Winterzehrung

  • Hallo Zusammen,
    einige Beiträge im Forum haben mich aus meinem imkerlichen Winterschlaf geweckt: Es wurde von ungewöhnlich hoher Zehrung berichtet.
    Also habe ich meine Völker etwas früher als gewöhnlich gewogen. Fazit: Es war so, wie es nach dem Witterungsverlauf in unserer Region zu erwarten war, nämlich eher eine geringere Zehrung als in den warmen Wintern der vergangenen Jahre.
     

     
    Mein Waagvolk bestätigte das auch schon vor einer guten Woche. In der Zwischenzeit sind gerade einmal 300g abgenommen worden und auf der Bodeneinlage finden sich nur wenige Wachskrümel.
    Von einem ordentlichen Brutnest sind die Völker in 2009 noch weit entfernt.
     
    Dem leichtesten Ableger und dem leichtesten Volk habe ich je eine Futterwabe beigehängt. Wäre nicht nötig gewesen.
    Die Volksstärke war bei beiden sehr gut. Hoffen wir, dass ich das in diesem Jahr anfangs Mai auch noch sagen kann...
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Michael,
    dass es in der Imkerei noch Dinge gibt, die genau so funktionieren, wie Imker das erwartet! :)
    Das ist für mich so was von beruhigend: Ich nehm mir ein Beispiel und begeb mich auch wieder zur Ruhe.
    Wird früh genug hektisch werden...
    Viele Grüße,
    Rudi

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast057 () aus folgendem Grund: ...am falschen Platz gelacht.

  • Wenn ich mich an der Legende versuchen dürfte?!
    Z.B. 2003:


    Vor dem Winter wogen sie knapp unter 40Kg, nach dem Winter knapp über 30Kg.
    Maximal haben sie knapp über 10Kg verbraucht, mindestens aber gute 5Kg und im Mittel ~7,5Kg.


    Richtig interpretiert ?

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Zusammen, hallo Uli,
    gerne, hätte ich sofort machen sollen, sorry!


    Die oberen beiden Kurven sind die gewogenen Beuten "vor" und "nach" dem Winter. Angegeben sind jeweils die Durchschnittsgewichte aller Völker.

    • "vor" steht für die Wägung Mitte Oktober,
    • "nach" steht für die Wägung Ende Februar.

    Die unteren drei Kurven stellen die errechnete Zehrung dar.

    • "max" steht für die Zehrung des Volkes mit der grössten Abnahme,
    • "mittel" steht für die durchschnittliche Zehrung aller Völker und
    • "min" steht für die Zehrung des Volkes mit der geringsten Abnahme.

    Für 2009 lesen sich die Daten wie folgt:
    [INDENT]Im Winter 2008/2009 hatten alle Völker ein durchschnittliches Einwinterungsgewicht von 42,9 kg.
    Die gleichen Völker wogen bei der Auswinterung 36,9 kg, woraus sich eine durchschnittliche Zehrung von 6,0 kg ergibt.
    Das Volk mit der stärksten Zehrung verbrauchte 8,6 kg, das Volk mit der geringsten Zehrung nur 3,8 kg Winterfutter.
     
    [/INDENT]Jetzt sollte es klarer sein. :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Rudi,



    mich würde interessieren, wieviel Kg hast Du eingefüttert, um auf ein Einwinterungsgewicht von 42,9 Kg zu kommen?
    Mit welchen Abnahmen außer den 6,0 Kg muss noch gerechnet wereden?
    ( natürl. alles Durchschnittswerte. )

  • Hallo Zusammen, hallo Drohne,

    Drohne schrieb:

    mich würde interessieren, wieviel Kg hast Du eingefüttert, um auf ein Einwinterungsgewicht von 42,9 Kg zu kommen?

    Deine Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Mich interessiert beim Einfüttern ja nur das Endgewicht des Volkes.
     
    Aber Du willst unbedingt eine Zahl lesen: Wenn ich Ableger und Kunstschwärme außer acht lasse und nur die aufgefütterten Altvölker betrachte, dann haben die so gefühlte 20 Liter Lösung 3:2 bekommen. Aber das ist sehr unterschiedlich von Stand zu Stand. Wo die Balsamine steht: Deutlich weniger!


    Wahrscheinlich interessiert Dich aber viel mehr, wieviel echten Vorrat die Völker zu Winterbeginn hatten:

    • Ich imkere in der 10er-Dadant-Kiste. Die wiegt mit leeren Waben 23 kg.
    • Rechne Mitte Oktober ca. 1,5 kg Bienen hinzu.
    • Die Differenz zu meinem Oktober-Gewicht in 2008 (das waren 42,9 kg) ist also das Winterfutter, natürlich inklusive Bienenbrot.
    • Was wiegt das eingelagerte Bienenbrot? Ca. 1,5 kg?
    • 42,9 - 23,0 - 1, 5 - 1,5 = 16,9 kg
      Meine Völker hatten also ca. 17 kg reines Winterfutter.
    Drohne schrieb:

    Mit welchen Abnahmen außer den 6,0 Kg muss noch gerechnet wereden?

    Da kann ich Dir auch keine exakte Antwort geben.
     
    Der eigentliche Verbrauch geht ja jetzt erst los, im gleichen Maße zunehmend wie das Brutnest wächst. Deutlich mehr, als die 1,2 kg/Monat für die Versorgung der Wintertraube.
     
    Es wird nicht lange dauern, dann kommt auch schon der erste Nektar von draußen rein. Ich rechne mit den ersten nennenswerten Zunahmen zur Weidenblüte. Dieses Jahr ungefähr in 4 Wochen.
     
    Bei 6 kg Winterzehrung haben meine Völker Ende Februar 2009 noch einen Vorrat von 11 kg.
    Das reicht bei normaler Frühjahrsentwicklung (also mit Zunahmen) bequem bis zum großen Blühen. In der Regel kann ich Futterwaben für die Ablegerbildung entnehmen.
     
    Läuft's blöd, dann muss ich mich allerdings nach der Weide um das Futter kümmern. Denn der Bien kennt seine Vorräte und schaltet auf Sparflamme, wenn es eng wird. Nicht erst dann, wenn die letzte Zelle leergesaugt ist: Rutschen die Vorräte unter 5 kg, dann entsteht Handlungsbedarf für den Imker.
     
    Aber Ihr wisst ja: 2 Imker, 3 Meinungen... :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Zusammen,
    wie Ende Februar erhofft, honigt die Weide ganz prima und ich kann Futterwaben für die Ableger entnehmen. Jedes Volk hat eine Wabe abgegeben. Die schönsten Waben sahen in diesem Jahr wie abgebildet aus. Sie kamen von einem Stand, auf dem im letzten Jahr die Balsamine gut beflogen wurde und auf dem ich nur die Hälfte Futter gegeben hatte.
     
    Dies ist die Außenwabe eines Jungvolkes. Links daneben stand ein Schied.
    Zuerst die Innen und dann die Außenseite der Wabe:
     


     
    Meine Restfutterberechnung stand demnach auf sicheren Füßen... :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Ich will jetzt auch zu meinen Völkern und Futterwaben entehmen. Es ist teilweise noch viel Winterfutter in den Beuten und durch den Nektareintrag der Weide sind die Bruträume am verhonigen, da muss ich Platz schaffen.
    Außerdem hatte ich zwei Schwächlinge über Absperrgitter auf starke Völker gesetzt. Die muss ich auch wieder trennen, da das obere Volk (der Schwächling) zusätzlich vom unteren Volk mit Nektar vollgekleistert wird.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"