Varroaresistente Russische Biene

  • Beim lesen einer Internetseite http://www.imker-sarntal.com/varroa.htm-6k- über die Haltung einer varroaresistenten Russischen Biene stieß ich auf folgende Randbemerkung.


    ... Der höhepunkt des Varroabefalles im Volk liegt VOR dem Drohnenabtrieb. Danach sinkt der Befall drastisch. ...


    Sollte dies stimmen zeigt es doch das mit dem gängigen Drohnenschneiden in der Imkerpraxis warscheinlich ein grundlegender Fehler gemacht wird. In dem die Imkerschaft immer wieder befallene Drohnenwaben vernichtet, fördert sie die Milben die sich auf das parasitieren der Arbeiterinnenbrut spezialisiert haben.
    Wenn die Aussagen auf dieser Webseite stimmen, kann man schlußfolgern das die Milbe auch im adulten Stadium den Drohn als Wirt bevorzugen wenn ... .


    - Ich stell mal folgende kühne Theorie auf: Die Milbe ist "Wirtstreu".
    D.h. : Die Milbe wird als adultes Insekt auch das Bienenwesen ( Arbeiterin / Drohn ), außerhalb der Wabe im Bienenvolk bevorzugt parasitieren, auf dem es sich entwickelt hat.
    ( Die Wissenschaft möge mir verzeihen).


    Leider fand ich dazu gar nichts an Marerial.
    Nur so wäre erklärbar das nach dem Drohnenabtrieb ein großteil der Varroen aus dem Volk verschwindet.
    Offensichtlich besitzen die Drohnen dieser Völker noch etwas was den Drohnen der Europäischen Bienen (Bucki, Carnica, ...) bereits zum Großteil abgezüchtet wurde (Geruch, Hormone ,... ich weiß es nicht.)
    Wir haben uns also, durch ständiges Drohnenbrut schneiden, gezielt eine Milbe gezüchtet die sich auf Arbeiterinnenbrut und Arbeiterinnen als Wirt spezialisiert hat. Denn es werden ja immer die Milben in ihrer Entwicklung gefördert die Arbeiterinnenzellen parasitieren. Diese kommen bevorzugt zur Geschlechtsreife und zur Fortpflanzung.
    Die schlußfolgernde Frage lautet also :


    Was wäre wenn die Varroa ursprünglich ein Parasit der Drohnen war.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo, bist du sicher das der Artikel noch aktuell ist?
    In dem Bericht wird vom Jahr 2001 geschrieben. Ich kann mich an keinen Beitrag von der Imkerei Koller erinnern, in der von einer Varroaresistenten Bienen berichtet wird. Das er eine gute Imkerei betreibt aber schon.
    MFG
    beeahead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo, bist du sicher das der Artikel noch aktuell ist?
    In dem Bericht wird vom Jahr 2001 geschrieben. Ich kann mich an keinen Beitrag von der Imkerei Koller erinnern, in der von einer Varroaresistenten Bienen berichtet wird. Das er eine gute Imkerei betreibt aber schon.
    MFG
    beeahead


    Wie ich schon schrieb : ... sollte dies stimmen.
    Zur Aktualität der Seite kann ich mir kein Urteil erlauben , denn mir ging es mehr um den Grundgedanken und die daraus resultierende Schlußfolgerung.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Nabend, zusammen,


    das habe ich verschiedentlich schon geschrieben.
    Die Milben bevorzugen die Drohnenzellen wegen der ähnlichen Brutdauer.
    Meine Theorie ist und war, die Milben auf die Drohnen zu "bannen", damit die Arbeiter-
    innen unbehelligt bleiben.
    Finvara, deine Theorie ist sehr naheliegend.
    Leider hat der Bien durch Mittelwandvorgabe und gelegentlichen
    "Drohnenwaben für Auszuschneiden",
    wenig Möglichkeiten, die Milben auf die Drohnen abzulenken.
    Alternativen bieten Naturbau, so versuche ich es jedenfalls.
    Beste Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Leider scheint sich kein Wissenschaftler damals wirklich darüber Gedanken gemacht zu haben warum bevorzugt Drohnenbrut.
    Man sah die entnahme von Drohnenbrutwaben als günstige Bekämpfungsmethode an, und übersah vieleicht das naheliegendste.
    Klären könnten das nur Untersuchungen an wilden Völkern in den Ländern in denen die Milbe seit jeher mit der Biene zusammenlebt.


    Nehmen wir mal an Die Milbe bevorzugt im Wildvolk ursprünglich den Drohn nicht nur zur Vermehrung sondern sie lebt dann auch auf ihm, ( Arbeiterrinnen wurden nur aus Platznot, oder quasi aus versehen befallen), das würde dann so manches erklären. ( Z.B. das unerklärbare überleben von wilden Völkern.)
    Erst der moderne Imker mit seinen Betriebsweisen hat dieses Gefüge zerstört. ( Drohnenbrut wurde ja gerade bei den Betriebsweisen in Europa schon immer geschnitten. Schließlich sah man den Drohn seit alters her als unnützen Fresser im Volk.) Die Milbe hätte also nie die Möglichkeit gehabt MIT der Biene zu leben. Und wir Imker hätten diesen unnatürlichen Entwicklungsprozeß noch fleißig gefördert.
    Leider ist es hier in Deutschland fast unmöglich das zu überprüfen.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Finvara ()

  • Hei, Finnvara,
    doch, es ist ja bekannt, daß Drohnenbrut bevorzugt unten und außen am Brutnest angelegt wird (was ich seit der Umstellung auf echten Naturbau auch sehe, im Gegensatz zu dem Gefuddel, was Ableger in Leerrähmchen produzieren), weil es da kühler ist.
    Nur - wo werden denn Drohnenrähmchen (die es SO in freiem Bau gar nicht gibt!) hingehängt?
    Nah ans Brutnest, also nix außen/unten, und mit dem Schneiden der Drohnenrähmchen wird (nicht nur meiner Meinung nach) tatsächlich auf Varroen selektiert, die es gern wärmer vertragen.
    Und ein zentral mittiges Brutnest ist zwar nett für den Imker, aber nicht sinnvoll für die Bienen - Brutnester sehen plötzlich ganz anders aus, wenn man das Flugloch verkleinert und zur Seite orientiert, und da kommt eine erheblich vielfältigere Struktur zum Vorschein.
    Die meisten Naturnester haben nur einen kleinen Eingang - warum hat noch niemand wissenschaftlich die Unterschiede untersucht?
    Meine Bienen kommen jedenfalls abwehrmäßig damit viel besser klar - keine unerkannten Zuwanderer (trotzdem brauchen sie bei massiver Räuberei noch Hilfe, das liegt aber an der Bienendichte und nicht an ihnen - nur ein Volk pro qkm krieg ich nicht hin...:wink:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Sabi(e)ne :
    das mit dem seitlichen Flugloch kommt nächstes Jahr dran. Meine neuen Beuten haben die Möglichkeit das einzustellen.
    Was den Drohnenbau betrifft , stimmt, er ist immer an der Kältesten stelle des Brutnestes. ( Ich spreche jetzt ausschließlich von den Warrevölkern).


    Interressant für mich ist jetzt aber der Gedanke ob die Milbe die sich in einer Drohnenzelle entwickelt auch dem Drohn "treu" bleibt ??? Also später auf ihm lebt und wieder eine Drohnenzelle befällt. ( Ich nenne es mal "Wirtstreu" ) Wenn sie das tut wäre geklärt das der weitaus größte teil der Milben im Spätsommer in einem Naturvolk mit den Drohnen das Volk verlässt, und so die Erbrütung einer gesunden überwinterrungsfähigen Bienenpopulation zulässt.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • hei, Finnvara,
    da ist ein Denkfehler drin:

    Zitat

    das der weitaus größte teil der Milben im Spätsommer in einem Naturvolk mit den Drohnen das Volk verlässt,


    Und wo gehen die hin?
    Nicht mal Lemminge wollen sich wirklich umbringen, wenn sie von Klippen springen...
    Was ich beobachtet habe, waren (nicht in 2008, da war es nur eine) heftige Ausräumwellen von Brut, was zwangsweise zu Massentod der Varroen führt.
    Ich denke, daß die Bienen grundsätzlich unter bestimmten Bedingungen sehr wohl befallene multiparasitierte Brut wahrnehmen können, und dann entprechend reagieren.
    2008 war nach allgemeiner Meinung ein Varroa-armes Jahr - ich werde ja sehen, was rauskommt...:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Denkfehler will ich nicht ausschließen .
    Ich kam nur drauf weil auf besagter Webseite ausgesagt wurde das ein Großteil der Milben mit den Drohnen verschwand. Was eigendlich nur diese eine Schlußfolgerrung zuließ. :confused:


    ... Also forschen wir mal weiter
    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • 2008 war nach allgemeiner Meinung ein Varroa-armes Jahr


     
     
    Der Schein trügt!
    nach der Winterbehandlung sind wesentlich mehr Milben gefallen als ich angenommen hatte!
    Also wirds 2009 ziemlich heftige Probleme geben, weil die Milbe einfach unterschätzt wurde...

  • Hallo


    Zitat

    Der Schein trügt!
    nach der Winterbehandlung sind wesentlich mehr Milben gefallen als ich angenommen hatte!
    Also wirds 2009 ziemlich heftige Probleme geben, weil die Milbe einfach unterschätzt wurde...


    Ich hatte zwar keinen irrsinnigen Abfall nach der OS.
    Aber alle die keine Winterbehandlung machen wollen,
    weil ja nur 1 Milbe fällt, sollten das schnell überdenken.


    Gruß Uwe

  • hei, Finnvara,


    ... Was ich beobachtet habe, waren (nicht in 2008, da war es nur eine) heftige Ausräumwellen von Brut, was zwangsweise zu Massentod der Varroen führt.


    Hallo Sabi(e)ne


    Schade, wenn man die Auslöser dafür erkennen könnte ???

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von honig () aus folgendem Grund: quote ergänzt

  • Hallo, Finvara,
    ich vermute, es gibt nicht bloß einen Auslöser, sondern ein ganzes Geflecht von Faktoren, die irgendwann bei den Bienen den Auslöser drücken, sozusagen. In 2007 gab es im Sommer fast alle 10-14 Tage solche Ausräumwellen, das Klima und die Tracht war aber in 2008 ganz anders, also hat das auch Einfluß.
    Ich kann bei mir jedenfalls im Verhalten der Bienen über die letzten 6-7 Jahre mit der "Kleinzellerei" in verschiedenen Varianten diverse Auffälligkeiten beobachten, z.B. hab ich dieses Jahr zum allerersten Mal in meiner Rähmchenimkerei Brutnester wie in freier Wildbahn gehabt, mit dem Drohnenbau ausschließlich(!) unten und hinten (= weit weg vom Flugloch) - gegenüber meinen ersten Versuchen mit Naturbau ein himmelweiter Unterschied, wo die armen Ableger keinen Plan hatten, was sie denn bauen sollten. Hier ist jetzt richtig Struktur drin, bei den Warre-Kisten müßte es ähnlich aussehen.
    Was mich endgültig zu dem Schluß gebracht hat, daß Mittelwände jedweder Art Mist sind.:u_idea_bulb02:
    Aber rechnen wir ganz vereinfacht doch mal: eine Naturbauwabe DNM enthält etwa 30g Wachs, x 22 Waben = 660g.
    Nach gängiger Meinung kostet ein Kilo Wachs 7 Kilo Honig/Zucker, macht also knapp 4,62kg Zucker für diese Naturbauwachsmenge = x0,92€ = 4,25€ an Kosten.
    Für 22 Waben brauche ich 1,7kg MWs, rückstandsfrei zu 16,60€/kg = 28,10€.
    Noch Fragen?:cool:
    (natürlich verfuttert ein KS mehr als die 4,62kg Zucker, die theoretisch für die Wachserzeugung gebraucht werden, aber dazu spart mir das auch noch viel Arbeit - unbezahlbar :wink:).
    Und ich habe bei ausgeschmolzenen Altwaben nach der Bauerneuerung absolut rückstandsfreies Wachs, bei geputzten Resten vom Tropf- und Preßhonig (die tw. ja nicht älter als 4 Wochen sind!) zum ersten Mal in meinem Leben sogar wirklich *weißes* Wachs ausgeschmolzen.
    Und damit sind wir langsam "beyond organic", dafür gibt's noch keinen Standard.
    Und das Goile an dieser ganzen Vorgehenweise ist doch, je bienennäher ich arbeite, desto weniger Arbeit habe ich, und desto besser geht es den Bienen.
    Und wer bemängelt, daß vorweggenommene Vorschwärme und totale Bauerneuerung viel Arbeit machen: ja, das sind Spitzen, aber die sind nicht halb so schlimm, wie alle 9 Tage alles durchwühlen zu müssen.:wink:
    Und aktuell sind mir gesunde Bienen wichtiger als maximale Erträge, aber das CB krieg ich da auch noch eingebaut.:wink:


    edit: man komme mir jetzt nicht mit dem MW-Preis. Ich weiß, daß normale MWs, die NICHT auf Rückstände geprüft werden, billiger sind, aber ich weiß, was da alles drin ist - woher kommt denn wohl das "Hintergrundrauschen", wie es so nett genannt wurde?
    Absolut unbelasteter Wabenbau ist eine Grundvorausetzung für gesunde Bienen - ständige Vergiftungen im Mikrobereich sind auf Dauer genauso tödlich wie eine starke Dröhnung als Einmalgabe.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
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