Perezin für Schwärme

  • Hallo Imkers,
     
    ich will jetzt keine neue Diskussion über Perezin lostreten, habe aber dazu mal eine Frage:
     
    Wenn ich einen Schwarm mit Perezin behandle, hat dieser zum Behandlungszzeitpunkt t kein Wachs. Der klassische KS mit 3 Tagen Kellerhaft t+3, erst recht nicht. Sogesehen sollte die Schwarm-Behandlung mit Perezin 0-Problem sein, oder gibt es Hinweise darauf, dass trotzdem Rückstände in den neuen Waben vorhanden sind? Oder anders gefragt, gibt es eine Zeit x, bei dem sich das Perezin in den Bienen abbaut
    P-->0 bei (t+x)?
     
    Für meine Herbst-Winter-Behandlungen verwende ich kein Perezin, ich hab aber noch ein "Erbe", das ich angesichts des vermuteten geringen Rückstandsrisiko und der hohen Wirksamkeit für nur diesen Fall gerne verwenden würde.
     
    Was meint Ihr dazu?
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Moin, Gerd,
    gib das Perizin zum Sondermüll und bedampf Schwärme einmal.
    Keine Resistenz, keine Sorge um Rückstände.
    Hardcore-Chemie ist einfach out, seitdem die Bienen schon soviel vom Acker kriegen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, Gerd,
    gib das Perizin zum Sondermüll und bedampf Schwärme einmal.
    Keine Resistenz, keine Sorge um Rückstände.
    Hardcore-Chemie ist einfach out, seitdem die Bienen schon soviel vom Acker kriegen....


     
    So denke ich auch, hatte diese Gedanken als Frage verpackt auch als Beitragsantwort geschrieben. Leider hat es dem Herrn Honig nicht gepasst.:confused: Warum auch immer.
     
    Mit Bedampfen ist OS gemeint?
     
    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Moin Jungs und Mädels,


    der Gerd ahnt schon, dassas wieder Diskussion gibt und stellt trotzdem im imkerlichen Kernkompetenzzentrum seine Frage. Statt Kompetenzkompetenz zu beweisen kommt gebetsmühlenartig wieder die Perizin-ist-Mist-Welle. Laßt das doch einfach! An Gerds Verhalten und Beitrag, war klar erkennbar, daß er sich der Rückstandsproblematik wohl bewußt ist.


    Gerade der Kunstschwarm ist aber die Situation in der Perizin tatsächlich sehr wirkungsvoll und rückstandsfrei eingesetzt werden kann. Anders als beim Naturschwarm, kommt der Kunstschwarm mit Kellerhaft zudem noch längere Zeit ausschließlich an die ihm dort angebotene Nahrung. Man kann ihn knapp halten oder mit Teig füttern. Ein mit Perizin beträufelter oder besprühter Kunstschwarm, der nach 3 Tagen ohne Wachs und eventuell eingelagertes Futter eingeschlagen wird ist milbenfrei. Das von ihm gebaute Wabenwerk ist rückstandsfrei.


    Falls jemand hier ganz genau über die Abbausituation Bescheid weiß, möge er's bitte schreiben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  •  
    Resümme für mich:
    Perizin hat bei ordnungsgemäßer Anwendung immer noch seine Berechtigung und die Anwendung wird praktiziert.
     
    Wobei Bayer schreibt:

    Während der Trachtzeit darf Perizin

    ® nicht angewendet
    werden. Die Anwendung im Frühjahr muss 6 Wochen
    vor Beginn der Tracht abgeschlossen sein. Nicht bei


    Temperaturen unter + 5 °C behandeln.
    Die Völker sollen nahezu brutfrei sein.
     
    --- zwei behandlungen im 7- Tage- Abstand
    --- kein Wachs im Honig
    --- wenn Zeitraum bis Trachtbeginn nicht eingehalten werden kann, Honig nicht vermarkten, nicht verfüttern
     
    Da wüsste ich gar nicht den richtigen Zeitpunkt. Müsste dann ja spät. in zwei Wochen passiert sein, (hier bei uns), z. Z. hats -2°.... brüten sollten sie ja jetzt aber auch schon?
    Zuzüglich der Wachsproblematik ist es damit wahrscheinlich doch nur für Kunstschwärme angeraten? Resistenz mal außen vor.
     
     
    Gruss
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Moin Jungs und Mädels,
     
    ..............................
    Falls jemand hier ganz genau über die Abbausituation Bescheid weiß, möge er's bitte schreiben.


     
    Ich weiss zwar nicht Bescheid, aber habe bezüglich Abbau von Coumaphos (Wirkstoff des Perizin) folgendes gefunden:
     
    "Die Halbwertszeit (Zeitspanne, in der die Hälfte des Rückstandes abgebaut ist) von Coumaphos lag im Honig bei 69 Tagen und im Wachs bei 115-346 Tagen."
     
    http://www.imkerhof-salzburg.at/portal/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=31&Itemid=102
     
    Naja. Sagt nix über die Biene.
     
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • ... Naja. Sagt nix über die Biene. ...

    Ich wollte das grade einwerfen, aber Du hast's ja selber geschrieben. Resistenzen - und das ist ja das wesentliche - sind bislang nicht aufgetreten. (Es gab mal eine Zeitungsente dazu, die sich in Windeseile verbreitete. Das Dementi war dann nicht so populär.:roll:)


    Ein nicht unerheblicher Teil des in Abbau befindlichen Coumaphos geht mit dem Kot verloren und den sterbenden Bienen. Wie bei Halbwertzeiten üblich, wird allerdings immer das letzte Molekül geteilt. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich wollte das grade einwerfen, aber Du hast's ja selber geschrieben. Resistenzen - und das ist ja das wesentliche - sind bislang nicht aufgetreten. (Es gab mal eine Zeitungsente dazu, die sich in Windeseile verbreitete. Das Dementi war dann nicht so populär.:roll:)
     
    Ein nicht unerheblicher Teil des in Abbau befindlichen Coumaphos geht mit dem Kot verloren und den sterbenden Bienen. Wie bei Halbwertzeiten üblich, wird allerdings immer das letzte Molekül geteilt. :wink:


     
    Speziell für Schwärme steht in einem Schweizer Link
    http://www.vetpharm.uzh.ch/rel…/00048247.01?inhalt_c.htm
    "Von behandelten Schwärmen und Kunstschwärmen darf in der laufenden Saison kein Honig für den menschlichen Verzehr gewonnen werden."
    Nagut, da wird ja auch nicht viel werden... Bei Bayer stand da jedoch nichts davon.
     
    In einer Untersuchung von 2005 stand sinngemäß: "...in 56% der Bienen wurde der Wirkstoff Coumaphos nachgewiesen...", er steht damit an einer vorderen Stelle.
    http://www.ulmer.de/Artikel.dll/nb_0206_seefeld_MjkyMTM3.PDF
     
    Bitte um Entschuldigung, dass ich zu diesem (ungeliebtem, schon zig mal durchgekauten Thema) doch noch mal geschrieben habe...
     
    (das Zeugs ist auch in Floh- und Zeckenhalsbändern, wird auch bei der Behandlung von Rindern gegen Hautparasiten usw. eingesetzt.)
     
    nachdenkliche Grüsse
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Auch bei Schafen und Pferden, in Aufgüssen gegen Fliegen und Läuse ect.


    Da kann es passieren, daß jemand sich über Coumaphos im Honig aufregt aber seinen Hund mit Zeckenhalsband streichelt und somit den Wirkstoff ständig über die Haut aufnimmt. :roll: Es soll sogar so Imker geben.


    Nichts desto Trotz sind Rückstände zu vermeiden! (Hund also nicht im selben Jahr essen. :wink:)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
     
    danke für Eure Antworten.
    Ich werde, der Sicherheit halber, das Perezin entsorgen, dann mach ich sicher nix falsch, zumal ich ja mit den Oxamat auch eine sehr gute Wirkung erzielen kann. So wirklich überzeugt bin ich aber auch nicht, zu dieser Frage wäre mal vom Hersteller eine Produktinfo sinnvoll.
     
    Nochmal danke an Alle und schönen Abend wünsche ich
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.


  • --- kein Wachs im Honig


    Ich würde eher sagen: Kein Honig im Wachs... :cool: :p




    Warum benutzen manche Imker noch Perizin?
    So ne Packung die 500ml Lösung ergibt reicht für 10 Völker und kostet etwa 30€.
    Oxalsäure wirkt ähnlich gut und kostet nichtmal annähernd soviel. 1 Kg für 7,50 bei Ebay reicht für 570 Völker.


    Die Anwendung Oxalsäure kostet pro Volk damit 1 Cent,
    die Perizinanwendung sage und schreibe 3 €.


    Liege ich da falsch
    oder hat das noch keiner durchgerechnet
    oder hat das Perizin doch unschlagbare Vorteile gegenüber Oxalsäure? :wink:


  • oder hat das Perizin doch unschlagbare Vorteile gegenüber Oxalsäure? :wink:


    Es erfreut immer viele, die sich drüber aufregen mögen, besonders wenn nicht drum gebeten wurde. :daumen:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Tommy Tulpe () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • ARG! Ich krisch hier noch de Magge. Gerd sein Problem ist geklärt. Wenn das jetzt wieder zu einer Perizinbashing Diskussion ausartet dann mach ich den Thread zu.
    Das Perizin nicht optimal ist, weiß jeder der hier aufmerksam Forum liest.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"