Offener Brief an Hersteller von Bienenfuttermitteln

  • An
    Nordzucker AG
    Küchenstraße 9
    38100 Braunschweig


    und


    Südzucker AG
    Maximilianstraße 10
    68165 Mannheim


    12. Januar 2009


    Offener Brief / Bienenfuttermittel


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    das massive Bienensterben in der Rheintalebene vergangenen Jahres hat das Thema Pestizide und dort speziell die Neonicotinoide in das Bewusstsein der Imker gebracht. Neben akut wirkenden Dosen stellt sich nun die Frage nach den subletalen Wirkungen auf das Bienenvolk. Wie wirken die unterschwelligen Vergiftungen?


    Neonicotinoide werden unter anderem auch als Pflanzenschutzmittel in den Zuckerrüben eingesetzt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) listet insgesamt 9 zugelassene neonicotinoide Pflanzenschutzmittel mit 3 verschiedenen Neonicotinoiden für den Einsatz in Zuckerrüben.


    Neonicotinoide Pflanzenschutzmittel sind dafür bekannt, dass sie systemisch wirken und in der gesamten Pflanze vorhanden sind. Als Beize ausgebracht nimmt die Pflanze den Wirkstoff auf und verteilt ihn in allen Teilen der Pflanze, inklusive Blattwerk, Nektar und Pollen. Somit ist von der Logik systemischer Wirkstoffe her von einer Durchsetzung der Zuckerrübe bei der Ernte mit Neonicotinoiden zu rechnen. In Nahrungsmitteln des Menschen aus ausländischer und inländischer Produktion ist bekannt, dass dort neonicotinoide Wirkstoffe in den Produkten gefunden wurden. Sie finden im Downloadbereich des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine Übersicht der gefundenen Wirkstoffe in den einzelnen Kulturen. Siehe:


    http://www.bvl.bund.de/cln_007….pdf/eg2005-psm-tab-E.pdf


    Die Suchwörter Imidacloprid, Clothianidin, Thiametoxam, Thiacloprid und Acetamiprid helfen Ihnen bei der Navigation durch das Dokument.


    Einige Imker formulieren die Befürchtung, dass über den Zucker der Zuckerrübe und damit über zuckerhaltige Bienenfuttermittel Pestizide, insbesondere Neonicotinoide in den Bienenstock gelangen.


    Inwieweit teilen Sie diese Befürchtung? Wie stellen Sie sicher, dass Pflanzenschutzmittel nicht in den Nahrungskreislauf der Honigbienen gelangen? Werden Bienenfuttermittelprodukte Ihres Hauses auf Gehalt von Pestiziden/Neonicotinoiden hin untersucht? Können Sie sich vorstellen in Zukunft solche Untersuchungen vorzunehmen und die Ergebnisse zu veröffentlichen?


    Ich habe diesen Brief als Offenen Brief formuliert und bitte darum Ihre Antwort der durchaus interessierten Imker-Öffentlichkeit bekanntgeben zu dürfen. Mit Ihrem Einverständnis selbstverständlich.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Einen wunderschönen guten Morgen, an diesem wunderschönen guten Morgen :-)


    Na, Bernhard, da bin ich ja mal gespannt ob geantwortet wird.
    Ich find`s gut.:p_flower01:


    Ich denke, mein Mann muß mir noch 2-3 Hochbeete bauen :liebe002:
    Ich werde mehr Schafe,Hühner, Enten u.s.w. halten


    Meiner Tochter sag ich Sie soll Ihr Baby nur noch mit Gemüse aus dem eigen Garten geben.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Zusammen,
    da ich quasi fast neben einer Zuckerfabrik groß geworden bin,
    die Herstellung von Zucker in einer Stadt, die sich "Zuckerstadt" als Beinamen nennt, dies in der Schule in "Heimatkunde" dran war,
    kann ich dazu sagen, das Zucker als Endprodukt überhaupt nichts mehr mit den Rüben übereins hat.
    Halt raffiniert...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    in den USA (Minnesota) sind im corn syrup (Maissirup - der als Bienenfutter dienen sollte) Neonicotinoide gefunden worden. 8 ppb. Ich weiss leider nicht, welche Wirkstoffe. Versuche ich noch herauszufinden.


    In jedem Fall ist es interessant, diesen Aspekt gründlich zu untersuchen. Nicht dass mit dem Winterfutter der Wintertod in die Beuten kommt.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Moin,
    wie wäre es denn, auf Biorübenzucker zurückzugreifen - da lässt man mögliche unerwünschte Inhaltsstoffe gleich im Tank der Chemieindustrie. Ist DEUTLICH teurer ich weiss. Man kann jedoch nicht alles wollen! Auf der einen Seite bei Zucker sparen und billigdiscount kaufen und dann wieder über die industrielle Landwirtschaft schimpfen.


    Gruesse
    seb

  • Hei, seb,
    mir konnte/wollte bislang noch niemand die Frage beantworten, WIE denn der Futtersirup aus Rüben invertiert wird.....und der von Nordzucker ist aus Rüben, das weiß ich genau, aber wie er hergestellt wird - :confused: k.A., da kriegt man keine Antwort drauf.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • wie wäre es denn, auf Biorübenzucker zurückzugreifen


    Habe mir mal erklären lassen, das der Biorübenzucker Mangelware ist und in der Menge wie er z.B. fürs Füttern notwendig ist, nicht auftreibbar ist.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Habe mir mal erklären lassen, das der Biorübenzucker Mangelware ist und in der Menge wie er z.B. fürs Füttern notwendig ist, nicht auftreibbar ist.
    Olli


     
    Und ich bekomme immer erklärt, der Markt bestimme die Produktion. Im Bio-Lebensmittelsektor herrscht fast überall Mangel, trotzdem stellen die Landwirte nicht um. Umstellwillige bekommen Angst gemacht und werden subtil unter Druck gesetzt, von den Bauernverbänden, ihren eigenen Genossenschaften, dem Landhandel usw. Versuch mal eine Nigra in nem Buckfast oder Carnica- dominierten Gebiet zu halten. Dann verstehst, was ich meine

  • honig
    für 2008 hast du Recht. Für 2009 scheint es für Interessenten die jetzt schon wissen, wieviel sie im Sommer brauchen, ausreichend zu geben.


    luxnigra
    Das Problem ist, dass auf Nachfrage wegen der dreijährigen Umstellungszeit nicht ad hoc reagiert werden kann, sondern nur zeitverzögert.


    Gruesse
    seb

  • In Frankreich wurde in Milch Fipronil gefunden. Dieser Wirkstoff kam über Maissilage über die Kuh in die Milch.


    Es gibt definitiv gute Gründe im Bienenfutter nach Neonicotinoiden zu suchen.


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,
    Maissilage und Milch haben nicht so einen "drastischen" Umwandlungsprozess wie Zucker hinter sich.
    Die Zuckerherstellung ist jetzt ja schon abgeschlossen, sonst könnte man ja mal einen Besichtigungstermin vereinbaren.
    Vielleicht klappt es ja diesen Herbst.
    Müsste mich da mal erkunden und bei Interesse nen Termin machen.
    Sirupe werden aber in einer anderen Firma hergestellt, auch im gleichem Ort.
    Werde mich mal schlaumachen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.