Bienenimporte, Ermittlung von Zahlen zum Bienensterben

  • Welche indirekten Messgrößen wären denn noch denkbar für die Ermittlung des Bienensterbens?

    Ist "Bienensterben" hier der richtige Begriff? Sollten wir nicht besser von Völkerverlusten sprechen?

    Ich halte es nicht für sinnvoll, die verschiedenen Gründe für Völkerverluste in einen Topf zu werfen. Dann kann jeder Imker, der die Varroa nicht im Griff hat, seine Verluste dem "Bienensterben" zuschieben.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Gibt es da eigentlich Quellen, dass der JB aus Italien Schwärme importiert?

    Wenn das stimmt... das wäre so krass, da fallen mir keine höflichen Kommentare mehr ein.

    Bei Schulungen in Hohen Neuendorf wird ausdrücklich und eindrücklich vor genau solchen Käufen/Importen gewarnt, eben wegen des BK.

    Wenn jetzt einer vom Fach, der es eigentlich besser wissen müsste, so arbeitet...


    The roof, the roof, the roof is on fire!

  • Und von wo kommen die dazu benötigten Bienen?

    Doch wohl nicht aus dem warmen Apulien ?

    Wäre ja gar schrecklich, dieser Gedanke ....

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Gibt es da eigentlich Quellen, dass der JB aus Italien Schwärme importiert?

    Vorletztes Jahr hat ein Bienenkäufer von mir, bei im Kunstschwärme gekauft, mit mäßigem Erfolg.

    Deswegen hat er dann letztes Frühjahr bei mir gekauft.

    Laut Aussage von ihm, stammten diese aus Italien.

  • Also zu aller erst:


    nein, ich habe noch nie Kunstschwärme o.ä. aus dem Ausland bezogen


    Aber: als ich vor 3 Jahren, nachdem die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, wieder mit Bienen anfangen wollte, war es fast unmöglich, an Völker zu kommen. Und ich rede hier nicht über den Preis oder mehr als 2. Letztendlich hat dann ein netter Altimker mir 2 verkauft, aber nur durch beste Beziehungen zum hiesigen Imkerladen. Als absoluter Neuling an Bienen zu kommen, scheint mir schwerer, als es sein sollte. Vielleicht sollten alle, die es können, bewußt vermehren und dann auch verkaufen, auch wenn es Arbeit macht, und man es für sich selbst nicht braucht. Dann hätte sich der Reiz der Paketbienen vielleicht schnell erledigt.

    Nur so als Idee...

    Gruß Wiebke

  • Ich denke, der eigentliche Reiz ist die frühe Verfügbarkeit. Genau wie wir es jetzt gerade kaum erwarten können, geht es auch den Anfängern. Jetzt noch bis Juni warten zu müssen ist hart, besonders wenn doch ab Ende März die Ladies aus Italien verfügbar sind.

    Und dagegen gibt es leider kein Ankommen.

  • Und dagegen gibt es leider kein Ankommen.

    Damit schaufeln sich die "Imker" doch ihr eigenes Imkergrab. Es gibt zu viele, die zu viel Geld haben, um sich Bienen aus exotischen Quellen zu kaufen.

    Jammern über die schlechte Umwelt für Insekten aber selber die Axt an die Umwelt legen, durch das Einführen von exotischen Krankheiten.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Warum gibt es eigentlich einen scheinbar so drückenden Bien-Bedarf? Das Imkern ist doch jetzt gegenüber früher (so wird es immer wieder betont) mit unvergleichbar hohem imkerlichen Praktiker- und Forscherverstand durchdrungen mit und ohne Fördermittel. Die geringen Winterverluste sollten also ohne Stöhnen zu verkraften sowie betriebswirtschaftlich auszugleichen sein. Und aus der offensichtlich betriebswirtschaftlich so intensiven Ableger- sowie Kunstschwarmbildung bleibt zwangsläufig ein strammes Jungvolk-Angebot für den Markt übrig, für welches es demnach einen nur begrenzten Markt (Bedarf) im geben kann.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Ja ja,

    das ist das klassische Dilemma. Alle sind hervorragende Imker, haben Varroa und alles Andere easy im Griff, vermehren ihre Völker wie die Karnickel, schwarmträge, resistent und so wabensteet, daß man mit der untergehakten Wabe auf dem Motorrad 200 km auf der Autobahn fahren kann und dabei weniger als 5% der Bienen verliert. Sie können sich vor Honig garnicht retten, weil 98% aller ihrer Völker mehr als 150 kg Honig bringen. Sie haben zwar keine Zeit, aber lesen jede Nacht eine andere wissenschaftliche Abhandlung oder Doktorarbeit auf Englisch, nur um besser einschlafen zu können, fahren den dicksten Kirmeswagen und sind Poser vor dem Herren.

    Das wäre nicht schlimm, wenn Anfänger wie ich auch mal einer war, Ihnen nicht alles glauben würden und sich bald selbst für unfähige Trottel halten würden. Daß so viele Völker importiert werden, hier in manchen Gegenden kaum welche zu bekommen sind deutet schon irgendwie darauf hin, daß es da eine Diskrepanz gibt. Bei den alten Imkern ist es die Scham die sie verleitet im Verein ohne Verluste da zu stehen und Nachts bei Kollegen Völker vom Stand klauen. Jetzt mal ehrlich, könnt ihr auch manchmal nicht schlafen wenn ihr euch vorstellt, daß gedrungene Banden aus den abgelegensten Winkeln mal vier Völker klauen, mal zwei mal vier, mal drei mal vier, sie wahrscheinlich Landkreisweise zusammenführen, Landesweit auf große Hänger geladen dann die Reise über die A6, A8, A2 und A4 Richtung Osten antreten. Bis zur Grenze bildet sich ein Bandwurm von 15 Lästern mit Anhänger und dem verwundert fragenden Zöllner sagt man: Ananas-Tracht.

    Viele Grüße

    Wolfgang, der gerade überlegt, was diese Wanderimker sonst zu dem Zöllner sagen könnten

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Daß so viele Völker importiert werden, hier in manchen Gegenden kaum welche zu bekommen sind deutet schon irgendwie darauf hin, daß es da eine Diskrepanz gibt

    Keine Diskrepanz, aber wesentliche Unterschiede von Imker zu Imker.

    Das muss nicht nur Unfähigkeit sein, auch der Standort spielt sicher eine Rolle. Wenn wir aber nachher 20 bis 30% Winterverluste haben sind das eben nicht bei allen 20 bis 30%, sondern bei manchen 10% und bei anderen 80%.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)