Unterschriftenaktion gegen Wiederzulassung von Clothianidin

  • Hallo Forumsleser,
    eine wichtige Info für alle „Kämpfer“ gegen die Neonicotinoide
     
    Wie Isselbiene schon in seinem Bericht zur „Fachtagung am 19.01.09 im ICC Berlin“andeutete haben nassauer und Ich eine Unterschriftenaktion
    Gegen die Wiederzulassung von Clothianidin “ durchgeführt.
     
    Mit der Unterstützung zahlreicher Imker, Vogel-, Fledermaus-, und Ameisenschützer, Mitglieder von BUND, NABU, HGON, Bio–Läden, Pomologen und anderen Naturinteressierten haben wir 1079 Unterschriften gesammelt.
     
    Diese Unterschriften wollte ich am 19.01.09 bei der Podiumsdiskussion dem angekündigten Vertreter des BVL Herr Dr. Rolf Forster übergeben.
    Dieser war aber, wie schon berichtet, nicht anwesend!
     
    Als Zwischenlösung war eine Weitergabe über Fr. Ulrike Höfken im Gespräch.
    Wir entschieden uns dann aber die Unterschriften direkt per Post an den Leiter des BVL Herrn Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg zu senden.
     
    Mittlerweile dürfte der Postmann beim BVL 3 x geklingelt haben mit der klaren Botschaft im Gepäck: Hallo, Sehr geehrte Herren von Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Nicht nur bei den Imkern sind die Neonicotinoide ein Thema sondern auch die interessieren Naturschützer wissen jetzt was Clothianidin & Co. so alles anrichten und protestieren gegen die Zulassung!!!!
     
    Unser Bestreben war es, neben der Unterschriftensammlung, auch ganz ausdrücklich allen Naturschutzleuten einen Input über die Auswirkungen auf den Naturhaushalt dieser neuen Generation der PSM zu geben.
     
    Ich bitte alle aktiven Imker und Naturschützer die ähnliche Aktionen planen oder schon durchgeführt haben, berichtet öffentlich über eure Aktionen!!!!
    Denn nichts wirkt besser wie eine aufgeklärte Öffentlichkeit“.
     
    Nochmals allen Mistreitern der Unterschriftenaktion einen Herzlichen Dank für eure Unterstützung
     
    Gruß Burkhard

  • Hallo Forumsleser
    bzw. alle „Aktivisten“ gegen PSM, GVO und sonstige unheilbringende Stoffe die unseren stechenden Lieblingen zusetzen
     
    Etwas verwundert haben mich doch die Kommentare oder sollte ich besser sagen Nichtkommentare auf das von mir bekannt gemachte Ergebnis der Unterschriftenaktion gegen die Wiederzulassung von Clothianidin
     
    Ich möchte mich ja nicht beschweren aber etwas mehr Resonanz auf die nach meiner Meinung gelungen Aktion hätte ich mir schon gewünscht. Denn 1079 Unterschriften zu organisieren in ca. 3 Wochen, das war schon ein Stück Arbeit
     
    Ganz nach dem „Leitsatz“ den Bernhard mal bei einer der Demonstrationen formuliert hat.
    „Wir müssen da Ansetzen wo die Sache entschieden wird „ nämlich beim BVL.
    Genau in die Richtung zielte die Aktion von Rudi und mir
     
    Das Ganze hatte auch noch einen charmanten Zusatzgedanken. Auch die anderen Naturschützer um uns herum sollten mit der Information über die tödliche Wirkung der Neonicotinoide „befruchtet“ werden. Auch das scheint uns, nach vielen positiven Rückmeldungen, gelungen zu sein.
     
    Frage an alle führenden, erfahrenen Köpfe in Sachen Kampf gegen PSM & Co.
    Wie bewertet ihr die Aktion?
    Sollte man so was vielleicht „medienwirksamer“ zelebrieren?
    Wäre noch ein Bericht in der Biene hilfreich?
    Wie gut kommen Presseartikel an?
    Wer hat schon Erfahrungen mit Unterschriftenaktionen gemacht?
    Wer kann was beisteuern?
     
    Ich bitte um Vorschläge da noch weitere Unterschriften geplant sind?
     
    Mit Dank im Voraus für gute Ideen und in Erwartung vieler zündender Beiträge
     
    Gruß Burkhard

  • Morgen allerseits,
     
    scheint so, daß Imker, wenn sie Aktionismus hören, die Ohren umlegen.
     
    Nichts desto Trotz Burkhard, jede Aktion, jedes Engagement in diese Richtung ist sinnvoll und wie Bernhard immer sagt, steter Tropfen höhlt den Stein.
     
    http://www.landlive.de/boards/thread/10855/?page=1
     
    Hier ein kleines Ergebnis des Selbigen.
    Söder sagt sich los vom GVO Freilandanbau in Bayern.
    Ein kleiner Schritt in die Richtung, die wir wollen.
    Hoffen wir, daß andere Länder nachziehen.
    Jetzt sollte ein Verbot nicht mehr weit sein.
    Ohne Druck, erreicht man scheints garnichts.
    Nur die Wählerstimmen zählen.
    Nutzen wir die Chance 2009.
     
    Gruß Simon

  • @Simmerl was meint der Söder mit "nächstes Jahr"? Habe den Beitrag nicht gehört, insofern ist mir nicht klar, ob da erst 2010, also nach der Wahl, gemeint ist. Wenn ja dann is die Aussage net wirklich was wert, die Aussaat für 2009 ist ja wohl schon gebongt .
     
    cu

  • Morgn gstrasser,
     
    hab das auch nicht im Radio gehört, habs auch nur vom landlive-Bericht.
    Schaun ma mal, was die Zeitungen schreiben.
     
    Das mit dem nächsten Jahr, wird wohl so sein.
    Das steht mit den Behauptungen der Agrogentechnikorganisationen im Einklang, daß heuer die Freilandversuche auf den Staatsfeldern das letzte mal stattfinden sollen.
     
    Nach einem generellen Verbot, hört sich das jedoch noch nicht an.
     
    Aber: step for step! Sie sind schon ein wenig auf die Seite gerückt.
    Jetzt blos nicht aufhören! Mehr fordern!
    Frau Aigner hat den Sturm in Andechs gespürt.
     
    Gruß Simon

  • Guten morgen alle zusammen,

    wir hatten vor 2 Wochen an unseren Vereinsabend auch das Thema „Der Brief vom DIB an Frau Landwirtschaftsministerin“ und PSM im Allgemeinen.
    Seit dem bin ich am überlegen was man so für kleine Aktionen machen kann, die auch eine kleine Chance auf Erfolg haben. Ist ganz schön schwierig!
    Meine Gedanken dazu, was man alles so noch machen könnte:
    -Warum hält sich die Kirche aus der Sache raus? GVO ist doch Gott ins Handwerk gepfuscht? --> Wir sprechen die Kirche(Pfarrer etc.) darauf an!
    -Verbot aller PSM in der EU, die auch in einzelnen Ländern (z.B. Frankreich) verboten sind. Das soll heißen wir fordern in Brüssel ein EU-Gesetz und Deutschland muss sich beugen!
    -Wir entwerfen eine Flyer „ PSM und Bienen“ und verteilen es mit dem Honig an unsere Kunden. Flyer-Vertrieb über den DIB
    -Wir machen Aufkleben (wie die von dem Netzwerk „Blühende Landschaften“) und kleben die auf die Honiggläser. (weitere Infos in Internet auf Seite…) Vertrieb über den DIB

    Vielleicht kann man auch in so einer Zoosendung im Fernsehen etwas zu Stande bringen?

    Weiter lokale Aktionen könnte eine „Imkerecke“ im städtischen Naturkundemuseum sein.

    Ein Imkerfreund aus dem Verein sagte: „Wir Imker genießen in der Bevölkerung ein gutes Image, und das sollten wir nutzen“. Und er hat sooooo Recht!

    Viele Grüße
    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Hallo Forumsleser,
    erstmal Danke für die geschriebenen Kommentare und Anregungen
     
    Eine Wichtige Informationen, wenn nicht sogar DIE WICHTIGSTE habe ich heute bekommen.
    Danach soll, zumindest für das Jahr 2009,die
    Zulassung von Clothianidin gestoppt sein !!!!!
    Detailinfos habe ich keine. Ob das konkret so zutrifft muss noch bestätigt werden. Aber wenn es so ist dann wäre das ein Riesenerfolg.
     
    Aber wie schon gesagt die offizielle Bestätigung sollten wir noch abwarten bevor die Sektkorken knallen !!!
     
    Wer hat denn offizielle Kontakte ?
    Kann einer diese Information bestätigen ?
     
    In Erwartung einer positiven Bestätigung ........
     
    Gruß Burkhard

  • Original-Pressemitteilung:
    http://www.bvl.bund.de/cln_027…g__behandelt__werden.html


    Zitat

    Für Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide (Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid) kann dagegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht in vollem Umfang geklärt werden, in welchem Maße und auf welchen Wegen Bienen mit diesen Wirkstoffen in Berührung kommen können. Hinzugekommen ist nach neuesten Erkenntnissen die Frage, ob von den Pflanzen abgegebene Flüssigkeitströpfchen, die von Bienen aufgenommen werden können, ein zusätzliches Risiko darstellen. Aus diesem Grund hat das BVL entschieden, die Zulassungen für die Gruppe der Neonicotinoide auch weiterhin ruhen zu lassen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von sabi(e)ne () aus folgendem Grund: Mit entscheidendem Zitat ergänzt

  • Nicht die Wirkstoffe,
    sondern die Zulassungsverfahren, die das Zulassen von solchen Wirkstoffen zulassen - das ist hier, woran wir arbeiten sollten. :u_idea_bulb02:


    Neuer Name,
    neuer Wirkstoff.


    Was nützt ein Verbot von Clothianidin, wenn direkt im Anschluss Wirkstoff XY unsere Bienen wegpustet?


    Daher sind die Teilerfolge gut, die Ursache aber muss noch beackert werden.


    Bleibt am Ball und lasst euch nicht durch Zaubertricks ablenken.


    Bernhard

  • Hallo Zusammen, hallo Peter,

    Peter schrieb:

    Dürfte dann auch kein Biscaya (Thiacloprid) eingesetzt werden?

    Doch, die Zulassung für Thiacloprid hat ja gar nicht geruht. Es wurde schon im letzten Jahr bei den Nachspritzungen im badischen Mais mit den Stelzenschleppern ausgebracht.
     
    Leider wird in diesem Jahr um so mehr Thiacloprid eingesetzt werden.
    Thiacloprid ist B4 (also bienenungefährlich) eingestuft, weil beim LD50-Test zum Zählzeitpunkt noch keine 50% der Bienen tot waren.
    (Nur hat das bei Nervengiften nicht so viel zu sagen, die sollen ja gar nicht direkt umbringen. Und Thiacloprid ist der zweithäufigste Wirkstoff im Bienenbrot, laut DEBIMO.)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Zusammen, hallo Bernhard,

    Bernhard schrieb:

    Nicht die Wirkstoffe, sondern die Zulassungsverfahren, die das Zulassen von solchen Wirkstoffen zulassen - das ist hier, woran wir arbeiten sollten. ...
    Was nützt ein Verbot von Clothianidin, wenn direkt im Anschluss Wirkstoff XY unsere Bienen wegpustet? Daher sind die Teilerfolge gut, die Ursache aber muss noch beackert werden.

    Jetzt mal langsam mit die jungen Pferde! :)
     
    Natürlich ist die Welt noch nicht in Ordnung, wenn die Zulassung der drei Wirkstoffe für die Maisbeize weiterhin ruht. Mehr ist es ja gar nicht. Von einem Verbot war niemals und ist auch jetzt nicht die Rede.
     
    Aber immerhin das ist erreicht: Das Ruhen der Zulassung wurde nicht aufgehoben und bis jetzt wurden meines Wissens auch keine Ausnahmegenehmigungen erteilt (wie von uns allgemein befürchtet).
     
    Dass es erreicht wurde, das ist auch das Verdienst der Leute, die durch dieses Forum (vor Allem Deiner Initiative, lieber Bernhard) aktiv geworden sind.
    Das weitere Ruhen der Zulassung ist deshalb ein guter Grund für alle Aktiven, um kurz inne zu halten und sich ein wenig zu freuen.
     
    Burkhard hat persönlich allen Grund, sich diese kleine Freude zu gönnen. Immerhin war er in Braunschweig und Bonn mit dabei und hat auch auf der Grünen Woche in Berlin Flagge gezeigt. Hätten das mehr Kollegen getan, wäre vielleicht schon mehr erreicht worden...
    Kann ja nur besser werden: Wir sehen uns ja alle im April in Berlin. Oder? :)
     
    Burkhard hat auch einen großen Anteil daran, dass die Unterschriftenaktion in unserer Region so erfolgreich war. 1079 Unterschriften sind ja schon an das BVL gegangen und in 2 Wochen werden wir die zweite Rate abliefern.
     
    Das Besondere und das Erfreuliche an unserer Aktion: Wir haben ganz bewusst die Umweltverbände aus unserer Region einbezogen. Vogelschützer, Fledermausschützer, umliegende Imkervereine und auch die Sportangler haben sich aktiv beteiligt.
    Wir haben aus deren Kreisen aktive Leute angesprochen und sowohl mit Informationsmaterial als auch mit Unterschriftslisten versorgt. Teilweise wurden wir auch zu Versammlungen eingeladen. Die gute Resonanz hat uns wirklich überrascht: Wir erhielten nur eine einzige Absage.
    Dass wir so viele Unterschriften hier auf dem platten Land erhalten haben, ist nur durch die Unterstützung der angesprochenen Naturschützer möglich gewesen.
     
    Wenn wir immer davon reden, dass unsere Bienen ein Bio-Indikator sind und dass die Imkereien deshalb so etwas wie ein Umwelt-Frühwarnsystem darstellen, dann müssen wir dieser Stellung auch mal gerecht werden: Dann müssen wir auch mal warnen!
    Und dazu muss man unter die Leute! Manchmal schien es so, als hätten die auf uns gewartet...
     
     
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    Wäre schön, wenn da draussen noch der eine oder andere Kollege ermutigt würde, selbst eine kleine Aktion ins Leben zu rufen.
    Der offene Brief der Umweltverbände aus dem Oktober ist immer noch eine aktuelle Plattform für Unterstützungsaktionen. Und die aktuellen Infos und Bilder zum Guttationswasser sind ein guter Anknüpfungspunkt für Gespräche mit Naturschützern.
    Viele Grüße,
    Rudi