Weniger Milben im Jahr 2008 im Vergleich zum Jahr 2007?

  • Meine Aufzeichnungen über den natürlichen Milbenfall und den Fall nach den Behandlungen deuten auf einen geringeren Milbenbefall im Jahr 2008 hin.
    Vor einer Woche habe ich alle meine Völker mit OS beträufelt. Die Völker saßen aufgrund der niedrigen Temperaturen sehr eng. Heute habe ich die eingeschobenen Windeln ausgezählt. Die Milbenfall lag nur zwischen 6 bei einem kleinen Ableger und max. 30 bei einem zweizargigen Wirtschaftsvolk. Der natürliche Milbenfall pro Tag vor der Behandlung lag zwischen 0,2 - 0,8. Im vergangen Jahr lag der natürliche Fall zwischen 1,0 - 3,0 und der Fall nach Behandlung zwischen 20 und 90 Milben.
    Ende Juli und Ende August wurde die Völker mit AS behandelt (Ableger nur im August). Auch hier sind vor und nach der Behandlung nur rund die Hälfte der Milben im Vergleich zum Vorjahr gefallen.
     
    Ist das Zufall oder habt Ihr ähnliche Beobachtungen gemacht ?


    Gruß Marcus

  • Hallo Marcus,
    bei mir ist es ähnlich. Habe schon bei der Sommerbehandlung gemerkt, dass deutlich weniger Milben gefallen sind. Habe aber von anderen gehöhrt, dass es regionale Unterschiede gibt.
    MFG
    beeahead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo,


    kann ich ebenfalls bestätigen, bedeutend weniger Milben, als im vergangenen Jahr. So gut wie kein natürlicher Milbenfall. Was das bedeutet hat der Remstalimker in einem Beitrag mit Zahlen belegt, Vorsicht ist trotzdem geboten.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe die Zahlen von 2007 und diesem Jahr mal rausgesucht:
    2007: ~3000 Milben pro Volk (71,3 pro Volk/Tag)
    2008: ~2500 Milben pro Volk (68 Milben pro Volk/Tag)


    Zumindestens für meine Völker ergibt sich keine große Differenz in der Milbenbelastung.


    Allerdings: Viele Völker haben dieses Jahr weniger Milben ,während einzelne Völker sehr hoch belastet sind..... (blos die korrekte Auswertung habe ich noch nicht vorgenommen, das dauert noch mindestens bis Weihnachten)

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Also ich habe das auch gemerkt, völker die nebeneinander stehen hat eins ne großte Belastung und danneben eine geringe. Werde aber trotzdem noch mit Oxalsäureverdampfen. Je tote Milbe ist eine gute Milbe. Irgend welches Mitleid für die Milbe kenne ich nicht die meine Bienen qäellen.
     
    Ich denke zu letzen Jahr ist es bei mir normal.

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Viele Völker haben dieses Jahr weniger Milben ,während einzelne Völker sehr hoch belastet sind.....


    Die Erfahrung, dass man sich hüten sollte, alle Völker eines Standes über denselben Kamm zu scheren darf, habe ich auch gemacht.


    Bei meinem in 2008 am stärksten mit Varroen belasteten Volk fanden sich nach dem Auswaschen von 12,5 Gramm Bienen nach der in der Varroafibel beschriebenen Methode am 30.06.2008 6 Varroen, das entspricht einer Varroenbelastung von 4,8 %, was mir für diese Jahreszeit viel zu hoch erschien.


    Nach Einsatz von 60%iger AS mit der Schwammtuchmethode am 18.08., 26.08. und 09.09. 2008 fielen bis zum 16.09. insgesamt nur 768 Milben. Daraufhin habe ich dieses Volk zusätzlich am 16.09. und 13.10.2008 ausnahmsweise mit 3%iger OS besprüht. Danach fielen in der Zeit vom 17.09. bis zum 27.11.2008 weitere 4.644 Milben, insgesamt also seit dem 18.08.2008 5.430 Milben.


    Ganz anders sah es bei meinem in 2008 am wenigsten belasteten Volk aus.


    Beim Auswaschen von 27,5 Gramm Bienen am 30.06.2008 fand sich keine Milbe. Nach Einsatz von 60%iger AS mit dem Schwammtuch am 18.08.2008 fielen bis zum 21.09.2008 290 Varroen. Insgesamt betrug die Milbenausbeute bei diesem Volk in der Zeit vom 18.08.2008 bis heute nur 383 Milben.


    Inzwischen hat sich bei diesem Volk der Milbenfall auf ca. 1 Milbe täglich eingependelt. Trotzdem werde ich auf die abschließende Winterbehandlung mit geträufelter OS im letzten Dezemberdrittel nicht verzichten. 


    Zum Abschluss noch die Information, dass beide Völker am selben Standort stehen, allerdings mit unterschiedlicher Flugrichtung und ca. 10 Meter voneinander entfernt.


    Mit freundlichen Grüßen


    Rubikon


  • Hallo Rubikon,


    ich finde deine Winterbehandlungszeitpunkt zu spät, und eine viel zu frühe OS-Behandlung, du kannst mit OS keine Winterbehandlung mehr machen!


    Es sei denn du verdampfst, diese Behandlungsform lehne ich ab!


    Wenn eine Milbenlast jetzt in deinen Völkern ist, müssen die Bienen diese noch knapp 3 Wochen mit rum schleppen, wobei die Bienen in Mitleidenschaft gezogen werden.


    Wenn jetzt bis zu 300 Milben fallen dann wird es höchste Zeit.
    Ich behandle nicht mehr zu spät.


    Die Völker sind schon einige Zeit Brutfrei.


    Der Ungünstige Sommer und Herbst hat eine optimale AS-Behandlung verhindert, zu kühl und zu nass.
    Das sieht man an den späteren Milbenzahlen.

  • ich finde deine Winterbehandlungszeitpunkt zu spät, und eine viel zu frühe OS-Behandlung, du kannst mit OS keine Winterbehandlung mehr machen!


    Hallo Michael,

    ich mache die Winterbehandlung (früher mit Perizin + heute durch OS-Träufeln) schon seit Jahren um den 20. Dezember herum und bin damit immer gut gefahren.

    Um diese Zeit ist auf meinem Stand die Wahrscheinlichkeit am größten, dass alle Völker (noch) brutfrei sind. Die Völker stehen ca. 450 m ü. M. in relativ rauem Klima. Es mag sein, dass auf anderen Ständen, etwa im Weinklima, ein anderer Zeitpunkt vorzuziehen wäre.

    Das OS-Sprühen wende ich nur ganz selten an, wenn bei Verdacht auf geringe Wirksamkeit der voraufgegangenen AS-Behandlung eine schnelle und effektive Entmilbung als Notmaßnahme zur Rettung des Volkes unumgänglich erscheint.

    Mein Hinweis, dass ich im Dezember noch eine OS-Träufelbehandlung beabsichtige, bezog sich nur auf das Volk mit der geringen Milbenlast von zur Zeit einer Milbe täglich.

    Im vorigen Jahr habe ich bei einem ähnlich geringen Milbenfall im November/Dezember bei zwei Völkern entsprechend den Celler Empfehlungen auf die Restentmilbung verzichtet. Das führte dazu, dass bei diesen Völkern schon im folgenden Juni die Milbenlast weit über dem Standdurchschnitt lag.

    Bei dem mit OS besprühten Volk warte ich noch ab, wie sich der tägliche Milbenfall in den nächsten Tagen weiterentwickelt.

    Wichtig scheint mir, dass sich niemand einlullen lässt und wegen der vermeintlich geringen Milbenlast in 2008 auf die Winterbehandlung verzichtet. Wann und wie das zu bewerkstelligen ist, kann ja jeder autonom selbst entscheiden.


    Mit freundlichen Grüßen


    Rubikon



  • Hallo Rubikon,


    eine Winterbehandlung sollte immer durchgeführt werden, egal ob vorher wenig gefallen ist, das Wetter spielt immer eine große Rolle dabei.


    Das du vom Perizin weg bist erfreut mich sehr, es geht auch ohne, und es werden immer mehr die darauf verzichten können!


    Die Winterbehandlung habe ich auch immer um Weihnachten gemacht, dieses Jahr schon am 20 November, es war ja lange kalt.


    Blickt man zurück November 2006 da war es am 16.11.2006 um 20 Grad warm, eine Winterbehandlung sinnlos.


    Ich habe heute ein Volk per Software ausgezählt, ich komme auf über 600 Milben!
    Da liegt meine Schätzung 50% daneben!


    Eine Winterbehandlung ist ein muss!
    Paar wenige Völker haben diesen Befall, die meisten sehr wenig.


    Hier die Auszählung.



  • Frage das was bei Dir auf dem Photobrett sind , sind wirklich zirka 600 Milben?


    Mir geht es Darum das man mal als anfänger ein gefühl kriegt. Mit welcher Software zählst Du aus, macht die das automatisch oder alle markieren und dann punkte zählen.


    Danke

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Frage das was bei Dir auf dem Photobrett sind , sind wirklich zirka 600 Milben?


    Mir geht es Darum das man mal als anfänger ein gefühl kriegt. Mit welcher Software zählst Du aus, macht die das automatisch oder alle markieren und dann punkte zählen.


    Danke


    Die Milben müssen mit einer Oberheadfolie auf den Scanner gebracht werden.
    Das sind über 600 Milben, die Software zählt über Farbauswahl, die Zählung geht automatisch und man kann eine manuelle Korrektur durchführen.
    Falsch gezählte Milben können gelöscht werden und nicht gezählte Milben können hin zugefügt werden.
    Die Software heißt Varroa-Zähler.