Oxalsäureverdampfung

  • Habe letzten Montag meine Völker erstmals mit Oxalsäure bedampft. Es soll ja sehr Bienenschonend sein. Ich habe ein Verdampfer mit Fusspumpe damit man den Dampf richtig reinblasen kann. So dampfte und pumpte ich bis der Dampf oben rauskam. Nun das Problem?: am Flugloch kondensierte der Dampf zu einem sehr feinen weissen belag. Nehme an es sind Oxalsäurekristalle. Wenn die Bienen nun da drüber laufen zum Reinigungsflug, dann bekommen sie ne volle Dosis ab und sterben?? wenn dem so ist, dann ist die Methode auch nicht besser als träufeln.....
    Wer hat Erfahrung

  • Hallo Luxnigra,


    außerdem dürfte bis zum Reinigungsflug davon nix mehr da sein ...


    dieweil allein die Luftfeuchte das alles "verschwinden" lässt ...


    In meinem (Versuchs-)Magazin ist jedenfalls nix mehr von Ox-Niederschlag zu sehen.


    freundliche Grüße


    Wolfgang

    Nicht alles was schön ist, kann man für Geld kaufen

  • Hab mal eine Frage zur Uhrzeit der Oxalsäureverdampfung.
    Im Winter (zB Dez) vermutlich jederzeit. aber was ist zB im Sommer zur Behandlung eines frisch eingeschlagenen Schwarms. In den ersten Tagen gibt es noch keine verdeckelte Brut. Auch wenn man ein brütendes Volk mehrfach alle 4-5 Tage behandeln will stellt sich das Uhrzeitproblem:


    Tagsüber sind Flugbienen unterwegs. Ist dann so eine Behandlung nur nachts sinnvoll um alle Bienen zu erreichen? Es soll nach der 2-3 min Behandlung das Flugloch für 10-15 min geschlossen bleiben. Wenn aber viele Flugbienen draußen sind gibt es doch schnell viel Chaos weil sie nicht mehr "nach hause" können.


    Auch ist im Sommer die fehlende Kühlmöglichkeit beim verschlossenen Flugloch ein Thema.


    In keiner Beschreibung habe ich dazu etwas gefunden. Welche Uhrzeit macht Sinn?
    Egal / Abends / Morgens / mitten in der Nacht?


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Ich nehme an, du willst OS verdampfen, bei einem Volk mit Brut. Naja das kanns du ausprobieren, nur wird dann der OS-Kristallgehalt im Volk sehr hoch, was ein Problem für DICH werden könnte. Ich würde das Volk dann mind. 3 Monate nicht mehr öffnen, da dir sonst OS Kristalle entgegenfliegen können. Die siehst du nicht und riechtst sie nicht. OS Verdampfung ist hocheffektiv, aber niemand wird dich darin beraten, weil niemand die Verantwortung für das Risiko übernehmen will und kann. Jedenfalls habe ich vorgestern ein Drohnenbrütiges Volk aufgelöst, und nicht eine Milbe in der Brut gefunden. Es wurde im Herbst 2 mal AS, im Winter 1 mal OS verdampft.
    Ich würde es machen wenn die Bienen drin sind, frühmorgens, oder Nachts. Aber nur bei Nichtertragsvölkern und ohne Brut.

  • Hallo Luxnigra,
    danke für die Antwort


    Ich nehme an, du willst OS verdampfen, bei einem Volk mit Brut.


    Jein. Bei einem vor wenigen Tagen frisch eingeschlagenen Kunstschwarm bevor die ersten Zellen verdeckelt sind. Sowie bei einem Volk von dem ich einen Teil der Bienen für den KS entnommen habe weil ich dort einzelne Milben auf wenigen Bienen sah. Dort mit Brut, jedoch beide keine Ertragsvölker für dieses Jahr.


    ...aber niemand wird dich darin beraten, weil niemand die Verantwortung für das Risiko übernehmen will und kann.


    Ich trage eh die Verantwortung für mein Leben ganz alleine. Ich hab keine Angst vor OS Staub. (Ich trag auch keine Schutzmaske beim Rhabarber schneiden und esse ab und zu auch Sauerklee. ...)
    Ist doch nur eine Frage der Dosis. Meine Mutter war Dr. BioChemikerin, daher ist mir der Umgang mit Chemikalien sehr vertraut.


    Ich würde es machen wenn die Bienen drin sind, frühmorgens, oder Nachts. Aber nur bei Nichtertragsvölkern und ohne Brut.


    Beim Pressen der Tabletten (an der Werkbank im Keller) habe ich Handschuhe benutzt (aber keine Maske) und nach ca. 30 Tabletten gemerkt, daß es ganz leicht rauh im Hals wird. Hab dann sofort aufgehört. Bei der abendlichen Verdampfungsaktion am Stock hab ich eine P3 Maske getragen, hätte es aber nicht machen müssen, denn ich hätte rein gar nichts von dem Dampf abbekommen. Man muß nur auf die Windrichtung achten. In einem Bienenhaus würde ich es allerdings nicht machen. Bei Beuten, die im Freien stehen, scheint es locker zu machen sein.


    Vor der Aktion habe ich den (geschlossenen) Boden gesäubert. In ein paar Tagen werde ich prüfen wie viele Milben gefallen sind.


    Spät abends, wenn alle Bienen daheim sind, ist anscheinend eine passende Zeit. Morgens stehen die Bienen (meistens) früher auf als ich...


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Ok berichte dann mal über den Milbenfall.
    Es wird immer über die absolute Verträglichkeit der OS-Verdampfung berichtet. Hoffe dass es auch so ist. Persönlich bin ich skeptisch: der feine OS-Staub könnte sich doch in den Tracheen festsetzen. Was bei der Arbeiterin sicher nicht schlimm ist, da sie ja eh nicht lange lebt. Aber bei den Königinnen weiss man zu wenig über die Langzeitwirkung. Jedenfalls bin ich mit stiller Umweiselung von Ablegern und Schwärmen geplagt, allesamt Königinnen aus Schwarmzellen, also gewollte und vollwertige Königinnen, wie man meinen möchte. Es könnte aber auch an dem diesjährigen Wetter liegen(schlechte Begattung). Leider habe ich noch keine langjährige Erfahrung, aber eine grosse Beobachtungsgabe.
    Sehn mer mal

  • beim Volk hab ich heute (also ca. 24 h nach der Behandlung) nachgesehen: ca. 100 dunkle, deutlich erkennbare Milben am Boden. Den Kunstschwarm hab ich noch mal in Ruhe gelassen, nur Futter nachgefüllt.


    Wegen Langzeitwirkung mach ich mir keine Sorgen, da die OS gar nicht langfristig existiert. Sie ist instabil und zerfällt in Wasser und Kohlendioxyd, nachdem sie mit Sauerstoff in Kontakt gerät.
    Oxalsäure ist ein Antioxidans. Es "sucht" nach Sauerstoff. Da dieser im Freien überall vorhanden ist beginnt der Verfallprozess umgehend nachdem die Dose geöffnet wurde. Die Verdampfung ist nur eine Beschleunigung des Zerfalls, da so die OS eine viel größere Berührungsfläche mit Sauerstoff bekommt.


    Sollte OS von einem Organismus aufgenommen werden (Biene oder Mensch), dann wirkt es auch dort antioxidativ. Zumindest beim Menschen ist diese Wirkung von denen gewünscht, die sich dem Antiaging hingeben. Denn Antioxidantien schnappen freie Radikale (die den Alterungsprozess beschleunigen) und neutralisieren diese.


    Dies ist jetzt keine Empfehlung aus OS einen Jungbrunnen-Drink zu mixen...


    Nach meiner Ansicht ist OS nur dann reizend/gefährlich wenn sie hoch konzentriert ist, also zB direkt aus der Dose entnommen wird, oder wenn eine Tablette angefasst wird. In der Natur kommt eine Konzentration von ca. 1% vor. Das stört keinen. Aber über 90% ist halt was komplett anderes. Allerdings wird OS nach dem Verdampfen und geringer Zeitspanne sich schnell einer ungefährlichen Konzentration annähern. Wobei ich vermute, daß es im Freien recht bald komplett verschwindet.


    Ich seh in OS ein Antiaging für den Bien :)


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Gut dass deine Mutter Biochemikerin ist. Somit weiss hier mal endlich einer Bescheid. Wenn ich mit dem Verbandsveterinär über OS-Verdampfung reden will, bekomm ich nur als Antwort: das ist verboten, lass die Finger davon. Von so ner Antwort kann ich mir nichts kaufen, wenn er es nicht begründen kann.

  • Was den Umgang mit gefährlichen Stoffen im Labor betrifft, und Oxalsäure gehört dazu, würde ich Mama allerdings nochmal nach den Sicherheitsregeln im Labor befragen. Die u.g. lockere Haltung ist absolut daneben. Sicher esse ich Rhabarber nicht mit Schutzmaske, aber 1. nicht mit der Lunge und 2. nicht in dieser Konzentration.


    Oxalsäure ist höchst anwendergefährlich ! Dies ist ein Hauptgrund, dass die Verdampfung nicht offiziell erlaubt ist. Um so schlimmer, wenn Imker keine Angst vor Oxalsäurestaub haben. Für mich ein Zeichen der Unkenntnis.

  • Hallo Gartenimker,
    jetzt mach mal keine Panik, von wegen "höchst Anwender gefährlich".
    Es soll sogar Leute geben die Tabak rauchen, wohl gemerkt ohne FFP3 Schutzmaske zwischen dem Nikotin und ihrer Lunge...
    Und außerdem der Feinstaub in Großstädten, da sollte eigentlich jeder mit Schutzmaske rumlaufen...
    Und was ist mit Jod, Fluor, Aspartam, gehärtete Fette, Pestizide, Schwermetalle in div. Futterkram? Von Lebens-Mitteln kann man meist nicht mehr reden... Ergänzend gibt es noch Formaldehyd in Impfstoffen, Quecksilber in Zahnfüllungen etc etc etc.


    Ach und der Telefonhörer ist übrigens meist aus ABS Kunststoff, ausgeschrieben: Acrylnitril-Butadien-Styrol. Die daraus heraus diffundierenden Monomere sind Kontaktgifte. Ziehst Du einen Schutzhandschuh an bevor Du zum Hörer greifst???


    Die Industriegesellschaft hat uns Menschen mit Giften derart überfrachtet, daß ich den Eindruck bekommen, daß manchmal das rechte Maß und die Verhältnismäßigkeit übersehen wird.


    Natürlich stelle ich mich nicht direkt in die OS Wolke, benutze auch eine Atemmaske, aber Angst vor dem Stoff habe ich null komma null.


    Wer allerdings sich laufend vergiftet, zB durch Rauchen, Impfen, Fastfood, etc, und sich nicht um Säure-Basen-Haushalt sowie laufende Entgiftung kümmert, die Verantwortung für die eigene Gesundheit dem Arzt überlässt, ...für den kann evtl auch die kleinste Menge eines ansonsten harmlosen Stoffes zu Allergie und Krankheit führen.


    Also an alle "Normalen": Abstand vor Oxalsäure!!!
    An alle Gesundheitbewußten: Vorsichtiger und bewußter Umgang ist mit OS selbstverständlich gut machbar.


    Viele Grüße
    Konstantin


  • Oxalsäure ist höchst anwendergefährlich ! Dies ist ein Hauptgrund, dass die Verdampfung nicht offiziell erlaubt ist.


    Hallo Gartenimker,


    ...in Deutschland nicht erlaubt ist.
    Unsere ausländischen Mitimker leben halt gefährlich... und überleben... :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Manche Vorschriften halte ich für sinnvoll. Mit Oxalsäure kann man sich akut vergiften. Da landet man akut auf der Intensistation- ganz ohne Panik natürlich. Nierenversagen oder ein paar Tage Beatmung gefällig ?
    Eine FFP3-Maske und Handschuhe sind sinnvoll. Deswegen halte ich es nicht für gut hier zu schreiben, dass man man da auch eigentlich drauf verzichten kann. Sicherheitsmassnahmen sollen Schäden verhinden. Ist doch gut oder ?


    (Chronische Gifte und deren Vermeidung sind ein ganz anderes Thema-Inhalation von Tabakrauch und Oxalsäureinhalation--da liegen Welten zwischen!)