ein Futterabriß eher unwahrscheinlich.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • dass Völker während der Überwinterung vom Futter abkommen und trotz ausreichender Vorräte verhungern. Sie stecken dann oft fast vollständig in den Zellen.


    Hallo Winolf,
    es ist tatsächlich so, dass viele Bienen in den Zellen stecken.
    Frage: was hat es dann mit der Schimmelbildung auf sich? Normal?
    Danke und freundliche Grüße vom
    Bienenpfarrer

  • Hallo Bienenpfarrer,
    Schimmelpilze benötigen zum Wachstum vor allem Nährstoffe (organische Substanz) und Feuchtigkeit. Beides ist bei ungenügender Belüftung im Bienenkasten vorhanden, deshalb haben wir heute sog. Lüftungsböden, wo wir über den Winter die Schieber entfernen und ein Draht- oder Kunststoffgitter den Abschluss bildet. Manche behelfen sich auch dadurch, dass sie Randwaben entfernen. Auf jeden Fall muss bei Schimmelbildung ein besserer Luftaustausch stattfinden. Siehe auch im Forum
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=15329
    Viele Grüße
    winolf

  • Hallo Bienenpfarrer,


    was ich rauslesen konnte hast du Warmbau. Da ist es leicht möglich das die Bienen die Wabengassen wegen der Kälte nicht wechseln können und verhungern dann. Kommt halt vor. Alles Gute für das andere Volk und eine glückliche Hand beim imkern.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)