Bienengiftallergie

  • Hallo zusammen,
    seit diesem Jahr habe ich Bienen und bereits auch einige Stiche abbekommen.
    Der letzte im Herbst traf mich am Kopf und hat eine starke Schwellung verursacht, so dass mein Hausarzt einige Tage danach auf Allergie getestet hat, das Ergebnis war stark positiv (4)
    Dann folgte eine Überweisung an den Allergologen, hier war das Ergebnis negativ, beim Hauttest zeigte ich bei der stärksten Dosis nur eine leichte Reaktion.
    Es folgte aufgrund der 2 verschiedenen Testergebnisse eine Überweisung an die Uniklinik, hier war das Ergebnis wieder stark positiv (4)
     
    Hier im Forum war eine Meinung, dass es sinnvoll wäre, nach dem Stich mindestens 3 Monate zu warten, um einen Test durchführen zu lassen.
     
    Diese drei Monate sind jedoch noch nicht vorbei.
     
    Wie sind eure Erfahrungen mit sowas? So etwas müssten doch die Ärzte wissen. Ich war bei drei verschiedenen und keiner erwähnte was von drei Monaten...
     
    Danke für eure Antworten, der nächste Schritt bei mir wäre voraussichtlich eine Hyposensibilisierung in der Hautklinik, stationär...
     
    Liebe Grüße
     
    Renate

  • Hallo Renate
    Als ich vor vielen Jahren angefangen hab, gab es oftmals geschwollene Augen, Finger,Arme und alles mögliche. Das beruigt sich mit der Zeit, wenn es keine Allergie ist. Die kann allerdings lebensbedrohlich werden,denn bei Allergiereaktionen kann es schnell zu Athemnot führen und somit lebesbedrohlich. Mein Sohn hatte nach drei minuten Nesselausschlag und ich konnte ihn innerhalb von 10 min zum Arzt bringen. Er hat dann eine lange Desensiebliesierung durchlaufen. Bis zur endgültigen Klärung hilft nur Komplettschutz bis ins letzte Detail.Auch würd ich bisda immer eine Zweitperson mitnehmen. Frag Sabine mal an, die kennt sich aus.
    Gruß Peter

  • Hallo Renate, Gruß an alle,
    nach dem Stich gleich nen Test, das geht in die Hose. Der Körper muss erst mal mit der neuen "Droge" Bekanntschaft schließen, dazu regelt er die Abwehr erst mal ein. Das geht hoch und runter, nach einer Laufzeit stimmt´s dann.
    Den Test im Frühjahr (vor dem Neukontakt) noch mal machen!!!
    Mit der Anfälligkeit ist das so ne Sache. Wenn du nicht allergisch reagierst, wird´s im Laufe der Zeit besser und die Stiche tun nur noch weh. Die Frühahrsstiche sind besonders böse. Dein Körper hat den Stoff ne Weile nicht gesehen, also die Abwehr runter gefahren. Die Mädels haben jetzt aber eine starke Mischung an Bord, da wird´s dann doch Dicke!
    Reagierst du doch allergisch, bleiben 2 Möglichkeiten. 1. ohne Bienen leben (kann ich mir nicht mehr vorstellen) 2. Vollschutz mit NOTFALLSET vom Arzt und Handy in Reichweite!!!
    Also Nerven behalten.
    Grüße
    Andreas

  • Hallo zusammen,
    meines Wissens ist eine starke Schwellung ander Einstichstelle noch keine allergische Reaktion. Da muss dann noch, wie schon beschrieben, Nesselausschlag, Rötung auch an ganz anderen Körperstellen, Schwindelgefühle, evtl. Kreislaufprobleme oder Atemnot dazukommen. Und die kommen gleich. Ein Test ist erst sinnvoll, wenn das Gift im Körper wieder abgebaut ist.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • ja, ich kenn das auch so:
    wenn du lokal reagierst (also Schwellung, Schmerzen, warm etc.) ist alles ok, du reagierst dann halt nur stark auf das Gift; eine Reaktion die sich erst aufschaukelt und dann einpendelt.
    Nachdem ich anfang des Jahres hier alles im Forum zu dem Thema gelesen habe, bin ich auf folgende Idee gekommen, die auch wunderbar funktioniert hat:
    Bei meinen ersten Stichen passierte kaum was, ausser Schmerzen. Dann kam eine stärker werdende Schwellung hinzu. Nachdem ich dann eine Hand kassiert hatte, die aussah wie ein aufgeblasener Gummihandschuh habe ich beschlossen zu versuchen, die Giftreaktion einzupendeln: Ich habe mich immer wieder stechen lassen, an einer Stelle wo ich es kontrollieren kann und die Behinderung gering ist: Mittig auf dem Unterarm. Hier kanns fast beliebig schwellen, ohne zu stören, die Kleidung scheuert kaum, und die Schmerzen halten sich in Grenzen.Immer wenn keine Reaktion mehr sichtbar war gleich den nächsten STich. Zuerstalle 3-4 Tage, zum Schluss alle 1-2 Tage. Habe ca. 10-12 Stiche gebraucht bis die Reaktion ausser Schmerzen und leichter Erwärmung der Stichstelle kaum noch erkennbar war. Also keine Schwellung mehr.
    Richtige Probleme hast du eigentlich hauptsächlich dann, wenn du nicht mit der Stichstelle, sondern mit dem ganzen Körper (systemisch) reagiert: In dem Fall wird dir schwindelig/schlecht, evtl. sogar ohnmächtig und du kriegst kleine Hautflecken, die wie vernesselt aussehen. Dann hast du einen anaphylaktischen Schock, an dem du sterben kannst, wenn dir keiner hilft.
    Solltest du also außer ein wenig Schwellung und Schmerz nichts weiter haben, kriegst du's wohl am bequemsten selber in den Griff.
    Solltest du mehr vom Stich merken, Kopfschmerzen kriegen etc., dann wäre eine Desensibilisierung im Eigenberitt das dämlichste was du machen kannst, eine Desensibilisierung in der Klinik empfehlenswert und über das Imkern würde ich dann trotz Desensibilisierung nochmal nachdenken, obs dir das wert ist.
    Hier im Forum gibts einige, die trotz Allergie, Desensibilisierung und gelegentlichen Krankenhausaufenthalten imkern. Denen ist's das halt wert.Muss aber jeder für sich selbst entscheiden.
    MFG,
    Simon

  • Hallo


    ich kann von mir auch bestätigen das die Reaktionen:
    Schwellungen, Brennen und Jucken weggegangen sind


    Da ich nicht absichtlich Bienen angesetzt habe, hat es ca 100 Stiche gebraucht.
    Ging relativ schnell, meine ersten Bienen waren hardcoremäßig drauf.


    Wer es unbedingt mit Gewalt versuchen will, der achte darauf weit weg von den Adern zu bleiben, könnte im Zweifelsfall böse enden.


    Gruß Uwe

  • was kostet denn so ein Notfallset? Woraus besteht das? Wie lange ist das haltbar? Übernimmt das die Krankenkasse?
     
    Ist vielleicht auch sinnvoll wenn man sowas dabei hat, falls ein Zuschauer mal einen allergischen Schock hat.

  • herzlichen Dank für eure Meinungen und den berichteten Erfahrungen...
     
    Außer einer sehr starken Schwellung am Stirn- und Augenbereich (Stichstelle war am Haaransatz) hatte ich keinerlei Beschwerden. Lediglich die daraufhin veranlassten Bluttests ergaben "stark positiv" allergisch - Skala 4 (von 0-6).
     
    Der Stich war Ende Oktober, der letzte Test erfolgte Ende Dezember mit dem o.g. Ergebnis. Erfolgte der Test etwa zu früh?
     
    Ein Notfallset habe ich bereits vom Allergologen verschrieben bekommen, zahlt also bis auf den Eigenanteil die Krankenkasse, auch die Hyposensibilisierung würde die Kasse voll übernehmen ... bei meinem Befund...Ich will es nur nicht unnötig machen lassen, da die Anschlussbehandlung sehr langwierig ist - bis zu 5 Jahre....
     
    Liebe Grüße
     
    Renate

  • Nein, sam,
    das wäre Schwachsinn, weil das Notfallset konstant unter 25° zu lagern ist und sich nur 3-4 Monate hält.
    Wenn ein Zuschauer allergisch ist, weiß der das im allgemeinen, und dann hat er selbst was dabei.
    Weiß er es nicht, hilft nur 112 und das ohne langes Diskutieren oder Nachdenken.
    Das einzige, was hilft, ist der Adrenalin-Pen, Antihistaminika als Tabletten oder Saft können systembedingt erst nach 20 min wirken, und das ist viel zu lange, wenn der Kreislaufkollaps kommt oder die Luft weggeht.....


    Außerdem ist es hochgefährlich, jemandem diese Dröhnungen zu verabreichen, wenn er nur meint, er sei allergisch, es aber nicht wirklich ist - ich kann dir versichern, daß Adrenalin und Calcium i.v. einen Höllentrip ergeben. Sollte wirklich nur ein Arzt beurteilen, was nötig ist.


    renate : zwischen Stich und Allergietest müssen mindestens 4 Wochen liegen, besser 6, ansonsten gibt es keine klaren Ergebnisse.
    Ich hab meinen Hyposensibilisierungstermin jetzt im März, es war nicht sinnvoll, das vorm Winter zu machen, wenn dann monatelang nix passiert. Da hätte ich dann trotzdem schon jede Woche zum Hausarzt gemußt, zur Weiterführung, und das wollten wir dann doch nicht.
    Eine Allergie ist immer eine Ganzkörperreaktion, wie Urtikaria, Kreislauf- und/oder Atemprobleme - eine starke lokale Schwellung ist normal und keine Allergie.
    Die Schwellungen sollten im Lauf des "mehrfach gestochenwerdens" nachlassen, und höchstwahrscheinlich beim ersten Stich im Frühjahr kurz wieder heftiger werden, bis sich das Immunsystem wieder dran gewöhnt hat - bei einer Allergie fällst du jedesmal um, da gewöhnt sich nix.:wink:
    Der Test in der Hautklinik hat bei mir ergeben, daß Wespen und Hornissen ungefährlich für mich sind, aber Bienis leider nicht.
    Da ich aber die Imkerei nicht einfach so aufgeben kann oder will,habe ich bisher im Vollschutz gearbeitet (*schwitz*).
    Die Biene, die mich im Sommer erwischte, tat das beim Beerenpflücken - Hyposensibilisierung muß also sein, denn ich kann immer und überall wieder so eine Begegnung haben.....:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nachtrag: der Bluttest ist nicht sooo zuverlässig, besser ist der Prick-Test, der auf sofortige Reaktion ausgelegt ist.
    Nach den Bluttests habe ich irgendwas um 300 Allergien, 220 davon Nahrungsmittelallergien - trotzdem kann ich die fast alle essen, ohne daß was passiert.
    Die Nachbehandlung hört sich lange an, ist aber nicht so aufwendig, die letzten 3 Jahre mußt du nur einmal im Quartal hin.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich will es nur nicht unnötig machen lassen, da die Anschlussbehandlung sehr langwierig ist - bis zu 5 Jahre...


    Hi Renate,


    wenn Du wirklich allergisch reagierst, kann jeder Bienenstich an jedem Ort - egal ob Du imkerst - in kurzer Zeit tödlich sein. Unter welchen Umständen kann da eine Desensibilisierung unnötig sein? Sicherlich ist die Anschlußbehandlung langwierig, aber von relativ geringem Aufwand. Mein Sohn - er imkert und ist allergisch - bekommt alle 8 Wochen eine Spritze vom Kinderarzt. Mehr ist da nicht. Ich selber bin vor vielen Jahren mal gegen Hausstaub desensibilisiert worden. Das ist ein richtiger Aufwand.

  • sabi(e)ne :
    Naja ich hab ja das Problem, dass wenn der Schock sehr schnell einsetzt der Allergiker nicht mehr vom Baumhaus runterkommt.
    Bergung durch Rettungskräfte ist dann nur mit Schwierigkeiten machbar, wenn überhaupt.
    Krankenhaus ist 5 Fußminuten weg, da dürften die recht schnell da sein.
     
    Ich dachte das wäre vielleicht eine Möglichkeit den Kollaps rauszuzögern, damit der Patient wenigstens runterkommt...

  • Nee, sam,
    vergiß es - dann darf halt kein Publikum da rauf, wobei es zu bedenken gilt, daß nur 0,5% der Bevölkerung wirklich allergisch sind...:roll:
    Das Risiko, daß du jemand mit dem Adrenalin-Pen umbringst, der NICHT allergisch ist, liegt höher als daß derjenige nimmer runterkommt.
    Ich hatte dieses Jahr immerhin fast 10 min, bis ich nicht mehr reden konnte wegen Luftmangels, und da war ich schon 4 min beim Doc und kriegte grad die Zugänge gelegt....
    Bei Kreislaufkollaps geht es etwas schneller, aber auch da hast du noch 2-3 min, denjenigen abzuseilen.
    Wir wollen doch bitte nicht so tun, als käme sowas wirklich häufig vor - sind bundesweit keine 100 Fälle pro Jahr inkl. Wespenallergie-Schocks.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen