Bienen im Apfelbaum

  • Hallo erstmal,
    und danke für die vielen Infos, die ich als passiver Leser hier schon erhalten durfte :-)


    Entschuldigt, dass sich mein erster Post mit einigen anderen Fäden schneidet, aber ich würde doch gerne direkt ein paar Antworten erhalten.


    Meine Idee wäre diese:
    In unserem Garten steht ein gesunder, wenn auch hohler Apfelbaum.
    Die Höhle reicht von fast Bodennähe bis etwa Schulterhöhe und mündet in 3 Ausgängen: 3 der 4 Hauptäste des Baumes wurden vor Jahr(zehnt?)en entfernt, damit der 4te eine gesunde Krone bildet.
    Diese 3 Schnitstellen sind nach innen hinein morsch geworden und zerfallen, wodurch die Höhle entstanden ist. Die Durchmesser der Ausgänge sind: 2x 20cm und 1x 5cm. Die Höhle an sich hat aber auch nur etwa 25cm Durchmesser.
    Meine Idee ist nun die, diese wunderbar gelegene Höhle mit Bienen zu besetzen (Vor einigen Jahren waren einmal Hornissen darin).
    Ich würde dafür die Höhle innen noch so geräumig wie möglich schlagen (das Morsche Randholz), das 5cm Loch als Flugloch verwenden, ein 20cm Loch mit einer Tür beschlagen, um sowohl hineinsehen als auch hineingreifen zu können oder um zu behandeln, und auf das höher gelegene 20cm Loch (das den höchsten (seitlich gelegenen) Punkt der Höhle bildet) einen Honigraum aufzusetzen (mit Gitter).


    Was haltet ihr davon?
    Probleme, die ich sehe, wären:
    Es ist keine Gemülldiagnose möglich, außerdem würden sich über die Zeit wohl recht viel Müll am Boden der Höhle ansammeln? (Bringen die Bienen einen Teil des Mülles, wenn er zu nahe an ihre Waben kommt hinaus? Das Flugloch liegt immerhin recht hoch)
    Ich müsste somit die Bienen auf gut Glück genauso behandeln wie das befallenste meiner nahen Bienenvölker?
    Es ist kaum eine Wabenerneuerung im Baumstamm möglich (Wildbau), genauso wenig Schwarmkontrolle (was mich aber kaum stört).
    Und ich habe keine Ahnung, ob und wie die Bienen den Honigraum annehmen würden.


    Danke für eure Anregungen, Tipps oder Kritiken :-)


    beste Grüße
    Imkernachwuchs

  • Hallo,


    für diese Idee würde ich keinen weiteren Gedanken mehr verschwenden. Mir tut es in diesem Fall um die Bienen leid, es ist möglich das sie erst gar nicht im Baum bleiben.
    Wenn du schon was mit einem Baumstamm machen willst, dann bau dir eine Klotzbeute, da kannst du die Bienen beobachten und ihnen im Notfall helfen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mach es und beobachte! Es geht dir ja nicht um den Honigertrag. Ich würde auf jeden Fall einen Schwarm nehmen und ihn mit eine sog. Schwarmlade einlaufen lassen. Kann du den Baum jeden Tag beobachten? Dann liefert er dir nach ein bis zwei Jahren Schwärme, die du wunderbar nutzen kannst. über die Bauerneuerung würde ich mir weniger Gedanken machen, die wird erst in ca 5 Jahren fällig. Bis dahin ist viel passiert. Stell mal n Foto rein vom Baum, Vielleicht ist es möglich einen kleinen Honigraum zu basteln und anzuhängen. Und wegen der Varroabehandlung sprich mal mit Demeterimkern. Ein Volk was im Sommer nicht geöffnet wird, hat kaum Probleme mit Varroa, was mit der Wärmeleitung und dem Wärmehaushalt im Naturbauvolk zu tun hat. Und weniger Winterfutter braucht es auch. Ich kann nur sagen: Tu es, es kostet kaum was und bringt dir ne Menge neue Erkenntnisse, und viel Freude

  • Oh, Schwarzlux,

    Zitat

    Ein Volk was im Sommer nicht geöffnet wird, hat kaum Probleme mit Varroa, was mit der Wärmeleitung und dem Wärmehaushalt im Naturbauvolk zu tun hat.


    Warum sind dann erst mal 95% der ferals in den USA abgenippelt, als die Varroa kam, obwohl denen nie jemand den Deckel gehoben hat?:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die "ferals" sind die wilden dunklen Bienen, die bereits den ersten Bienen-Importeuren in die zukünftigen USA im 15. Jahrhundert ausgekniffen sind per Schwarm, und sich recht gut etabliert haben. In manchen Gegenden der USA brauchst du keine Bienen kaufen, du gehst einfach in den Wald und holst dir welche. Walt nennt sie "die kleinen Schwarzen" - es sind die Nachfahren der Nigra aus ganz Europa, jede Kolonisierungswelle brachte ihre Lokalsorte mit.
    Und als die Milben kamen - Tracheen & Varroa, brach diese wilde Population für etwa 5-7 Jahre fast vollständig zusammen, um dann bestens erholt und varroaresistent zurückzukehren.
    Leider dauert ihre VT nur so lange, wie sie nicht in Imkerhand geraten - da sterben sie wie alle anderen in konventioneller Haltung spätestens im 2. Winter.
    Mit Naturbau auf 32mm oder Stabilbau überleben sie recht gut.
    Aber man kann halt kein Geld mit ihnen verdienen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    vielen Dank für die Antworten und die Kritik - ich habe ja sogar eine kleine Diskussion losgetreten :daumen:


    Ich komme der Bitte um Fotos gerne nach - in den nächsten Tagen :wink:
    Vielleicht können wir dann noch ein bisschen genauer hineindiskutieren.


    bis dann
    Grüße

  • Hallo,
    auch hier wollte ich den aktuellen Stand noch angeben.


    Ich habe mich dazu entschlossen, diese Experimente auf das nächste Jahr zu verschieben, und mich über den Sommer hinweg genau mit diesen außergewöhnlichen Behausungen beschäftigen.
    Werde also noch auf dieses Thema zurückgreifen :wink:


    beste Grüße

  • Der Drohn bittet alle die von Luxnigra gemachte Aussage nicht als die Aussage eines Demeterimkers zu werten.
     
    Demeterimkerei ist Kultur und Pflege am Bien und hat nix mit verwildern, so wie es der Anschein haben kann in luxnigras Beitrag, zu tun:u_idea_bulb02:
     
    Der
    Drohn