Viruserkrankungen

  • Simon, Occam's Rasiermesser.
    Wenn mehrere zur gleichen Zeit mit Schwesterköniginnen gebildete Jungvölker betroffen waren, würde ich als erstes an Inzuchtschaden denken (sehr kurzlebige Bienen), als zweites bei ausschließlich Flugbienen als Betroffene an eine andauernde Vergiftungsmöglichkeit in der Nähe, als drittes durchaus an Eiweißmangelernährung (eine Aminosäure zuwenig reicht ja schon), viertens an "die räubern selbst", und erst an letzter Stelle an Viren.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ein Inzuchtschaden würde sich von Anfang an abzeichnen, zudem passt die Brutanlage auch nicht. Die Völker hatten sich Anfangs gut entwickelt. Ein unzureichendes Pollenangebot würde sich auch bei anderen Jungvölkern des Standortes bemerkbar machen, auch der Wechsel in ein anderes Gebiet und Wabentausch änderte nichts. An räubernde Bienen hatte ich auch gedacht, aber um Weihnachten herum dürfte es keine schwarzen Wichtelmännchen mehr in den Beuten geben.


    Gruß
    Simon


  • Wenn mehrere zur gleichen Zeit mit Schwesterköniginnen gebildete Jungvölker betroffen waren, würde ich als erstes an Inzuchtschaden denken (sehr kurzlebige Bienen), .


    Inzuchtschäden bei Standbegattung kann man ausschließen.
     


    als zweites bei ausschließlich Flugbienen als Betroffene an eine andauernde Vergiftungsmöglichkeit in der Nähe,.


    Möglich.
     


    als drittes durchaus an Eiweißmangelernährung (eine Aminosäure zuwenig reicht ja schon), .


    Dann müßten alle Völker an dem Stand das Schadbild zeigen.
     


    viertens an "die räubern selbst",


    Das Schadbild bei Räubervölkern sieht anders aus.
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Lieber Simon Hummel
     
    eine Diagnose ist an Hand eines Bildes nicht erstellbar.
     
    da diese diese Bedeutung hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnose
     
    Trotzdem ist dieses Bild von Dir sehr bedeutend, da wir daran unsere Beobachtung und Begriffe schulen dürfen!
     
    Bevor der Drohn nun seinen Senf zu diesem Bild vom Hummel gibt, würde er gerne wissen, was andere in diesem Bild vom Simon alles sehen, ohne eine http://de.wikipedia.org/wiki/Interpretation vom Gesehen zu geben.
     
    Dies wären die ersten Schritte um zur
     
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie
     
    zu kommen!!
     
    Danke
    der
    Drohn

  • Nochwas zum Thema Diagnose:

    Das war Anfang Mai 2006, an einem Volk gab es ähnliche Symptome, nur hat sich das Volk berappelt. Damals dachte ich, dass irgend ein Spinner meine Bienen vergiftet hatte, da ich zeitnah den Nachbarn mit der Giftspritze den Birnbaum habe spritzen sehen.

    Die Symptome sind im Wald beinahe verschwunden und im Spätsommer wieder aufgekeimt. Mit neuer Königin war das Problem beseitigt.

    Die Stockwache hatte die schwarze Bienen wie Räuberbienen abgewehrt und gebissen.

  • @w&w: man muß Genetiker sein, um allein dieses Wort nur zu kennen - ich glaub nicht, daß einer von den Bienenwissenschaftlern das je gehört hat.
    (ich hab's immerhin schonmal im Zusammenhang mit Drosophila gehört, aber nur halb begriffen, hat was mit Transposonen zu tun, gell? Bei Google kommen nur Springerlinks...:roll:)


    simon : na gut, dann nicht "Inzucht", sondern "genetisch etwas beschädigt/unpassende Paarung"? Je nach Spermamix kommen manche Sachen doch eh nicht sofort zum Vorschein, und das Problem ist doch, daß du ohne fingerprints nie wissen kannst, was du da hast...


    Bei den Bildern von 2006 würde ich auch nicht an einen Virus denken, sondern zeitlich begrenzte Kontamination oder eben unpassende Drohnen, und wenn nach dem Austausch der Königin Ende war, spricht es nicht für Virus, meine ich.
    Hast du da vielleicht wirklich irgendwo Linien, die nen Schlag weghaben?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabiene,
    die Bienendichte ist hier relativ hoch, da bei mir ausschließlich Standbegattung läuft, dürfte Inzucht kein großes Thema sein. Vielleicht ist es eine Frage der Beobachtung und der Anzahl an Völkern, dass dieses Phänomen beobachtet werden kann. Nach einigen hundert Überwinterungen wird man durchaus mit diesen Besonderheiten konfrontiert. Bleibt zu hoffen, dass die Virenproblematik randständige Begleiterscheinung bleibt. Oder wird sie gerade durch eine andere Problematik flächendeckend maskiert?


    Gruß
    Simon