Bienenimporte, Ermittlung von Zahlen zum Bienensterben

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    ...arm..., dass über die Italiener und ihre Bienen so geurteilt wird...

    Da sollte man doch mit dem erhobenen Zeigefinger vorsichtig sein.

    Wie meinst Du denn das? Dass die Importkunstschwärme aus 80% alten Tanten bestehen, ergibt sich doch direkt aus dem zitierten FB-Offenen Brief eines offenbar erfahrenen Importeurs. Wer, wenn nicht ein solcher Insider könnte das beurteilen? Mglw. die Kundschaft: Auch da hatten wir hier schon Beiträge, die Selbiges bestätigt haben bspw. von einem Mitglied, das man mit Fug und Recht als Berufsimker mit entsprechender Beurteilungskompetenz bezeichnen kann und das aus eben diesem Grund sich selber und allen Anderen geraten hat: Nie wieder Kauf solcher Bienenimporte.

  • Da ist kein erhobener Zeigefinger im Spiel. Da gehts einfach um den offensichtlichen Widerspruch:
    Als Imkerlehrmeister die wesensgemäße Imkerei als Monstranz vor sich her tragen, aber dann Bienen hunderte von Kilometer auf einem LKW durch Europa karren.
    Und dann wird so ein Artikel geschrieben, in dem man das Verhalten vor anderen - aber vermutlich vor allem vor sich selbst - rechtfertigt, mit Argumenten, die entweder anmaßend sind (der deutsche Imker hats nicht drauf) oder widersprüchlich (nur 10-15% Winterverluste? Wo kommt dann eigentlich der ganze Bedarf an KS her?). Gleichzeitig wird die Aufforderung "züchtet regional angepasste Bienen" als Quatsch verworfen, wobei irgendwie als Grund, warum das Quatsch ist, lediglich genannt wird, dass bis zum 10. April eines Jahres nicht tausende von KS bereit stehen, oder aber der deutsche Imker immer noch zu doof ist.


    Ich finde es voll ok, wenn man als Imker Geld machen will, wenn man das ökonomische Interesse über das ökologische stellt. Ich verstehe das!


    Ich bekomme aber immer juckende Finger, wenn man mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere zeigt, selber meint, man hätte den einzig wahren Weg der Imkerei gefunden, alle anderen seien eben Loser, man aber auf der anderen Seite völlig durchsichtig seine eigenen Prinzipien über Board wirft, wenns was zu verdienen gibt.
    Man muss sich schon entscheiden, ob man das, was man sagt, auch so meint.
    Weil wenn nicht, dann bekommen das die Leute irgendwann mit und nehmen einen dann auch nicht mehr ernst.

  • Wenn es eine große Nachfrage nach KS in jedem Frühjahr gibt und der Handel innerhalb der EU legal ist, dann ist es doch nicht zu kritisieren, wenn ein anerkannter und Deutschlandweit bekannter Imkern sich mit für ihn vertrauenswürdigen Partnern in Südeuropa zusammenschließt um gesundes Bienenmaterial nach D zu importieren und zu vermarkten. Das ist doch besser als es anderen zu überlassen, die jedes Jahr eine neue Firma dafür gründen. Oder? VG

  • Wie meinst Du denn das? Dass die Importkunstschwärme aus 80% alten Tanten bestehen, ergibt sich doch direkt aus dem zitierten FB-Offenen Brief eines offenbar erfahrenen Importeurs. Wer, wenn nicht ein solcher Insider könnte das beurteilen? Mglw. die Kundschaft: Auch da hatten wir hier schon Beiträge, die Selbiges bestätigt haben bspw. von einem Mitglied, das man mit Fug und Recht als Berufsimker mit entsprechender Beurteilungskompetenz bezeichnen kann und das aus eben diesem Grund sich selber und allen Anderen geraten hat: Nie wieder Kauf solcher Bienenimporte.

    Aber irgend jemand muss die doch immer und immer wieder kaufen?

  • Moin,

    wisst ihr was ich mit Kunstschwarmbienen im April kurz vor der Tracht machen würde?

    Auf keinen Fall Völker aufbauen! Ich würde damit die schlechten in meinem Bestand blitzschnell "wesensgemäß" aufpeppen, also Frühtrachtreif machen! Hierzuland denkt Imker meist, das die Zugabe von Brut die gewünschte Wirkung zeigt, tuts auch, die Schwärmen dann nämlich schneller:), die Zugabe von (Paket)Bienen bringt Frühtracht und stört nicht den Brutrhytmus besonders... treibt also den Schwarmtrieb nicht. Ich denke das Pabst Binder, der das Kreuz seleber in der Hand hat, sich auch selber zuerst segnet, den Mund hält und als Held nur wesensgemäße nichtschwärmen wollende starke Bienen ....

    Wenn ich das völlig normale Taugenichtsdrittel meienr Völker traurig betrachte, hege ich auch Bindersche Gedanken.


    Tröste mich aber mit dem Wissen von Karl Pfefferle und Jos Guth!


    Dann bin ich sehr stark davon überzeugt, das der Bedarf an starken überwinterten Jungvölkern sehr wohl aus eigener Kraft, kostengünstig gedeckt werden kann. Man muß es nur tun.

    Wers nicht glauben mag sollte sich mal mit der erstklassigen Technik Jos Guths und dem was gute Bienen mit optimaler Pflege wirklich zu leisten vermögen, ernsthaft befassen!

    VG

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von wasgau immen ()

  • ...Deutschlandweit bekannter Imker sich mit für ihn vertrauenswürdigen Partnern in Südeuropa zusammenschließt um gesundes Bienenmaterial nach D zu importieren und zu vermarkten.

    Das sagen alle Werber für Importbienen. Nur der Eine, den man im vorigen Jahr mit den quantitativen Differenzen zwischen realem Ladegut und TRACES-Papieren erwischt hatte, der ist nicht mehr so naiv, seine Importfahrtrouten mit Datumsangabe zu bewerben. Dafür bietet er jetzt Versand italienischer Kunstschwärme an.


    Aber irgend jemand muss die doch immer und immer wieder kaufen?

    Der Werbeaufwand steigt von Jahr zu Jahr, jetzt sogar mit Offenen Briefen in FB und Frontalangriff auf die besonnenen Warner vor Bienenimporten. Die dabei ausgelegten Köder sind immer diesselben, der wichtigste: Hoffnung wecken auf frühes Lieferdatum.


    Kommt der Käfer nur über KS oder auch z.B. Obstgebinde?

    Hast Du Dir mal die Käferfallen angesehen, die im Rahmen des Monitoring verteilt werden? Das Material hat in den entscheidenden Punkten (außer ggf. in der Farbe) frappierende Ähnlichkeit mit dem der Kunstschwarm-Einwegbehältnisse. So betrachtet, ist der Kauf eines ital. Kunstschwarms in der Einwegschachtel praktisch der Erwerb einer Käferfalle, die bereits in Italien zum Fang aufgestellt und dann über die Alpen transferiert worden ist - als Überraschungspaket zum Auszählen?

    Diesbezüglich hat rase völlig recht mit seinen Einwürfen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • wisst ihr was ich mit Kunstschwarmbienen im April kurz vor der Tracht machen würde?

    Auf keinen Fall Völker aufbauen! Ich würde damit die schlechten in meinem Bestand blitzschnell "wesensgemäß" aufpeppen, also Frühtrachtreif machen!

    Genau da liegt m.E. die entscheidende Nachfrage, resp. bei Großimkereien mit Frühtrachtreife-Optimierungsbedarf. Die Hobby-Kunstschwarmkäufer dienen nur dem Zubrot, das eben mancher berufsimkernde Importeur selbst auf den Autobahnrastplätzen noch mitnehmen will.

    Zum Aufpeppen braucht es nur Bienenmasse. Deshalb kommt es auch auf die Qualität der Kö. gar nicht an, nicht einmal darauf, ob sie begattet sind oder nicht etc. Oft muß man die Kö. deshalb auch extra ordern. Hier wurde das in #1 ja plastisch beschrieben:

    Kunstschwärme im Frühjahr kaufen.

  • Sorry, Quartalsabschluss und Bienenarbeit sorgen jetzt für die verspätete Antwort.

    Ich meine das Italiener und ihre Bienen nicht generell schlecht sind.

    Das Beispiel in dem Thread zeigt ja, dass es überall schwarze Schafe in der Branche existieren. Für Deutschland kann ich das bestätigen.

    Ich habe mir mal den Spass erlaubt und diverse Imker auf englisch angeschrieben und explizit nach Fracht und Gebühren gefragt. :saint:

    Leider habe ich nur drei Antworten erhalten.

    Einer liefert gar nicht nach Deutschland.

    Einer liefert erst ab zehn Königinnen mit Fracht und Traces Papiere.

    Einer liefert erst ab 25 Königinnen. Auf den Rest ist der nicht mehr eingegangen.

    Damit vermute ich mal, hat der normale Imker schon keine Lust mehr zu bestellen.

    Erst ab Masse lohnt sich der Einkauf.

    Dafür kann man über Deutsche Imker zu wesentlich teureren Preisen Königinnen der Italienerbiene kaufen.

    Bei entsprechenden Einkaufmengen kann der deutsche Importeuer ca zu dem doppelten der Einkaufskosten hier verkaufen.

    Für kleine Imker lohnt sich das nicht, da Fracht und Traces Gebühren den Stückpreis nach oben treiben.

    Daher liegt die Vermutung nahe, dass das Ganze im grösseren Stil abläuft.

    Das es Firmeninhaber gibt, die kurzfristig Firmen eröffnen und schließen, ist mit als Kaufmann bekannt. Das gibt es in allen Branchen und ist der geringen Kapitaleinlage geschuldet, die seit EU Einführung gesenkt wurde.

    Auch sehe ich das Problem der fehlenden Ableger auch als ein rechtliches.

    Als Imker muss ich unter der steuerlichen Grenze bleiben. Viel leichter wäre es, dass nur die Völker zum Jahresende zählen würden. So könnte ich Ableger ziehen und abgeben, ohne die Grenze zu reissen. Bienenmasse habe ich genug und das schröpfen tut den Völkern nicht weh.

    Damit wären zumindest die Bienenimporte nicht notwendig.

    Das Problem liegt also auch bei uns.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.