Phacelia nach Linden, Wann sähen

  • Alles, was wir Imker säen unsere Bienen zu ernähren, ist im eigentlichen Sinne unsinnig. Wir - also unsere Bienen - sind Absahner. Geht es also um das Ernähren der Bienen ist Innenfütterung immer effektiver. Der Pollengedanke wird jedoch schon auf relativ kleiner Fläche befriedigt und in aller Regel langt auch, was ohnehin gefunden wird.


    Wer also klaren Verstandes (oder Taschenrechners ist) wird um der Bienen Willen keine Trachtpflanzen ansäen. Das ist Geigelei und muß auch so benannt werden.


    Ich habe beispielsweise dies Jahr mehrere Kilo Blühmischungs-, Insekten- und Vogelschutzstreifensaatgut auf insgesamt so 1ha vergraben und erfreue mich am Gedeihen. Für mich ist das eine "Hegemaßnahme" und meine Bienen werden davon nicht direkt profitieren. Die ganze Aktion hat mich um die 200€ gekostet und einen ganzen wirklich langen Tag. Einen schönen. Einen mit Draußen sein und Natur und Gut fühlen. Und nun erfreut mich die aufgehende, aufwachsende Saat und läßt mich auf reichlich Blüten hoffen (und auf verhoffendes Rotwild). Für 200 schnöde Euro hätte ich aber auch so 200kg Sirup gekriegt und für einen Tag Arbeit nochmal mindestens, wenn nicht noch, ach was sag' ich. Locker steckt also der Auffütteraufwand von 30, 40 Bienenvölkern in der Fläche (und nächstes Jahr paar Gelege). Niemals kann dieser Hektar aber 30, 40 Völker ernähren. Das kann nicht gehen. Never.


    Für unsere Bienen müssen also immer andere säen. Denn eigentlich wachsen ja die Pflanzen nicht für den Säer, sondern für sich sälber. Und ließe man sie, säten sie sich auch sälbst. Und damit kann die Bienen um. Das kennt sie ja aus der Zeit noch vor der Erfindung der Steine.


    Wenn mir nicht mehr absahnen können, kömmer einpacken.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

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  • Hallo Ihr Ackerbauern,


    ich habe auch ein paar ordentliche Stücken mit Blühmischungen eingesät. Natürlich ohne zu rechnen, mehr so, weil ich es in den letzten Jahren schön fand, die Bienen es mochten und weil ich "glaube", daß bei uns im Juli/August Pollenmangel herrscht.


    Im letzten Jahr habe ich mal bei der Phacelia die Zeit von Aussaat bis Blüte gestoppt - 6-8 Wochen. Das hängt natürlich auch von Temperatur und Feuchtigkeit ab.
    Und ich würde die Wiese nicht in die Winterfutterberechnung einbeziehen.


    Gruß Jörg

  • Ok, danke ihr zwei.
    Wird nicht mit einberechnet, in etwa 6 Wochen bin ich eventuell schon am Behandeln/Einfüttern und in 8 Wochen eventuell schon fertig damit. Aber wenn dann könnten sie da immer noch Pollen holen und andere Insekten haben auch was davon.


    Habe mittlerweile schon angefangen und ... ohje ist das anstrengend :eek:.
    Meiner Frau ihren Gemüsegarten fräse ich jedes Jahr und das geht bedeutend besser (keine Grasnabe).
    Naja, nützt ja nix, muss so oder so gemacht werden.

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  • Habe mittlerweile schon angefangen und ... ohje ist das anstrengend :eek:.
    Meiner Frau ihren Gemüsegarten fräse ich jedes Jahr und das geht bedeutend besser (keine Grasnabe).

    Haste wirklich 'ne Fräse oder bloß 'ne Hacke? Mit 'ner Fräse in ordentlicher Größe fährst Du über kurz gemähtes oder gemulchtes Gras und hinten kommt ein Saatbett raus. Das Schwere daran ist nur die schwere Maschine. Mit so einer 4 oder 8 Zinken-Hacke machste Dir einen Häßlichen auf Grasland und zudem die Hacke im Getriebe kaputt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Ist eine Hacke (habe gegoogelt).
    Ich habe es dann sein lassen weil das echt nicht gut funktioniert. Ich muss morgen mal schauen ob ich mir irgendwo eine richtige Fräse ausleihen kann, ansonsten bleibt wohl nur noch der Spaten übrig.

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  • Hallo Henry,


    Geht es also um das Ernähren der Bienen ist Innenfütterung immer effektiver.


    Innenfütterung mit Zuckerwasser mag ja kalorienmässig besser sein - aber ist natürlicher Nektar nicht ein qualitativ hochwertigeres und natürlicheres Futter als Zuckerwasser?


    Mit jeden Tag 5 Hamburger werde ich ja auch satt - aber gesund??



    Alex

  • Innenfütterung mit Zuckerwasser mag ja kalorienmässig besser sein

    ... nicht "mag" ist!

    - aber ist natürlicher Nektar nicht ein qualitativ hochwertigeres und natürlicheres Futter als Zuckerwasser?

    Ja, genau, ist nicht! Blütenpflanzen bieten Zucker in Nektar an, damit Bienen Grund haben dahin zu kommen. Damit sie's besser finden packen Blüten dann noch Aroma dazu. Aroma braucht die Biene nicht. Aroma braucht der Imker.


    Die Diskussion hatten wir allerdings erst zigmal und die wird immer wieder aufgewärmt, weil die Natur leider kein reines Zuckerwasser schwitzen läßt, sondern immer so Nektar. Das wiedereum liegt an den Problemen der Pflanzen mit der Synthese ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Danke Henry !

    weil die Natur leider kein reines Zuckerwasser schwitzen läßt, sondern immer so Nektar. Das wiedereum liegt an den Problemen der Pflanzen mit der Synthese ...


    Oder am Menschen weil er noch zu wenig vom System versteht?
    Es gibt aber auch Imker die wohl der Meinung sind Zuckerwasser macht "dumme" Bienen.


    Ich weiß es nicht. Abe ich will auch kein altes Thema aufwärmen, drum lassen wirs dabei :-)


    Alex

  • Henry, und warum läßt Du dann nicht gleich von Deinen Bienen Zucker zu "Honig" umarbeiten? So könnte sogar Sabiene in Ihrer Agrarwüste so richtig absahnen. ...:eek:
    MfG André


    Was hat den Sabines Agrarwüste mit meiner Zuckerfütterung zu tun? Und wie sollen den Bienen aus Zucker Honig machen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Da stand laut und deutlich Nektar und Aromastoffe und dass der Imker da Wert drauf legt.
    Wegen dem Honig macht er das.
    Sonst kommt ja Winterfutter dabei raus und das ist für die Bienen.:wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen!


    Sorry erst mal das ich das wort hier noch mal ergreifen muss.
    Wenn ich JETZT also Morgen Phacelia aussähe und nach 7 Wochen diese Pflanze Blüht (mitte Ende August) wie sieht es dann mit dem Einfüttern aus? Kann ich auch später Einfüttern und wenn ja was ist das Maximum wo man einfüttern sollte.


    LG Mario