Honigernte in der "natürlichen" Bienenhaltung - Auswirkungen und Erwartungen

  • Üblicherweise sind die Erwartungen an die Honigernte hoch - sowohl bei Neulingen der Imkerei, als auch bei den alten Hasen. Vor allem bei denjenigen, die schon eine Imkerei auf herkömmliche Weise betrieben haben.


    Die gesteckten Erwartungen sollten jedoch bei einem Umstieg auf eine Imkerei wie die der Warré-Imkerei neu bedacht und bemessen werden. Hier einige Hinweise zum Nachdenken.



    Eine Biene trägt pro Flug:


    30mg Nektar oder Wasser


    15mg Pollen oder Harz


    Um eine Biene großzuziehen werden 130mg Pollen benötigt.


    Ein Bienenvolk zieht unter natürlichen Bedingungen etwa 150 000 Bienen im Jahr groß.


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    Ein Bienenvolk benötigt pro Jahr (wieder unter natürlichen Bedingungen):



    120kg Nektar oder 4 000 000 Flüge


    25 Liter Wasser oder 833 333 Flüge


    20kg Pollen oder 1 333 333 Flüge


    100g Harz oder 6 667 Flüge



    70 kg Nektar wird direkt im Sommer verbraucht
    50 kg Nektar wird zu 20kg Honig umgewandelt als Wintervorrat


    Das ist der Jahresverbrauch einer kleinen natürlichen Honigbienenkolonie unter natürlichen Umständen. (Nach Prof. Seeley).


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    50 kg Nektar werden zu 20kg Honig umgearbeitet.


    Ein Bienenhalter mit niedrigen Erwartungen entnimmt vielleicht 10 kg Honig.


    Dies kreiert einen Extrabedarf von 25 kg Nektar oder 833 333 Sammelflüge. Das sind ~20% mehr Arbeit für 10 kg Honig.


    Die Honigbienen arbeiten in einem sehr schmalen Zeitfenster, in dem die Bienen die Möglichkeit haben auszufliegen UND einen Überschuss zu erwirtschaften. Die meiste Zeit des Jahres machen sie Minus und leben von den Reserven aufgrund des Wetters. Auch das Angebot an Nektar anbietenden Pflanzen muss stimmen, denn auch bei schönen Wetter und Flugaktivität kann die Bilanz immer noch negativ sein. Das kann sehr gut mit einer Bienenstockwaage beobachtet werden.


    Nur 19% des Jahres (in Nordeuropa) haben die Bienen die Möglichkeit einen Überschuss zu erwirtschaften. Das korrelliert in etwa mit dem Verhältnis der Sonnenstunden an Gesamtstunden des Jahres, bei mir lokal liegt das Verhältnis etwa bei 17%.


    Also ist zu beachten, dass es ein mehr oder weniger absolutes Zeitfenster gibt, innerhalb dessen den Bienen es überhaupt möglich ist, einen Überschuss zu erwirtschaften.


    Der andere nicht weniger kritische Faktor ist die Menge der zur Verfügung stehenden Blütenpflanzen und die Menge an Nektar, den sie abgeben.


    Indem 10 kg Honig geerntet werden, wird den Bienen die Aufgabe gestellt 20% mehr Nektar zu sammeln, um immer noch auf eigene Faust zu überleben. (Also ohne künstliche Zuckerfütterung).


    Diese Mehrarbeit ist innerhalb des festen Zeitfenster zu erledigen. Daher ist es notwendig, dass die vorhandenen Bienen 20% mehr arbeiten oder dass einfach mehr Bienenmasse existiert.


    Um mehr Bienenmasse aufzubauen, benötigen die Bienen 20% mehr Brutzellen. In einem wilden Volk bauen die Bienen etwa 2,5m² Wabenfläche (nach Seeley). 20% mehr Wabenfläche bedeutet 4 weitere Waben nach Warré-Maßstäben. 5-6 weiter Waben werden benötigt, um den Überschusshonig abzulegen.


    Jedes Gramm Wachs (1g) , das für diese Extra-Waben benötigt wird, verbraucht 6 g Honig, wobei der Honig aus15 g Nektar (500 Sammelflüge pro g) hergestellt wird.


    20% mehr Brut bedeutet gleichzeitig 20% mehr Angriffsfläche für Varroen. Bedeutet auch, dass Verluste durch Anlage weiterer Brut ausgeglichen werden müssen.


    20% mehr Brut bedeutet auch 20% extra Verbrauch an Pollen Die Bienen brauchen zusätzliche 4kg Pollen. Das sind 266 666 Sammelflüge mehr im gleichen Zeitfenster. Das wiederum erfordert weitere Bienenmasse ...


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    Zusammenfassung


    So sieht also die Auswirkung einer 10 kg Honigernte auf eine Bienenvolk aus (unter der Prämisse, nicht mit Zucker zu füttern und ähnliches).


    Im gleichen Zeitfenster müssen die Bienen (pro Volk)...


    1.) zusätzlich 25 kg Nektar sammeln und dabei 833 333 mehr Flüge absolvieren
    2.) zusätzlich 4-10 Waben ausziehen
    3.) zusätzlich 15 g Nektar pro 1g Wachs sammeln und dabei 500 Flüge pro 1g Wachs absolvieren
    4.) zusätzliche 30 000 Bienen müssen großgezogen werden
    5.) zusätzlich 4kg Pollen müssen herbeigeschafft werden um die Extra-Brut zu versorgen
    6.) 20% mehr Anfälligkeit gegenüber Brutkrankheiten und -parasiten abwehren


    noch zu erweitern...



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    Über Erwartungen



    Schaut man sich die Extra-Arbeit an, die durch die Erwartungen des Bienenhalters entstanden sind, beginnt man über Erwartungen zu sinieren.


    Selbstverständlich werden Erntemengen von 20-50 kg pro Bienenvolk in der modernen Imkerei möglich gemacht durch Zuckerfütterung, durch Gebrauch von Rähmchen, Mittelwänden, Wanderung, usw. (Ist dieses "Mehr" auch der Grund, warum Varroen möglich wurden?).



    In der natürlichen Bienenhaltung ist es meiner Ansicht nach notwendig, als Erstes die Erwartungen bezüglich der Honigernte zurückzuschrauben. Das Zweite wäre sich genau anzusehen, wie das Zeitfenster aussieht, in dem die Bienen agieren. Lokale Klimatabellen eignen sich, um herauszufinden, in welchem Monat die meisten Sonnenstunden zu finden sind. Dann ist herauszufinden, was an blühenden Pflanzen um den Bienenstand zu finden ist.


    Bienen bevorzugen Nahrungsquellen, die in 1 km Radius um den Bienenstock liegen, weil sie die Trachtquellen besser auffinden (nach Seeley liegen die Chancen >70%). Bis zu einem Umkreis von 3km liegt die Chance immerhin noch bei etwa 50%. Darüber nehmen die Chancen, dass die Bienen die Trachtquellen zeitnah und pünktlich finden rapide ab. Daher sollte die Versorgung eines Bienenvolks innerhalb eines Radius von 1-3km gesichert sein, vor allem bei der natürlichen Imkerei, in der nicht gewandert wird.


    Dazu eignen sich Tabellen über Trachtpflanzen, in denen Angaben zu finden sind, wie viel kg Nektar diese Pflanze pro Quadratmeter gibt. Dann schaut man sich an, ob die Sonnenschein-Zeitfenster mit den Blütephasen übereinstimmen. Denn es nützt nichts, wenn die Sonne scheint und die Trachtpflanze nicht blüht. Es nützt auch nichts, wenn die Pflanze blüht und es herrscht ungünstige Witterung.


    Das Dritte was geprüft werden sollte ist, wie viele Honigbienenvölker ein Standort vertragen kann. Haben die Bienen überhaupt eine Chance, sich aus dem direkten Umkreis zu ernähren. Ansonsten würde eine indirekte Konkurrenz den Bienen schaden. 120kg Nektar (+ 25 kg Nektar pro erwarteten 10 kg Honig bei der Ernte) und 20kg Pollen (+ 4kg Pollen für jede 10kg Honig, die Du ernten möchtest) werden von einem einzigen Bienenvolk benötigt.


    Und - ist ausreichend Nektar und Pollen vorhanden? Vorhanden im richtigen Zeitfenster?


    In der natürlichen Imkerei ist das Schwärmen und Schwärmenlassen der Honigbienenvölker zu bevorzugen. Ein Schwarm nimmt jedoch einen erheblichen Teil des gesammelten Nektars mit auf die große Reise. Möglicherweise werden mehrfach hintereinander Vor- und Nachschwärme abgehen, die jedes Mal Nektar mitnehmen.


    Nachdem die Schwärme abgehen, müsste ein weiteres Zeitfenster existieren mit der entsprechenden Menge an Trachtpflanzen, um eine Ernte zu erwarten.


    Nun, darin liegt meiner Meinung nach die Schwierigkeit der natürlichen Bienenhaltung/Imkerei. Bei der natürlichen Imkerei geht es nicht darum, eine Beute oder Methoden (Völkeraufbau, Wandern, Schwarmverhinderung, etc.) zu verbessern, sondern darum die Landschaft um einen herum zu verbessern. Ausserdem ist die zeitliche Abstimmung mit dem Jahresverlauf ganz besonders wichtig. Zum Beispiel, dass Schwärme möglichst zu Anfang eines Zeitfensters abgehen und der Aufbau der Völker danach.


    Viele Grüße


    Bernhard

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von BernhardHeuvel ()

  • Bernhard das gibt erstmal einen dicken :daumen:
    Super Beitrag.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Bernhard,
     
    einige sehr interessante Gedankengänge - gerade für mich als Neuling, der nicht auf die maximale Honigentnahme Wert legt. Ich muss gestehen, dass ich mir bereits auch überlegt hatte lieber 1-2 Völker mehr naturnah zu pflegen und dafür den Bienen jeweils mehr Honig zu überlassen. Allerdings finde ich, dass sich eine naturnahe Bienenhaltung un Wanderung zu ergiebigen Trachtquellen nicht ausschliessen. Um insgesamt möglichst schonend bzw. nachhaltig umweltfreundlich zu arbeiten könnte ich doch den evtl. entstehenden Vorratsmangel durch "Bio"-Rohrzucker ausgleichen, oder vertragen Bienen keinen Rohrzucker ? Ich denke zumindest, dass das immer noch besser wäre als konventionell erzeugter Zucker ! Ein anderer Gedanke wäre, beim Start in die Imkerei evtl. den gesamten Vorrat eines Volkes an Honig zu entnehmen und dieses dann aufzulösen. Den Honig würde ich nicht verbrauchen, sondern für schlechte Zeiten als Notfutter einlagern. So hätte ich für kommende Generationen immer genug "Bio-Futter" für Notfälle zur Verfügung ! Und wenn ich überlege, dass ich bei 3 Völkern in normalen Jahren ca. 30-40 KG Honig problemlos entnehmen könnte, dann sind das, sagen wir mal mittelwertig, 70 Gläser Honig zu 3,- EUR - also rund 200 EUR einnahmen (Futterkosten fallen ja idealerweise nicht an) - das sollte die laufenden Kosten decken und nach und nach auch die Einstiegskosten.....und mal ehrlich, mit welchen Hobby kann man schon einen so nachhaltigen Beitrag für die Tier- und Pflanzenwelt leisten - ohne, dass es einen selbst etwas kostet:lol:
     
    so denkt der
     
    weimaraner

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo, Bernhard,
    wunderbare Ausführung.
    Aber eins wird dabei vergessen: hat das normale kleine Volk in seiner Höhle genug Platz, gibt es KEIN LIMIT für Pollen- oder Nektareintrag.
    Solange was draußen da ist, wird auch angeschleppt, bis nix mehr reinpaßt.
    Denk bitte an die Völker in den Wänden oder großen Baumhöhlen, die da mehrere Jahre drinsitzen - die haben oft weit über 150kg da drin, in meterlangen Waben.
    Klar sind das keine Normalsituationen, aber auch Seeley kennt die Zahlen von Farrar:

    Zitat

    Es war Prof. Clayton L. Farrar, der 1937(!) feststellte, daß Völker mit 30.000, 45.000 und 60.000 Bienen nicht 2-, 3- und 4mal, sondern 2,7mal, 4,4mal und 6,1mal mehr Honig als Völker mit 15.000 Bienen einbringen.


    Sprich, der Aufwand für mehr Honig ist nicht linear, sondern abnehmend exponentiell. Nur mehr Bienen bringen mehr Honig.:wink:
    Und die Bienen haben definitiv keine Mengenbegrenzer, wissen aber ziemlich genau, wieviel sie haben.
    Und da mehr besser ist, weil mehr Überwinterungssicherheit und größere Volksentwicklung im Frühjahr (Schwarm!:-D), wird bis zum geht-nicht-mehr gebunkert.
    Pack mal einen Schwarm in eine Warre mit 6 Zargen und beobachte, was da passiert - wie groß wird das Brutnest im Vergleich zu 4ern, wie schwer wird das ganze Ding im Vergleich, wie viele Bienen hat das Volk....
    Wenn sie können, im Sinne von Platz und Tracht haben, werden auch die verdammt stark werden - kleine Völker sind nicht freiwillig klein, sondern weil die Umstände nix anderes erlauben.
    Und wer schon mal Bienen im Raps oder der Akazie erlebt hat, wie hektisch die werden, um den Überfluß zu sichern, bevor er vorbei ist, weiß, daß es kein Limit gibt.


    Natürlich hast du recht, daß die Umgebung das Limit setzt - nicht genug Pollen ist das Schlimmste, und Zuckerfütterung als Monoernährung sehe ich mittlerweile auch ziemlich kritisch, zumal ich immer noch keine 100% gesicherten Kenntnisse über die Herstellung der Sirupe und deren Schadstoffgehalte besitze.
    Die Umgebung "bienenfit" zu machen, ist eigentlich der größte Job des Imkers.
    Ich mach da nachher mal einen eigenen Thread auf.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ..hat das normale kleine Volk in seiner Höhle genug Platz, gibt es KEIN LIMIT für Pollen- oder Nektareintrag.


    Hallo Sabi(e)ne,


    ich bin mir da nicht so sicher, ob Bienen genauso wie Menschen rea -gieren, mit Betonung auf Gieren :lol:


    Sicher, das absolute Limit ist die Umgebung, denn wo nichts zu holen ist, kann auch nichts geholt werden.


    Etwas anderes ist, wenn die Umgebung sehr reichhaltig ist. Von der Warre-Mailingliste berichtete ein ehemaliger Erwerbsimker aus einer Gegend in Nordamerika (Alberta), in der jener im Schnitt 70kg bis 180kg pro Volk in einer Rähmchenbeute erntete, dass die Bienenvölker in einer Warrebeute wesentlich weniger hektisch arbeiteten und eben nicht maßlos alles in sich hinein schaufeln.


    Im letzten Jahr hat er mit der Warrebeute begonnen zu imkern und das nach 30 Jahren Berufsimkerei. Er sagte zu mir, dass er im letzten Jahr so viel über Bienen gelernt hat wie nie zuvor.


    Seine Begründungen, weswegen die Bienen nicht das Maximum an Nektar eintragen, möchte ich hier unreflektiert wiedergeben (grob übersetzt):


    1.) Honigbienen haben kein Interesse an maximaler Produktion. Ihr Interesse ist es überkopf einen geschlossenen Vorrat für den Zeitraum anzulegen, den sie überbrücken wollen. Die herkömmliche Imkerei nutzt dieses Bestreben, indem sie die Geschlossenheit der Honigkappe innerhalb der Saison auflösen und die Bienen arbeiten hektisch, um die Geschlossenheit wiederherzustellen. Auf diese Weise sammeln sie wesentlich mehr Nektar.


    [1. Bees are not concerned with maximum production. They are concerned
    with putting a dome of honey and pollen over their heads that will serve
    as their food supply during the period of want. Conventional beekeeping
    takes advantage of this by stripping off that dome of honey in mid
    season so the bees will frantically rebuild it i.e.collect a lot more
    nectar.]


    2.) Da die Bienen ihr Nest von oben nach unten ausziehen, und Honig nur überhalb und seitlich des Brutnests lagern, nutzen sie die freigewordenen Zellen, aus der die Brut schlüpfte. Das bedeutet, dass sie täglich nur die Menge an Nektar sammeln und einlagern, wie die von der Brut täglich freigegebene Menge an Zellen hergibt. Das ist wesentlich weniger, als sie sammeln können, wenn die Honigkappe immer wieder aufgelöst wird. (Sprich, wenn die Waben geschleudert werden).


    [2. Since bees build their nest from top down, and only store honey above
    and to the sides of the brood nest, they store honey in cells that have
    been vacated by the emerging brood. this means that they will only
    collect and store that amount of nectar every day that can be stored in
    those cells vacated by emerging brood everyday, which is far less less
    than they can frantically collect when their 'dome' is compromised.]


    3.) Der alte Spruch "Fleissig wie eine Biene" ist sozusagen ein Mythos. Sie scheinen genauso oft zu ruhen, wie sie arbeiten - auch inmitten einer Tracht. Sie sind einfach nicht daran interessiert, die vier- oder fünffache Menge an Pollen und Nektar einzutragen, wie sie zum Überleben brauchen. Genauso wie ein Puma nicht vier- oder fünfmal so viele Hirsche reisst, wie er verzehren kann.


    [3. The old saying 'busy as a bee' is somewhat of a myth. They seem to
    rest as much as they work, even during the honey flow. They simply
    aren't interested in collecting four or five times the amount of pollen
    and nectar that they need to survive, any more than a cougar is
    interested in killing four or five times the amount of deer it needs.]


    Ich möchte hinzufügen, dass Martin Lindauer (und Karl von Frisch) bereits beschrieb, dass die "ruhenden oder untätigen" Bienen gleich mehrfach wichtig sind für die Gesundheit eines Bienenstockes. Denn das sind die Bienen, die einspringen, wenn Arbeitskräftemangel für eine der vielen Aufgaben eines Bienenvolks herrscht.



    4.) Bienen haben andere Sorgen als nur Nektar zu sammeln. Wenn wir Dinge tun, wie das Aufsetzen von Zargen, welche die Bienen rein für das Nektarsammeln vereinnahmen, so tun wir dies zum Nachteil anderer überlebenswichtiger Aufgaben, wie zum Beispiel das Sterilisieren der Beute und die Konsolidierung des Brutnests.


    [4. Bees have other concerns than just nectar collection. If we do things
    like top-supering to keep them involved totally in nectar collection
    during the summer, we do it to the detriment of other survival
    necessities like hive sterilization and broodnest consolidation.]



    Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich habe es selbst in den Warrebeuten erlebt, dass die Bienen eben nicht den gesamten Raum auf Deubel komm raus in einem Jahr ausfüllten. Die fast schon aggressive "Hektik des Nektarsammelns" ist dort nicht zu beobachten. Obwohl die Völker mitunter prächtig und bienenstark sind, werden im ersten Jahr meistens zwei-einhalb bis drei Zargen ausgebaut. Mehr nicht, auch wenn eine vierte Zarge mit Leichtigkeit gefüllt werden könnte.


    Im zweiten Jahr reagieren die Bienen ähnlich. Sehr schnell werden zwei weitere Zargen ausgebaut. Ich glaube auch, dass die Bienen jedes Jahr den Wabenbau etwas erweitern, aber nicht direkt die gesamte Höhlung auf einmal. Auch wenn sie es könnten.


    Man könnte die Sache vermenschlichen. Stell Dir vor, du hättest einen großen Speicher auf dem Dachsöller und ein Kellergewölbe. Als Selbstversorger reagiert man immer wie ein Eichhörnchen, denn man ist sich bewusst: Der Winter ist lang. Also wird eingemacht und produziert. Meistens macht man zu Anfang den Fehler, viel zu viel einzumachen. Das Resultat ist dann sichtbar anhand der Einmachgläser, dessen Inhalt nun schon drei Jahre alt ist. :lol: Die Familie verbraucht eben nur eine bestimmte Menge im Jahr. Nachdem man mehrfach die Reserven wegschüttet, beginnt man die Produktion zu reduzieren auf ein vernünftiges Maß. Man realisiert, dass das Jahr garnicht so viele Wochen wie Einmachgläser hat.



    In dieser Art wird es den Bienen ergehen. Die Anzahl der schlüpfenden Bienen hat eine Maximalgrenze, das ist die Anzahl der Eier, die eine Königin jeden Tag legen kann und die zur Verfügung stehende Wabenfläche. Arbeitet der Imker mit reinem Stabilbau, so ist die Wabenfläche ein begrenzender Faktor. Denn diese muss erst erstellt werden und das geschieht nicht fortlaufend, sondern zyklisch unter ganz bestimmten Bedingungen, wie Nektarangebot, Verhältnis von Brut zu Honig etc. Erst wenn die neu gebauten Zellen bebrütet, die Brut schlüpft und anschließend neues Wabenwerk zur Verfügung steht, können die Zellen ausgezogen und als Honiglager verwendet werden. Irgendwo muss der Nektar hin.


    In der herkömmlichen Imkerei verfährt man so, dass die Wabenfläche "unendlich" gestaltet wird, weil dieselben Waben durch Abschleudern das Mehrfachean Nektar aufnehmen, als sie unberührt aufnehmen. Des Weiteren werden Maßnahmen ergriffen (Schwarmverhinderung, Mittelwände im Brutraum, etc.), die die Bienenmasse nach oben pushen. Auf diese Weise erhält man eine Erweiterung der Wabenfläche und der Bienenmasse. Hier ist allein die Grenze die Legefähigkeit der Bienenkönigin.


    Da die Legefähigkeit begrenzt ist, ist das Schließen der Honigkappe und das Sammeln der mehrfachen Menge an Nektar auf eine begrenzte Anzahl von Bienen konzentriert (mit entsprechenden Abnutzungserscheinungen). Die Mehrarbeit leisten also die Bienen und die Höhe der Mehrarbeit lässt sich anhand oben aufgestellter Rechnung erahnen.


    Jedenfalls ist es wichtig, wenn man mit Stabilbau und einer "natürlichen Imkerei" beginnt, die Erwartungshaltung bezüglich der Honigmengen zu dämpfen. Sie sind in keiner Weise mit herkömmlichen Zahlen der Mobilbauimkerei zu vergleichen. Von sich aus sind die Bienen eben keine Nektarsammelmonster, sondern hocheffiziente Lebewesen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Super Beitrag, Bernhard !
    als Wiedereinsteiger bin ich sehr offen für Warre. Das mit der Minderernte war mir im Prinzip schon klar, aber Zahlen sind beruhigend.
    Nächste für mich zu klärende Fragen sind: Geht offener Boden? Bäume sind ja auch oft mit nach unten offenen Höhlen versehen.
    Wie funktioniert Varroabehandlung? Die ausgewogene Koexistenz Biene/Milbe ist ja noch ein Wunsch.
    Wer hat schon Erfahrungen mit der Honiggewinnung in Richtung Presse/ Schleuder. Mit-der-Hand-ausdrücken wäre mir schon bißl zu archaisch.
    Danke für alle Antworten!
    Uli

  • Feiner Beitrag.


    Sehr schön zu lesen. Sehr schön auch die gegensätzliche Meinung von Sabine, die durchaus begründet erscheint.


    Bernhard, aus Deinen Gedanken (und Erfahrungen, auch des Alberta- Imkers) müsste zwangsläufig abzuleiten sein, dass das Warre- Prinzip nichts für Erwerbsimker bzw. "erwerbsorientierte" Imker ist. Allerdings ist ein solcher auf "ruch-warre.com" zu sehen. Nur ein Exot? Und ansonsten nur was für Idealisten?


    Grüsse
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Nächste für mich zu klärende Fragen sind: ...


    Dafür lohnt es sich schon, einen eigenen Thread aufzumachen. Die meisten Fragen wurden aber schon hier im Forum beantwortet :wink:


    ....Warre- Prinzip nichts für Erwerbsimker ....Allerdings ist ein solcher auf "ruch-warre.com" zu sehen. Nur ein Exot?


    Es gibt mehrere Berufsimker in Frankreich mit Warrébeuten im Einsatz, es handelt sich also nicht um einen Einzelfall.


    Was spricht dafür, diese Beute einzusetzen, wenn der Honigertrag geringer ist? Ein Grund kann sein, dass die Investition an Arbeit und Geld bei einer Warrébeute sehr viel geringer ist.


    Frèrès-Guillaume vergleicht in seinem Buch "L' apiculture écologique de A à Z" (über das Imkern in Warrébeuten) die Kosten einer Imkerei in Dadant und in einer Warrébeute.



    Eine Tabelle auf Seite 36 zeigt folgende Zusammenfassung der Kosten, die über 10 Jahre erfasst und zusammengetragen wurden. In Belgischen Franken in den 90ern. Zugrundegelegt sind jeweils 50 Dadant- und 50 Warrébeuten, wenn ich mich nicht irre.


    Bezeichnung / Dadantbeute / Warrc
    Jährliche Honigernte/ 20 kg / 12 kg
    Investition / 56.115 (/ 30.105
    Bienenfutter (Zucker für die Dadant, Honig für Warré) / 32.220 / 6.250
    Kosten insgesamt/ 88.375 / 36.355


    Gesamthonigproduktion / 1.000 kg / 600 kg
    Honigverkäufe / 250.000 / 150.000
    Nettogewinn / 161.625 / 113.645
    Produktionskosten pro 1 kg Honig / 88.3 / 60.6
    Arbeitsstunden pro Beute und Jahr / 12 h / 4 h 45 min


    Das sind die Zahlen einer Imkerei über 10 Jahre, vermutlich ist das Verhältnis der Kosten zwischen Dadant und Warré in etwa so gelagert.


    Durch die geringere Investition an Zeit und Geld ist es möglich, eine größere Anzahl von Völkern zu halten. Zumindest rechnerisch ist die Beute wirtschaftlich genug, um wenigstens interessant zu sein.


    Dann gibt es noch diverse Tricks, um die Honigproduktion mit der Warrébetriebsweise zu steigern. Ein Trick davon ist das Zwei-Beuten-System, wobei zwei Warrébeuten miteinander verbunden werden. Siehe: http://ruche-warre.levillage.org/Biruche.htm


    Ein möglicher Hinderungsgrund für den Einsatz als Berufsimkerbeute ist, dass die Handhabung der Warrébeute nicht anders zu erlernen ist, als im Eigenversuch. Und solche Eigenversuche sind mit Unsicherheiten verbunden, die die wenigsten beruflichen Imker eingehen werden. Auf kurze Sicht ist daher nicht mit einem Berufsimker in Deutschland zu rechnen, der Warrébeuten einsetzt. Zumindest nicht im großen Stil :p



    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Was spricht dafür, diese Beute einzusetzen, wenn der Honigertrag geringer ist? Ein Grund kann sein, dass die Investition an Arbeit und Geld bei einer Warrébeute sehr viel geringer ist.


    Das kann ich nur unterschreiben.
    Herstellungskosten einer Beute bei mir.( Einkauf im örtlichen Sägewerk.
    Arbeitszeit nicht berücksichtigt.)


    Holz ( Schalbretter sägerauh ) inklus. Oberträger ges.: 12,00 Euro
    Schrauben ( Sonderangebot ) 2,50 Euro


    Farbe und Leim lass ich ab diesem Jahr weg da ihr Preis in keinem Verhältnis zum Herstellungspreis der Beute liegt.
    der Arbeitsaufwand beträgt nur ein Bruchteil gegenüber herkömmlichen Beuten.
    Für mich auf jeden Fall eine Alternative die ich ausbaue. 25 neue Beuten stehen bereit. Mal sehen was das Jahr so bringt.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honig () aus folgendem Grund: [/quote] geht aufs haus

  • Moin, moin,

    Zitat

    Von der Warre-Mailingliste berichtete ein ehemaliger Erwerbsimker aus einer Gegend in Nordamerika (Alberta), in der jener im Schnitt 70kg bis 180kg pro Volk in einer Rähmchenbeute erntete, dass die Bienenvölker in einer Warrebeute wesentlich weniger hektisch arbeiteten und eben nicht maßlos alles in sich hinein schaufeln.


    Er hätte noch den Zwischenschritt von Naturbau in Rähmchen einschalten sollen, dann würde er jetzt dasselbe in der Rähmchenbeute sehen.:wink:
    Naturbau ohne MW ist da der Schlüssel zur entspannten Biene, und das meine ich ernst.

    Zitat

    Da die Bienen ihr Nest von oben nach unten ausziehen, und Honig nur überhalb und seitlich des Brutnests lagern, nutzen sie die freigewordenen Zellen, aus der die Brut schlüpfte.


    Das nun liegt wiederum an "Flugloch unten".
    Bei Flugloch im oberen Bereich sieht die Honiglagerung (und das Brutnest) ganz anders aus - ich glaub, da sind wir uns einig.:wink:

    Zitat

    Der alte Spruch "Fleissig wie eine Biene" ist sozusagen ein Mythos. Sie scheinen genauso oft zu ruhen, wie sie arbeiten - auch inmitten einer Tracht.


    Eher noch mehr ruhen. Tautz hat's bewiesen, daß die Flugbienen eben nicht einen Flug nach dem anderen, von morgens bis abends, sondern "nur" 3-4 pro Tag (was Leistung genug ist!)

    Zitat

    Bienen haben andere Sorgen als nur Nektar zu sammeln. Wenn...


    Äh, nein, Flugbienen haben NUR die Sorge, Wasser, Propolis, Nektar und Pollen ranzubringen - solange es dem Volk gutgeht.
    In Notsituationen ist es so, wie Jay Smith schreibt: "Jede Biene ab einem Alter von 10 Tagen kann JEDE Tätigkeit problemlos übernehmen".
    Das beinhaltet Futtersaftproduktion ebenso wie Wachsschwitzen und Flugdienste - ansonsten würde bei Königinnenverlust mit Nachschaffung nämlich fast keiner mehr da sein, der die Larven füttern könnte z.B., wenn endlich wieder welche kommen.:wink:

    Zitat

    In dieser Art wird es den Bienen ergehen. Die Anzahl der schlüpfenden Bienen hat eine Maximalgrenze, das ist die Anzahl der Eier, die eine Königin jeden Tag legen kann und die zur Verfügung stehende Wabenfläche.
    ....
    In der herkömmlichen Imkerei verfährt man so,
    ....
    Auf diese Weise erhält man eine Erweiterung der Wabenfläche und der Bienenmasse. Hier ist allein die Grenze die Legefähigkeit der Bienenkönigin.


    Äh, nein, Einspruch.:wink:

    Zitat

    The queen is often given credit for preferences she doesn’t have. Her daughters make the judgements on where and when eggs are needed. They, the workers, know which cells have been prepared for eggs. When the workers have need of the queen’s services, they round her up (literally) wherever she is meandering and escort her to the area that is ready for eggs. Then the steering committee (court) fawns over her to induce laying. This opinion is supported by the fact that sometimes the queen can be found lumbering over empty brood comb with no interest in laying and no “court”.
    The workers also determine area and its location of the active rearing cells of the brood nest. The space allocated to active brood rearing is controlled with a built-in safety margin in the volume of the brood nest that can be protected. For example, the late spring freeze seldom causes any loss to brood chilling. Their safety margin in cluster size versus brood volume normally protects the brood.
    Keep in mind that the brood nest size stays in a state of change for the entire active season from start up in mid winter to close out in late fall. The changes are slow and may not be obvious to the casual beekeeper, but the changes reflect the colony objectives with the passing season. Briefly: early - build population to support reproduction by colony division; mid season - reduce population to limit erosion of accumulated stores; early fall - build a population of young bees for wintering; late fall - close out brood to conserve stores in early winter.


    (Übersetzung:Die Königin wird oft für Dinge verantwortlich gemacht, auf die sie gar keinen Einfluß hat. Es sind ihre Töchter, die beurteilen, wo und wann Eier benötigt werden. Sie, die Arbeiterinnen, wissen, welche Zellen zur Eiablage vorbereitet wurden. Wenn die Arbeiterinnen die Dineste der Königin benötigen, kreisen sie sie buchstäblich ein, wo immer sie gerade herumwandert, und eskortieren sie zu dem Bereich, der fertig ist für die Eiablage.
    Dann schwänzelt der Lenkungsausschuß (der Hofstaat) über sie herum, um sie zum Eilegen zu bewegen.
    Diese Meinung wird unterstützt durch den Fakt, daß man manchmal die Königin über Flächen leerer Brutzellen trampeln sieht, ohne Hofstaat, und ohne das geringste Interesse am Legen (Anm. von mir: wir haben auch schon sehr oft Königinnen beim Spazierengehen im Stock gesehen...weit oben in leeren HR - glaubt kein Mensch, ist aber so)
    Die Arbeiterinnen bestimmen also die Fläche und ihre Örtlichkeit des aktiven Brutanziehens im Brutnest.
    Der Raum, der der Brutaufzucht gewidmet wird, wird kontrolliert mit einer eingebauten Sicherheitsmarge, die sich auf das Volumen des Brutnests bezieht, das geschützt werden kann. Beispielsweise verursachen späte Frühlingsfröste sehr selten Verluste durch Brutverkühlung.Die Sicherheitsspanne in Bienentraubengröße gegen Brutvolumen beschützt normalerweise die Brut.


    Man muß sich merken, daß das Brutnest in einem ständigen Wandel begriffen ist, die ganze aktive Saison hindurch, vom Start im Mittwinter bis zum Brutschluß im Spätherbst. Die Änderungen sind langsam und mögen für den lässigen Imker nicht offensichtlich sein, aber die Änderungen reflektieren die Ziele des Volkes mit der fortschreitenden Jahreszeit. Kurz gefaßt: früh - aufstrebende Bevölkerung, um die Reproduktion durch die Volksteilung zu unterstützen; in der Mitte - Reduzierung der Bevölkerung, um den Schwund der angesammelten Vorräte zu begrenzen; Frühherbst - Erzeugung der Bevölkerung vion jungen Winterbienen; Spätherbst - Brutschluß, um die Vorräte im Frühwinter zu schonen.
    (Zitat ist von Walt)


    Das oben gesagte gilt aber für Naturbau genauso wie für Stabilbau.
    Das Brutnest ist sehr wandelbar über die ganze Saison, aber wie viele Eier tatsächlich zu Bienen werden, entscheiden allein die Arbeiterinnen.
    (und bitte immer im Hinterkopf die Möglichkeit einer zweiten und dritten anwesenden Königin haben - es ist nicht so selten, wie man es gern hätte.
    Die Arbeiterinnen haben das Verhältnis Höhlenvolumen-Vorräte-Bienen-Brut sehr genau im Blick, und immer auch den nächsten Schwarm: auf den wird optimiert.
    Wabenbau und Honigvorrat sind kein Selbstzweck - Vermehrung der Art ist das eigentliche Ziel, nicht das statische Verbleiben an einem Ort.:wink:
    Natur ist immer dynamisch.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

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  • @ Bernhard


    Hallo, der Vergleich von Herrn Frèrès-Guillaume zwischen Warre und Dadantbeuten bezüglich des Ertrages erscheint mir etwas zweifelhaft.
    Ein mir befreundeter Imker hat letztes Jahr mit 20 Völkern 1,8 t Honig geschleudert. Das ist kein Imkerlatein! ( Anmerkung dazu, er vermarktet nur an Endverbraucher und nicht zu dumpingpreisen) Für mich war letztes Jahr kein ausgesprochen gutes Imkerjahr und es gab keinen Waldhonig.
    Ich will mit dieser Anmerkung keinesfalls die Meinung vertreten, dass in Warrebeuten keine Erwerbsimkerei möglich ist, auch kann ich diese beiden Systeme nicht vergleichen, da ich nur eines praktiziere.
    Ich bin grundsätzlich Neuem aufgeschlossen und ich möchte auch Bienen Artgerecht und gesund halten.
    Den Beitrag finde ich sehr interessant, wie die meisten von dir, Danke auch von meiner Seite.Natürlich auch an Sabi(e)ne gerichtet.
    MfG
    beeahead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Ein mir befreundeter Imker hat letztes Jahr mit 20 Völkern 1,8 t Honig geschleudert.


    Ja, das ist gut möglich, aber wohl nicht der Regelfall. Der Imker aus Alberta hat eine Ernte mit seinen Warrebeuten eingefahren, da können wir hier nur von träumen. Vergleiche kann jedoch jeder selbst anstellen, wer mag.




    Bei Flugloch im oberen Bereich sieht die Honiglagerung (und das Brutnest) ganz anders aus - ich glaub, da sind wir uns einig.:wink:...


    Ein deutliches Nein, da werden wir uns nie einig werden (es sei denn Du entschließt Dich es auszuprobieren :lol:). Ich habe sowohl eine Trogbeute als auch Strohkörbe mit Flugloch oben gehabt und ich habe dort den Honig ordnungsgemäß ÜBER dem Brutnest gefunden. Ich habe auch noch nie einen einzigen Bericht gelesen oder ein einziges Photo gesehen, wo das Brutnest oben und der Honig unterhalb eingelagert wurde. Wenn Du da Berichte oder Photos findest, wäre ich Dir dankbar für entsprechenden Input.


    Vor allem im Stabilbau widerspricht das Einlagern von Honig unterhalb des Brutnests jeder Logik. Die Bienen ziehen die Waben von oben nach unten aus. Also bebrüten sie die Waben zuerst und folgen dann dem frischen Wabenwerk, wo sie bevorzugt die Eiablage vornehmen. Die oberen bereits bebrüteten Waben werden ausgezogen zu Honigwaben und anschließend gefüllt. Das habe ich auch bei einem Flugloch oben so beobachtet. Die Veränderung des Flugloches nach oben bewirkt lediglich eine horizontale Verschiebung der Honigvorräte, aber keine vertikale.






    Wabenbau und Honigvorrat sind kein Selbstzweck - Vermehrung der Art ist das eigentliche Ziel, ...


    Nimmt der Schwarm Honig mit auf dem Weg?
    Oder war es doch eher Nektar? :wink:


    Ich bleibe dabei, die Begrenzung durch die Wabenfläche und die Legekapazität verhindert einen grenzenlosen oder übermäßigen Eintrag an Nektar. Beide Grenzen werden nicht umsonst durch Maßnahmen des Imkers künstlich erweitert. Das hat schon seinen Sinn.


    Viele Grüße,


    Bernhard

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