design für mehr bienen!

  • Hallo,


    ich studiere produktgestaltung für nachhaltigkeit in England und brauche hilfe für mein abschluss projekt (5 monate).


    Ich will ein produkt/system gestalten das es ermöglicht für bienen (honig und wilde bienen?) neue lebensräume zu erschliessen und die biodiversität zu erhöhen. Deshalb ist es sehr wichtig mit leuten zusammen zuarbeiten die mir fragen beantworten können so das mit eurer hilfe vielleicht etwas entsteht das den bienen hilft.


    Nach dem ich ein wenig über die probleme gelesen habe und weiss wie wichtig es ist das wir sie unterstützen möchte ich hier ein paar recherche fragen stellen und grobe konzepte einstellen. Ich denke die wichtigste aufgabe die bienen erfüllen ist die polinisierung von blüten.


    Es wäre spitze wenn ihr mir einfach antwortet oder sagt was ihr von den ideen haltet. Die konzepte und fragen sind noch ziemlich unkoordiniert...


    Konzepte:


    Bienenstöcke (wilde bienen oder honig bienen) können zu einem bestimmten zeit punkt im jahr im gartenmarkt oder so gekauft werden. Diese idee zielt auf kinder und hobby gärtner ab und unterstützt das slow food movement.


    Urbaner bienenstock. ein system das es ermöglicht auf begrünten dächern in städten bienen zu halten.


    Industrialisierte bienen. Durch das ausdünnen von lebensräumen sind viele lebensformen bedroht. lebenshilfe für bienen an feldern und obstplantagen um die nutzung von wilden bienen zu erhöhen.


    Fragen:


    Was passiert mit wilden und honig bienen im winter (winterstarre/sterben)?


    Wie vermehrt man bienen um neue völker zu bilden?


    Welche natürlichen feinde haben sie (vorroa, pestizide, herbizide, specht)?


    Gibt es genügend pflanzen in der stadt um sich zu vermehren?


    Wie oft öfnet ihr eure bienen stöcke (im winter/ im sommer) und warum?




    ich danke euch schon mal im vorraus und ich halte euch aufdem laufenden wie sich mein projekt mir eurer hilfe weiter entwichelt!


    Hannes.

  • Hallo Hannes,


    ich glaube, umgekehrt wird `n Schuh draus...


    Erst lernen, mit Bienen umzugehen, dann experimentieren.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin,

    Zitat

    Bienenstöcke (wilde bienen oder honig bienen) können zu einem bestimmten zeit punkt im jahr im gartenmarkt oder so gekauft werden. Diese idee zielt auf kinder und hobby gärtner ab und unterstützt das slow food movement.


    Wilde Bienen sind alles Solitärbienen mit begrenzter Überlebensdauer und NICHT zusammenlebend, die im Frühjahr geschlüpften Tiere paaren sich, legen ihre Eier ab, und sterben kurz danach.
    Honigbienen verkauft man nicht mal so eben im Gartenmarkt, zu deren Haltung braucht es schon Fachwissen.
    Schon aus Verantwortung für die Tiere geht sowas nicht.

    Zitat

    Urbaner bienenstock. ein system das es ermöglicht auf begrünten dächern in städten bienen zu halten.


    Gibt es schon öfter als du weißt, such bei Youtube mal nach "beehive in manhattan".

    Zitat

    Industrialisierte bienen. Durch das ausdünnen von lebensräumen sind viele lebensformen bedroht. lebenshilfe für bienen an feldern und obstplantagen um die nutzung von wilden bienen zu erhöhen.


    Schau hier: http://www.bluehende-landschaft.de/ 
    Aber am besten ginge das noch, wenn ALLE Pflanzenschutzmittel verboten würden...:roll:


    Insgesamt würde ich mich Radix anschließen, vielleicht wäre es besser, sich erst mal richtig über Bienen schlau zu machen, und was sie von Wildbienen unterscheidet.
    Ich fürchte, du wirst dir für deinen Abschluß was anderes einfallen lassen müssen.


    ETA: für dich müßte http://www.zeri.org hochinteressant sein, nachhaltiger als zero emission geht ja wohl nicht :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Radix,


    ich bin produktgestalter ich kann nicht alles wissen aber mein gebiet ist es themen/produkte mit problemen zu identifizieren und dann produkte zu entwickeln die abhilfe schaffen. ich muss z.b. kein koch sein um kochmesser zu designen aber es ist gut mal in einer küche gewesen zu sein und köchen bei der arbeit zuzusehen um probleme zu identifizieren. Nutzerorientierte Gestaltung. Meistens sehen leute die mit den gleichen werkzeugen seit jahren arbeiten garnicht mehr mit was für problemen sie ihren arbeits prozess bestreiten. Das ist jedenfalls was ich durch meine arbeit in den letzten 5 jahren herraus gefunden habe.


    Ich werde aufjedenfall hier in Cornwall mit imkern persönlich reden und hören was sie für lösungsansetze haben um das problem der biodiversität, bienensterben zu verbessern. Leider ist es ja winter aber vielleicht kann ich ihnen in den nächsten monaten immer mal wieder über die schultern schauen und lernen.


    Ich denke imker sind eine randgruppe die extremen respekt verdienen und die gesellschaft weiss garnicht was sie an ihnen hat, wenn man bedenkt wieviel von der erhaltung von bienen abhängt.


    Deswegen versuche ich mein wissen mit eurem zuverbinden und vielleicht entsteht etwas das allen weiter hilft?

  • Oh Design - gibts demnächst den Designer Stockmeißel mit vergoldetem Griff und Strassklunkern?
    Oder den modischen Smoker mit Händianhänger? :D
    Ich kann mir auch gut eine Bienebeute vorstellen, die man gleichzeitig als Sonnenstuhl nehmen kann.
    Oh da fallen mir 1000 weitere Ideen ein :D
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Sabine,


    danke für die links.


    Die honig biene gab es doch zunächst erstmal auch ohne imker? Ausserdem hab ich gelesen das vor 100-200 jahren also pre zuckerrohr in europa viele leute in ihrem garten einen bienen stock hatten um ihre speisen zu süssen?
    Wir haben wild lebende bienen in unserem garten die lieben den efeu.


    Weisst du ob es noch viele wildlebende honigbienen gibt?


    Wie sieht es den mit den wild lebenden bienen aus, die sterben alle nach ca. 2wochen und sind extrem speziallisiert auf bestimmte pflanzen?

  • Ich frage mich gerade ob do Google und die Forensuche kennst :u_idea_bulb02: :cool:
    Olli


    Ps: Versuch mal die Groß- und Kleinschreibung wieder zu verwenden ... das liest sich besser

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  • Hallo Honig,


    haha nein um gottes willen ich denke was leute in designern sehen ist leider zu oft dekadente auswüchse aber die methoden die sich in den letzten 20 jahre abgeleitet haben sind alles andere als produkte die schon vor ihrer produktion obsolet waren. Meine studien befassen sich hiermit Design for sustainability (leider in englisch).


    Wenn du verbesserungen an deinem werkzeug haben willst nur raus damit aber mit einem gold griff mit diamanten werde ich dir nicht dienen können.


    Was ich zum beispiel hier gelesen habe das leute manchmal nicht ganzklar kommen mit ihren rauch-maschinen. Da ist ein ansatz da, aber ich will eigentlich mehr dazu beitragen das es bienen besser geht anstatt das imker weniger gestochen werden :-D


    Tut mit leid mit der Rechtschreibung, ich versuche mich zu bessern.


  •  
    Naja. Der Gedanke, die Slow- Food- Bewegung zu unterstützen, ist ja so schlecht nicht.
    Das "langsame Essen" unterstützen zu wollen mit Bienen als "an easy purchase" führt bestimmt zum "Quick death", der Bienen. Und wie ist es dann mit dem Rückgaberecht?:p
     
    Bienen im Gartenmarkt.... Klingt für mich erst mal verrückt. Aber gerade in Amerika kann sowas vielleicht sogar (eine Weile, bis die Klagewelle wegen Bienenstichen rollt) funktionieren.:confused:
     
    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)


  • Was ich zum beispiel hier gelesen habe das leute manchmal nicht ganzklar kommen mit ihren rauch-maschinen. Da ist ein ansatz da, aber ich will eigentlich mehr dazu beitragen das es bienen besser geht anstatt das imker weniger gestochen werden :-D


    Tut mit leid mit der Rechtschreibung, ich versuche mich zu bessern.


    Ja naja ich muss immer bei Designern sofort an Leute denken die Zeug herstellen was hässlich und sinnlos ist :) 
    Nachhaltigkeit ist ne schöne Sache wenn es nutzbar ist und keine Patente auf den Erfindungen sind.
    Zumindest bei den Smokern könnte man mal anfangen. Oberstes Prinzip: er sollte nicht ausgehen und langsam abbrennen und leicht anzündbar sein.


    Bei den Bienenbeuten würde ich dir mal die Warrebeute empfehlen zum Anschauen (findest du über die Forensuche).
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hei,

    Zitat

    Die honig biene gab es doch zunächst erstmal auch ohne imker?


    Yo, aber da gab es auch noch keine Landwirtschaft, sondern gigantische Laubwälder mit vielen hohlen Bäumen, guter Krautschicht, und vielen Lichtungen mit Himbeeren etc. Keine Massentrachten, aber genug für die Bienen das ganze Jahr.

    Zitat

    Ausserdem hab ich gelesen das vor 100-200 jahren also pre zuckerrohr in europa viele leute in ihrem garten einen bienen stock hatten um ihre speisen zu süssen?


    Pre-Zuckerrohr ist ein paar Jahrhunderte länger her, und da war es noch Job der Zeidler, genügend Wachs für die Kirchen zu liefern, das war eigentlich wichtiger, und Honig konnten sich damals nur reiche Leute leisten.
    Nach der Bauernbefreiung/Ende der Gilden gab es auf großen Höfen oft jemand, der sich um ein paar Völker zu kümmern hatte - *einen* Stock hat niemand.

    Zitat

    Wir haben wild lebende bienen in unserem garten die lieben den efeu.


    Zur Efeublüte gibt es nicht mehr nennenswert Wildbienen, dürften eher kleine Hummelarten sein.

    Zitat

    Weisst du ob es noch viele wildlebende honigbienen gibt?


    In Europa eher sehr wenig, aber es soll noch welche geben.

    Zitat

    Wie sieht es den mit den wild lebenden bienen aus, die sterben alle nach ca. 2wochen und sind extrem speziallisiert auf bestimmte pflanzen?


    Nein, bei weitem nicht alle. Wildbienen sind ein eigenes Spezialgebiet, ich kenn ja nicht mal alle, die hier bei mir rumfliegen, viele sehen sich sehr ähnlich, sind aber doch verschiedene Arten.


    Und deine britischen Imker haben dieselben Pflanzenschutzmittel-induzierten Probleme wie wir - solange die chemische Keule geschwungen wird, hat die Biodiversität sehr schlechte Karten.
    Außerdem beginnt die nicht erst bei Tieren/Insekten, die man sehen kann - was die ganzen Mittel mit der Bodenfruchtbarkeit (Bakterien/Pilze/Microlebewesen) anstellen, wird immer komplett ignoriert.


    Wenn du vom Bienensterben letztes Jahr hier in D gehört hast - es sprach danach kaum jemand über die Vögel, deren Brut verhungerte/verkrüppelt schlüpfte, weil das Poncho Pro auch Raupen und so ziemlich alle Insekten gekillt hat - es gab keine Schmetterlinge, keine Wildbienen, keine Hummeln, keine Käfer, nichts mehr dort - "Der stumme Frühling" (Rachel Carson) live und im Jahre 2008 mitten in Deutschland.:evil:
    Angesichts solcher Fälle ist es müßig, sich Gedanken um das Erschließen neuer Lebensräume zu machen - es würde reichen, wenn die alten erhalten würden statt sie systematisch zu vergiften.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Blackluster und Erzgebirgler,


    es tut mir leid wenn ich euch mit Anglizismen quäle.


    Die Ideen sollen nur Denkanstösse sein. Ich habe zum Beispiel gelesen das in New Jersey wild lebende Honigbienen nicht sterben von Milben weil die Milben, durch natürliche Selektion, dann ihre eigene Lebensgrundlage zerstören würden. Da die verschieden Völker oft weit auseinander leben die Milben Verteilung auch nicht so einfach ist?


    Wie sieht es den mit Wildbienen aus sind die auch von Milben betroffen oder nur von pestdizieden?

  • Die Wildbienen haben ihre eigenen Parasiten, und sind schwer von den Pestiziden betroffen, weil viel empfindlicher.
    Die Honigbienen sind da die späte Alarmanlage - sterben die an Pestiziden, sind Hummeln, Wildbienen, Wespen etc schon alle lange tot....
    Staatenbildende Insekten sind im Vorteil, weil viel mehr Individuen.
    Stirbt da die Hälfte eines Volks, kann das trotzdem noch halbwegs weiterleben.
    Stirbt jedes Frühjahr die Hälfte an Wildbienen, und kann sich nicht vorher noch vermehren, kannst du dir ausrechnen, wann sie unter die kritische Grenze dezimiert sind...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen