Haben Imker ein Außenskelett oder ein Rückgrat?

  • Hallo,
    unser Verein hat eine Aktion gestartet mit den Ziel, die Wiederzulassung von Clodianidin zu verhindern. Wir, eine Imkerin im Auftrag, hat einen Aufruf verfasst mit einer Unterschriftenliste, welche wir unserem Herrn Minister überreichen wollen. Aus dem Verein hat nur ein Mitglied, er hat eine Landwirtschaft, nicht unterschrieben. Auf der Straße, Informationsstand, haben wir 200 Unterschriften erhalten. Auf dem Berufsimkertag haben über 200 unterschrieben. Am Montag haben wir auf der Wahlkreisversammlung die anwesenden Imker um eine Unterschrift gebeten. Wie auf Kommando liefen darauf alle weg. Vorher mussten sie allerdings zu diesem Thema ein Referat von Wallner (Hohenheim) zur Rapsbeizung und eine Diskussion zum Thema und des Verhalten des Landesverbandes, anlässlich des Bienensterbens, sich anhören.
     
    Warum unterschreiben Imker nicht gegen Sache von der sie bedroht werden?
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo,
    unser Verein hat eine Aktion gestartet mit den Ziel, die Wiederzulassung von Clodianidin zu verhindern. Wir, eine Imkerin im Auftrag, hat einen Aufruf verfasst mit einer Unterschriftenliste, welche wir unserem Herrn Minister überreichen wollen. Aus dem Verein hat nur ein Mitglied, er hat eine Landwirtschaft, nicht unterschrieben. Auf der Straße, Informationsstand, haben wir 200 Unterschriften erhalten. Auf dem Berufsimkertag haben über 200 unterschrieben. Am Montag haben wir auf der Wahlkreisversammlung die anwesenden Imker um eine Unterschrift gebeten. Wie auf Kommando liefen darauf alle weg. Vorher mussten sie allerdings zu diesem Thema ein Referat von Wallner (Hohenheim) zur Rapsbeizung und eine Diskussion zum Thema und des Verhalten des Landesverbandes, anlässlich des Bienensterbens, sich anhören.
    Warum unterschreiben Imker nicht gegen Sache von der sie bedroht werden?
    Gruß
    Remstalimker



    -Vielleicht ist das Thema schlecht erklärt worden.
    -Naja,das einfachste wäre gewesen,Du hättest die Imker beim Rausgehen gefragt.
    Vermutungen meinerseits:
    -"Die da oben" machen sowieso was sie wollen.
    -Unterschreiben tu ich nix,wer weiß was daraus entsteht.
    -Resignierte Imker?


    PS: Meine Bienen haben ein "Rückgrat" :-D


    MfG
    Trachtquelle

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast49 () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo,
    wohl aus dem gleichen Grund weshalb die Imker sich auch nicht für die Demo in Bonn interessiert haben.
     
    Unser Vorstand hat sich dazu bei einer Monatsversammlung so geäußert: "Wir sind Hobbyimker, das betrifft uns nicht, da wir nicht davon leben müssen!" Dabei ist er selber ein Nebenerwerbsimker.
     
    Ich war bei dieser Äußerung etwas perplex und konnte darauf hin auch nichts mehr erwidern.
     
    Solange es die kleinen Imker nicht direkt betrifft, werden diese auch nicht auf die Straße gehen. Eher noch mit der Imkerei aufhören, weil ja eh alle Bienen schon hin sind.
     
    Eine Aussage am Wochenende in Scheidegg von einem Händler war, daß der Wachspreis derzeit so niedrig ist, weil viele Hobbyimker nach ihren Bienenschäden aufgehört haben und nun das Wachs auf den Markt schmeissen. Denen ist es egal was sie dafür bekommen. Es gibt sogar schon Händler die gar kein Wachs mehr annehmen, da sie nicht wissen wohin damit.
     
    So sind die Zeiten eben im Moment. Kann sein, daß sich das bis in 10 Jahren ändert, wenn die Alten mal weggestorben sind und die Jungen nachkommen.
    Die obige Aussage ist ohne Wertung getroffen, falls sich einer von den Aktiven älteren Imkern sich auf den Schlips getreten fühlt.
     
    Gruß René

  • Gute Frage Remsi,
     
    daß wir zu den Krämerseelen gehören, ist wohl allseits bekannt, zudem kommt aber leider noch hinzu, daß es eine ganze Schar von "Hosnbieslern"
    gibt, (übersetzt: die sich ins Hemd machen und gern den Schw... einziehen) leider und viele andere ihnen das dann nachmachen.
     
    Wer den guten alten Brauch des Haberfeldtreibens kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn dieser Brauch soll wiederaufleben demnächst in Passau. Grund: die Milchpreislüge der Agrarminister.
     
    Wenn die Imker einen Mumm hätten, würden wir so manchen Politiker mal die Stacheln zeigen, die sonst immer nur wir zu spüren bekommen.
     
    salem aleikum

  • Hallo Remstaler
    Schade das blos 200 in Donaueschingen unterschrieben haben. Eigendlich waren ja bestimmt 2000 da. Du hättest den Unterschriftsbrief nach den Auftritt der Staatsvertretung vorlegen können, da war dafür gute Stimmung
    Rene
    Die Jungen die nachkommen sind selten Jmker, eventuell noch Bienenhalter. Und 50% Ausfälle must Du auch noch rechnen. Wir haben bei uns im Verein einen Rückgang von 100 Imkern mit 1000 Völkern 1990 bis auf 11 Imker mit 50 Völker jetzt. Unser Bienen sind zur Zeit kein wichtiges Thema.
    Gruß Peter

  • Hallo liebe Imkerfreunde,
    wenn ich richtig lese,gibt es in einigen Regionen eine Art Weltuntergangsstimmung in der Imkerei.
    Nebenbei bemerkt,dass aufgrund der demographischen Entwicklung, die Imkerei in einen Engpass gerät,ist schon länger bekannt.


    Ich gewinne den Eindruck,dass wir hier im hohen Norden von den großen Schwierigkeiten (noch?) verschont sind.
    In meinem Imkerfreundeskreis gibt es keine,oder sagen wir mal, wenig Probleme,in dem Verein,dem ich angehöre, wächst die Mitgliederzahl kontinuierlich.
    MfG
    Trachtquelle

  • Hallo Rene,
    deiner Argumentation kann ich nicht folgen.

    Zitat

    So sind die Zeiten eben im Moment. Kann sein, daß sich das bis in 10 Jahren ändert, wenn die Alten mal weggestorben sind und die Jungen nachkommen.

    Unserer Jungen sind auch alt, weil das Imkern in der Regel erst im "reifen" Alter begonnen wird. Die Initiatoren in unsrerer Sache sind übrigens die Alten. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn der Leithammel einer Gruppe unterschreibt, drängt die ganze Gruppe nach. Leute welche sich öffentlich engagieren sind dünn gesäet und bei den Imkern noch etwas ausgedünnter. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Neuimker bei uns mehr aus der alternativen "Ecke" kommen. Allerdings sind sie oft der Auffassung, dass man auch nur für den Eigenbedarf imkern kann.


    Hallo Peter, so dramatisch ist es bei uns nicht. Wir sind über 80 Imker auf ca. 50 km².
     
    Danke Rene für deine Unterschrift.
     
    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Remstalimker
     
    Wieviel Unterschriftenaktionen und Demo´s haben in Deutschland schon unsere Politiker zum Umdenken gebracht ? Meines Wissens nach, nicht besonders viele.
    Bei uns in der Gegend soll die 3. Startbahn für den Münchner Flughafen gebaut werden. Mehrere hunderttausende von Unterschriften sind gesammelt und viele Gegendemos sind erfolgt. Was ist ? Das Planfeststellungsverfahren läuft und die ersten Grundstücke sind bereits gekauft.
    Was sollen dann ein paar hundert oder evtl. 10 000 von Unterschriften bundesweit erreichen ? Das wird sich nicht einmal ein MDL durchlesen. Es interessiert keinen. Selbst wenn alle Imker bundesweit unterschreiben, würden nur ca. 90 000 Unterschriften zusammen kommen.
     
    Wen unsere Politiker etwas durchziehen wollen, ziehen sie es auch durch.
     
    Gruß
    Andy

  • Hallo,
    unser Verein hat eine Aktion gestartet mit den Ziel, die Wiederzulassung von Clodianidin zu verhindern. Wir, eine Imkerin im Auftrag, hat einen Aufruf verfasst mit einer Unterschriftenliste, welche wir unserem Herrn Minister überreichen wollen. Aus dem Verein hat nur ein Mitglied, er hat eine Landwirtschaft, nicht unterschrieben. Auf der Straße, Informationsstand, haben wir 200 Unterschriften erhalten. Auf dem Berufsimkertag haben über 200 unterschrieben. Am Montag haben wir auf der Wahlkreisversammlung die anwesenden Imker um eine Unterschrift gebeten. Wie auf Kommando liefen darauf alle weg. Vorher mussten sie allerdings zu diesem Thema ein Referat von Wallner (Hohenheim) zur Rapsbeizung und eine Diskussion zum Thema und des Verhalten des Landesverbandes, anlässlich des Bienensterbens, sich anhören.


    Warum unterschreiben Imker nicht gegen Sache von der sie bedroht werden?


    Gruß
    Remstalimker


     
    Hallo Herbert,
     
    ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, dass da irgend jemand weggelaufen ist. Die ganze Aktion ist wohl etwas unglücklich gelaufen. Zum Einen hat sich während der Diskussion herausgestellt, dass ein Absatz einen Fehler enthält (Du weißt schon, die Sache mit der Halbwertszeit, da würde ich eine Formulierung "bis zu..." vorschlagen), warum ich das für wenig förderlich halte, habe ich wohl deutlich genug gesagt, zum Anderen ist wohl im leicht chaotischen Umfeld der Diskussion zur späten Stunde untergegangen, wo die Liste für die Unterschriften aufgelegt ist. Da hat der eine oder andere unterschriftsbereite bestimmt aufgegeben oder die Sache einfach wieder vergessen die meisten wollten wohl einfach nur noch nach Hause. Die Trägheit der Masse erschwert so manches, der Berg kommt halt einfach nicht zum Propheten.
     
    Ihr werdet ja bestimmt die Listen zur Versammlung am Samstag wieder mitbringen, da kommt dann auch meine Unterschrift drauf, versprochen.

  • Hallo Wulle,
    sicher war die Versammlung durch die Diskussion am Anfang sehr aufgewühlt und manche überfordert. Die harrsche Kritik am LV war durchaus berechtigt. Wenn ich die Informationen in der Bienenpflege betrachte, geben sie nur die Sichtweise Ministeriums wieder. Eine sachlich Information sowohl zum Bienensterben im Rheintal, als auch der Probleme bei uns - Fehlanzeige. Die Sache mit der Halbwertszeit ist umstritten. Die 120-Tage Aussage wurde im Auftrag der Firma Bayer erstellt. Andere kommen auf Ergebnisse von 900 bis 1155 Tagen. Da liegen wir im Mittelfeld. Welchen Aussagen sollen wir glauben schenken? Die Hohenheimer haben bei uns auch schon etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Mit welchen Informationstricks gearbeitet wird, kann man am Beispiel der Säemschineninformation sehen. Monatelang wurde versichert, die Maisbauern im Rheintal könnten gar nichts anderes mehr säen, weil sie keine Maschinen für andere Saaten mehr hätten. Dann kam die Information, dass sie Geräte von seither unbekannter Bauart eingesetzt hätten. Seit Montag wissen wir, dass alles so nicht stimmt, die "Täter" waren französische Lohnunternehmer. Übrigens, der Referent, hat schon lange unterschrieben.
     
    Wir haben im Vorstand auch eine Diskussion über den Text. Ich bin von der "Betonfraktion" und sage, so wie 500 Leute unterschrieben haben bleibt es. Die andere Fraktion möchte den Text ständig dem neuen Informationsstand anpassen. Wichtig ist, wir bleiben im Gespräch und die Halbwertszeit und unser Anliegen wird diskutiert.
     
    Honigdieb, dir kann ich nicht folgen. heute muss jeder Politiker fragen ob ein Projekt öffentlich durchsetzbar ist. Die zweite Startbahn in Stuttgart ist im Moment noch nicht durchsetzbar, obwohl sie seit Jahrzehnten aus Wirtschaftskreisen gefordert wird. Stuttgart 21 ist auch noch nicht in trockenen Tüchern, inzwischen kritisiert der Bundesrechnungshof die Kalkulation.
     
    Übrigens wird auch die Halbwertszeituntersuchung von Bayer kritisiert, weil sie angeblich auf einer Hochrechnung basiert. Es musste wohl schnell eine marktgerechte Analyse her.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Wen unsere Politiker etwas durchziehen wollen, ziehen sie es auch durch.


    Das nennt man Diktatur. Das ist keine Politik mehr.


    Nun gibt es nur wenige Mittel, um demokratisch und friedlich gegen ein Diktat "von oben" vorzugehen: Demos, Märsche und Unterschriften. Vielleicht noch Vorträge.


    Mit wenig Mitteln lässt sich viel erreichen, Beharrlichkeit und Gesprächsoffenheit vorausgesetzt. Die meisten Aktionen verlaufen im Sande, weil man nicht am Ball bleibt. Steter Tropfen höhlt den Stein.



    Bernhard

  • Das nennt man Diktatur. Das ist keine Politik mehr.
    Nun gibt es nur wenige Mittel, um demokratisch und friedlich gegen ein Diktat "von oben" vorzugehen: Demos, Märsche und Unterschriften. Vielleicht noch Vorträge.
    Mit wenig Mitteln lässt sich viel erreichen, Beharrlichkeit und Gesprächsoffenheit vorausgesetzt. Die meisten Aktionen verlaufen im Sande, weil man nicht am Ball bleibt. Steter Tropfen höhlt den Stein.
    Bernhard


    Vielleicht,aus Versehen?, die Wahlen vergessen?
    MfG
    Trachtquelle

  • Hallo Bernhard,
     
    ich bin da nicht ganz deiner Meinung

    Zitat

    Das nennt man Diktatur. Das ist keine Politik mehr.

    Das Problem ist, dass viele Interessengruppen auf die Politik mit unterschiedlichem Gewicht Einfluss nehmen. Unser Gewicht ist sehr klein.
     
    In der Politik ist auch eine große Linie notwendig. Hier klafft allerdings zwischen Aussagen und Taten eine große Lücke. Als 1957 auf dem Neckar 3 m hohe Schaumberge schwammen, war das für die Politik kein Problem. Angela wäre damals mit ihren heutigen Worten aus ihrer Partei ausgeschlossen worden. Inzwischen haben alle Parteien den Umweltschutz erfunden, allerdings hat der Kommerz immer noch ein teuflisches Gewicht. Sonst unterschreibe ich jedes Wort von dir.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo zusammen,



    Unser Vorstand hat sich dazu bei einer Monatsversammlung so geäußert: "Wir sind Hobbyimker, das betrifft uns nicht, da wir nicht davon leben müssen!" Dabei ist er selber ein Nebenerwerbsimker.
     
    Ich war bei dieser Äußerung etwas perplex und konnte darauf hin auch nichts mehr erwidern.


    Genauso ging es mir, als ich das Problem in unserem Verein ansprach. Gleiche Reaktion des Vorsitzenden, der auch Nebenerwerbsimker ist.
    "Nein, wir haben die Probleme nicht, weil bei uns der Mais nicht in so großem Stil angebaut wird!"


    Da dachte ich mir, hoffentlich gibt es bei uns im Tal der Ahnungslosen und auf unserer Insel der Glückseligkeit nicht mal ein böses Erwachen. Bei uns wird noch sehr das Bild des Imkers, der mit der Pfeife die Sonne, die Ruhe und die Natur genießt, gepflegt. Probleme? Gibt´s nicht!! Es fällt einem zu soviel "Scheuklappendenken" nichts mehr ein. :evil:


    Da ist es gar nicht erst möglich, an irgendwelche Aktionen überhaupt zu denken. Deshalb ja auch meine Unterschrift auf deiner Liste, Herbert.


    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi