Oxalsäurebehandlung/Verdampfung - Interessante Links

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    Reiner, im Fall der Überhitzung hat man auch einen Rückstand im Tiegel. Daran kann man nachträglich sehen, dass keine, oder keine optimale Sublimation stattgefunden hat.


    Gruss

    Ulrich

  • Da es nicht so ganz ohne ist, möchte ich das so nicht einfach stehen lassen. Theoretisch ist Deine Aussage korrekt, da die zugeführt Wärme beim Phasenübergang komplett in Sublimationsenthalpie umgewandelt wird.

    Das Oxalsäuredihydrat kann auf Meereshöhe nicht wesentlich über 157°C erhitzt werden, weil es über 157 Grad als Sublimat entfleucht. Eine Erhitzung über 157 °C ist nur bei höherem Druck möglich.

    Die Umwandlung setzt jedoch voraus, dass die Wärme im Stoff/Stoffgemisch optimal verteilt werden kann. Das ist für den flüssigen Zustand "kochendes Wasser" nahezu gegeben. Bei einem Feststoff wie Oxalsäure (das Kristallwasser ist ja schon verdampft) ist die Wärmeverteilung mittels Konvektion sehr schlecht bis gar nicht gegeben. Insofern kommt es zu lokalen Überhitzungen mit Zersetzungserscheinungen. Das kann man testen, indem man einen kalten Spiegel über das Verdampferpfännchen hält. Bei optimaler Temperatur schlägt sich sublimierte OXS darauf nieder. Bei überhitzter Unterlage (> 250 Grad C) ist der Belag auf dem Spiegel nicht zu sehen, da Zersetzung in AS und CO/CO2 stattgefunden hat. Probier's aus!

    Und was folgt daraus? Für mich höchstens, etwas mehr Oxalsäure zu verwenden. Bei mir qualmt es mithin reichlich aus den Beuten.

    Da gibt's tolle Geräte aus USA - da kannst den ganzen Stand einnebeln - viel hilft viel.

    Hallo beemax,


    der von Dir geschilderten Situation, dass sich die Oxalsäure bei überhitzter Unterlage zersetzt, kann und will ich nicht widersprechen. Ich hab's noch nicht mit 250°C probiert. Ich habe aber schon Oxalsäuredihydrat in einen Edelstahlbecher gefüllt und diesen Becher in Thermoöl stehend langsam erhitzt. So kurz nach 100 °C kocht das Wasser aus. Bei ca. 160°C beginnt die Sublimation. Es bilden sich an der Oberfläche der Oxalsäurekristalle Sublimatanlagerungen, die aussehen wie Schimmel. Es ist aber kein Kristallnebel zu sehen. Erst bei ca. 180 °C wird der Kristallstaub sichtbar und bei ca. 190 bis 200°C dampfts dann so, wie man sich das vorstellt.

    Ich führe interessierten Mitimkern die Funktion der Stövchen auf dem Fensterbrett bei geschlossenem Fenster vor (geht nur bei wenig Wind und einem Blechwinkel als Windschutz). Dabei dauert es ca. 3 Minuten, bis das Wasser verdampft und dann nochmal ca. 3 Minuten, bis der Kristallstaub sichtbar abdampft. Wenn dabei die die Oxalsäure in AS und CO/CO2 zerlegt würde, hätte ich keinen Oxalsäureniederschlag an dem Blechwinkel, den ich als Windschutz verwende. Ebenfalls hätte ich keine Oxalsäureniederschläge in der Leerzarge, in der ich bei der Behandlung der Bienenvölker das Stövchen stehen habe und die Oxalsäure sublimiere. Der von Dir geschilderte Zerfall der Oxalsäure mag vorkommen, wenn das Oxalsäuredihydrat nicht langsam erwärmt wird, sondern auf eine sehr heiße Oberfläche geschüttet wird. Ich kenne aus meiner praktischen Erfahrung keine derartige Situation. Allerdings kann ich mir das bei der einen oder anderen in diesem Forum beschriebenen Verdampfungseinrichtung durchaus vorstellen.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Und was folgt daraus? Für mich höchstens, etwas mehr Oxalsäure zu verwenden. Bei mir qualmt es mithin reichlich aus den Beuten.

    Da gibt's tolle Geräte aus USA - da kannst den ganzen Stand einnebeln - viel hilft viel.

    In der Tat. Wenn ich diese dichten weißen Rauchwolken sehe, wird mir ganz warm um's Herz, mit einer Prise Neid garniert, weil es mit den "tollen Geräten" so schön schnell und ergonomisch, mithin professionell (zu)geht. Und das mit dem warmen Herze meine ich nicht ironisch, sondern zutreffend. Man vergegenwärtige sich, wie sehr das die Milben und wie wenig das die Bienen schädigt. Und da dieser Parasit immer zäher und hartnäckiger wird, ist inzwischen schweres Geschütz angesagt.

  • Wenn das so wäre, dass sich das OX... bei „unkontrollierter“ Erwärmung zersetzt, dann überleben meine Völker seit wenigstens zwei Jahren ohne Behandlung. Was natürlich nicht zutreffend ist. DerOX-Staub schlägt überall nieder, an der Gerätschaft, auf den Waben und auf den Bienen.

    Ich glaube, dass das Verfahren auch technisch funktioniert.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Viel hilft viel. Und das nur, weil ihr zu geizig für ein super Gerät seid.

    Der Sublimox und der Oxamat sind die beiden einzigen Geräte, mit denen man minimalst und dabei absolut sicher dosieren und behandeln kann.

    Bernds Teelichtverdampfer testeten wir auf dem IFT auch. Der verdampft auch zuverlässig, Für Imker mit wenigen Völkern absolut eine Empfehlung und Überlegung wert.


    Gruss

    Ulrich

  • Lest doch bitte die Ergebnisse der Fischermühle. Ich hoffe ich erinnere mich da richtig.

    Viel mehr bringt da gar nichts. Auch bei höheren Mengen OXS wird das Behandslungsergenis nicht stark positiv beeinflusst.

    Der Vorteil den andere Geräte mit sich bringen, ist die Geschwindigkeit, mit der bedampft werden kann. Das ist ein echter Faktor....

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Viel hilft viel. Und das nur, weil ihr zu geizig für ein super Gerät seid.

    Der Sublimox und der Oxamat sind die beiden einzigen Geräte, mit denen man minimalst und dabei absolut sicher dosieren und behandeln kann.

    Es gibt genug Anregungen und Möglichkeiten, sich so etwas selber zu bauen, und das ist auch nicht schlechter als der Sublimox.


    Als ich den Oxamaten das erste Mal sah, glaubte ich an einen Scherz, an das ausgeuferte Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Er hat nur einen Vorteil: Die geringsten Emissionen nach außerhalb der Beute, ansonsten nur Nachteile.


    Was den Preis beider anbetrifft: Jeder hat irgendwo seine Schmerzgrenzen, auch wenn das Budget es vielleicht noch hergäbe.

  • Hallo, da muss ich mal für den Oxamat ein gutes Wort einlegen. Ich kenne einen Imker, der Oxamatiesiert jetzt schon 5 Jahre ausschließlich. Es ging los mit einem, dann 2 und nun besitzt er 4 Stück davon. Die Völkerzahl bewegt sich mitlerweile über 50. Er hat die Völker so stehen, dass immer 4 STück gleichzeitig bedampft werden können. Damit macht er 20 Stück in einer Stunde. Er macht das alles OHNE Maske, weil er ist ja weit genug von den Beuten weg, wenn es anfängt zu dampfen. Die Böden lässt er offen, weil der Oxamat ja im Kreislauf arbeitet, dafür nimmt er 2 gr Pulver.

    In den 5 Jahren waren ein Paar Lampen kaputt und ab und zu löst sich eine Batterieklemme.

    Leider ist es bei uns nicht zugelassen.

    Bis bald

    Marcus

  • Mal wieder auf den Hügel und die Situation überblicken: Auch bei Detailunterschieden - es ist offensichtlich die einfachste, wirksamste, bienenschonendste und jederzeit (!) anwendbare Behandlung. Seit Jahren sahen meine Völker keine AS, MS mehr und überlebten zu 100 % die jeweiligen Winter. Und Berichte zu vermehrter COPD (chronic obstructive pulmonary desease) Erkrankungen bei Imkern in Dänemark, Österreich, Schweiz, Belgien, Frankreich, USA.... finde ich nicht.


    Da fragt man sich, warum ist es in D nicht zugelassen ?

  • Das Problem mit der Zulassung ist einfach der Arbeitsschutz. Wie kann man diesen in einer Zulassung mit verankern? Da man einfach davon ausgeht, das man sich nicht selbst ausreichend gegen die Dämpfe schützen kann und man uns vor uns selbst schützen muss, kann es nicht zugelassen werden. In Österreich, Schweiz usw. scheint der Schutz der Bevölkerung nicht an erster Stelle zu stehen und oder die Menschen dort sind so intelligent das man ihnen nicht vorschreiben muss, wie man sich ausreichend Schützen muss.

  • Das Problem mit der Zulassung ist einfach der Arbeitsschutz. Wie kann man diesen in einer Zulassung mit verankern? Da man einfach davon ausgeht, das man sich nicht selbst ausreichend gegen die Dämpfe schützen kann und man uns vor uns selbst schützen muss, kann es nicht zugelassen werden.

    Ich frage mich, ob das wirklich die Argumentationslinie ist. Weil wenn ja, dann hätte auch das OXS Sprühen nie zugelassen werden dürfen.

    Jeder, der mal gesprüht hat, und sich dann plötzlich der Wind gedreht hat, weiss, was ich meine.


    Dagegen ist ein Varrox eine sichere Sache: Reinschieben, anschalten, weggehen.


    Meine Vermutung ist immer noch, dass die Zulassung daran scheitert, weil niemand das Geld dafür in die Hand nehmen will, weil damit einfach kein Gewinn zu machen ist.

  • Ich führe interessierten Mitimkern die Funktion der Stövchen auf dem Fensterbrett bei geschlossenem Fenster vor (geht nur bei wenig Wind und einem Blechwinkel als Windschutz). Dabei dauert es ca. 3 Minuten, bis das Wasser verdampft und dann nochmal ca. 3 Minuten, bis der Kristallstaub sichtbar abdampft. Wenn dabei die die Oxalsäure in AS und CO/CO2 zerlegt würde, hätte ich keinen Oxalsäureniederschlag an dem Blechwinkel, den ich als Windschutz verwende. Ebenfalls hätte ich keine Oxalsäureniederschläge in der Leerzarge, in der ich bei der Behandlung der Bienenvölker das Stövchen stehen habe und die Oxalsäure sublimiere. Der von Dir geschilderte Zerfall der Oxalsäure mag vorkommen, wenn das Oxalsäuredihydrat nicht langsam erwärmt wird, sondern auf eine sehr heiße Oberfläche geschüttet wird. Ich kenne aus meiner praktischen Erfahrung keine derartige Situation. Allerdings kann ich mir das bei der einen oder anderen in diesem Forum beschriebenen Verdampfungseinrichtung durchaus vorstellen.

    14301 Bernd: wie genau machst/empfiehlst Du die Anwendung der Teelichter? Stellst Du sie direkt auf die Oberträger und dann Leerzarge drauf und fertig? ASG dazwischen? Weitere Vorrichtung, damit auch die Arbeiterinnen nicht nach oben an das Teelicht gehen, z.B. Gase (Material?) ?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Haltet ihr die Temperatursteuerung wirklich für entscheidend?

    Diejenigen, die sie hier verteidigen und auf ihre Infragestellung empfindlich reagieren und sich nicht zu schade sind, dabei sogar persönlich zu werden, anscheinend schon.

    Den Spaß muss ich jetzt machen, hier auf Dr. L`s Präzisions-Temperaturregelung des Teelichtes hinzuweisen.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen