Winterbehandlung bei Frost mit Oxamat

  • Hallo Imkers,
     
    erst mal wünsche ich Allen ein gutes neues Jahr und viel Erfolg mit den Bienen.
     
    Ich bitte wieder mal um Eurere Meinung/Rat bzgl. der Winterbehandlung.
     
    Ich habe hier im Forum gelesen, dass die Völker meistens zwischen Weihnachten und Neujahr brutfrei sind, also zu dieser Zeit die Winterbehandlung am wirkungsvollsten ist. Nun habe ich die Befürchtung, dass die Bienen trotz dieser Kälte zum brüten anfangen, will aber bei Frost die Kästen nicht öffnen und mit meinem Oxamat behandeln.
     
    Was meint Ihr: Noch abwarten und dann bei etwa +2-3 grd. sofort behandeln, oder jetzt bei diesem Frost öffnen?
    Ist es die Sonnwende, oder das Klima, das für die Bienen den Brutimpuls auslöst?
     
    Danke schon mal und viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo


    du bist sehr spät dran
    ein Teil von meinen wird sicher schon in Brut sein


    Rein rechtlich darfst du gar nix mehr mit Oxalsäure machen
    wirkt sowieso nicht in die Brut.


    Wie Kalt ist es heute mittag bei Dir
    Wie hoch ist der nat Milbenfall


    Wenn Du noch vermehren willst, würde ich nix mehr machen,
    die Völker im Auge behalten und die mit starkem Abfall im Mai,
    zu Ableger verwursteln und die gezielt behandeln.


    Und nächstes Jahr nicht so lange warten !!!!!!!!!!!!!!!!


    Gruß Uwe


  •  
     
    Normalerweise sind die Bienen 3 Wochen nach den ersten knackigen Nachtfrösten aus der Brut und diese Zeit war bei uns schon M. Dezember!
     
    Starke Völker auf offenem Gitterboden brüten normalerweise nicht mehr - Schwächlinge neigen eher zum durchbrüten!
     
    Sobald der erste sonnige Tag an deinem Bienenstand ist und die Sonne auf die Beuten scheint und es ein paar Plusgrade hat, was dann jederzeit möglich ist, würde ich bedampfen. Mit dem warmen Oxalsäure-Luftstrom gehen die Bienen besonders in der kalten Jahreszeit etwas auseinander, dadurch kommen alle Bienen bzw. die Varroa Milben mit ihrem Saugapparat noch besser mit der Oxalsäure in Kontakt. Schlechter wenn du deine Bienen im Bienenhaus hast!
     
    Bei Minusgraden würde ich nicht Bedampfen!

  • Danke für die Antworten,
     
    die Bienen sind in einem Freistand, also den Frost ausgesetzt. Meine (falsche) Annahme war, dass die Bienen frühestens mit den ersten Sonnentagen wieder brüten.
     
    Seit den drei Wochen nach den ersten Knackfrost Mitte Dezember ist aber bei uns fast immer Frost. Deshalb habe ich auch die Behandlung noch vermieden.
    Naja, hoffe dass das Thermometer am Samstag/Sonntag zumindest kurzzeitig etwas über Null anzeigt, dann werde ich behandeln.
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Ich denke, die Bienen sind noch nicht wieder in Brut.
    Dieses Bild spricht jedenfalls eindeutig gegen die Hypothese, dass jetzt schon gebrütet wird:
    http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=173875&postcount=53
     
    Ich habe vor Jahren mal eine Publikation gelesen, dass die Völker in unseren Breiten nicht vor Mitte Januar mit dem Brutgeschäft beginnen, egal wie die Temperaturen da draußen sind.
    Ergo: Noch nicht zu spät zur Winterbehandlung mit Oxalsäure.
    Allerdings bitte nicht bei den jetzigen Temperaturen, es sollten schon Plusgrade herrschen!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von wald&wiese () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Noch nicht zu spät zur Winterbehandlung mit Oxalsäure.
    Allerdings bitte nicht bei den jetzigen Temperaturen, es sollten schon Plusgrade herrschen!


     
     
    das gilt möglicherweise fürs verdampfen, nicht aber für das träufeln. Dort sind -5°C besser als + 5°C. Denn je enger die Wintertraube sitzt, desto besser wirkt die Behandlung.

  • das gilt möglicherweise fürs verdampfen, nicht aber für das träufeln. Dort sind -5°C besser als + 5°C. Denn je enger die Wintertraube sitzt, desto besser wirkt die Behandlung.


     
    ...z.Z. herrschen hier -15°C..... da würde ich niemals eine Beute öffnen wollen.....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • wald&wiese schrieb:

    Ergo: Noch nicht zu spät zur Winterbehandlung mit Oxalsäure.


    Womöglich ist es nicht zu spät, was die Wirksamkeit anbelangt. Aber der Einwand von Uwe ist berechtigt und sollte in den Behandlungs-"Terminplan" (zukünftig) mit einfließen: Rechtlich gesehen darf jetzt noch behandelt werden, der Honig von 2009 wäre dann aber verloren. Denn es heißt in der Zulassung:

    Zitat

    Wartezeit: Nach der Behandlung darf Honig erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden.

    Daraus folgt, dass die Behandlung zum 31.12. abgeschlossen sein muss.


    Oh, ich bemerke eben erst dass es um Oxamat geht (und somit um verdampfen, richtig?), die Zulassung sich aber auf Oxalsäuredihydrat-Lösung bezieht. Da also deine Anwendung in Deutschland eh illegal ist kannst du, Gerd, die obige "Belehrung" getrost ignorieren. :daumen:


    Gruß
    Martin

  • ...z.Z. herrschen hier -15°C..... da würde ich niemals eine Beute öffnen wollen.....


     
     
    ich hab auch nicht geschrieben dass bei -15°C behandelt werden soll, sondern dass nicht bei Plusgraden behandelt wird sondern bei leichtem minus... :wink:
    wobei ganz davon abgesehen die Bienen das trotzdem ohne Probleme verkraften würden...

  • Hallo Imkers,
     
    klar, zum Schutz der Verbraucher und der Natur müssen die Behandlungsmittel zugelassen, -methoden beschrieben und Zeiträme eindeutig festgelegt werden.
    Solche Regeln haben das Ziel, übergeordnete ethische Prinzipien zu konkretisieren und deren Beachtung zu gewährleisten. Nach meinem Verständnis können aber Gesetze niemals gesunden Menschenverstand ersetzen und dürfen auch nicht gegen die von ihnen abgeleiteten Grundprinzipien verstossen.
     
    Wenn ich nach den 31.12., aber zum nächstmöglichen Zeitpunkt mit OS-Gas behandle, verstosse ich zwar gegen den Wortlaut dieser Vorschriften, aber nicht gegen den zugrundeliegenden Sinn des Verbraucher- und Tierschutzes. Bekanntlich zerfällt OS-Gas nach einigen Tagen rückstandsfrei, bekanntlich ist die Begasung mit OS eine der bienenverträglichsten Methoden und bekanntlich sind Zulassungen komplexe, bürokratische und bisweilen undurchsichtige Verfahren.
    Weil man in Verordnungen die gegenwärtigen Witterungsbedingungen nicht sinnvoll beschreiben kann und sie auch noch allgemeingültig sein sollen, müssen kalendarische Behandlungs-Deadlines, wie der 31.12. fixiert werden.
    Schafft es ein Imker nicht, in der Silvesternacht alle Völker zu behandlen, dann verstösst er ab 12:00 Uhr gegen die Vorschrift. Das Beispiel macht mir einerseits die Notwendigkeit, aber auch die Problematik von solchen Terminen deutlich.
    Wenn ich dieser Vorschrift unreflektiert folgen würde, verletze ich auch das Recht auf Leben meiner Bienen, für die ich aufgrund meiner Tätigkeit als Imker Verantwortung übernommen habe.
     
    Mit gutem Gewissen werde ich also meine Bienen sobald als möglich mit dem Oxamat begasen und mich auf eine unbelastete Ernte im Fruhjahr freuen.
    Nur die tiefen Temperaturen machen mir eben Sorge. In der Hoffnung, dass die Bienen bei dieser Temperatur auch keinen Bock haben zu brüten, warte ich bis das Thermometer aus dem Minus kommt.
    Hoffe ich liege da richtig!
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo Gerhard,


    schönes Statement :daumen:



    Bin auch in der selben Lage. Hatte seit mitte November nie mehr als 3°C.
    Kurz vor Weihnacht habe ich Testweise 4 Völker bei +1°C bedampft. Milben sind bisher zwischen 0 und 5 gefallen. Daraus schliesse ich, dass die Verdampfung von Oxalsäure bei enger Wintertraube nicht wirkt.
    Warte jetzt ab. Falls dann doch noch mal Tauwetter kommt, hole ich die Behandlung nach.
    Hatte schon mehrmals Probleme mit dem Dezember Wetter. Deshalb behandle ich seit 2 Jahren schon mal im Oktober. Dabei hole ich einen grossen Teil der Milben runter. Die Winterbehandlung kann man dann entspannt angehen.


    Grüsse Stöff


  •  
    Mit welchem Gerät bedampft?

  • Hallo,
    der Varrox hat den Nachteil, das er nur verdampft. Die Schweizer haben in Ihren Tests darauf hingewisen, daß das Verdampfen nur dann die gewünschten Ergebnisse bringt, wenn der Dampf mit einem Ventilator in die Beute eingeblasen wird. Ansosnten bleiben die Kristalle außen auf der Traube sitzen und gelangen nur zu einem geringen Teil in die Traube. Die 95% Quote wie beim Träufeln erreicht man danach nur, wenn der Oxalsäuredampf eingeblasen wird.


    Gruß Micha